Macht Bitcoin erstmalig Daten im Internet sicher? Hat Jason. P. Lowery recht?

Bei der Bitcoin Expo am MIT hielt Jason. P. Lowery der bei der United States Space Force arbeitet einen Vortrag bei dem unter anderem behauptet wurde, dass Bitcoin erstmalig Daten im Internet wirklich sicher macht.
Ist das im grossen Stil machbar, also das Firmen / Staaten zukünftig ihre relevanten Daten so absichern ? Dadurch also zusätzliches Potenzial für den zukünftigen Bitcoinkurs? Wie realistisch ist das einzuordnen?

Eine Blockchain ist keine Technologie, um große Datensätze zu speichern.

Der Kurs ergibt sich aus dem Angebot und der Nachfrage nach Bitcoin.

Wirf doch mal eine These auf. Wie soll diese Speicherung stattfinden?

Bitcoin ist ein verkettetes Haushaltsbuch in dem rückwirkend keine Änderungen vorgenommen werden können. Dabei geht es allerdings nur um UTXO und keine Daten außerhalb dieses Ökosystems. Das ist der Knackpunkt.

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Einfach gesagt ja, Bitcoin erlaubt das Speichern von Daten ohne dass man sie im Nachhinein verändern kann (bzw. dass jede Veränderung an den Daten auffällt). Aber das bedeutet nicht, dass die Daten inhaltlich richtig sind sondern dass die Daten nur so, wie sie hineingeschrieben wurden auch wieder heraus kommen.

Wenn ich in die Blockchain schreibe, dass Deutschland nicht existiert und ich dem Kaiser folge, die Erde eine Scheibe oder ein Hohlzylinder ist, dann steht das eben so in der Blockchain. Nur weil es dort genau so, Bit für Bit und nicht irgendwie anders steht und keiner diese Info jemals wieder verändern kann macht es die inhaltliche Aussage nicht richtiger.

Also Ja, du und jeder andere kannst Daten in der Blockchain speichern, aber es sichert eben nur die Daten, nicht deren Inhalt oder wie diese Daten interpretiert werden.

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Vielen Dank für die schnelle Antwort. Erstaunlich, dass bei dieser Bitcoin Konferenz, die ja sogar am MIT stattgefunden hat, sowas behauptet wird

Genau darum ging es, um das Sichern der Daten nicht darum, ob die Daten richtig oder falsch sind. Das Pentagon wurde ja mal von Jugendlichen gehackt, weil es keine wirkliche Sicherheit im Internet gibt und wenn ich es richtig verstanden habe, so sollte dann BTC die Lösung sein für in Zukunft sichere Daten im Internet

Die Frage ist eben, was bringt es einen sicheren unverfälschten Datenbestand zu haben, wo du aber trotzdem nicht weißt ob es Lügen sind oder Wahrheiten enthält?

Das einzige was ich mir vorstellen kann ist eine Datenbank von Verträgen, sodass keiner im Nachhinein diesen Datenbestand ändern kann. Aber es sagt eben nichts darüber aus ob diese Verträge eingehalten wurden oder nicht, das kann die Blockchain nicht leisten. Wenn das Pentagon ihre Daten öffentlich in die Bitcoinblockchain legen will, dann sind es eben auch nur Daten die da liegen und trotzdem weiß keiner ob sie die Wahrheit sagen, ob sie sich an Abmachungen gehalten haben oder was auch immer.

Was meinst du mit von Jugendlichen gehackt? Haben sie Datenbanken umgeschrieben? Das würde mit einer Blockchain nicht gehen. Aber das ändert nichts daran, dass ein Hacker neue veränderte Dokumente in die Datenbank schreiben kann das nach ihren Vorstellungen abgeändert wurde und vielleicht vom Pentagon als neue Datenbasis akzeptiert werden könnte. Eine Blockchain würde auch nicht verhindern, dass das Pentagon gehackt werden könnte oder dass sie mit einer falschen Datenbasis arbeiten. Die Blockchain ist nur und ausschließlich eine Datenbank, nicht mehr und nicht weniger und Hashalgorithmen wurden z.B. in Festplatenformaten schon lange vor Bitcoin benutzt. Das sichert den Datenbestand auf der Platte, aber jeder der Schreibrechte hat kann diese Daten trotsdem ändern…

Hier noch die Quelle, wo ich das her habe.
Falls es sich jemand anschauen will und vielleicht diese Quelle bewerten möchte, ob alles falsch oder zum Teil doch richtig
https://www.youtube.com/live/2DW2tP4Ig84?feature=share

Also ich stimme mit dem Youtuber überein, dass Angriffe Kosten verursachen.

