BTC Preis und globale Geldpolitik

Hi Roman,

erstmal danke für dein hammer geiles Interview mit Hans Moog! Top Qualität und weiter so!

Zu meinen 2. Fragen:

  1. Ich frage mich aktuell ob und wie es politisch durchsetzbar sein wird, wenn sagen wir der BTC Preis bei >100.000USD oder gar 1mUSD liegen wird. Würde dies nicht bedeuten, dass alle bzw. die kleine Menge an Personen/Early Investors/Walen (Winkelvoss Twins, Tim Draper, etc… pp.) die sich vor Jahren die Taschen unfassbar vollgestopft haben dadurch Stinkreich wie ein Bill Gates, Jeff Bezos ggf. x2, x3 etc, werden? Meiner Meinung nach handelt es sich bei den BTC Holdern um ein manipulierendes Oligopol und der Ottonormalbürger wird keine Möglichkeiten haben dies zu erreichen. Dies wiederum wird dazu führen das 3/4 der BTC in der Hand von ein paar wenigen sein wird und 1/3 in der Hand vom Rest. Keine grosse Änderung zur jetzigen Verteilung des Reichtums meiner Meinung nach.

  2. Des Weiteren glaubst du, dass die USA es durchgehen lassen werden, dass der BTC so wichtig bzw. machtvoll im Gegensatz zum USD wird, da der meiste Anteil der HashPower in China sitzt und somit chinesische Miner oder ggf. sich der Staat bereichert? Ich kann mir vorstellen, dass die US Politik harsche Strafen auferlegen wird, wenn US Bürger BTC nutzen, handeln oder halten. Ich denke dabei an Strafen wie 400x lebenslänglich oder gar Todesstrafe, da man ja weiss die Amis sind nicht gerade sanft im Umgang mit Strafen.
    Was meinst du?

Danke und Grüße

Hi Maverick, ich versuche auch mal zu antworten :smiley:

zu 1) Ja du hast recht, anfangs wird das so sein, dass es wenige superreiche geben wird (bzw. jetzt schon gibt), wobei das eben auch nicht anders ist, als bei Fiatwährungen.Der Unterschied ist, dass die Menge an BTC eben begrenzt ist und nichts neues nachkommen kann, was langfrstig eine bessere Umverteilung zur Folge haben wird, wenn die Superreichen sich für Bitcoin irgendwas kaufen.
Aber irgendwie finde ich auch, dass die Leute, die so fest daran geglaubt haben, dass sie Bitcoin über Jahrzehnte Hodln ohne zu verkaufen, den Reichtum irgendwie auch verdient haben :smiley: :smiley: :D. Aber das ist nur meine Meinung.

zu 2) In den USA, allen voran Texas, werden gerade große Mining-Farmen gebaut um die chinesische Dominanz im Mining etwas zu verteilen. Eine Firma die das gerade macht ist z.B. „Layer 1“.
Und mal blöd gesagt… selbst wenn die USA (was ich in so einem „freien Land“ nicht glaube) Bitcoin verbieten sollte, würde das den Bitcoin wohl nur kurzfrisitg stören, da er ja trotzdem weiterlaufen würde :slight_smile:

Hi Renna,
danke für deine Antwort und sorry für meine späte Antwort.

Zu 2) Mag sein, dass in Texas nun Mining Farms gebaut werden. Was ich jedoch befürchte ist, das Trump z.b. durch eine Executive Order BTC und alle anderen Cryptowährungen komplett verbietet, da es eine Gefahr für den Dollar und dessen Dominanz steht. Farmen / Exchanges werden verboten, Händler (e.g. Starbucks & Co.) dürfen es nicht mehr annehmen und so weiter. So könnten es dann auch andere Länder machen und der BTC stirbt, da man dann quasi nichts mehr mit ihm machen kann.

Wie hoch siehst du diese Gefahr?

1 Like

Äußerst gering, da mittlerweile eine Milliardenschwere Industrie hinter Bitcoin steht und auch Lobbyarbeit betrieben wird. Ich denke die Staaten werden eher versuchen mitzuverdienen (zumindest wenn sie schlau sind).Verbieten können sie Bitcoin nicht vollkommen, das wissen sie.

