Gedankenspiel zu Abverkäufen, Rebounds & Liquidierungsdynamik

Eigentlich ist es am Ende auch egal – ich bin langfristig völlig entspannt.
Trotzdem finde ich es merk­würdig, wie es immer wieder gelingt, den Kurs so abrup­t absacken zu lassen.

Was mich konkret wundert:
Wenn der Kurs – wie zuletzt – relativ plötzlich „abreißt“, müsste doch unmittelbar nach dem Nachlassen des Verkaufsdrucks eigentlich ein recht zügiger Rebound stattfinden (in USD gemessen).
Gerade wenn man die harten Fakten betrachtet:
– begrenztes Gesamtangebot
– nur noch wenige Millionen BTC bis zur absoluten Obergrenze
– der 20-millionste BTC voraussichtlich im März 2026
– strukturell zunehmende Nachfrage durch Institutionelle

Aus dieser Perspektive wirkt jeder stärkere Dip eigentlich wie ein kurzfristiges Ungleichgewicht.

Zusätzlich irritiert mich die Liquidierungs-Logik:
Schaut man z. B. auf Liquidation Maps (etwa Coinglass), liegen auf dem aktuellen Preisniveau mehr Short-Liquidationen als Long-Liquidationen.
Eigentlich würde man erwarten, dass ein weiterer Abverkauf zuerst Shorts aus dem Markt drückt und dadurch zumindest kurzfristig Kaufdruck entsteht.
Stattdessen fällt der Kurs weiter.

Wie erklärt ihr euch diese Dynamik?
– Verzögerte Liquidationen?
– Spot-Verkäufe, die Derivate komplett überlagern?
– Absichtliches „Durchdrücken“ unter relevante Levels, um Struktur zu brechen?
– Oder schlicht Marktmechanik ohne tiefere Bedeutung?

Ich zweifle nicht an den Fundamentals – die werden meiner Meinung nach immer stärker, während Fiat weiter entwertet wird.
Mich interessiert wirklich nur, wie ihr diese kurzfristigen Bewegungen interpretiert und ob ich hier gedanklich einen blinden Fleck habe.

bei den Liqzuidationen denke ich mir öfter folgendes: Wie du sagst gibt es viele short-Positionen und die liegen da schon länger. Aber wenn dann kurzfristig viele longs reinkommen, kann das schnell in die andere Richtung laufen und dann sogar ganz shcnell wieder umgekehrt. Aber eigentlich hab ich keine Ahnung davon, weil ich dieses Spiel nicht spiele.

Bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe, aber eine Short Liquidation ist ja die Schließung einer Short Position. Also einer Wette darauf, dass der Preis weiter sinkt oder einer Verkaufsorder. (Long genau das Gegenteil.)

Eine Verkaufsorder ist auch ein Stopp Loss.

Die Stopps der Shorts liegen oberhalb, die Stopps der Longs unterhalb des Kurses.

Der Kurs rennt in der Regel immer dahin wo es am nächsten Liquidität zu holen gibt, also wo es am nächsten Orders gibt die auszulösen sind.

Ich kenne jetzt die Karte nicht, aber das dürften Stopps der Longs sein, also unterhalb des aktuellen Kurses. Unterhalb vom letzten Tief bei 75k. Wenn die ausgelöst werden werden die auch nicht gekauft sondern VERkauft, was für neuen Verkaufsdruck sorgt.


Also das Problem meiner Ansicht nach ist, dass es kaum „echte“ Nachfrage nach Bitcoin gibt bzw. diese eben geringer als das Angebot ist und dass durch den ganzen „to the moon“ Hype der Influencer zu viele Leute gehebelt long gegangen sind. Die haben die Stopps unter dem Kurs und die werden jetzt nach und nach abgeräumt. Und deswegen stürzt Bitcoin so ab.

Nach Hypes kommt der Crash, weil Hypes eben nie nachhaltig sind.

Für mich ist dies keine Verwunderung, sondern eine Feststellung der Ist-Lage.
Es gibt viele Maxis, die brüllen to the moon, aber beim Weg dahin, nicht kaufen.
Die Anzahl der echten Maxis ist deutlich geriner als die “weak“-hands.

Zudem kommt eine Hoffenbarung:
OG’s sagen, Bitcoin auf 1 Mio & mehr, verkaufen aber massiv bei 100k?!
Wenn der Stack groß genug wurde, aufeinmal ist doch Diversifikation toll?!

Bei jetzt aktuell “günstigen“ Kursen, wird da groß Bitcoin eingekauft von den Maxis?
Nein, leider wieder nicht.

