Der Ethereum Merge – Eine kritische Analyse

Der Forum-Link auf https://www.blocktrainer.de/ethereum-merge-kritische-analyse/ führt ins Leere.

Zum Thema:
Sehr guter Artikel, schlagende Argumente.

In der Öffentlichkeit werden Mißverständnisse / Narrative gepflegt:

  1. Vergleich PoS und PoW nur auf Grund des Energieverbrauchs; es ist der Vergleich von Äpfeln mit Birnen
  2. Die Frage, warum PoW überhaupt betrieben wird, wo es doch nur energiefressend ist, bleibt offen.
    Der öffentlichen Meinung nach müßten Miner - aus absurd irrationalen Gründen - Spaß darin finden, gutes Geld für teure Energie zu verschwenden.
    Dies ist offensichtlich nicht plausibel, ein Nachdenken darüber findet nicht statt.
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Was ist überhaupt die Innovation von Bitcoin? Die Innovation ist ein System zu haben, mit dem OHNE Vertrauen/dritte Parteien Wert über einen Kommunikationskanal gesendet werden kann. Satoshi Nakamoto hat dieses Problem, an dem schon Jahrzehnte geforscht und experimentiert wurde, durch die Kombination von PoW und dem Difficulty Adjustment gelöst. Nur so kann absolute Vertrauenslosigkeit erreicht werden.

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Ich habe den Eindruck, dass die Allgemeinheit glaubt, dass PoW ein veraltetes System und PoS die modernere, energiesparende Alternative sei. Wobei diese Meinung vermutlich - aus welchen Gründen auch immer - durch die Medien provoziert wird.

Wer dies glaubt, kommt natürlich zu dem Entschluss, dass Bitcoin veraltete Technologie verwende, unnötig Energie verschwende und zu einem Wechsel auf PoS gezwungen werden müsse. :roll_eyes:

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@renna Gibt’s einen Grund wieso der Forum-Thread gelöscht ist oder war das ein Versehen? Dann könnte man den wiederherstellen.

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Bevor ich mich 2020 zum ersten Mal wirklich mit Bitcoin beschäftigt habe, habe ich in den Jahren vorher immer wieder mal kurze Reportagen/Dokus gesehen.

Darin ging es meist ausschließlich um das Mining, bei dem man mit schnellen Rechnern Bitcoin schürfen kann. Ich hatte zwar nie verstanden wie das geht, hatte aber den Eindruck, dass es der einzige Sinn von Bitcoin ist, für das Rechnen bezahlt zu werden.

Da kann man den ersten Eindruck von Energieverschwendung niemandem verübeln.

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Genau. Niemand weiß alles und wir streben danach unsere Wissenslücken zu schließen. Dabei sind oft die klassischen Medien die erste Anlaufstelle. Leider verbreiten diese genau solch einen Unfug. Und schon ist eine Meinung, basierend auf Unwahrheiten, entstanden, die nur schwer durch Tatsachen geradegebogen werden kann.

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Eine Analyse unseres CEO zum #Ethereum Merge.

  • Proof of Stake ist keine Innovation und führt zu Zentralisierung. Es ähnelt unserem Fiat System und kann von einigen wenigen kontrolliert werden. Der Merge war eine großartige Marketingkampagne.

  • Proof of Work ist die Innovation und ermöglicht ein dezentrales P2P Netzwerk. Es unterstützt auch die Profitabilität und Verlässlichkeit von nachhaltiger Energiegewinnung. Ein Großteil der Energiegewinnung, die für das Bitcoin-Mining verwendet wird, stammt bereits aus erneuerbaren Energien.

Verstehe ich es richtig, dass man beim pooled staking die Kontrolle über seine ETH abgeben muss!?

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Jap, Staking Pools halten deine Coins so wie ich es verstehe.
Mining Pools hingegen sind einfach Node Provider, aber halten ja keine ASICs. Daher kann man die zwei auch nicht miteinander vergleichen.

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Man kann ja sicher davon ausgehen, dass die meisten User keine 32 ETH haben, um diese selbst zu staken. Das werden große Investoren sein und eben die Exchanges und die Dienstleister (Pools etc.), die dann schlussendlich auch die Keys der ETH‘s halten. :roll_eyes:
Warum war es denn bei Ethereum nicht möglich, das Staking wie zB bei Cardano oder Tezos zu ermöglichen, wo man seine Assets nur delegiert und zu jeder Zeit die Keys in seinen Händen hält?

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Kontrolle und Macht. ETH 2.0 unterscheidet sich kaum von unserem sehr korrupten Fiat System. Einige wenige kontrollieren alle anderen.

