Ich mache mir in letzter Zeit immer mehr Gedanken über Bitcoin und die ganzen regulatorischen Daumenschrauben. Mit KYC-Pflichten, DAC8 und dem ganzen Rattenschwanz an Überwachung fühlt sich das für mich immer weniger nach dem ursprünglichen „Bargeld für das Internet“ an.
Mein größtes Bedenken ist: Der Staat weiß mittlerweile im Grunde genau, wer wie viele Sats hält, sobald man den Weg über eine Börse geht. Bzw. auch außerhalb. Der Staat hat alles, Jederzeit auf dem Schirm. Das ist doch das genaue Gegenteil von Bargeld, wo ich einfach anonym agieren kann. Sobald man in Fiat zurücktauschen will oder etwas kaufen möchte, hat man den Fiskus direkt am Nacken. Man ist nicht mal mehr pseudonym, sondern eigentlich komplett transparent.
Deshalb meine Frage hier: Wie realistisch ist es eigentlich, dass wir auf Bitcoin-Ebene (Layer 1 oder ein offizielles Update) irgendwann eine echte Anonymisierung bekommen? Ich meine damit Funktionen, bei denen Adressen verschleiert werden oder ein Hash-Verfahren genutzt wird, bei dem man eben nicht mehr jeden Satoshi bis zur Quelle zurückverfolgen kann. Alles verifizierbar, aber absolut anonym für Käufer und Halter der Coins.
Glaubt ihr, dass da in Zukunft noch was kommt, um die Privatsphäre auf das Niveau von Bargeld zu heben, oder hat Bitcoin den Kampf gegen die Regulierung an der Front längst verloren? Im Prinzip hat der Staat nun genau das erreicht was sie wollte mit Bitcoin.
Das halte ich für nicht sehr realistisch. Bitcoin war nie anonym gedacht, sondern pseudonym. Das öffentliche Kassenbuch bringt viele Vorteile, außerdem wäre Bitcoin anonym geplant worden, wäre er so geendet wie Monero und praktisch verboten.
Wenn man wirklich möchte, kann man seine Coins immer noch anonymisieren oder anonym kaufen. Aber klar sind diese ganzen Regulierungen nicht schön.
Was will “der Staat” denn erreichen?
Manche Parteien wollen Bitcoin verbieten, andere haben kein Problem damit.
Bitcoin stoppen können sie nicht, also gibt es keinen Sieg gegen Bitcoin.
ich denke du liegst hier in einigen Punkten etwas daneben.
KYC und Meldung an den Staat erfolgt durch die Börsen erst ab Januar 2026, alle davor gekauften Coins können nur ermittelt werden, wenn später gekaufte Coins auf die gleiche Adresse gehen. Beim Bargeld anonym agieren ist an den Stellen, wo Bitcoin kontrolliert wird, genau so unmöglich. Soll heißen, Abhebungen und Einzahlungen über ein Bankinstitut unterliegen ebenfalls der staatlichen Kontrolle und sind heute schon begrenzt bzw. reguliert.
Weiter denke ich, dass Bitcoin nie als globales Zahlsystem auf Layer 1 gedacht war, weil selbst zu Satoschis Zeiten schon klar gewesen sein dürfte, dass die Anzahl der Transaktionen pro Block nicht für den globalen Zahlungsverkehr ausreichen dürften. Allerdings hoffe ich, dass sich in Zukunft ein Layer 2 (vielleicht Lightning) durchsetzt, in welchem die Zahlung ähnlich dem Bargeld erfolgen.
Ob Bitcon digitales Bargeld ist oder nicht, ist nicht abhängig davon, ob der Staat uns das erlaubt oder nicht. Das ist völlig egal. Bitcoin IST digitales, freies Bargeld, völlig egal, wie sehr der Staat reguliert. Es liegt nur an dir, wie obrigkeitshörig du bist, also hast du eher eine Sklavenmentalität oder übernimmst du Eigenverantwortung?
Dass die Staaten (vor allem die westlichen Staaten) alles versuchen, um ihr Fiatsystem zu schützen ist doch völlig klar. Aber du kannst jetzt schon anonym nicht wegnehmbares Eigentum haben. Kauf P2P, mach Coinjoin (oder Lightning Swap) und beachte ein paar Regeln um deine Privatsphäre zu schützen und dann kannst du anonym Bitcoin tauschen.
