Kann man Gold unwiderruflich Zerstören?

Beim letzten Video vom Blocktrainer BITCOIN ist digitale ENERGIE! - Oder doch nicht? - YouTube (BITCOIN ist digitale ENERGIE! - Oder doch nicht?) in Minute 6:16 / 19:30 sagt der Blocktrainer das Gold fast unzerstörbar sei. Ein Beispiel war das Königswasser (Säure) damit könnte man Gold zerstören. Gut es würde in den gaszustand gehen aber Zerstört wäre es meiner Meinung nicht. Es ist doch so als ob man Wasser Kocht, oder irre ich mich da? Mein Kenntnisstand ist das Gold Unzerstörbar wäre beziehungsweise das die Atome sich nicht verändern können. Ist das so? Gibt es ein Chemiker unter uns der zu diesen Thema einen Gültigen Block dazu erstellen könnte? :sweat_smile:

lg Euer Roadrunner

1 „Gefällt mir“

Königswasser ist nicht mehr als das Gemisch von Salzsäure und Salpetersäure. Bei Vermischung der beiden Säuren entstehen naszierendes Chlor und Nitrosylchlorid(NOCl), welche Gold und andere Edelmetalle wie Platin und Palladium oxidieren lassen können.
Die Goldatome bleiben allerdings Goldatome. Auf chemischen Wege scheint es nicht möglich zu sein Gold zu zerstören.

Anders sieht es auf physikalischem Wege aus. Materie ist eine Form von Energie. Theoretische sollte es mit einer Kernreaktion oder mit Hilfe eines Teilchenbeschleunigers möglich sein Gold zu zerstören.

Also zum Beispiel durch Anlagerung von Neutronen, denn so würde sich AU-197 (Gold) zu radioaktivem Au-198 umwandeln, welches anschließend über Beta-Strahlung zu Hg-198 (Quecksilber) zerfallen würde.


Aber ohne Gewähr. :slight_smile:

10 „Gefällt mir“

Sehr interessant… Also Chemisch ist es unmöglich Gold zu zerstören aber Physikalisch würde es gehen? Das wusste ich bis jetzt noch nicht.

Ich arbeite tatsächlich als Chemiker in der Edelmetallbranche. Gold zu lösen und dieses in Bäder zu verarbeiten, die dann wiederum zur Abscheidung von Goldschichten verwendet werden, ist quasi mein Beruf :wink:

Daher kann ich ganz gewiss sagen, dass gelöstes Gold sehr einfach in seinen elementaren Zustand zurückzuführen ist.

Chemisch zerstören? Nein.

Mittels Kernfusion- oder Spaltung wie HODLer schrieb, wäre dann theoretisch eher möglich. Es ist allerdings weit außerhalb meines Kenntnisstands, wie stabil Goldatome sind, wie einfach das möglich wäre und wieviel Energieaufwand das kosten würde. Vielzuviel jedenfalls, um größere Mengen Gold zu vernichten, um hier signifikante Mengen zu zerstören.

6 „Gefällt mir“

Eine super Möglichkeit um auch große Mengen an Gold zu zerstören ist die Entsorgung in einem Schwarzen Loch.
Durch die enorme Gravitation werden die Goldatome zerrissen. Problematisch ist allerdings die Reise hin zu einem Schwarzen Loch, da die bisher entdeckten Schwarzen Löcher doch recht weit weg sind (nearest black holes)

Eventuell reicht hier aber auch schon ein Neutronenstern aus. Hier sind die nächsten bisher entdeckten Sterne „nur“ ca. 400 Lichtjahre entfernt

2 „Gefällt mir“

Das mit dem Schwarzen Loch war auch meine Idee wie man Gold zerstören könnte.

1 „Gefällt mir“

Aber ist es dann wirklich zerstört? Schwarze Löcher sterben schließlich auch irgendwann.

Solange sie Masse finden finden können schwarze Löcher Stand aktueller Forschung nicht sterben. Als zerstört würde ich Gold erst dann erachten wenn es eine andere Atomare Struktur haben.

Wenn du der Hawking Strahlung vertrauen schenkst dann sterben auch Schwarze Löcher irgendwann und die Information dass Gold „im schwarzen Loch ist“ geht niemals verloren.

Schau dir das Feuerwerk der sterbenen schwarzen Löcher an :slight_smile:

Hier etwas mehr Informationsgehalt:

3 „Gefällt mir“

Ja die Doku hab ich gesehen und das mit dem Schwarzen Loch dort gelernt. Wenn schwarze Löcher verhungern sterben sie :sweat_smile:

Nein. Das Gold kommt als Einhorn auf der anderen Seite wieder raus. :joy:

2 „Gefällt mir“

Physikalisch ist die Antwort ziemlich einfach. Die Energiedichte des externen Mediums muss höher sein als die Bindungsenergie des Kristallgitters von Gold um die Atome von einander zu trennen und höher als die Kernbindungsenergie um eine Zerfall einzuleiten.

Ein Schwarzes Loch besitzt eine höhere Energiedichte als die Bindungsenergie der Quarks, sodass selbst Neutronen und Protonen in einem schwarzen Loch zerfallen. Da laut Theorie die Gravitationsenergie im Kern eines Schwarzen loches gegen unendlich geht, da dort eine Singularität herrscht, dürfte es keine stabilen Zustände dort geben nur Quantenfelder der Vakuumfluktuation.

