Es gibt da ein interessantes Phänomen. Ein Land, ab einer gewissen Größe, kann man im Fall einer militärischen Überlegenheit leichter nachhaltig in die Knie zwingen als ein kleines Land.
Länder wie Afghanistan, Syrien, Vietnam und Gaza sind oder waren sehr schwach. Ein militärisch stark überlegener Gegner konnte in diese Länder einmarschieren und so ziemlich alles zerstören was sie sahen. Trotzdem war es exrem schwer bis unmöglich eine nachhaltige neue Ordnung in diesen Ländern zu etablieren. Solche Länder bringen einen Guerilla Widerstand hervor und sind extrem zäh und kämpfen sozusagen bis zum letzten Mann.
Ist ein Land aber größer und einigermaßen weiterentwickelt ist das viel leichter. Als Deutschland im zweiten Weltkrieg besiegt wurde gab es keinen erbitterten Widerstand. Es gab eine offizielle Kapitulation und es wurde eine nachhaltige neue Ordnung etabliert. So war es in allen größeren und entwickelten Ländern. Aber auch in Ländern wie der Türkei, Pakistan, Iran oder Ägypten war es in der Vergangenheit einfacher neue Regime zu etablieren und die alten zu stürzen oder diese Länder in Kriegen in die Knie zu zwingen.
Die Ironie ist also dass vermutlich die Hamas in Gaza überleben und das Regime im Iran kollabieren wird. Obwohl Iran eigentlich ein großes Land ist das mit Gaza überhaupt nicht vergleichbar. Aber auch Deutschland war viel mächtiger und entwickelter als Vietnam. Die Deutschen haben trotzdem kapituiliert und sich der Nachkriegsordnung gebeugt und die Vietnamesen nicht.
Das soll jetzt kein Vorwurf sein und bedeuten dass das eine Volk irgendwie feige ist oder schwächer als das andere. Ich glaube das ist einfach eine Dynamik die sich tendenziell an vielen Beispielen widerspiegelt. Ich glaube große Nationen haben wenig Interesse und Motivation daran in Guerilla artigen Zuständen zu leben. Der Wunsch nach einer zivilisierten Ordnung ist sehr stark und da geht man offenbar lieber den Weg über die Kapitulation als einen ungewissen Kampf zu führen wo das Land in die Steinzeit wandert. Beides hat seine Vor- und Nachteile.
Alles, was ich dir sagen wollte, ist dass wir alle nur mutmaßen können, was in Zukunft passieren wird. Nichts ist sicher. Also ist es wenig sinnvoll, zu behaupten dass der eine nur glaubt und der andere weiß, was passieren wird.
Mach doch einfach einen OT Thread, in den du alle OT Themen schiebst, die nicht eigenständig begonnen wurden. Für mich sind sie nur Rauschen und dieses zu sortieren macht keinen Sinn.
Zb, dass man Bitcoin nicht als risikolos ansehen sollte und die Dips nicht blind kaufen sollte. Vor allem wenn der Bitcoin Anteil ohnehin schon >50% ist.
Wenn, dann ändert das auch nichts. Ich versuche nur zu verstehen, warum manche oft von Eigenverantwortung sprechen, aber dann Probleme damit haben, wenn Menschen anderer Meinung sind und diskutieren selbst dann energisch weiter, wenn man ihnen sogar offen sagt, dass man selbst doch auch keine Glaskugel hat und nur „glaubt“, dass es gut werden wird.
Wenn du Vernunft ansprichst, dann antworte ich mit dem kategorischen Imperativ; ich möchte gern meine eigenen Entscheidungen treffen und das gestehe ich anderen auch zu.
Und da ist es wieder, dieses generalisierte „man“. Ich sage doch. Ich stelle es nicht nur in Frage. Ich bin weit über 50% in Bitcoin, und habe dabei keinen Reichtum. Aber es ist doch meine Entscheidung. Ich schlafe gut, trotz Volatilität, nehme Dips, wenn ich Geld frei habe und wenn mir jemand sagt, mach das nicht, ist das nur eine weitere Meinung, die hier rein und dort raus geht, denn ich wäge meine Entscheidungen vorher ab und reflektiere sie später zur genüge. Aber danke an alle Oberlehrer und Besserwisser hier. Euch geht‘s doch gut, wenn ihr schon die Leben anderer lenken könnt.
