ING löscht meine Konten und weiß nicht warum

Ich möchte mit Euch etwas teilen, dass mich zutiefst verstört hat.

TLDR: Wegen einer Systemumstellung haben wir seit über einem Monat weder Zugriff noch Einsicht auf das Geld meiner Kinder.

Ich habe seit vielen Jahren nicht nur ein Girokonto, sondern auch 3 Junior Depots bei der ING wo ich zusätzlich einen ETF für die Kinder bespare.

Ich muss fairerweise sagen, dass es in all den Jahren nie Probleme gab. Alles in eine App, relativ übersichtlich, alles war gut.

Bis eines Tages beim Login eine Auswahl erschien: „Wir verbessern für Ihre Sicherheit den Login, in Zukunft brauchen Sie nur noch einen Zugang.“

Dass die Kinderdepots verschiedene Zugänge darstellen war mir nicht klar, weil ja alles in einer App mit der gleichen PIN war… und Sicherheit ist doch gut… oder?

In diesem Fall nicht, denn der neue Zugang bewirkte, dass ich nur noch mein Girokonto sehen konnte und kein einziges Depot mehr. Also zumindest ist das Depot vor mir sicher, denn ich komme jetzt nicht mehr ran, meine Kinder natürlich auch nicht.

Schlimm genug, dass ich nicht an das Geld herankomme, was ich ja zum Gück aktuell nicht muss. Ich war auch so naiv, mich auf das digitale Konto zu verlassen und keine Kontoauszüge o.ä. auszudrucken. Mit dem Problem, dass ich aktuell keinen noch so kleinen Beweis habe, dass die Depots jemals existiert haben, weder auf Papier, noch digital. Einzige die abgehenden Überweisungen von meinem Girokonto beweisen, dass ich mir die Kinderdepots nicht ausgedacht habe.

Auf allen Hilfeseiten steht nur, dass die Kinderdepots automatisch im Hauptzugang sind, was ja aber nicht der Fall ist.

Der KI Chatbot hat seinen Namen nicht verdient, selbst vor KIs wie ChatGPT gab es bessere Chatbots.

Die einzige Möglichkeit, das Problem zu lösen ist also ein Anruf, bei dem man machmal einfach aus der Leitung fliegt, dann immer wieder per Zahleneingabe durch ein ewig langes Menü navigieren muss, bis man dann endlich in der Warteschleife landet, wo man dann bis zu 30 Minuten nur Musik hört.

Servicemitarbeiterin 1 hat das Problem dann aufgenommen und eine Lösung in 2-3 Bankarbeitstagen versprochen.

Nach über 1 Woche ohne Ergebnis oder Rückmeldung rief ich wieder an.

Servicemitarbeiter 2 sagte dann die Angabe mit 2-3 Tagen wäre sehr unseriös gewesen, ihm ist das Problem bekannt und es gäbe zur Zeit viele entsprechende Anträge. Ich muss nichts weiter machen, nur warten. Auf meine provokante Frage, ob ich noch 2 Monate warten muss, sagte er, das wisse er nicht. Toll.

Ich wartete also wieder wochenlang, ohne Ergebnis. Bei einem erneuten Anruf, sagte mir Servicemitarbeiter 3, der von keinen bekannten Problemen wusste, dass er sich das anschaue. Mit Warteschleife und dem „anschauen“ dauerte der Anruf fast 1 Stunde. Er kam dann zu den Schluss, dass eine Verknüpfung nicht funktioniere, weil wir bei einem Konto unsere Straße „Str.“ abgekürzt haben und beim anderen „Straße“ ausgeschrieben haben. Er leitet das direkt an die Kollegen weiter.

Auf meine Rückfrage, ob ich, hätte ich mich auf Servicemitarbeiter 2 verlassen und gewartet, jemals wieder Zugriff auf die Depots bekommen hätte, sagte er „wahrscheinlich nicht“. Ich könne mich aber in 2 Wochen wieder melden, falls es nicht klappt. Als ich ihm sagte, dass ich bereits seit ca 1 Monat keinen Zugang zu unserem Geld hätte, sagte er, es geht bestimmt schneller, mehr kann er nicht machen.