Auch wenn ich recht jung dabei bin (2024), finde ich, dass ich mehr Maxi unterwegs bin, als so manch ein OG.

PS:
Zweiter Kredit ist auf dem Weg :slight_smile:

Dritter Kredit kommt bei 50k :slight_smile:

PS 2:
Nein bin nicht enttäuscht, bin dankbar, dass ich so manch YT, aus meiner Aboliste entfernen durfte :slight_smile:

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Wenn du auf Sunny anspielst, ist er schon seit geraumer Zeit im Geschäft und hat bereits zwei Bärenmärkte erlebt. Ich glaube auch, dass du irgendwann den Weg der Diversifizierung einschlagen würdest, wenn dein Portfolio eine bestimmte Schwelle erreicht. Der Markt ist manipuliert, und ich hätte auch keine Lust, aufgrund einiger Idioten, die ihn manipulieren, von 7 Millionen auf 2 Millionen zu fallen, nur weil sie es wollen.

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Ich habe bewusst Sunny nicht direkt gemeint.
Warum? Ich finde, er ist kein klassicher Bitcoin Maxi mehr.
Ein Bitcoin Maxi ist für mich jmd. der aktiv gegen Fiat kämpft.
Nur weil jmd. lange dabei ist, ist dieser für mich, zumindest kein Bitcoin Maxi :slight_smile:

Ich möchte bewusst auch keine Namen nennen, jeder trägt seine eigene Verantwortung.
Allerdings, wenn jmd. Bitcoin Maxi ist & Bitcoin im größeren Umfang verkauft, ist dies ein klarer Wiederspruch.
Ein Bitcoin Maxi ist erst am Ziel angekommen, wenn es kein Fiat mehr gibt.
Minimale Verkäufe, wären für auch noch akzeptiert, solange es um Lebensnotwendiges geht (Miete, Essen, Auto, Urlaub, Haus, Firma aufbauen & Co.). Aber Bitcoin zu verkaufen, um damit Aktien zu kaufen ist ein No-Go für mich.

Ergänzung:
Warum ist für mich der Bitcoin Preis in USD/Euro wichtig?
Weil es in erster Linie Werbung ist für neue zukünftige Bitcoiner. Daher versuche ich gewisse Bitcoin Level’s zu halten.

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Meiner Meinung nach ist es nicht besonders erstrebenswert sich als Bitcoin maxi zu bezeichnen. Aber das ist ein anderes Thema.

Es reicht doch wenn man sich als Bitcoiner bezeichnet.

Sunny muss sich auch nicht erklären. Er hat genug zur Aufklärung im DACH Raum beigetragen.

& ich verstehe nicht, wieso du bei jeder Aussage von mir auf Sunny kommst …

Wenn man nicht gegen Fiat ist, kann man auch nie Maxi werden :slight_smile:

Besser als ein NoCoiner zu sein, ja.
Aber ob es “reicht“ ist individuell & muss jeder selbst entscheiden.

Ich selbst bezeichne mich gerne als “angehender Bitcoin Maxi“.

Damit zolle ich mein Respekt an die, die bereits seit längerem Bitcoin Maxi’s sind.

Es ist etwa 2 Jahre her, da haben wir den Kurs von 60k€ nach einem langen Tal überschritten. Hier im Forum herrschte - wie auch in der Bitcoin-Influencer-Szene insgesamt - Euphorie und Erwartung: Es kann nur noch aufwärts gehen! Halving, ETFs, institutionelle Anleger: Bitcoin ist jetzt der sichere Hafen! Die Zukunft ist rosig!

Völlig irrationale Wahnsinnsinvestoren (wie Michael Saylor) fanden plötzlich Gehör und wurden zu Heilspersonen überhöht. Auch Roman war dabei! Ich kann mich an Streams erinnern, wo er (und andere) sich mit Prognosen im Millionenbereich für die nächsten Jahre überboten. Stundenlang wurden Stimmen zitiert, welche die absurdesten Zahlen nannten… Es gab sogar Leute, wie diesen schweizer Sonnenschein, die davon sprachen, dass jetzt die allerletzte Gelegenheit sei, noch mit dabei zu sein: „Du musst Bitcoin haben, wenn du irgendwie überleben willst!“

Menschen mit Lebenserfahrung, die schon Pferde vor Apotheken kotzen sahen, wurden (besonders hier im Rahmen der Diskussionen) abgekanzelt: Sie seien Pessimisten, bei ihnen wurden Depressionen ferndiagnostiziert. „HFSP“ mussten sie sich sagen lassen, selbst Schuld, wenn der Zug an dir vorbei geht! „All-in“ war nicht genug, damals galt als schlau, wer sich fette Kredite nimmt, um damit Bitcoin zu kaufen. Auch hier im Forum gab es Nutzer, die noch bei 60k€ auf Kredit eingestiegen sind und dabei sicher waren, in kurzer Zeit im Plus zu sein.

