Die Matrix Welt: "Alle reden über "teuer" – aber keiner über das Warum"

Mir fällt seit Monaten was auf, und es lässt mich einfach nicht mehr los:

In fast jedem privaten Gespräch geht’s mittlerweile um „alles wird teurer“. Tanken, Supermarkt, Restaurant, Nebenkosten – das Thema ist inzwischen so omnipräsent wie 2021 Corona. Aber es bleibt immer beim selben Muster: Beschwerde plus Vergleich mit früher. „Weißt du noch, was der Kaffee / die Nutella / der Sprit mal gekostet hat…“

Und genau da hört’s dann auf.

Was mich wahnsinnig macht: Kaum einer fragt nach dem Warum.

Steigende Preise werden behandelt wie eine Kette von Einzelfällen – die Tankstelle ist gierig, der Supermarkt ist gierig, der Vermieter ist gierig. Symptom für Symptom.

Aber die gemeinsame Ursache dahinter – ein Geldsystem, in dem die Geldmenge quasi unbegrenzt ausgeweitet werden kann und dein Erspartes Jahr für Jahr still an Kaufkraft verliert – die wird schlicht nicht gesehen. Oder nicht sehen wollen.

Das eigentlich Absurde: Der Mensch ist doch ein Problemlöser. Überall im Leben suchen wir Lösungen, optimieren, hinterfragen, vergleichen. Nur beim Thema Geld herrscht diese seltsame Passivität.

Entweder man macht gar nichts – oder man gibt’s der Bank / irgendeinem „5 % Rendite“-Produkt und hakt es ab, ohne je zu hinterfragen, auf welchem Fundament das Ganze überhaupt steht.

Ich glaub nicht mal, dass die Leute dumm sind. Es ist eher komplett normalisiert. Keiner hat’s je in der Schule gelernt, das System ist quasi unsichtbar, und wer’s laut hinterfragt, gilt schnell als Spinner.

Fiat ist einfach das Wasser, in dem alle schwimmen – man nimmt es gar nicht mehr als ein System unter mehreren wahr.

Henry Ford wird ja der Satz zugeschrieben, dass es wohl ganz gut sei, dass die Leute das Geld- und Bankensystem nicht verstehen – denn würden sie es wirklich verstehen, gäb’s wohl noch vor morgen früh eine Revolution. Ob das Zitat echt von ihm ist oder nicht, sei mal dahingestellt. Der Kern trifft’s leider ziemlich gut.

Musste das einfach mal loswerden. Nicht weil ich hier irgendwen „bekehren“ will – sondern weil’s mich ehrlich zermürbt, das Symptom täglich zu hören und die Ursache nie.

Geht’s euch auch so? Und wie geht ihr damit um, wenn im Bekanntenkreis wieder nur über „teuer“ gejammert wird, ohne dass jemand eine Ebene tiefer schauen will?

Sobald man hartes Geld wie Bitcoin erwähnt, wird man eh wieder komisch angeschaut. Es macht einfach nur Müde und in einer größeren Runde ist man fast schon gezwungen ruhig zu bleiben.

Für uns Bitcoiner ist es natürlich ein Segen, das wir bereits alles verstanden haben aber das emotionale in einem, gerade bei wichtigen Menschen leidet extrem und es ist nicht immer leicht, alles auszublenden weil wir am Ende Menschen sind und keine Maschinen.

Ach man leute… es macht echt müde aber ich weiß natürlich auch, das niemand von uns die Welt retten wird und wir es einfach akzeptieren sollen. Ich wollte es trotzdem einfach unter gleichgesinnten mal loswerden, tut mir irgendwie gut.

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Geht mir genauso.

Der Großteil ist meiner Meinung nach im Sparbuchdenken hängengeblieben, früher mag das auch funktioniert haben, aber die Zeiten haben sich geändert und der Inflationszug nimmt jetzt langsam richtig Fahrt auf. Altersarmut wird ein Riesenproblem. Das System ist zum scheitern Verurteilt, es ist nur noch die Frage wann.

Wenn Systeme und damit verbundene tief sitzende Glaubenssätze brechen, dann gibt es 2 Optionen:

Man weigert sich das Scheitern anzuerkennen und jammert über die Symptome, verändert den Glaubenssatz aber nicht. Das gibt es auch unter Kryptoinvestoren, bspw. dem DFI-Token von Hosp, da sind auch viele bis zum Ende mitgegangen, weil nicht sein konnte, was nicht sein darf.

Option 2: Man hält sich geistig flexibel, sucht nach den Ursachen statt nach den Symptomen und versucht, die für einen passende Lösung zu finden.
In deinem Beispiel ist Inflation das Symptom.
Für Staatsgläubige ist die Lösung: Mehr Staat, mehr Kontrolle, mehr Regeln, mehr Gesetze, mehr Verteilung.
Für Gold-Bugs ist Bitcoin Teufelszeug und Gold die Lösung.
Für Bitcoiner ist Bitcoin die moderne und bessere Variante von Gold.
Andere setzen auf Aktien.