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Wer kann das wollen?

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In der PoS Welt gibt es seit Jahren eine Diskussion darüber ob PoS oder dPoS (delegated PoS) besser ist.

Projekte wie Ethereum oder Algorand haben sich bewusst gegen dPoS entschieden.

Die Argumente sind dabei ähnlich wie beim Vergleich von direkter und repräsentativer Demokratie. Ein dPoS würde stärker zentralisieren und zu Kartellbildung der Stake Pool Betreiber sowie „Bestechung“ der Delegatoren führen.
Beim dPoS würde sich im Vergleich zum PoS das „Trilemma“ von Dezentralität in Richtung Skalierung verschieben.

Siehe z.B. hier von V. Buterin: Governance, Part 2: Plutocracy Is Still Bad

Vorsicht: Es folgt Halbwissen meinerseits! :slightly_smiling_face:

Ich vermute, dass diese Argumentation die Realität nur unzureichend beschreibt und deshalb zum falschen Ergebnis führt. Auch wenn ich sicher nicht so tief im Thema stecke wie solche PoS Experten.

Nach meinem Eindruck wird bei diesen Betrachtungen nämlich nur innerhalb des Protokolls argumentiert. Es wird komplett vergessen, dass es auch eine Welt außerhalb gibt, in der jeder machen kann, was er möchte. Lustigerweise hat gerade V. Buterin bei Lex Fridman diesen Punkt angesprochen.

Die bewusste Entscheidung gegen dPoS verhindert z.B. nicht, dass sich auch außerhalb des Potokolls Stake Pools bilden. Also dass es Entitäten gibt, die auf beliebige Art und Weise Coins eintreiben, um dann selbst zu staken. Dabei ist es diesen Entitäten überlassen was sie dafür bieten, ob sie die Teilnehmenden an Strafen beteiligen oder nicht, und ob sie Kartelle bilden.
Man hätte es also auch gleich wie Cardano über ein dPoS im Protokoll integrieren können. Damit wäre wirklich jeder in der Lage zu staken und die Coins blieben in der eigenen Wallet.

Leider gilt mein Kritikpunkt weiterhin, auch wenn die Delegation wie beim dPoS im Protokoll integriert ist, siehe Cardano:

Bei Cardano sind die prozentualen Staking Rewards eines Pools u.a. davon abhängig, wieviel Eigenkapital ein Pool beisteuert („Pledge“), und davon ob ein Pool zuviel Stake angehäuft hat (Sättigungsgrenze). Delegatoren wollen hohen Reward, delegieren also lieber an Pools mit hohem Pledge und mit Gesamtstake unterhalb der Sättigung.
Der Pledge soll dafür sorgen, dass die Stake Pool Betreiber möglichst viel Skin in the Game haben. Die Sättigungsgrenze dafür, dass ein Betreiber nicht die Macht von Unmengen an delegierten Coins missbrauchen kann.
Lars Brunjes und andere Cardano Entwickler haben also zahlreiche Simulationen durchgeführt, um geeignete Parameterwerte zu finden, die zum Nash Gleichgewicht und keiner Monopolbildung der Stake Pools führen.

Funktionieren diese Protokoll-Parameter in der Realität?

Sättigung
Wenn ein Betreiber mehr Stake einsammeln will, betreibt er einfach mehrere Pools.
Glücklicherweise können fast nur Betreiber viel Stake einsammeln, die über Medien und soziale Netzwerke in der Öffentlichkeit stehen. Und in der Öffentlichkeit wird es inzwischen nicht gerne gesehen, wenn eine Person viele Pools betreibt.
Allerdings kann es geheime Zusammenschlüsse geben, von denen man nichts weiß. Zu welchen Attacken auch immer das führen sollte.

Pledge
In der Theorie und den Simulationen wird nicht berücksichtigt, dass ein Pool seinen Delegatoren einfach „Rewards“ außerhalb des Protokolls zahlen kann. So schafft es z.B. Binance mit nahezu 0 Pledge viele Pools zu betreiben, weil sie ihren Kunden aus eigener Tasche exorbitante Rewards zahlen.

Hier hatten wir das schon einmal: Cardano fragen - #4 von skyrmion

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naja ich glaube, dass das vielen gar nicht so bewusst ist was das bedeutet. In der Crypto Community ist das Mantra Not your keys not your coins auch nicht so weit verbreitet.

It was a fork, not a merge!