Hi nochmal,
ich verstehe dich, aber meiner Meinung nach Interessieren eine milliardenschwere Industrie niemanden, wenn es um den USD-Dollar und seine weltumfassende Macht geht. Da geht es dann um hunderte Billionen, wenn du das ganze auf einen Zeitraum von 50-75 Jahren beziehst, siehe Bretton-Wood um 1945 & Abwendung der Goldpreisbindung um 1973 etc. So gesehen sehe ich den gesamten Cryptomarkt schon durchaus in Gefahr. Ist aber nur meine persönliche Meinung.

Ja, es werden eventuell viele Menschen „reich“ durch die Preisentwicklung Bitcoins. Einzelne Menschen wierden mmer wieder durch Glücksspiel, Investment in Unternehmen, einen Durchbruch in einem Feld usw. reich, warum das wichtig ist ob nun durch Bitcoins auch welche reich wurden, ist mir unklar. Ganz zu schweigen davon, dass man nicht reich bleibt, nur weil man einmal reich wurde. Die Aussage, dass Bitcoin Hodler ein manipulierendes Oligopol sind, ist naja…im besten Fall sehr diskussionswürdig sage ich mal, weil es sehr davon abhängt ob du die 0.1, 0.05, 0.5, 1 Bitcoin Hodler dazuzählst, die haben nämlich so viel mit Manipulation zu tun wie ich mit Afrika, gar nichts und machen einen bedeutenden Teil der Bitcoin Hodler aus.
Die Vermögensverteilung wird sehr wahrscheinlich nicht so aussehen, dass 3/4 der Bitcoins in der Hand weniger sind. Sofern jemand viele Bitcoin hält, sagen wir mal 3/4 der Bitcoin besitzt eine Person alleine und 1000 Leute teilen sich 1/4, dann hat er entweder sehr lange nur produziert und kaum konsumiert und Bitcoin angespart, aber würde irgendwer wirklich jemanden wie ihn als „reich“ bezeichnen? Er hat kaum was konsumiert, wohnt in einer Blechhütte und hordet nur Bitcoins oder er hält 3/4 und lebt in einer fetten Villa, besitzt 9 Inseln usw., weil er trotz gewaltigem Konsum so einen Mehrwert leistet, dass seine Einnahmen dennoch größer sind als seine Ausgaben. Wen stört es dann, dass er 3/4 aller Bitcoins hat, wenn er so enorm produktiv ist, dass wir alle Dank ihm fliegende Autos, endlose Strom und Nahrungsquellen usw. haben, will man so jemandem echt etwas davon absprechen? Natürlich gibt es jetzt das Szenario XY ist mit „Glück“ an seine Bitcoins gekommen, durch Lotto oder weil er früh dabei war und er liefert nix, erbringt überhaupt keinen Mehrwert für die Gesellschaft. Dann ist es so, dass sich sein Vermögen mit der Zeit umverteilen wird, auf die die eine Leistung erbringen. Wir leben dann schließlich in einem System indem sich keiner über die Inflation deine Leistung aneignen kann, derjenige der nichts leistet lebt von seinen Ersparnissen und die sind nicht endlos und derjenige der mehr leistet als er konsumiert wird Ersparnisse aufbauen. Wenn nun jemand durch seine Geburt im richtigen Haushalt einen besseren Ausgangspunkt hat als ich, dann soll das so sein, wie viele Bitcoin irgendwer wann hat sollte einem jeden egal sein. Was einem wichtig sein sollte, ob das Asset welches begrenzt ist und nicht durch willkürliche Inflation an Wert verlieren kann und zensurresistent ist, für mich einen Wert hat. Wenn ich aus dem Hammer einen Nutzen ziehen kann, dann reicht mir das und ich beneide niemanden, weil er 3 Stück davon hat, mein Hammer erfüllt für mich den Nutzen. Wir sollten an sich weniger darauf schauen was andere haben und wie meine Aktionen ihnen zu noch mehr Wohlstand verhelfen können, wenn ich z.B. Bitcoin nutze und sie als Early-Investor mehr davon profitieren als ich und stattdessen schauen ob ich eine Verwendung für mich (ganz egoistisch) in diesem Werkzeug sehe. Wenn ja, dann ist das toll, wenn nein, dann finger weg davon, immer an sich selber denken und nicht an andere.
Schließlich würde auch keiner von uns behaupten die Welt wie sie jetzt ist ist schlimmer als eine in der alles gleichmäßig ist und wir alle ohne Telefon, Auto usw. leben, sondern nur einen Apfel am Tag haben. Jeder würde sagen, ja gut, es ist „gerechter/gleichmäßiger verteilt“ (wobei ich ersteres abstreiten würde), aber es ist von der Lebensqualität her scheiße, ich will mein Warmwasser, Telefon usw. zurück, soll Bill Gates in Kaviar schwimmen.