Nehmt euch (aber nur in dieser Hinsicht) mal ein Beispiel an Nigerianern oder so: Völlig egal ob der Staat Bitcoin “verbietet”, es wird trotzdem genutzt. Wenn der Drecksstaat die Daumenschrauben anzieht, dann finde Wege, sich dem zu entziehen. Freiheit bricht sich immer Bahn.
Selbst wenn die Community das beschliessen und implementieren würde, sämtliche regulierten Unternehmen mit Bitcoin Nodes und Holdings würden da nicht mitmachen und das könnte eventuell sogar zu einem Fork führen.
Ausserdem hat sich die Bitcoin Community schon tausend Ausreden ausgedacht wieso das nicht nötig ist, die ganz verstrahlten werden dir sogar erzählen das sei aus irgend einem an den Haaren herbeigezogen Grund besser. Ist ja alles schon passiert in dem Thread.
Jeder der auch nur ein bisschen ehrlich ist muss zugeben das Bitcoin absolut schlechter ist für die Privatsphäre als jeder CBDC das jemals sein könnte und das wir da unbedingt was dagegen tun sollten. Und der einzige ehrliche Grund wieso sie das nicht wollen ist weil sie zu recht Schiss haben die regulierten Unternehmen springen ab und crashen den Kurs.
Fazit: Den „Bitcoinern“ ist Geld wichtiger als Privatsphäre.
Meine Meinung: Das braucht es unbedingt, der Wert von Bitcoin und ob die Unternehmen abspringen ist zweitrangig.
Du kannst gegen einen Staat, der Dir das (Anonymität, Reichtum, was auch immer) nicht gönnt, nicht gewinnen. Du kannst zwar versuchen es zu umgehen, aber lebst dann ständig in Angst.
Der Vermögensverwalter Andreas Beck sagte mal in einem Interview:
Selbst Privateigentum ist letzten Ende nur ein Konstrukt, auf das sich der Staat in seiner jetzigen Form geeinigt hat.
Der Staat hat nun mal das Gewaltmonopol und je nach politischer Ausrichtung kann er Dir von NICHTS → ALLES abnehmen was er möchte.
Was genau hat sich an Bitcoin verändert? Du kannst es weiterhin akkumulieren. Mit oder ohne KYC. Du kannst es auf deiner Wallet halten deklariert oder nicht deklariert. Es steht dir frei.
Das wird wohl eher nicht passieren. Aber das ist auch egal. Es gibt schon entsprechende Coins (z.B. Monero), die technische Lösungen zur Layer-1 Anonymisierung haben. Und das ist auch gut so. Langfristig wird sich anhand der Nutzung und des Preises zeigen, was sich durchsetzt und was nicht. Auf den Namen kommt es dabei nicht an. Es kann durchaus sein, dass sich neben Bitcoin noch andere Coins durchsetzen, wobei ich persönlich eher von Layer 2/3 Lösungen ausgehe, die diese Aufgabe übernehmen.
Letztendlich ist doch die Frage: Wenn Bitcoin von Anfang an oder ab heute komplett anonym wäre, hätte bzw. würde sich dann Bitcoin als das dominante dezentrale Geld durchsetzen oder nicht? Es ist nicht unwahrscheinlich, dass ein anonymer Bitcoin dazu geführt hätte bzw führen würde, dass ein anderer Coin der dominante ist. Es wäre einfach nicht mehr der selbe Bitcoin, und wir können nur spekulieren welche Eigenschaften in welcher Höhe zur Bitcoinadoption beitragen.
Nichtsdestotrotz würde ich es super spannend finden, wenn Bitcoin ein einen Fork zum aktuellen Blockchain-stand mit einem kompletten Anonymitätsupdate erhalten würde. Dann könnten wir live dabei zuschauen wie sich der Markt entweder für, oder gegen einen anonymen Bitcoin entscheidet und hätten das endlich geklärt.