Heißt also, daß die Sättigung als Regularium völlig an der Realität vorbei geht, damit komplett unwirksam ist.
Egal wie wir es drehen und wenden, das wunderbare(same) Bitcoin-Konstrukt steht mit allen seinen Beinen auf dem Boden der Realität!

Meines Wissens nach haben all diese, wie ich sie nenne, Krüken, nur eines gebracht: Kompliziertheit zu produzieren um heiße Luft entweichen zu lassen.

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Wat raucht der Blocktrainer in letzter Zeit eigentlich so ?
Seine Kritik am ETH Merge bzw Proof of Stake ist zu großen Teilen substanzlos und sehr einseitig.
Sehr schade die Entwicklung, früher gab es vom Blocktrainer sehr reflektierte umsichtige Erklärungen zu all den komplexen Themen, nun scheint er die Scheuklappen eines radikalen BTC Maxis auf zu haben dem der Glaube wichtiger ist als der Beweis.

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6:10 Natürlich bleibt die Volatilität im Stromnetzwerk ohne Bitcoin auch weiterhin ein Problem. Ghosty kann nicht einfach „ein“ Beispiel anbringen und sagen, dass die Speicherung von Energie kein Problem mehr sei durch diese Pumpkraftwerke. Diese Pump Anlagen hat Roman übrigens ebenso bereits mehrfach in seinen Videos aufgeführt. Zum einen kosten solche Anlagen extrem viele Ressourcen für den Aufbau, Wartung, etc, weshalb es sich wirtschaftlich nicht lohnt, solch ein PSKW anderen Anlagen (z.B. Solaranlagen, wenn die Mittagssonne stark ist) in den meisten Regionen solch einem Pumpwerk vorzuziehen und zum anderen kannst du solch eine Anlage z.B. bei geographischen Unebenheiten (Berggipfel) oder bei extremer Kälte bzw. Hitze, Wasserknappheit, etc nicht einfach aufstellen.

6:30 Ich weiß jetzt nicht auf was für Grafiken er sich bezieht, aber z.B. 2018 hatten wir in Deutschland 50 Milliarden Kilowattstunden überschüssigen Ökostrom, welchen wir kostenlos an das Ausland abgegeben haben. Zudem wurden sogar Windanlagen abgeschaltet, weil es sich nicht gelohnt hat.

12:10 Bitcoin incentiviert Energie-Diebstahl ist in meinen Augen so ein haters gonna hate Argument. Natürlich wird es Menschen geben, die sich irgendwo einklinken werden und mobil oder sonst wie ihrr Mining Geräte über Nacht laufen lassen um Bitcoin zu minen. Das ist aber kein Problem von Bitcoin mMn, sondern ein Problem der Absicherung. Energie wird kostbarer in Zukunft. Egal in welcher Form auch immer. Davon gehe ich fest aus und das ist auch mit ein Grund, warum ich Bitcoin besitze. Die Absicherung von Energiequellen muss dahingehend aber einfach besser werden. Fair enough oder?

17:00 Bitcoin nimmt Menschen den Strom, den sie zum Leben benötigen. Ist das wirklich Bitcoin oder ist das nicht eher ein Freiheitsproblem an sich? Wenn die Menschen und der Markt in den aufgeführten Ländern wirklich frei wären, dann würden sie vom Mining auch profitieren. Ein belgisches Mining Unternehmen kann nicht einfach in den Kongo einmarschieren und deren Energie nehmen. Gerade im Virunga National Park wurden abkommen geschlossen. Mining wurde erlaubt und dafür geht ein Teil des Gewinns an den Park selbst, welcher genutzt wird um Infrastruktur auszubauen oder um bessere Notversorgung zu stellen in Form von besserer Gesundheitspflege z.B. für die Ranger, welche im Park arbeiten. Es ist alles ein geben und nehmen. Natürlich gibt es Korruption in unserer Welt und da wird Bitcoin auch so schnell nichts dran ändern. Mächtige Menschen (gerade Warlords im Kongo) können sich auch weiterhin Lebensraum, Nahrung oder eben auch Strom einfach nehmen, da die Menschen nicht wissen wohin. Ich finde das etwas unfair, da Bitcoin die Schuld zu geben. Aber natürlich muss man an der Stelle auch sagen, dass der Anreiz auch da ist für böse Menschen mehr böses zu tun. Ich hatte selbst mal ein Patenkind das in Ruanda lebte, bis ich gelesen habe, dass tatsächliche Spenden in red zones in den meisten Fällen nur zu einem wirklich! geringen! Bruchteil ankommen… wenn überhaupt. Das ist die traurige Wahrheit.