Ich zählte mich damals (wie heute) zu denen hier, die auf die Notwendigkeit von Diversifizierung hinwiesen und ein „All-In“ für genauso unverantwortlich halten, wie ein kreditbasiertes Investieren. Dafür bin ich hier oft kritisiert worden. Auch für mein Auscashen bei Kursen um die 100k wurde ich massiv kritisiert (ich habe damals meinen Einsatz wieder heraus genommen). Was nütze es mir, wenn ich später teurer nachkaufen müsse?

Es ist, wie es immer war: Hype und Euphorie sind immer falsch bei Investments! So auch bei Bitcoin! Bitcoin kann jederzeit sterben. Ihr erinnert euch an meine tausend Wege dahin? Vielleicht erleben wir sogar gerade den von mir für wahrscheinlich gehaltenen Weg, dass Bitcoin leise stirbt? Was nutzen all die hier tausendfach diskutierten Vorteile des Assets, wenn die Menschen sie nicht wollen? Und sich einfach mehrheitlich nicht dafür interessieren?

Ich bin übrigens ziemlich sicher, dass Bitcoin wieder steigen wird, deshalb kaufe ich derzeit auch alle 5K wieder nach. Ich bin mir aber auch sehr, sehr sicher, dass wir in den nächsten hundert Jahren keine Kurse deutlich über 100k sehen werden. Wie ich anderswo schon schrieb: Diese psychologische Marke ist der Meilenstein, den auch Maxis als Verkaufssignal sehen. Sollte dieser Kurs nochmal erreicht werden, dann wird wieder Gleiches passieren: Einigermaßen realistische Investoren werden verkaufen. Ich werde das sogar schon 10k darunter tun…

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Danke dass du dich kritisch äußerst!
Ich kann dich verstehen & kann auch Punkte teilen.
Die Zukunft ist niemals sicher.
Allerdings selbst wenn Bitcoin zerfällt, wäre ich glücklich dabei gewesen zu sein.

Euphorie ist so ein schönes Gefühl, ich möchte es nicht vermissen müssen.
Genauso darf man negative Gefühle nie zu 100% verdrängen. (yin und yang ist wichtig!)

Allerdings bei:

Jmd. der diese Marke als Verkaufssignal sieht, ist für mich kein Maxi.

Eventuell ist die Person lange dabei, hat tiefe Taschen, ist ein Trader.
Ein Maxi kann kein Trader sein.

„Maxi“ und reines Hodlen ist ja auch ein Extrem und Extreme sind in der Regel nicht gesund.

Jeder der sich ein wenig mit Charttechnik und Markstruktur auskennt und da Erfahrung hat, der konnte schon im letzten Jahr spätestens im Oktober sehen, dass ein neues ATH unwahrscheinlich und ein Kursrutsch zumindest Richtung letztes Tief wahrscheinlich würde.

Wer den Leuten als jemand der dann noch große Reichweite hat noch was von „jeden Dip“ kaufen oder gar neues ATH, wie Saylor (150k) erzählt, handelt meiner Ansicht nach grob fahrlässig oder hat schlicht keine Ahnung von dem was er da erzählt.

Es spricht nämlich überhaupt nichts dagegen Gewinne auch mal mitzunehmen und das wäre für viele auch die bessere Entscheidung gewesen im aktuellen Fall.

Vielleicht merkt man einfach mit zunehmendem Alter dass doch irgendwie die Zeit abläuft die man noch hat und Maxi sein und BTC kaufen wird dann etwas unwichtiger. Richtige OGs sind ja doch auch schon etwas älter. Das ganze kann man in seinen 20ern und 30ern noch gar nicht richtig nachvollziehen oder fühlen.

@BlackMirrus

Wie kannst du dir hier so felsensicher sein? Gerade weil das Fiat-Geld zusehends durch die Schuldenlast am Erodieren ist. Die Zeiten aktuell sind crazy, selbst Edelmetalle sind gerade massiver Volatilität betroffen, obwohl diese in solchen Zeiten als sicherer Hafen gelten. Niemand kann dir heute sagen, wie die Welt in 15-20 Jahren sein wird, aber die nächsten 100 Jahre sowas ausschließen bei dem aktuellen Trackrecord? Was sind denn die Alternativen zum Fiat-System, wenn dies irgendwann sein Ende erreicht hat? Das Selbige nochmal nur als CBDC mit maximaler Kontrolle? Bitcoin darf nicht scheitern!

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