ich habe bei Firefish 10.000 € als Kredit investiert (Rückzahlung: 11.000 €) und bin gerade verunsichert.
Es gibt ein Video mit heftigen Vorwürfen – die Beleidigungen gegen Roman finde ich daneben, aber der Inhalt macht mich nachdenklich.
Eigentlich war mein Plan, im Notfall noch nachzuschießen, falls der Kredit kurz vor der Liquidation steht. Aber wenn die Kritik berechtigt ist, frage ich mich, ob das überhaupt sinnvoll wäre – immerhin liegt schon die doppelte Menge Bitcoin als Sicherheit hinterlegt.
Abgesehen von den Beleidigungen und Sticheleien gegen Roman: Warum?
Ich habe nicht viel über Firefish gewusst, habe daraufhin aber mal selbst in die Dokumente geschaut die er angesprochen hat. Du trittst dein Eigentum an den hinterlegten BTC ab, damit hat er, schwarz auf weiß bewiesen, faktisch Recht. Das wäre für mich persönlich schon Grund genug niemals bei Firefish einen Kredit aufzunehmen und diesen mit (funfact: dann nicht mehr meinen) BTC als Sicherheit zu hinterlegen. Ein „Bootsunfall“ bei Firefish und man steht mit heruntergelassenen Hosen da.
Ach ja, und das man im Streitfall dann alles vorm tschechischen Gericht austragen muss, ist natürlich auch nicht so richtig geil…
Okay, dazu kann ich nichts sagen. Ich weiß noch nicht einmal wer der Kerl ist. Mit Mühe und Not hab ich seinen arroganten und abfälligen Ton ausgeblendet weil ich einfach doch schnell hellhörig geworden bin (bei den erwähnten redflags zu FF)
Hat er nicht, so wie ich das sehe. Er hat einfach die Punkte 6.5 und 6.6 im Vertrag ignoriert.
Es handelt sich nämlich nur um einen bedingten Eigentumstransfer. (laut ChatGPT nennt man das im Fachjargon “Sicherheitsübereignung”, aber ich bin kein Anwalt).
Jedenfalls ist es wohl so, dass man das Eigentum erstmal nur bedingt an Firefish überträgt, und erst im Falle einer Liquidation, dieses vollständig an FF übergeht. Deswegen ist das wohlnämlich auch nicht bei denen auf der Bilanz und auch nicht - anders als er behauptet - Teil der Insolvenzmasse.
Wo er eben daneben liegt sind seine “Executer” Sache. Das liegt nicht bei FF wenn du das als Kreditgeber nicht willst. Du kannst wählen, ob du selbst der “Executer” sein willst. Und damit fällt auch seine Argumentation zu Multisig.
Ich glaube das ist genau der Part der etwas „tricky“ ist.
In 6.1 steht, dass das Eigentum ab dem Zeitpunkt der Einzahlung an FF übertragen wird.
6.5 und 6.6 lese ich als „Ergänzung“, die beschreiben, wann das Eigentum entweder zurück zu dir übertragen wird oder unumkehrbar dann Eigentum von FF bleibt.
Soll heißen:
6.1 besagt, DASS das Eigentum an FF übergeht.
6.5 und 6.6 erläutern Bedingungen unter denen das Eigentum zurück an den Kreditnehmer geht, ODER bei FF bleibt.
Wie gesagt, ich bin kein Anwalt, aber ich will damit nur sagen, dass es scheinbar nicht so ein “glasklarer Beweis” ist, wie er vorgibt.
Habe ein paar verschiedene AIs befragt und die sind sich alle einig, dass es erstmal nur ein formeller Eigentumsübergang ist, aber eben nur bedingt und eben nicht Teil der Insolvenzmasse werden, weil eine Art Treuhandregelung vorliegt und der Kunde “wirtschaftlicher Eigentümer” bleibt.
Im deutschen Insolvenzrecht (§ 35 InsO, § 39 AO, §§ 47 ff. InsO) gilt:
Alles, was im Eigentum des Schuldners (hier: Firefish) steht, fällt grundsätzlich in die Insolvenzmasse.
Ausnahme: Wenn ein Dritter nachweisen kann, dass er wirtschaftlicher Eigentümer ist oder ein Aussonderungsrecht (§ 47 InsO) hat.
Klassisches Beispiel: Sicherungsübereignung von Autos oder Waren → sie erscheinen zwar formal im Vermögen des Sicherungsnehmers, gehören aber nicht zur Insolvenzmasse, da sie nur sicherungsweise übertragen wurden.
Der Sicherungsgeber (hier: Borrower) kann Aussonderung verlangen.
→ Müsste man aber alles wohl mal mit einem Anwalt/Steuerberater klären.
Der sich mit tschechischem Recht auskennt. Deutsches Recht findet keine Anwendung, das wird, sofern ich das richtig gelesen habe, unter 8.4 ausgeschlossen. Aber grundsätzlich hast du Recht, ja. Nur dann kann man das halbwegs sicher sagen.
na ja, aber alleine die Tatsache, dass man das Eigentum an seine Bitcoin abtritt, ist schon ein Grund für mich Firefish niemals zu nutzen. Meine Bitcoin gehören dann nicht mehr mir.
Das stimmt wohl nicht, bzw. nur bedingt. Firefish wird “formeller” Eigentümer, aber wirtschaftlicher Eigentümer bleibst du, weil es nur eine bedingte Sicherheitsübertragung ist.
Naja, das liegt ja in der Natur der Sache, bei einer hinterlegten Sicherheit?! Das ist doch kein gutes Argument.
Nein, die Plattform kontrolliert eben NICHT die Coins, in diesem Sinne. Es gibt vorsigniertes PSBTs, die auch durch die Plattform dann nichtmehr geändert werden können.
Siehe Punkt 2. Außerdem wäre die “Sicherheit” dann ja auch etwas witzlos.
Siehe ebenfalls Punkt 2.
Da gebe ich dir Recht . Aber auch Roman hat meines Wissens nach niemals behauptet, dass die Plattform komplett risikolos sei. Und das Risiko, dass man seine Coins verliert, halte ich persönlich dennoch für relativ gering.
zu Punkt 2) wenn ein LTV-Default ausgelöst wird, dann werden die Coins sofort übertragen und du bist sie los. Dadurch, dass es autom. ausgelöst wird, hast du keine Chance zu sagen: “Wartet mal, ich gebe euch noch mehr Bitcoin als Sicherheit”, so dass das der Default nicht ausgelöst wird. So habe ich es verstanden. Bei Auslösung Bitcoin sofort weg. Das sehe ich als Nachteil, da man ja darauf spekuliert, dass BTC immer mehr Wert wird.
Des Weiteren muss man sich im Klaren sein, dass man sich im Streitfall mit dem slowakischen Gericht auseinandersetzen muss. Ist vielleicht auch etwas umständlich.
Ich finde die Idee gut, aber irgendwie bin ich noch ein bisschen skeptisch.