bin vor Monaten mal auf eine komische Transaktion gestoßen:
eine weitere Recherche im Bitcoin-Talk Forum hat folgendes ergeben:
diese Transaktion wurde vor Jahren von irgendeinem Whale erstellt, der eine ansteigende Anzahl an Bitcoins auf verschiedene Adressen verschickt hat. Interessanterweise sind die ersten Adressen dieser Transaktion mit private keys (PrKs) assoziiert, die eine geringe Entropie besitzen.
der PrK der Adresse 1BgGZ9tcN4rm9KBzDn7KprQz87SZ26SAMH ist hier zum Beispiel einfach nur „1“ in hexadezimal. mit steigendem Transaktionsvolumen steigt die Entropie der zugehörigen private keys.
Derjenige der diese Transaktion entdeckt hat (Bulista), hat einfach nur PrKs generiert und zwar vom Anfang der Wertemenge alle möglichen PrKs. Er hat sozusagen bei PrK 1 angefangen, den zugehörigen public key (PuK) und schließlich die zugehörige Adresse berechnet und geschaut ob sich was auf der Adresse befindet. Das hat er für die ersten 33 Mio PrKs gemacht und hin und wieder hat er Coins gefunden. Was ihm aber aufgefallen ist, ist dass alle Adressen, die Coins hatten zu ein und derselben Transaktion gehört haben und dass jede weitere Adresse mit Coins, die er gefunden hat einem PrK zugeordnet werden konnte, dessen Entropie sich ungefähr zum vorherigen PrK verdoppelt hat. Es schien so, als hätte hier ein Whale so eine Art Puzzel versteckt.
Die user fingen an Software zu programmieren, um sequentiell PrKs und deren zugehörige Adressen zu generieren und gegen die Adressen aus der Transaktion gegenzuchecken. Viele Coins wurden gefunden und die Algorithmen der keyhunt-Software wurde immer besser und immer schneller. Es hat sich eine regelrechte community um das Puzzle entwickelt.
Bitcointalk1
Bitcointalk2
Bitcointalk3
Jahre später hat sich plötzlich der Creator (saatoshi_rising) in einem der Forenbeiträge gemeldet, die Leute für die interessante Software gelobt und weitere Coins auf die verbliebenen noch nicht geknackten Adressen verschickt. Insgesamt 1000 BTC.
Hier die einzige Nachricht des creators: saatoshi_rising
Ursprünglich hatte er die Coins auf 256 Adressen verteilt gehabt, weil er alle ~2^256 Bits der PrKs einbeziehen wollte. da aber der RIPEMD160-hash bei der Adressgenerierung lediglich 160 Bit entspricht, ist das sozusagen der Flaschenhals und somit entspricht das der Sicherheit von Bitcoin.
Die community spekuliert über die Intention des creators, dass er mit diesem Puzzle auf anschauliche Weise demonstrieren will, wie sicher Bitcoin ist. Die ersten Schlüssel wurden innerhalb von Sekunden bis Minuten gefunden aber mit steigender Entropie des privaten Schlüssels, steigt die Anzahl der zu testenden möglichen Schlüssel und somit die Rechenleistung, die nötig ist um überhaupt solch einen Schlüssel zu finden.
Es wurden verschiedene Algorithmen implementiert. Zum Beispiel der baby step giant step (BSGS)-Algorithmus oder Kangaroo, bei denen aber der zugehörige public key (PuK) bekannt sein muss. Diese beiden Algorithmen sind schneller als die normale Suche nach PrKs. Mittlereile wurden die ersten 70 PrK gefunden und einige weitere mit den Methoden, bei denen der PuK bekannt sein muss. Langsam aber sicher stoßen die Leute an ihre Grenzen, denn die zu durchsuchenden Bereiche werden immer größer.
Es gibt eine Seite, wo die Leute in einem pool die Bereiche absuchen, aber ich habe deren Software noch nicht installiert, deswegen kann ich auch nicht sagen, ob sie sicher ist. Was aber schön an der Seite ist, ist dass man schön sieht welche Sub-Puzzles beeriets gelöst sind, welche Wertebereiche abgesucht worden sind und das ganze ist bildlich schön veranschauchlicht und besser und einfacher zu verstehen, als mein Text hier, den man erst mal lesen muss. Bilder sagen mehr als 1000 Worte.
btcpuzzle.info
Falls ihr euch dafür interessiert, seid vorsichtig was ihr downloaded und checkt erst mal alles ab. Ich poste den Link hier lediglich wegen der besseren Veranschaulichung.
Ich selbst nutze keyhunt um Wertebereiche zu durchsuchen: keyhunt von Alberto
Das ist eine CPU-Version, open source und dieser Alberto ist in der community sehr angesehen. Mit dem Programm hatte ich bisher keine Probleme und der code scheint nach meinem Kenntnisstand in Ordnung zu sein. Hab mir eine neue Grafikkarte zugelegt und würde gerne CUDA in die Suche miteinbeziehen. Es gibt bereits keyhunt-CUDA Versionen, aber da ich die Developer überhaupt nicht kenne, bisher kaum Infos dazu finden konnte, traue ich mich auch nicht die Software zu installieren. Vielelicht hat ja einer von euch eine Ahnung ob die Software in Ordnung ist oder kennt bereits etwas was funktioniert.
Der Creator hat sich seitdem nie wieder gemeldet hat aber wie versprochen weitere BTC auf die übrigen Adressen verteilt. Keine Ahnung ob das einfach nur ein Whale ist oder Satoshi selbst, aber der Typ kann es sich leisten einfach so 1000 BTC wegzugeben ^^ Interessanterweise nutzt er in seiner Nachricht auch ein doppeltes Leerzeichen nach einem Punkt am Satzende, genau wie Satoshi. Aber das muss nichts heißen.