Ich würde es aber ehr so erklären: Individuen sind evolutionär darauf angewiesen Macht einzusammeln wegen dem Selektionsprinzip: Der mächtigste hat bessere Überlebenschancen.

Was ist hier Macht? Macht ist die Quantifizierung der Möglichkeiten von handelnden Akteuren, analog der Energie von physikalischen Teilchen. Jede Aktion die eine Handelnde Person, Tier oder generell Lebewesen ausführst kostet Macht (Energie) und wenn die Machtreserven des Akteurs aufgebraucht ist stirbst es, bzw. verfällt die physische Struktur des Lebewesens. Macht kann man auf vielfältiger Weise einnehmen, andere Pflanze/Tiere Essen, Sonnenlicht absorbieren usw.

Mit jeder Handlung, die ein Lebewesen also vollzieht muss es abschätzen ob es ihm individuell tendenziell mehr Macht bringt und somit Vorteile im Leben oder Macht kostet und somit Nachteile für das Leben bedeutet. Für Pflanzen: lohnt sich das Blatt auszubilden, kostet es mehr Energie/Macht als es einbringen wird, ist der Platz sonnig genug oder gibt es tausende Blätter darüber? Für Menschen: Lohnt es sich dem Mammut hinterherzuhetzen?

Und diese Abschätzung wird eben individuell getroffen und berücksichtigt eben auch die potentiellen Einnahmen und Ausgaben. Wenn man mehr Macht verliert als man einnehmen könnte, dann lohnt sich die Aktion eben nicht. Und diese Betrachtungsweise gilt für alle Lebewesen, also auch für Gruppen von Lebewesen wie Familien, Staaten, Firmen, Vereine, Religionsgemeinschaften usw. All diese Entitäten müssen immer mehr Macht (auch in Form von Geld) einsammeln als sie ausgeben weil sie sonst sterben. Und die Individuellen Menschen können mit den Gruppen von Menschen interagieren und Macht austauschen, z.B. in Gruppen einzahlen aber auch Macht wieder ausgezahlt bekommen. (Analog das gleiche mit Menschlichen Zellen im menschlichen Körper).

Die Beobachtungen bezüglich Angriff gelten also meiner Meinung nach nicht nur für Angriffe sondern für jede beliebige menschliche Handlung, auch wenn die Machtausgaben und Machteinnahmen nicht zeitlich zusammentreffen müssen (Also man gibt z.B. erst Macht aus um sie später bei bedarf wieder einsammeln zu können).

Bezüglich der Angriffe im Internet: Da wird er meiner Meinung nach zu unspezifisch: Was ist ein Angriff im Internet? Das erklärt er nie. Denn auch Angriffe Im Internet kosten Geld, z.B. DDoS Attacken sind physikalische Netzwerkangriffe gegen die man sich auch physikalisch schützen kann, Email-Spam sind Angriffe, vor die man sich schützen kann usw. Auch wie in der echten Welt kann man sich immer im Internet schützen, unter anderem auch indem man sich besser schützt als andere und somit als schwereres Ziel nicht in der ersten Reihe steht. So wie Mark Friedrich immer sagt: Man muss nicht der schnellste Läufer sein um vor einem Bären wegzurennen, man muss nur schneller sein als der langsamste der Gruppe.

Angriffe können also auf jeder Ebene passieren und jede Ebene muss damit vor Angriffen geschützt werden (Angreifer erfinden auch gerne weitere Angriffsfelder, die man vielleicht nicht bedacht hat und in denen man sich dann auch zukünftig schützen muss und gerade das Internet ist noch relativ Jung und somit nicht überall gesichert).

Er behauptet dann weiter, dass man Daten im Internet nicht zuverlässig schützen kann weil 15 Jährige das Pentagon hacken können… Ja dann hat das Pentagon einen Fehler gemacht, aber das bedeutet nicht, dass es unmöglich ist Daten auch ohne Blockchain abzusichern. Aber wenn wie im Fall vom Pentagon vielleicht 100.000 Leute regelmäßig zugriff auf die Daten haben, wie willst du in dieser Größenordnung zuverlässigen Schutz definieren? Es reicht ja wenn ein Vater seine Zugangsdaten im eigenem Haus rumliegen lassen hat und seine Kinder sich mal aus Spaß einloggen. Aber daran kann auch eine Blockchain nichts ändern.

Seine These danach: Heutige Computerentwicklung geht immer Richtung Energieeffizienz was die Systeme aber auch angreifbarer macht. Und dem Stellte er PoW gegenüber, dass immer mehr Energie kosten soll.

