Grundsätzliche Fragen bzgl. Risiken Bitcoin Protokoll

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Hallo zusammen,

ich komm im Kaninchenbau nicht weiter – vielleicht finde ich ja Hilfe bzw. die Experten hier im Forum können weiterhelfen. Google und Copilot schaffen es nicht… Ihr wisst ja sicher, wie das ist, wenn man beginnt, nachzudenken.

Für mich hat Bitcoin drei wesentliche Vorteile

1. Dezentralität – keine zusätzliches „Drucken“ / Inflationieren von Bitcoin möglich

2. Identifizierbarkeit – einzelner Bitcoin ist vernetzt mit allen Bitcoin vor und nach ihm

3. Authentifikation – Geschichte der Transaktionen wird mitgeschrieben

Ich denke über folgende mögliche Gefahren nach, die sich aus den Punkten 1-3 ergeben:

- Es wäre doch möglich, anhand des Open Source BTC Protokolls, Bitcoin wiederholt neu zu starten (von wem auch immer). Also Bitcoin 2.0, 3.0 etc. Damit gäbe es mehr als 21 Millionen Coins mit den Eigenschaften des „Ur-Bitcoins“ und damit wäre auch eine (ungezügelte?) Vermehrung möglich – wo liegt da (hoffentlich bzw ziemlich sicher) mein Denkfehler?

- Wäre es möglich, das Bitcoin-Netzwerk dadurch lahmzulegen bzw. massiv zu verlangsamen, indem Wartesäle mit Mini-Transaktionen geflutet werden? Sodass eine Wartezeit von Stunden und Tagen (Wochen) entstehen kann, bis eine Transaktion vollzogen ist? Würden dann die Gebühren in astronomische Höhen schießen?

- Können große Miner in hochvolatilen Marktphasen eigene Transaktionen nach vorne schieben und sich damit einen Vorteil verschaffen?

- Fortschreiben der Blockchain - gibt es da nicht irgendwann Probleme bzgl. der schlichten Größe der Datenmenge?

Für Hinweise wäre ich dankbar.

Grüße, Zock

Dein Denkfehler liegt vor allem darin, dass Bitcoin seine entscheidenden Eigenschaften nicht allein aus dem Code bezieht, sondern aus dem Netzwerk selbst. Der Code ist wichtig, aber er ist nicht das knappe Gut. Knapp ist das gewachsene, weltweit verteilte Netzwerk aus Nutzern, Minern, Nodes, Infrastruktur, Vertrauen und ökonomischen Anreizen.

Ein „Bitcoin 2.0“ lässt sich technisch jederzeit starten – das ist korrekt. Genau das ist auch schon unzählige Male passiert. Der Punkt ist nur: Ein neues Netzwerk startet immer bei null. Keine Nutzer, keine Liquidität, keine Miner-Dichte, keine ökonomische Sicherheit, keine Historie. Die Eigenschaften, die Bitcoin stark machen – Dezentralität, Zensurresistenz, Sicherheit – sind dort anfangs extrem schwach ausgeprägt. Warum sollten Nutzer also in ein neues Netzwerk wechseln, das objektiv unsicherer ist, weniger Akzeptanz hat und keinerlei Vorteil bietet?

Netzwerke funktionieren nicht linear, sondern exponentiell. Jeder neue Teilnehmer erhöht den Nutzen für alle anderen. Das kennt man vom Internet sehr gut: Man hätte theoretisch auch ein „Internet 2.0“ starten können – aber ohne Nutzer, Inhalte und Infrastruktur bleibt es bedeutungslos. Bei Netzwerken gilt fast immer: First one wins the race. Ein späteres Netzwerk müsste einen fundamentalen, strukturellen Vorteil bieten, um den Wechsel zu rechtfertigen.

Deshalb ist eine „Inflation durch Klonen“ kein reales Risiko. Es entstehen zwar ständig Kopien, aber sie verwässern Bitcoin nicht – sie bestätigen im Gegenteil, dass nicht der Code, sondern das Netzwerk das Entscheidende ist. Bitcoin wird nicht dadurch knapp, dass man ihn nicht kopieren kann, sondern dadurch, dass man sein Netzwerk nicht einfach reproduzieren kann.

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Über die Datenmenge hab ich mir auch schonmal Gedanken gemacht.

Aber überleg doch mal…momentan ist die Blockchain knapp 700GB groß.

Bitcoin ist jetzt 17 Jahre alt. Wenn sich also nichts ganz essentiell am Protokoll ändert sind das selbst in knapp 100 Jahren nicht mehr als 5TB.