2 „Gefällt mir“

Man kann Gold auch in derart kleine Partikel zerteilen und weltweit zerstreuen, dass die Kosten der Bergung in jedem Fall teurer sind als der eigentliche Wert. Das ist die ökonomische, aber physikalisch unbefriedigende Antwort.

Damit hast du aber nicht das Gold zerstört, sondern einfach die Information über eine größere Fläche gestreut. Gold besitzt 79 Protonen um also Gold zu zerstören muss ganz einfach gesagt mindestens ein Proton entfernt oder ein Proton hinzugefügt werden. Funktionieren tut dies, es benötigt nur die erforderte Bindungsenergie zu überwinden.

5 „Gefällt mir“

Sehr gut du hast es verstanden was ich meine :sweat_smile:

Schon richtig. Aber hier musst du etwas aufpassen:

Die Nukleonen (Protonen, Neutronen) im Kern eines Goldatoms sind mit einer gewissen Bindungsenergie gebunden. Besser gesagt, diese Energie wird frei, wenn man die einzelnen freien Nukleonen zu einem Kern zusammensetzt.

Das ist im Grunde genau das gleiche, wie wenn Moleküle durch Bindung einzelner Elemente gebildet werden. Möchte man Bindungen wieder aufreißen, also ein Molekül oder einen Kern in seine Bestandteile zerlegen, benötigt man dafür eben genau diese Bindungsenergie.

Bei Molekülen liegt diese in der Größenordnung von > 1 eV (Elektronenvolt) pro Molekül, bei Kernen in der Größenordnung von >> 1 MeV (= 1 Mio Elektronenvolt) pro Kern. Also grob 6 Größenordnungen höher. Deshalb ist das auch nicht so einfach chemisch, z.B. durch Erhitzen mit einer Flamme möglich. In einem Fusionsplasma, wo solche Vorgänge ablaufen, braucht es deshalb höhere Temperatur (> 10 MK) und/oder Druck.

Aber:

Wenn man Moleküle oder Atomkerne in andere Moleküle oder Kerne umwandeln möchte, dann kann es sein, dass die Endprodukte sogar mit stärkerer Bindungsenergie gebunden sind, als das Ausgangsmaterial. Bei der Umwandlung wird hierbei sogar Energie frei.

In diesem Fall muss man nicht die Bindungsenergie aufbringen, um das Ausgangsmaterial zu zerlegen. Stattdessen reicht eine gewisse Aktivierungsenergie, um die Umwandlungsreaktion anzustoßen. Die dabei freiwerdende Energie reicht bei gutem Einschluss des Materials aus, um wiederum Aktivierungsenergie für das restliche Material bereitzustellen.

Die Aktivierungsenergie kann nun um Größenordnungen geringer sein, als die Bindungsenergie.

Gold hat z.B. eine geringere Bindungsenergie pro Nukleon, als die meisten leichteren Elemente. Man muss die Umwandlung eines Kerns also nur anstoßen. Beispielsweise wie von @Hodler erwähnt durch Neutronen, wobei die Wahrscheinlichkeit für den Neutroneneinfang so gering ist, dass man sehr viele Neutronen benötigt (z.B. Kernspaltungs- oder Kernfusionsreaktor).
Beim Gold werden hierbei allerdings keine weiteren Neutronen frei, so dass keine Kettenreaktion stattfindet. Man kann also keine sich selbst erhaltende Reaktion anstoßen.

2 „Gefällt mir“

Danke das du es so detailliert erklärt hast, jedoch ist es doch nicht im Widerspruch zu meiner Aussage?

1 „Gefällt mir“

Du hattest geschrieben, dass man die Bindungsenergie aufbringen muss, um Gold zu zerstören. Aber mit Neutronen geht das eben wesentlich „einfacher“.

Es ist schon ein Unterschied, ob ich eine Energie in der Größenordnung der Bindungsenergie (>> 1 MeV) aufbringen muss. Oder ob ich das Ausgangsmaterial nur mit wesentlich geringerer Energie anregen muss, damit es sogar unter Energiegewinn zerfällt.

In einem Plasma bräuchte ich wie erwähnt Temperaturen >> 10 Mio Kelvin, damit die Energie der Plasmateilchen für solche Prozesse ausreicht. In einem Teilchenbeschleuniger werden ebenfalls Energien weit über der MeV Skala pro Teilchen aufgebracht. Damit könnte man natürlich Gold unter Energiegewinn umwandeln („zerstören“).

Aber wesentlich einfacher geht es eben mit Neutronen. Die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kern Neutronen einfängt, steigt üblicherweise sogar mit sinkender Neutronenenergie. Deshalb ist ein Kernspaltungsreaktor auch wesentlich einfacher zu realisieren, als ein Kernfusionsreaktor.
Im ersten kann ich bei normalen Temperaturen mit Neutronen arbeiten. Bei der Fusion gibt es aber aktuell keinen besseren Ansatz als über hohe Temperaturen. Bei der „kalten“ Fusion hat bisher noch kein Ansatz funktioniert.

1 „Gefällt mir“

Ok das stimmt, war zu waschig ausgedrückt. :+1:

1 „Gefällt mir“

Wahnsin was man hier so alles lernt :smile::+1:

1 „Gefällt mir“