Ich denke, er wirft hier zu viele verschiedene Begriffe in einen Topf. Das Produzieren von Bits muss meiner Meinung nach immer Energieeffizienter sein, denn wer mehr Energie in einen Computer stecken muss um die gleichen Daten zu erhalten hat einen evolutionstechnischen Nachteil, mehr Energie bedeutet eine höhere Stromrechnung und somit weniger Geld was der Mensch als Macht in andere Dinge stecken kann. Energieeffizienz ist also eine Schlüsselkomponente für evolutionäre Entwicklung. Er setzt diesen Begriff aber gleich mit Datensicherheit, wo ich immer noch nicht sicher bin was er damit genau meint. Das Erstellen von Daten auf einem Computer kann jeder machen ohne Angriffe auf andere Computer oder Menschen fahren zu müssen. Geht es ihm aber um das Sichern von Daten ist es doch nicht wirklich sinnvoll diese auf einer öffentlichen Datenbank zu veröffentlichen? Was hätte das Pentagon gewonnen wenn sie die Daten in einer Blockchain gesteckt hätten? Müssen sie Energie aufwenden um die Daten zu öffnen? Dann könnten sie trotzdem den Zugang von Papa verwenden. Die Blockchain bringt hier absolut nix an Sicherheit.

Also Ja, er hat recht dass der Energieverbrauch das Bitcoinnetzwerk sichert, aber eben wie oben beschrieben nicht die Daten die darin gespeichert sind, die sind öffentlich einsehbar auch für die Jugendlichen. Was versteht er also unter Datensicherheit?

Er sagt weiter dass Bitcoin das Bit wichtig für die Sicherheit ist, aber das Coin als Daten austauschbar ist und das ist definitiv falsch. Der Coin ist das Fundament in Bitcoin. Denn wenn es wirklich nur eine Datenbank wäre, wer hätte denn den Anreiz diese kostenlos und unentgeltlich zu speichern? Bitcoin ist nur so groß, weil es finanzielle Anreize schafft. Damit ist der ökonomische Aspekt eine Schlüsselkomponente der Sicherheit von Bitcoin, nicht die Energie alleine, die für die Ökonomie aber auch wichtig ist. Die Datenbank ist für die Transaktionen wichtig und 100% Vertrauenssicher bezüglich der Tranaktionen von Bitcoins. Aber nicht bezüglich allen anderen Daten die in die Blockchain geschrieben werden. Um das zu verstehen beschäftige dich einmal mit dem Orakelproblem, was hier im Forum auch schon oft diskutiert wurde.

Das Problem ist, das genau dieser Punkt von so vielen Leuten nicht verstanden wird und sich deswegen immer neue Bitcoin-Derivate bilden die zB. Lieferkettenverfolgung versprechen. Aber was bringen dir Daten in der Blockchain, dass z.B. eine Banane immer gekühlt unterwegs war, wenn der Sensor, der die Daten in die Blockchain schreibt immer 5° kältere Werte liefert als sie eigentlich im Container herrschen? Dann bringt dir die Blockchain rein garnix als ein schönes Marketingversprechen.

Es ist absolut sinnlos alle Daten in die Blockchain zu schreiben, es ist einfach nur Energie aufwendiger und somit sogar ein evolutionstechnischer Nachteil für diejenigen, die darauf bauen! Bitcoin umgeht das Orakelproblem, weil es ein rein digitaler Wert ist und es keinen Echtweltbezug gibt außer die Hashpower. Alle anderen Daten müssen von einem Orakel in die Blockchain eingetragen werden und dann braucht man aber keine so ineffiziente Technologie wie die Blockchain.

Ich glaube es geht schlicht und einfach darum, dass wenn Bitcoin weiterhin Stück für Stück am Kuchen des „Monetary Premiums“ knabbert, es immer weniger Anreiz geben wird, das „Powerprojecting-Game“ auf kinetischer Ebene - i.e. Krieg zu führen. Stattdessen verlangert es sich auf die PoW - Ebene - da dort der Löwenanteil des „Monetary Premiums“ versteckt liegt - i.e. Bitcoin.

Das denke ich nicht. Eine Gesellschaft, die immer weiter digitalisiert wird wird trotzdem auch physisch durch Armeen angreifbar bleiben. Nur dass sie durch die Digitalisierung eben auch digital angreifbar wird und somit nur einen weiterer Machtkanal oder Angriffsvektor geöffnet wird, auf dem man sich eben auch Verteidigen muss oder aus dieser neuen Welt ausgeschlossen wird (weil eben dort mächtigere Entitäten vorgeben was für die weniger mächtigeren Benutzer übrig bleibt).

Den Energieverbrauch von Bitcoin zu knacken ist schwierig und es ist genauso eine Verteidigungsstrategie wie für einen Händler Wachen mit auf dem Weg zu nehmen um sich vor Überfällen zu schützen. Diese Wachen kosten genauso Ressourcen die man nicht investieren müsste wenn es keine anderen Entitäten geben würde die einen Angreifen.