Wieso ist ein willkürlich, frei programmierbares CBDC anonymer als Bitcoin, wo du IMMER anonym sein kannst, wenn du ein paar Regeln beachtest? Sorry, aber das ist totaler Blödsinn, was du da erzählst.
Bitcoin muss so bleiben, wie es ist. Wer das nicht mag, nimmt Monero, es gibt doch schon das, was ein paar hier wollen? Warum sollte sich noch irgendein Coin durchsetzen??
Genau solchen Mist redet ihr euch ein damit euer Hirn die Tatsache ignorieren kann das Bitcoin die absolut miserabelste Privacy hat von irgendwas.
Die „paar Regeln“ die man beachten muss kriegen nicht mal die Experten hin. Einmal einen falschen change Coin in die falsche Zahlung und deine ganze History ist deanonymisiert.
Ist halt genau was ich beschrieben habe, nur noch Cope im Cult weil ihr alle lieber höhere Preise seht als das wir die nötigen Änderungen hinzufügen um die Privatsphäre von Bitcoin Nutzern zu sichern.
Schade, dass du meine Frage nicht beantwortest, wieso CBDC privater ist als Bitcoin. Bei CBDC hast du ein Konto bei der Zentralbank mit Ausweis hochladen (oder eher per Fax schicken). Wenn der Staat will, weiß er immer genau, was du gekauft hast, kann dein Konto noch schön mit einem CO2-Konto verknüpfen und dann darfste halt diesen Monat nicht mehr tanken, wenn du schon zu viel getankt hast; bei Bitcoin hast du in der Blockchain nur eine Adresse und es liegt nur an dir selbst, ob man deinen Namen damit in Verbindung bringen kann oder nicht.
Dass man sich mit Privatsphäre befassen muss und die “Spielregeln” lernen muss, ist überall so, nicht nur bei Bitcoin. Die Offenheit der Transaktion ist wichtig für die Verifizierbarkeit. Ich glaube, du verbreitest mit Absicht FUD wenns ums Thema Privatsphäre bei Bitcoin geht…
Ich verstehe Deinen Frust, aber vielleicht ist unsere Erwartung zu groß. Was wäre die Alternative? Der digitale Euro. Da gibt es nicht nur Transparenz, sondern obendrein noch Inflation. Auch wenn Bitcoin vielleicht nicht mehr so (pseudo/)anonym ist wie zu seinen Anfängen, wird er durch Layer 2 Technologien anonymer bleiben als der digitale Euro. Und natürlich auch uninflationierbar.
Natürlich kannst du einen CBDC herbei fabulieren der noch schlimmer ist als Bitcoin. Das macht halt Bitcoin nicht besser.
Ich bin ziemlich sicher du brabbelst hier irgendwas was du gehört hast und hast absolut keine Ahnung davon wie schwierig es ist diese Pseudonymität aufrecht zu erhalten.
Dann erklärte hier mal die Regeln für Bitcoin und erkläre dir dann was du vergessen hast.
Das Problem ist, dass sie alle ein Problem damit bekommen werden, da eigentlich jeder machtpolitisch nennenswerte Staat (bzw.dessen Nomenklatura) ein Problem mit Bitcoin haben wird. Es wird sogar deren potentiell größter Feind werden, da BTC ihnen allen das Geldmonopol streitig macht.
Ein gemeinsames Vorgehen aller Staaten (wie z.B. bei „Covid“) gegen Bitcoin ist die große Gefahr, die viele Bitcoiner ignorieren, abtun, unterschätzen oder sich kleinreden.
Größte Gefahr für wen? Für das Protokoll sicherlich nicht. Fast die gesamte Welt geht gegen gewisse Drogen vor, dennoch existiert schon immer ein florierender Markt. Je größer die Repression, desto größer der Schwarzmarkt, da die Margen drastisch steigen.
Staaten sind nun mal gewaltige Machtfaktoren. Wenn die alle zusammen (nicht nur etwa Nigeria oder so) einigermaßen massiv oder sogar brutal gegen Bitcoin vorgehen sollten, können sie die Teilnehmerzahl im Netzwerk natürlich signifikant verkleinern. Und dann das kleine Netzwerk attackieren (dauernde 50%-Attacken).