Vernunft ist halt auch relativ. Wenn ich nen MSCI World von Blackrock kaufe, kann die USA den auch einfach einziehen wie damals das Gold beim Goldstandard. Außerdem ist das Leben kurz und wenn man nicht ein bisschen mutig ist, rationale Entscheidungen anhand von Fundamentaldaten zu machen, wird man nie im Leben mit auch nur irgendwas erfolgreich sein. Man muss bei allem Risiko aufnehmen. Wenn ich ne Firma gründe, wenn ich das Auto oder Flugzeug nehme, wenn ich mir nen saftigen ungesunden Burger hereinziehe.
Am Ende sollte jeder Mensch selbst entscheiden, was für ihn vernünftig ist.
Aber du trennst Firmenvermögen von Privatvermögen, schnallst dich im Auto an, schließt eventuell sogar eine Risikolebensversicherung ab?
→ Risikovorsorge.
Lese ich Deine letzten Beiträge gewinne ich den Eindruck, dass Risikovorsorge für Dich ein generelles Konzept ist. Für mich ist es ein konkretes.
Niemand kann Bitcoin ändern. Zudem steigt laut verschiedenster überprüfbarer Statistiken seine Verbreitung/Adaption. Deshalb liegt sein Risiko für mich bei nahe Null.
Falls Du jetzt mit dem schwarzen Schwan kontern möchtest. Dieser führt aus meiner Sicht zu größeren Problemen, als jeglicher Vermögenserhalt ausgleichen könnte.
Schon klar was du meinst. Aber das was die Vernunft greifen soll ist eigentlich objekiv und kein Wunschkonzert. Wenn die Vernunft entscheidet dass es gut wäre mit 200 km/h gegen eine Wand zu fahren, dann wird das ein hartes und erdrückendes Treffen mit einer objektiven Realität sein.
Wenn ich ausgebildet bin, einen Kettensägenschein habe und Erfahrung, auf hohen Wipfeln Bäume zu schneiden, dann ist es nur vernünftig, damit Geld zu verdienen. Wenn ich das alles nicht kann, dann ist es vernünftig, diesen Job lieber bleiben zu lassen oder mich darin zu schulen, bis meine Vernunft mir sagt, ich gehe das Risiko ein. Weil ein Restrisiko bleibt immer. Auch mit langer Berufserfahrung.
Genauso ist es mit allem im Leben. Ich finde es unvernünftig, selbst von einer hohen Brücke zu springen. Ein Extremsportler kalkuliert das Risiko aber nicht für mich, sondern für sich allein… und springt.
Und wenn ich nun entscheide, mit 200 Sachen gegen die Wand zu knallen, ist es immer noch meine Entscheidung. Vielleicht bezwecke ich j das Resultat, was andere als unvernünftig ansehen. (Leute, bei Suizidgedanken immer die Seelsorge anrufen und sich Hilfe holen.)
Es wäre aber auch schon unvernünftig, wenn ich im Testarossa auf Vollgas trete. Ein anderer Fahrer kennt die Reaktion des Autos und sollte das Auto ausbrechen, weiß er, wie er die Situation händelt, trotz Restrisiko. Vor zweihundert Jahre wäre niemand einfach in so ein Gefährt auch nur eingestiegen.
Wer weiß, vielleicht sage ich ja in einem Jahr, bei einem Kurs von 15k, nee, Bitcoin ist nichts mehr für mich. Auch Vernunft unterliegt einer Dynamik und steter Veränderung.
Ich möchte die deine Entscheidung nicht verbieten. Anscheinend bist du dir der Risiken bewusst.
Ich glaube nur, dass hier einige nicht wirklich das Risiko rational einschätzen. Aus welchen Gründen auch immer.
Klar könnte mir das eigentlich egal sein. Aber ich hab ein gutes Herz und ne gewisse Lebenserfahrung, daher hab ich das Bedürfnis auf Risiken hinzuweisen.
Na ja, du sagst, der Grad der Adoption sei „überprüfbar“ weil dafür Statistiken gäbe.
Dann solltest du meiner Ansicht nach schon in der Lage sein, dazu zumindest eine dieser Statistiken hier zu verlinken und das relevante zu zitieren.
Denn ich würde gerne wissen ob das wirklich so überprüfbar ist. Ich weiß es nicht, das ist also kein „Trick“ oder so wenn ich danach frage, sondern ich bezweifel es ehrlich gesagt, wäre aber auch positiv überrascht, wenn ich mich da irre und es wirklich überprüfbar wäre.