Die 2 Wochen sind jetzt bald um und es ist nichts passiert. Ich bin froh, dass ich an den Depots aktuell nichts machen muss und frage mich langsam ernsthaft, ob ich diese nochmal sehe, bevor die ersten Kinder 18 werden.

Mein Fazit: Ich werden in Zukunft alles (Girokonto, Depot…) auf mindestens 2 Banken aufteilen und mir wieder einen Drucker kaufen und alle Kontoauszüge und Dokumente ausdrucken. Außerdem werde ich etwas mehr in Gold und Bitcoin umschichten.

Ich bin immernoch fassungslos, dass eine große Bank einem das Konto rauslöscht und so tut, als wäre es normal, wochen und monatelang warten zu müssen, um wieder an sein Geld zu kommen.

Eine unerfreuliche Geschichte.
Einen Tipp, was du nun noch in dem Fall tun kannst, habe ich nicht.

Aber wäre es nicht sinnvoller als einen Drucker zu kaufen, die Dokumente als PDF zu archivieren?
Die brauchst du ja nur runterladen.
Backup nicht vergessen.

Ja sicher, das reicht auch, ich habe nur nach der Geschichte irgendwie das Bedürfnis nach einem physischen Ordner mit Kontoauszügen :sweat_smile:

Wobei physisch oder digital, wenn die Bank mal wieder etwas umstellt, löscht oder sperrt… viel Wert ist es dann auch nicht.

Nach Ablauf der 2 Wochen werde ich mich an die Verbraucherzentrale wenden, schriftlich an die Bank und auf allen Portalen, wo man Erfahrungen schildern kann, Terror machen, aber so richtig, habe bald Urlaub und Zeit dafür :smiling_face_with_horns:

Die ING scheint dir die Konten nicht abzusprechen; Schreibe ihnen lieber höfliche E-Mails mit Fristsetzung, statt schlecht gelaunt anzurufen. Solltest du nach einiger Zeit keinen Erfolg haben, ist alles schriftlich dokumentiert. Im Urlaub solltest du lieber etwas Schönes mit den Kindern unternehmen.

Das ist sicher nicht die einzige Möglichkeit. Du kannst auch einen Brief schreiben, ein Fax senden. Fristsetzung und Nachweismöglichkeit nicht vergessen. Das klappt erfahrungsgemäß sehr gut.

Schreib dass du neue Zugangsdaten willst und dass ein OTP Brief an deine hinterlegte Adresse gesendet werden soll. Druck das aus und unterschreib es. Fotografiere es und sende es per Mail.

Bist du sicher, den Zugang überhaupt verloren zu haben? Es gab eine Änderung bei der Benutzeroberfläche.

Evtl. hilft es, in der App oben rechts auf die drei Punkte zu klicken, dort unter „Angezeigte Konten“ die Kinderdepots anzuhaken?

Nur eine naive Idee, aber vielleicht ist das wirklich schon die Lösung.

Ich möchte nur mal ne Art Gegenposition aufmachen, FÜR ING sprechen, falls das wer random-mäßig liest, für’s Allgemeinbild.

Dez. 2024 hatte ich zahlreiche Telefon-Kontakte mit ING-Mitarbeitern (komplexer Umzug eines geerbten Depots von/bei einer anderen Bank). Das ging ohne lange Warteschlangen oder jegliche Probleme. Ich habe das äußerst positiv in Erinnerung - eben weil’s eine Direkt-Bank ist (in Relation zu zB einer Volksbank, wo ich teilweise auf meinen persönlichen Berater länger warten muss.)

Ich muss den Support auch loben. Die KI hilft wirklich nicht, aber nach zwei Mal schnell „hilft nicht“ drücken kann man dem Support auch eine Nachricht schreiben.

Die Antwort kam immer nach kurzer Zeit und das jeweilige Anliegen wurde schnell und professionell gelöst oder beantwortet.