Aber der Energieverbrauch schützt nicht vor allem was im Internet passiert. DDoS Attacken können genauso gegen einzelne Entitäten von Bitcoin geschossen werden und diese Lahmlegen, der Energieverbrauch schützt nicht dagegen, dass Lügen in die Blockchain geschrieben werden usw. Es ist also kein Allheilmittel.

Genauso wie das Mitschicken der Wachen beim Händler nicht davor schützen, dass man unterwegs giftige Pilze isst oder bei einem Bergrutsch ums leben kommt. Jede Sicherheitsmaßnahme schützt eben nur für spezielle Angriffsszenarien und es gibt keine universellen Schutz gegen alles.

Und das gilt auch für beliebige Daten. Sie einfach in eine Blockchain zu schrieben und zu sagen jetzt sind sie sicher ist zu kurzsichtig.

Dann ist die Frage worin besteht mein Anreiz eines kinetischen Agriffs in „bitcoinisierten“ Welt? Bzw. ist es für mich fruchtvoller meine Anstrengungen eines potentiellen Angriffs von der kinetischen Welt in die digitale Wlet zu verlagern, da der potentielle Reward in der digitalen Welt höher ist.

Was meinst du genau mit einem kinetischem Angriff?

Als Angreifer wirst du wahrscheinlich dort angreifen, wo du auf den geringsten Widerstand triffst und das wird bestimmt nicht das gesamte Bitcoinnetzwerk sein. Das heißt natürlich nicht, dass es nicht trotzdem versucht wird, nur die Erfolgschancen sind extrem gering Bitocin über PoW anzugreifen. Das heißt aber nicht, dass man nicht trotzdem individuelle Bitcoinbesitzer angreifen kann in der Hoffnung z.B. ihre privaten Schlüssen zu klauen und sie somit zu bestehlen. Du greifst damit dann nämlich nicht das ganze Netzwerk an sondern individuelle Teilnehmer und das ist wesentlich einfacher als alle gleichzeitig anzugreifen.

Ein Angreifer wird genauso wie du seine Möglichkeiten überprüfen und schauen wo er die meisten Gewinne her bekommt. Wenn die physische Welt schon gut abgesichert ist mit Alarmanlagen usw, aber die Alarmanlage einfach aus dem Internet erreichbar und steuerbar ist, dann nimmt der Angreifer wohl den einfachsten weg, schaltet die Alarmanlage aus und klaut sich im Haus das, was er auf die schnelle als das Wertvollste findet. Ist dieser weg nicht offen, dann steigt er eben in ein anderes Haus ein, dessen Alarmanlage er von außen abschalten kann. Und gibt es keine Alarmanlagen mehr öffentlich zugänglich, dann sucht der Angreifer die nächsten Schwachstellen.

Dieses ganze Angreifer und Verteidigung ist ein uraltes Spiel, was die Natur schon vor hundertmillionen von Jahren gespielt hat und Viren/Bakterien und unsere Körperabwehr spielt das gleiche Spiel. Gibt es Viren die eine Schwachstelle in uns gefunden haben werden wir Krank und unsere Abwehrkräfte versuchen uns gegen diesen Angriff zu verteidigen. Dabei finden die Angreifer immer neue Wege und die Verteidiger versuchen immer wieder diese Angriffsvektoren zu schließen. Und das gleiche sehen wir eben auch im Internet als relativ neue Welt für die Menschen. Aber mit jedem Angriff lernen die Nutzer und die Chance auf einen erneuten Einbruch über die gleiche Art nimmt ab.

Wenn du irgendwas angreifen willst, dann solltest du zuerst nach Schwachstellen suchen, denn ohne die hast du keine Vorteile im Angriff und somit eine große Misserfolgschance. Und ob diese Schwachstelle im digitalem Bereich oder in der physischen Welt liegt ist dabei ziemlich egal. Wenn du eine Schwachstelle gefunden hast, egal wo, dann kannst du sie ausnutzen und dich auf Kosten anderer bereichern. Das Internet ist eben noch relatives Neuland und es gibt somit noch viele Schwachstellen zu finden.

Agriffe wie zB Fäuste, Tritte, Stöcke, Pistolen, Raketen, Bomben etc. that kind of stuff.
Man muss seine Bitcoin natürlich ordentlich gesichert haben - i.e. Mutltsig oder ähnliche Vorkehrungen um einen single Point of Failure zu vermeiden - i.e. Einbruch etc.

Naja, man könnte immerhin hashes oder Schlüssel zu den externen Daten in der BTC Blockchain speichern und so die Korrektheit sichern. Aber was das gegen einen Cyberangriff helfen soll weiß ich jetzt auch gerade nicht. Dennoch ein netter use-case. Siehe auch IPFS.

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