Im Gegensatz zu @renna bin ich bei dir, dass irgendwann Angriffe und Verbote von Staaten kommen werden. Ob ich nun zu pessimistisch oder @renna zu optimistisch ist, wird sich zeigen und falls er recht behalten sollte, dann geht 2025 ein Bier auf mich. :grin: Aber der Bitcoin stirbt nicht dadurch, dass irgendwas verboten wird, ganz unabhängig davon, dass niemals die ganze Welt dasselbe machen wird (siehe die unterschiedlichen Ansätze gegen Corona) und es für sowas wie Miningfarmen immer Fluchtorte geben wird und mit einem bspw. Miningverbot das Homemining wieder profitabler werden würde. Sowas wie Exchanges sind kein entscheidender Bestandteil von Bitcoin, die sind ganz leicht durch selbstgehostete Alternativen wie Bisq ablösbar.

Um es mit anderen Worten zu sagen.
Droge X mag verboten sein, sie wird aber weiterhin unter den Menschen gehandelt, weil die Leute einen Nutzen in ihr sehen. Genauso sind die Drogenlabore nicht alle zugemacht worden, weil es verboten wurde, sondern entweder ausgewandert oder in den Untergrund ausgewichen und haben sich dort gut versteckt.

Der Vergleich mit Drogen schmeckt vielen nicht, aber ich finde es ganz gut um aufzuzeigen was für eine Zukunft uns bevorstehen könnte, wenn wir auf dem Radar mancher Regierungen auftauchen sollten.

Ich bin nicht der Meinung, dass nicht irgendwann Angriffe von Staaten kommen können (bzw. in Indien und einigen anderen Ländern gabs/gibts die ja sogar schon). Aber dass ein „freies“ Land wie die USA alles was mit Bitcoin zu tun hat verbietet, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Ich finde die Drogenanalogie im übrigen auch relativ schlüssig und einigermaßen passend.
Zumal diese (wenn man von weichen Drogen ausgeht) ja auch in verschiedenen Ländern unterschiedlich behandelt werden. Auf den Philippinen wirst du für den Besitz von Gras gehängt oder erschossen und in einigen Staaten der USA ist es total legal.

1 Like

Ob die Vereinigten Staaten nun alles sperren oder nur Mining und Exchanges oder nur die Annahme von Bitcoins für Waren/Dienstleistungen und es versuchen als Spekulationsobjekt zu brandmarken und es seiner Funktion als Geld zu berauben sei mal dahingestellt.

Ich interpretiere dein „freies“ Land glaube ich richtig, wenn ich sage, dass wir beide der Meinung sind, dass es viele Länder gibt denen wir es eher zutrauen und viele Länder eine Bevölkerung haben, die bei weitem nicht so fanatisch ist, wenn es um Freiheitsrechte und solche Sachen geht. Der Widerstand in Ländern wie den Vereinigten Staaten wird sicher größer sein als in manch einem anderen Land sein. Glaube da gehen wir Hand in Hand, zumindest interpretiere ich deine bisherigen Aussagen so.

Was ich aber dennoch sage. Auch in diesem Land und vielen anderen sind die meisten Drogen gänzlich verboten, Alkohol bis 18 oder gar bis 21 (glaube überall in den USA). Der Besitz von Waffen ist streng reguliert im Land xy und ganz verboten in yz usw. Sofern man etwas richtig begründet oder vermarktet kriegt man vieles durchgesetzt und unser Space ist nicht so groß, dass man mit einem großen Aufschrei rechnen muss. Besonders, weil die wenigsten wirklich ideologisch motiviert sind. Das ist jetzt nur meine Meinung über den Großteil der Nutzer, kann auch sein, dass ich das vollkommen falsch wahrnehme und pro Land mehr als 1000 auf die Straße gehen würden, aber ich bezweifle es.