Und das ist ja schon heute eigentlich nicht der Rede wert.

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hat @Einundzwanzig schon ganz gut erklärt. Es wurden ja bereits viele ähnliche Chains gestartet und keine davon hat sich durchgesetzt. Passiert immer wieder. Selbst du kannst heute noch ein Bitcoin 124.0 starten. Du kannst deine Coins dann minen und wirst die ersten Blöcke validieren und alle 10 min 50 DocZockCoins generieren. Niemand macht aber bei deinem Netzwerk mit. Du müsstest im grunde genommen alle Bitcoiner überzeugen, deren Coins wegzuschmeißen und auf dein Netzwerk zu migrieren. Das wird keiner machen, weil deine Coins nichts wert sind und deren Coins sich über die Historie und den Netzwerkeffekt etabliert haben. :wink: wie gesagt, wurde schon oft gemacht, das sind die ganzen Shitcoins von heute.

Der mempool wird durchgehend mit Transaktionen geflutet. Die mit den größten Fees werden aber bevorzugt in den nächsten Block aufgenommen: Kannste dir hier mal anschauen: mempool.space
Möchtest du, dass deine Transaktion so schnell wie es geht über die Bühne läuft, dann erhöhst du einfach die Gebühr deiner Transaktion. Hier wird also nichts verlangsamt. Scroll mal bei dem Link die Blöcke ganz nach rechts, dann siehste wie viele Transaktionen in der Warteschleife sind. Ganz links sind die Transaktionen, bei denen die Leute keine Eile haben. Ja die müssen länger warten, aber diese Leute haben die Gebühren bewusst so niedrig gesetzt. Die Gebühren schießen in die Höhe, wenn alle plötzlich auf einmal im nächsten Block sein möchten. Aber der main-layer ist ja auch nciht darauf ausgelegt, jeden Kaffee zu beztahlen. Dafür gibt es lightning.

wie meinst du das. Könntest du das ausführen? Weil eigentlich JEDER (also nicht nur die Miner) seine eigene Transaktion „nach vorne“ schieben kann, indem er die Gebühren für seine Transaktion erhöht. Auf welchen Vorteil möchtest du hinaus?Schneller im nächsten Block zu sein?ja, dafür sind die Gebühren ja da.

wie @Azador bereits geschrieben hat sind wir mit unseren SSDs noch weit entfernt von irgendwelchen Engpässen. Jeder Block macht momentan durchschnittlich 1,6 MB aus. Also 1,6 MB/10 min. Wenn du das hochrechnest ist das gar nichts. Selbst wenn man den Segwit-Anteil komplett ausnutzen würde, wäre ein Block 4 MB groß. Das ist gar nichts. Gerade SSDs werden in Zukunft viel viel günstiger werden, als unsere heutigen HDDs. Eine 2 TB SSD reicht locker aus für die nächsten 10 Jahre. Bis dahin wirst du dir ne 1 Petabyte SSD für 50 € kaufen können.

Nachtrag: Überleg mal, wir haben bereits heute MicroSD-Karten die 4 TB Speicherplatz haben. Überleg mal wie klein die sind. Nicht die gleiche aber ähnliche Technik wird in SSDs verbaut. In 10 Jahren wird es SSDs geben, die werden alles wegfetzen :wink:

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Ich sehe die Hürde einen neues Netzwerk im Sinne von Bitcoin zu starten, nicht im technischen. Als Bitcoin gestartet wurde, hat die CIA (wir alle) es unterschätzt. Sie wussten davon, ziemlich früh sogar. Da die ganze Sache langsam sich ausbreitete und gepflegt geschützt wurde, startete das Projekt und wurde zu einer sehr ernsthaften stabilen (Node Verteilung) Sache.

Wenn heute am WEF in Davos Jamie Dimon gegen Bitcoin wettert, gleichzeitig im Hintergrund J.P Morgan die Bank die er leitet Bitcoin kauft, und BTC unterlegte Derivate anbietet, wissen wir was die Strategie ist. Er sagt auch beim Einwand Blockchain - „Blockchain ist was Gutes, wir nutzen die Blockchain Technologie um unsere Werte zu verschieben.“

Jedes Blockchain und der dazugehörige Wert, die heute entwickelt wird, ist zentralisiert und wird von einer Firma, einer Stiftung, einer Interessen Gruppe usw. gestartet. Es gibt unzählige davon. Einige halten sich, andere verschwinden, aber keine einzige kann das Double Spending und die Begrenzheit garantieren. Keine!

Es wird kein Bitcoin 2.0 mehr geben.

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