DAC8-Vorbereitung: Bestehende Wallet mit Passphrase trennen?

Ab dem 1.1.2026 greift ja DAC8. Soweit ich es verstehe, müssen dann Krypto-Dienstleister Transaktionsdaten an die Finanzbehörden melden. Bedeutet für mich: Ab diesem Zeitpunkt ist dem Finanzamt zumindest bekannt, welche Hardware-Wallet-Adresse(n) ich nutze, sobald ich mit einem meldepflichtigen Dienstleister interagiere.

Daraus ergibt sich für mich folgende Frage:

Bringt es etwas, auf einer bestehenden Hardware Wallet nachträglich eine Passphrase zu aktivieren?
Die Seed-Wörter blieben gleich, aber durch die Passphrase entstünde ja faktisch eine komplett neue Wallet mit neuen Adressen, während die „Haupt-Wallet“ ohne Passphrase ungenutzt bleibt.

Gedankengang:
– Die bisher bekannte Adresse würde nicht mehr verwendet
– Die neue Passphrase-Wallet hätte keine Historie
– Technisch wäre alles weiterhin auf derselben Hardware Wallet

Oder habe ich hier einen Denkfehler?
Gibt es aus eurer Sicht Nachteile oder rechtliche / technische Fallstricke, die ich übersehe?

Alternativ:
– Neue Hardware Wallet kaufen und sauber trennen?
– Oder ist das am Ende nur zusätzlicher Aufwand ohne echten Mehrwert?

Mich würde interessieren, wie ihr euch konkret auf DAC8 vorbereitet (oder bewusst gar nicht) und welche Lösungen ihr für sinnvoll haltet.

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Wenn du eine Passphrase einrichtest, kreierst du quasi eine neue Wallet mit neuen Adressen.
D.h. du musst dann die alten Bestände auf die neue Wallet mit Passphrase schicken damit deine BTC dann auch dort sind. Das ganze ist natürlich nachverfolgbar.

Das ist ja der Plan dahinter. Damit ich zwei Wallets habe. Eine vor dem 1.1.26 und eine danach. So könnte ich das gut splitten, damit ich weiß, welche Daten das Finanzamt kennt und welche nicht.

Ich würde behaupten, dass es egal ist, welche Adressen die Finanzbehörden von dir kennen, da die Verknüpfung zu deine persönlichen Daten entscheidend ist. Das bedeutet, auch wenn du deine Coins ab diesem Zeitpunkt mixt oder versendest, gibt es durch die regulierten Börsen immer die Verbindung zu deiner Person, selbst wenn die Coins nicht mehr in deinem Besitz sind.

Solltest du behaupten, dass diese Coins ausgegeben wurden (da du sie hinter der Passphrase oder auf eine andere Wallet transferiert hast), stellt dies unter Umständen einen steuerlichen Vorgang dar, sofern die Haltefrist nicht eingehalten wurde.

Daher würde ich einen KYC-freien Erwerb vorschlagen oder ganz normal weiterhin über die regulierten Börsen zu kaufen. Wenn der Staat möchte, wird er so oder so an dein Vermögen kommen.

Korrekt. Daher werde ich persönlich mich gar nicht auf DAC8 vorbereiten. Das wäre nur unnötiger Stress.

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Ja eine unnötiger Aufwand mit Risiko.

Einen Buchstaben der Passphrase falsch aufgeschrieben oder gemerkt und alles ist weg.

Du weißt doch, dass alle UTXO die du ab 2026 bekommen hast, darunter fallen, einfach nach Datum sortieren, fertig :sweat_smile:

Alles was ich demnächst an Bitcoin kaufen möchte, kaufe ich vor 2026.

Alles was irgendwann mal auf auf HW-Wallets soll, transferiere ich vor 2026.

Wenn ich eine Börse nicht mehr nutze, lösche ich meinen Account vor 2026 (Berichte und Historien gut sichern!!).

