Ich war ja schon erstaunt, dass ich als kleiner, deutscher Privatkunde bei der ING einfach so problemlos und schnell STRC-Aktien kaufen konnte, und dass auch die amerikanischen Steuer-Formalitäten mit einigen Klicks erledigt waren sowie die Dividende pünktlich verbucht wurde.
Jetzt aber setzen die dort allem Anschein nach zum großen Rundumschlag an: Die heutige Werbung bezieht sich auf „Krypto“:
Immerhin, man scheint sich dort (u.a.) mein regelmäßiges Feedback bei den Kundenumfragen zu Herzen genommen haben, in dem ich bemängelt hatte, dass man zu Bitcoin-fern sei (z.B. beim Auscashen).
Nun, ich überlege tatsächlich, als Ergänzung für mein Portfolio einen Bitcoin-ETN-Sparplan zu machen, neben den STRC, die ich dort lagere. Meine ETFs hatte ich ja rechtzeitig vor dem jüngsten Einbruch liquidiert, deshalb ist mein Depot dort ohnehin unterfordert. Ich weiß natürlich, dass es sehr viel „besser“ ist, Bitcoin direkt zu halten.
Ist Dir das Kapitalertragssteuer und Solidaritätszuschlag wert? Ggfs noch Kirchensteuer? Also zusammen 26,375 % (ohne Kirchensteuer) oder bis zu 27,99 % (mit Kirchensteuer)?
Es gibt auch ETNs mit Auslieferungsanspruch. Da fällt dann dann, analog zu z.B. Xetra Gold oder Euwax Gold II, grundsätzlich keine Abgeltungssteuer an und nach einem Jahr Haltefrist dann auch keine Einkommenssteuer.
"Die Veräußerung einer solchen Schuldverschreibung führt gegebenenfalls zu Einkünften
aus privaten Veräußerungsgeschäften gemäß § 22 Nummer 2 in Verbindung mit § 23
Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 EStG. Auf die entsprechenden Ausführungen der
Randnummern 53 ff. wird verwiesen. Leistungen des Emittenten während der Laufzeit
der Schuldverschreibung stellen beim Anleger sonstige Einkünfte im Sinne des § 22 Nummer 3 EStG dar. Die zugewendeten Kryptowerte sind im Zeitpunkt des Zuflusses zu bewerten. "
Man kann gut beobachten wie der Markt immer mehr Produkte mit Bitcoin Hintergrund auflegt. Es ist inzwischen völlig normal geworden und breitet sich immer mehr aus. Gleichzeitig denke ich dann an ein Reddit Post von einem User der fragt ob es dass jetzt mit Bitcoin war und es vorbei ist
Irgendwie lustig aber das ist die Realität. Diese Adoption von Bitcoin im klassischen Finanzmarkt geht natürlich gefühlt an 99% der Menschen vorbei. Wie immer gibt es eine extreme Asymmetrie.
Ich habe selbst auch BTC als ETP bei meiner Bank gekauft.
Allerdings habe ich dann aufgehört aufzustocken, weil mir später der klare Unterschied von ETP und ETF erst bewusst wurde. Die ETP unterliegen einem Emittentenrisiko (Insolvenzrisiko des Anbieters).
Ein ETF wird als Sondervermögen gehalten und ist bei Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt.
Ist doch schön, dass er zur Abwechslung mal nicht zweifelt. Einerseits liest man ja gern seine mitunter passionierten Beiträge, aber dieses negative Sentiment war andererseits kaum auszuhalten.
Ich habe niemals einen Zweifel an meiner Unsicherheit und meinem Nichtwissen gelassen, hoffe ich… ;-)
Doch, das tue ich natürlich. Ich weiß ja auch, dass mein Investment in STRC und jetzt in den Core ETP ziemlich absurd sind, nicht nur, weil ich ja an der Entwicklung (…nicht am Bitcoin selbst!..) zweifle, sondern auch, weil diese beiden Finanzprodukte nichts zur von mir propagierten Diversifizierung beitragen, denn sie sind ja direkt vom BTC-Kurs abhängig.
Vielmehr ist es für mich selbst erstaunlich, dass ich als wenig konsequenter Mensch, der zum Wankelmut tendiert, überhaupt noch dabei bin und weder Gedanken noch Geld vom Bitcoin lassen kann. Auch wenn mir der letzte Glaube fehlt - ich spüre schon, mit meinen Coins Teil von etwas Außergewöhnlichem zu sein: Das hatte ich im Leben nicht oft.
Wie dem auch sei: Den kleinen ETP-Sparplan habe ich, wie auch die zehn STRC, in erster Linie, um meine Expertise zu erweitern und zu wissen, wie das alles so funktioniert…
Eigentlich super für die Adaption – und alle anderen Banken werden da nachziehen (müssen). Den 21Shares Bitcoin Core ETP halte ich auch und bereue das bisher nicht – finde ich ein stimmiges Produkt und hatte mich seinerzeit (2023) auch im Vergleich zu Mitbewerber überzeugt.
Chapeau! Ich finde das außerordentlich sympathisch zu lesen, wie du als Mensch durch die Zeitenwende* navigierst. Die wenigsten schaffen es, so offen darüber zu berichten – so zumindest meine Erfahrung.
*Anm.: Ich mag den Begriff, weniger die Person, die ihn aufgegriffen hat.
Das stimmt im Prinzip. Allerdings nutzen die Bitcoin ETP Anbieter ein Collateral Agent Konstrukt. Die Bitcoin werden an einen unabhängigen Treuhändler verpfändet. Damit gehören die Bitcoin nicht zur Insolvenzmasse der Fondsgesellschaft. Im Fall einer Insolvenz der Fondsgesellschaft hat der Treuhändller den Auftrag die Bitcoin zu veräußern und den Gegenwert an die Anleger auszuzahlen.
Das kannst du bei 21shares über das Bitcoin ETP auch nachlesen:
The collateral is held in designated, segregated accounts with institutional grade custodian(s) and is secured by way of a pledge to a collateral agent acting on behalf of investors.