Hallo zusammen,
mich beschäftigt seit einer Weile eine Frage, und hier sind die Leute, die sie am ehesten aus eigener Erfahrung beantworten können.
Viele von uns haben einen Crypto Steuerreport aus einem Tracking-Tool. Diese Tools rechnen meistens mit FIFO: Was zuerst gekauft wurde, gilt als zuerst verkauft. Für die Steuer ist das nachvollziehbar.
Jetzt ein einfaches Gedankenexperiment:
- Januar: 50.000 EUR in BTC auf die Börse, gekauft vom Gehalt, alles belegt.
- März: noch mal 50.000 EUR in BTC, aber aus einer Quelle, die sich nicht mehr belegen lässt (z.B. ein alter P2P-Verkauf ohne Unterlagen).
- Mai: 50.000 EUR Auszahlung aufs Bankkonto.
Nach FIFO stammt die Auszahlung zu 100% aus dem Gehalt. Tatsächlich lag zum Zeitpunkt der Auszahlung aber ein Topf vor, der zur Hälfte unbelegt war. Die Coins sind identisch, welche “Hälfte” rausging, lässt sich gar nicht sagen.
Meine Fragen an euch:
- Hat jemand erlebt, dass eine Bank oder Börse bei gemischten Beständen genauer nachgefragt hat, obwohl der Steuerreport “sauber” aussah?
- Wurde bei jemandem ein Steuerreport als Herkunftsnachweis abgelehnt? Wenn ja, was wollten sie stattdessen sehen?
- Wie dokumentiert ihr selbst Bestände, die aus mehreren Quellen auf einer Adresse oder einem Konto zusammengelaufen sind?
Mich interessiert vor allem, wie die Compliance-Abteilungen das in der Praxis handhaben, nicht die Theorie.
Danke euch!
Kurz zur Einordnung: Ich arbeite beruflich im Bereich Herkunftsanalyse von Krypto-Vermögen, deshalb interessiert mich, wie das auf der Seite der Nutzer ankommt.
Ich verstehe die Frage nicht. Was hat der Steuerreport eines Tracking-Tools mit der Mittelherkunft zu tun? ![]()
Nach meinem Verständnis gibt es keine „identischen“ Coins im Bitcoin-System . Der Ursprung und der „Werdegang“ jedes Coins wird auf der Blockchain unveränderlich und dauerhaft protokolliert .
Jeder Coin und jeder Satoshi hat seine eigene Identität/Geschichte.
Das Datum der Anschaffung ist entscheidend für die 1 Jährige Haltefrist . Der Nachweis der Mittelherkunft für den Kauf der Coins ist eine andere Sache.
Den Mittelherkunftsnachweis brauchst du nur für Coins die du über Staatlich kontrollierte Kanäle z.B. Banken, Börsen in Fiat-Geld umtauschen möchtest.
In deinem Beispiel hast du für 50.000 Euro den Mittelherkunftsnachweis. Du könntest die Coins mit Mittelherkunftsnachweis also „offiziell“ verkaufen ohne in Verdacht zu geraten.
Coins ohne Mittelherkunftsnachweis musst du auf andrem Wege loswerden , sonst kannst du unter Verdacht geraten.
Das „Anschaffungsdatum“ ist dem Staat, der Bank erstmal egal, das wird erst relevant wenn es zur Steuererklärung geht . Wenn du die Steuern ordnungsgemäß erklärst und bezahlst , dann sollte es eigentlich keine Probleme mit dem Finanzamt geben.
Wie schon gesagt wurde FiFo ist unabhängig vom Mittelherkunftsnachweis.
FiFo ist relevant für die Steuer.
Mittelherkunftsnachweis wird relevant wenn du zurück ins staatlich Fiat-Geld wechseln möchtest .
Du vermischst hier m.E. zwei Dinge.
Kaufnachweis und Mittelherkunftsnachweis.
Ersteres der Nachweis, wo man die Coins her hat. Und wann man sie zu welchem Kurs gekauft hat. Ist vorwiegend für die Steuer relevant. Und da hilft der Steuerreport.
Ggf. wird ein Kaufnachweis auch bei Einzahlung von Coins gefordert, wenn für die Börse nicht nachvollziehbar ist, wo die Coins herkommen.
Zweiteres, wo das Geld für die Coins herkam (sofern man sie gekauft hat). Ist vorwiegend relevant, um Geldwäscheverdacht vorzubeugen oder auszuräumen. Da hilft ein Steuerreport nicht.
Da muss man dann Einkommensnachweise oder sonstige Nachweise über die Herkunft des Fiat Gelds vorlegen. Oder eben zur sonstigen Herkunft der Coins.
Nicht nur. Wird auch gefordert, wenn man bestimmte Limits bei Fiat-Einzahlungen für Käufe überschreitet.
Eine beispielhafte Erklärung hierzu:
Jeder macht sich verdächtig , wenn er „bestimmte Limits“ Fiat-Zahlungen überschreitet . Du musst immer nachweisen wo dein Geld herkommt , wenn du staatlich regulierte/kontrollierte Zahlungswege benutzt . Die Regulierungen und Kontrollen sind staatliche Vorgaben die für Fiat-Transaktionen gelten . Bei Bitcoin Transaktionen , im Bitcoin Netzwerk , gelten nur die Bitcoin Regeln . Bitcoin hat nur ein Limit es sind insgesamt 21 Mio. . Bitcoin kennt auch keine Grenzen. Es ist das Fiat-System , das Grenzen und Kontrollen errichtet . Das Fiat-System versucht Bitcoin „einzugrenzen“ und zu „bändigen“ .