Aber machen wir uns nix vor. Selbst wenn du alle Accounts schon vor 3 Jahren gelöscht hast und seitdem nix mehr gekauft hast:

Ein Abruf vom Finanzamt genügt und es kennt alle deine Adressen und Coins.

Also macht euch nicht zu viel Arbeit.

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Wie sollte er das bei None KYC Coins machen?

Man sollte alle Coinos von Börsen erst mal als KYC betrachten

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ganz einfach, weil du auch bei nonKYC nicht alleine auf der Welt bist.
Du kannst nicht beeinflussen und wissen, was die Beteiligten vor und nach dir in der Kette treiben.
Das Risiko von „nach dir“ kannst nur beeinflussen, indem nichts mehr davon ausgegeben wird.

Abgesehen von Börsen, fragt eigentlich niemand nach einem Herkunftsnachweis.

Und wenn der einzige Nutzen, den du jemals in Bitcoin siehst, darin besteht, ihn bei einer Börse wieder zu verkaufen, bist du immer noch im Fiat Mindset drin.

Traumwelt?!?!?

Wieso Traumwelt? Heißt das alle, die an dem Ursprungsgedanken (ohne Drittpartei) von Bitcoin glauben und angetrieben durch Überzeugung P2P Produkte (ohne Fiatramp) bauen (davon gibt es mittlerweile dutzende und es werden immer mehr) Träumer sind? Ich denke eher Idealisten!

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Richtig.

Aber ich bin da schon eher bei @will0901.

Bei welchen Coins kann man sich denn 100% sicher sein, dass niemals jemand oder der Staat herausfindet dass sie dir gehören? Bei keinen.

Selbst eine “dezentrale” P2P Börse, bei der man anonym kauft, könnte irgendwo IP Adressen speichern, die mit etwas mühe zu dir führen.

Selbst wenn du deinem Freund Bitcoin offline abkaufst könnte der vom Finanzamt irgendwann dazu gedrängt werden, offenzulegen, an wen er die Coins weitergegeben hat.

Vielleicht wenn man einem Fremdem bei einen Bitcoin Treffpunkt etwas abkauft, aber selbst das ist nicht zu 100% sicher und kann und möchte auch nicht jeder.

Ich finde deswegen man sollte auf den Fall vorbereitet sein, dass das Amt irgendwann von allen deinen Coins weiß.

Dann bin ich im Fiat Mindset.

Ich glaube sehr stark an Bitcoin und bin begeistert von der Kryptografie, der Technologie, dem Mining, der Dezentralität, der Pseudonymität und der Sicherheit.

Aber in 10 oder 20 Jahren möchte ich auch gelebt haben und meine Sats für etwas sinnvolles und schönes ausgegeben haben. Dafür muss ich sie verkaufen. Und das geht am Besten auf der Börse und wenn es KYC Coins sind.

Ich glaube nicht, dass ich mir in 10 Jahren schon überall ein Auto oder eine Wohnung für Bitcoin kaufen kann.

Würde das jetzt auch nicht als Traumwelt bezeichnen, aber schon als eher unrealistisch.

von der Idee her liegt ihr schon richtig. - nur die Realität sieht vermutlich noch länger anders aus.

Das da ein paar Händler, Wirtschaftsbeteiligte so weit sind, macht das Kraut nicht fett

solche themen darf ich an bitcoin kritikern in meinem umfeld garnicht zeigen, weil das nur ihren theorie, dass bitcoin nur eine vorstufe zum digitalen konzentrationslager ist, bestätigt :face_with_peeking_eye:

100% Sicherheit gibt es nicht und erst recht keine 100% Privatsphäre.

Aber wenn man es darauf anlegt kann man schon ziemlich nah an 100% kommen

:rofl:
Bitcoin ist doch das Gegenteil

Metadaten, Blockchain, Banktransaktionen etc. Wenn der Staat möchte, wird er Mittel und Wege finden. Daher meine Empfehlung: Garnicht erst ins Fadenkreuz geraten

Wenn man keine ahnung hat und sich einfach On Chain him und her Eternal gibt es natürlich mein Entkommen