Und so stochert jeder im Nebel einer unsicheren Zukunft auf der Suche nach einer Lösung für sich.
Basierend auf einer Grundannahme und damit verbundenen Prognosen.

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Es hat keine Konsequenzen wenn man das System nicht versteht. Alles wirds zwar ein paar Prozent teurer jedes Jahr aber niemand stirbt (sichtbar) daran und das Leben geht nächstes Jahr mehr oder weniger genauso weiter.

Du wirst erst was ändern wenn du eine niedrige Zeitpräferenz hast und dir ausrechnest wie deine Euros in 30 Jahren fast wertlos sind. Das machen die meisten nicht.

Dieses „Problem“ gibt es also für die meisten gar nicht, sonst würden sie ja was ändern. Die meisten ändern aber nichts.

Nicht mehr. Aber es ging mir lange Zeit auch so.
Ich glaube ein Grund dafür war, dass ich glaubte Verbündete gegen das Fiat-System zu brauchen, weil ich sonst keine Chance hätte da raus zu kommen. Praktisch eine „Bürgerrevolution“ gegen Fiat.

Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass das gar nicht der Fall ist. Inzwischen habe ich das abgelegt und denke einfach „Wer meckert statt zu Lösungen zu suchen ist halt selber schuld.“ Sollen sie sich doch weiter ihre Kaufkraft nehmen lassen. Über meine Fiat-Kredite schöpfe ich einen Teil davon für mich ab. Wer nicht hinterfragen und verstehen will, der hat einfach Pech gehabt. Es ist nicht meine Aufgabe Leute zu „retten“.

Wenn es die „üblichen Verdächtigen“ sind, die immer wieder darüber jammern, dann ignoriere ich das.
Jammert jemand zu ersten oder zweiten mal und ist mir die Person wichtig, dann stelle ich manchmal Fragen wie „Hast du dir schon mal überlegt warum das so ist?“ Dann haben sie es selbst in der Hand darüber nachzudenken oder eben nicht. Manchmal sage ich auch, dass mich das nicht betrifft oder dass Preise für mich über die Jahre immer günstiger geworden sind. Wenn sie dann erstaunt nachfragen sage ich, dass ich nicht in Euro lebe, weil das keinen Sinn macht wenn da die Preise immer nur steigen.
Bei Nachfragen der anderen Seite gehe ich ich dann gerne weiter darauf ein, aber eben nur wenn ich das Gefühl habe es besteht von deren Seite ernstes Interesse daran herauszufinden wie es dazu kommt.

Ich erwähne das nur, wenn die andere Seite fragt. Ansonsten stelle ich nur Fragen bzw. lasse durchklingen, dass ich die Probleme mit den dauerhaft steigenden Preisen nicht habe.

Wir haben aber halt nicht alles verstanden. Es ist nur der beste Weg für uns. Andere haben andere Prioritäten. Es gibt Leute, die schöpfen ihre Kraft und ihren Lebenswillen aus anderen Dingen. Manche verbringen ihre Freizeit vielleicht lieber mit malen, mit dem tüfteln an eigenen Oldtimer, im Club, damit sich als Opfer darzustellen um von anderen bemitleidet zu werden, damit den Nachbarn wegen eines zu hohen Zaunes zu verklagen, etc.
Das ist doch auch vollkommen in Ordnung. Nicht jeden macht es glücklich sich darüber Gedanken zu machen wie Geld funktioniert. Wir sehen das als wichtig, aber das heißt nicht, dass es für jeden wichtig ist.
Wenn mir jemand von seinem neuen Motorrad erzählt und der Tour, die er am Wochenende geplant hat, wie frei es sich doch anfühlt Motorrad zu fahren etc., dann ist mir das auch vollkommen egal und ich werde deswegen nicht anfangen mich über Motorräder zu informieren. Einfach weil es für mich nicht wichtig ist.

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Das ist ja auch nur die halbe Wahrheit. Die ganze Wahrheit nennt sich Kapitalismus, Privateigentum und der daraus resultierende Druck es zu bewahren, es zu vermehren, es zu vererben…

Letzteres ist eigentlich gar nicht so schwer zu verstehen, aber da wir alle Teil(nehmer) innerhalb dieses Systems sind und dieses System durch unser Handeln z.B. wenn wir arbeiten, wenn wir konsumieren, wenn wir vorsorgen, reproduzieren, sehen das die allermeisten nicht oder wollen es nicht sehen.

Das Geldsystem spiegelt nur genau das, es ist ein Instrument, ein Werkzeug, das sich der Kapitalismus selbst entworfen hat. Fiat stammt letztlich aus einer weiteren Entwicklung aus dem Frühkapitalismus und ist nichts anderes als ein Kreditsystem für Unternehmer, für Händler und Kaufleute.

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Erzähl uns bitte mehr darüber

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Wo soll ich anfangen?

Bei der Sesshaftwerdung?

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