Warum schießt du denn so hart? Es geht doch auch viel sittlicher, seine Standpunkte auszuführen.

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Hi kesuk,

ich verfolge die Ausführungen des Blocktrainers bereits eine ganze Zeit.

Niemals gab es einseitige oder gar radikale Äußerungen - im Gegenteil betont er immer wieder, auch als Hinweis an alle Bitcoiner, sachlich zu bleiben in den Diskussionen.

Wo also siehst du bitteschön Radikalität, gib doch mal ein Beispiel.

Die Kritik am PoS ist, wie stets, sehr fundiert.
Genau deshalb ist der Kanal für mich Informationsquelle Nr1 in Sachen Bitcoin, Blockchains und Cryptozeugs.
Kann es sein, daß Du den Unterschied PoW / PoS nicht wirklich verstanden hast. Deutlicher und ausdauernder als es der Blocktrainer erklärt geht es nimmer.
Solange dieser Sachverhalt Dir nicht 100% klar ist, wirst du auch den Unterschied BTC zu Altcoins niemals erkennen.

Also einfach mal in die Wissensdatenbank schauen und versuchen zu verstehen.
Oder die Videos verfolgen, da wird auch immer und immer wieder erklärt.

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Hallo kesuk,

Ghosti hat recht, dass Roman bezüglich der Energie teilweise über sein Ziel hinausschießt. Demgegenüber muss man aber auch mal betrachten, was Bitcoin aus den Medien für FUD erfährt.
Aber, Bitcoin hat definitiv das Potential die Energienetze zu verbessern, einfach weil es Energie verbraucht und jederzeit in einer Millisekunde zur nächsten zugunsten anderer Energieverbracuher abgeschaltet werden kann. Inwieweit das Konzept auch durchgesetzt wird oder angewendet wird kann man sich bestimmt streiten. Dann aber bitte vernünftig und ohne Drogenunterstellungen.

Die gesamte Diskussion über Energieverbrauch und die Folgen haben doch nur eine Ursache: Hat Bitcoin einen Mehrwert der die Energie rechtfertigt oder nicht? Wenn nicht, dann sollte man Bitcoin zurecht abschalten, ansonsten mit dem Verbrauch leben. Auch Menschen haben einen Energieverbrauch und man diskutiert auch nicht Menschen einfach abzuschalten. Natürlich kann man auch Zwischenstufen ansprechen, zB. wir akzeptieren nur soundsoviel Energieverbrauch für die Funktion des Geldes.

Deswegen: Wie wichtig ist die Funktion des Geldes und wie viel Wert möchtest du in diese Sicherheit investieren? Denn, und da denke ich hat Roman 100% recht, jeder Wert liegt auf kleinster Ebene nur physikalischer Energie und Zeit zugrunde. Und genau da liegt auch das Problem mit PoS.
PoS stützt sich nicht auf die Physik mit Energie und Zeit sondern beruht darauf wie Menschen sich verhalten. Das kann eine zeit lang gut gehen aber im Prinzip hast du mit PoS nichts weiter als eine neue Fiatwährung geschaffen, die Werte aus dem Nichts erzeugt und somit früher oder später die gleichen Probleme haben wird wie unsere Fiatwährungen, die man momentan so schön beim abschmieren beobachten kann. Mit PoS schaffst du Werte aus dem Nichts aber verkaufst sie als Werte. Das geht genau solange gut bis die Menschen begreifen dass auch wirklich nichts dahinter steht. Ob das passiert ist natürlich auch anzuzweifeln, eventuell kann sich die Menschheit für immer auf so ein Wertesystem binden. Das halte ich aber persönlich für unwahrscheinlich. Historisch hat sich lediglich Gold als solider Wertspeicher über Jahrtausende gehalten, also eine Geldform, die nachweislich viel Arbeit macht, denn alle anderen Geldformen konnten mangels Arbeitsbeweis leicht gefälscht oder offiziell ausgeweitet werden, also entwertet werden. Und dieses Problem hat kein PoS System wirklich gelöst, auch Eterium nicht.

Auch hier könnte man Bitcoin vorwerfen, dass wenn die Miner ihre Arbeit einstellen, dann ist Bitcoin wieder angreifbar, aber und das ist zumindest für mich der wichtigste Punkt: Wenn jemand PoW mal mehr als 50% Hashleistung hat, dann muss er diese aktiv verteidigen gegen die gesamte Welt. Beim PoS kann keiner außer dem „Diktator“ selber ihm diese Macht wieder entreißen sollte jemand mal mehr als 50% Stakeleistung haben.

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