Bitcoin und die 10 Gebote: Warum die Haltefrist-Debatte mehr ist als Steuerpolitik

Hallo zusammen,

die aktuelle Debatte um die Bitcoin-Haltefrist hat mich in den letzten Tagen noch einmal deutlich daran erinnert, warum ich dieses Buch überhaupt geschrieben habe.

Denn im Kern geht es bei Bitcoin aus meiner Sicht nicht nur um Kurs, Rendite, Technik oder Steuerfragen. Es geht um etwas Grundsätzlicheres:

Wem gehört unsere Zeit?
Wem gehört unsere Arbeitsleistung?
Was bedeutet Eigentum, wenn es politisch immer wieder neu definiert werden kann?
Und warum fühlt sich Bitcoin für viele Menschen nicht einfach wie ein Investment an, sondern wie eine Rückkehr zu etwas, das in unserer Gesellschaft verloren gegangen ist?

Ich möchte euch deshalb mein Buchprojekt zur Diskussion stellen:

Bitcoin und die 10 Gebote

Der Titel ist bewusst gewählt. Mir geht es nicht darum, Bitcoin religiös aufzuladen. Im Gegenteil. Einer der zentralen Gedanken des Buches ist, dass Bitcoin gerade kein Glaubenssystem ist.

Bitcoin verlangt keinen Glauben.
Bitcoin verlangt Prüfung.

Keine Priester. Keine Zentralinstanz. Keine politische Zusage. Kein „Vertrau uns“. Sondern Regeln, Konsens, Proof of Work, eigene Nodes, eigene Schlüssel und die Möglichkeit, selbst zu verifizieren.

Der Ausgangspunkt des Buches war eine einfache Beobachtung aus meinem Umfeld: Manche Menschen nehmen Bitcoin fast religiös wahr. Nicht, weil Bitcoin eine Religion wäre, sondern weil Gespräche über Bitcoin sehr schnell über das rein Technische hinausgehen. Plötzlich geht es um Wahrheit, Eigentum, Verantwortung, Familie, Staat, Geld, Zeitpräferenz, Freiheit und die Frage, auf welchem Fundament eine freie Gesellschaft eigentlich stehen kann.

Genau dort setzt das Buch an.

Es verbindet Bitcoin mit der Österreichischen Schule, mit der Kritik am ungedeckten Geldsystem, mit Fragen von Eigentum und Verantwortung und schließlich mit alten Werteordnungen, insbesondere den Zehn Geboten. Nicht im Sinne eines Ersatzes von Religion. Sondern als Versuch zu zeigen, dass Bitcoin bestimmte Prinzipien technisch sichtbar macht, die frühere Kulturen moralisch formuliert haben:

Wahrheit statt Täuschung.
Eigentum statt Zugriff.
Begrenzung statt Willkür.
Verantwortung statt Delegation.
Prüfung statt blindem Vertrauen.

Gerade in einer Zeit, in der in Deutschland über die Abschaffung der Haltefrist diskutiert wird und in der die EU über Regulierung immer stärker in den Kryptomarkt eingreift, scheint mir diese Perspektive wichtiger zu werden. Denn die steuerliche Frage ist nur die Oberfläche. Darunter liegt die viel größere Frage: Wird Bitcoin als Ausdruck von Eigentum, Sparen und persönlicher Souveränität verstanden, oder nur als weiteres Objekt politischer Zugriffsmöglichkeiten?

Das Buch ist frei online lesbar:

https://b10g.org/

Mich würde eure ehrliche Einschätzung interessieren, besonders zu diesen Fragen:

  1. Trägt der Gedanke, Bitcoin nicht nur als Geldtechnologie, sondern als Wertearchitektur zu betrachten?
  2. Geht der Vergleich mit alten ethischen Ordnungen zu weit, oder hilft er, Bitcoin tiefer zu verstehen?
  3. Ist die Abgrenzung klar genug, dass Bitcoin keine Religion ist, sondern ein Werkzeug der Verifikation?
  4. Welche Kapitel würdet ihr einem Bitcoin-Einsteiger empfehlen?
  5. Wo seht ihr Schwächen, fehlende Gegenpositionen oder Stellen, die schärfer formuliert werden müssten?

Ich freue mich ausdrücklich über Kritik. Gerade hier im Blocktrainer-Forum, weil viele Bitcoin nicht nur als Asset sehen, sondern als tiefgreifende Veränderung unseres Verständnisses von Geld, Eigentum und Verantwortung.

Viele Grüße
Robert

3 „Gefällt mir“

„Vertrau uns, der Markt regelt alles und ohne Steuern geht es auch!“

Menschen werden von Bitcoin gern in die Religion der ÖS gezogen. Ist genau so eine Religion wie Keynes, aber wenn es eine große und eine kleine Religion gibt die sich widersprechen, wird die große Religion die kleine eine „Sekte“ nennen. :slight_smile:

Absolut, da eben schon demokratische Werte und Transparenz ins Protokoll eingearbeitet sind.

Also Werte an denen sich unbedingt orientiert werden soll und deren Fehlen aktuelle Systeme scheitern lässt.

Es ist eben auch eine neue ethische Ordnung auf mehr Selbstverantwortung zu pochen, aber das muss dann auch mit der Transparenz einhergehen die Alternativen für Staat und Steuern genau auszulegen.

Ein dezentraler Ansatz wird nicht zentral installiert, sondern alle müssen Stück für Stück zur Übereinkunft kommen, bis die zentrale Instanz dadurch ihrer Macht beraubt wird.

Evtl. eine fundamentale Differenzierung von Bitcoin und der ÖS.

Die ÖS funktioniert auch mit Gold und Bitcoin funktioniert in einem Fiatsystem ohne ÖS.

Daher sollte der Glaube vom harten verifizierbaren Asset klar getrennt werden.

1 „Gefällt mir“

Sammle einfach mal für dich mein Feedback das mir beim Lesen in den Kopf kommt:

Vier Ketten. Vier Linien, in denen das Frühere das Spätere trägt.

Die Natur reicht ihre Gesetze von einem Augenblick zum nächsten weiter, ohne Lücke. Die Familie reicht ihre Werte von einer Generation zur nächsten, ohne Unterbrechung. Die Religion reicht ihre Gebote über die Jahrtausende, ohne Bruch. Und Bitcoin reicht jeden Block an den nächsten, und das ist nicht eine Eigenschaft unter vielen.

Das Prinzip auf das du anspielist ist Fraktalität des Lebens (bzw. eben sogar Unversium)

Sie sagen, dass das, was trägt, in Freiheit entsteht. Und dass das, was erzwungen wird, nicht trägt.

Hier ist der Fachbegriff „Antifragilität“. Kann das Buch mit gleichem Namen von Nassim Taleb nur empfehlen!

Die Familie überträgt ihre Werte nur, wenn sie nicht erzwungen werden. Kinder spüren den Unterschied. Was ihnen befohlen wird, vergessen sie. Was sie an ihren Eltern sehen, lebt in ihnen weiter. Freiheit ist die Bedingung, dass Werte überhaupt von einer Generation zur nächsten gelangen.

In diesem Teil erkenne ich aber doch leichte Glaubensansätze.

Es wird versucht mit Extrembeispielen eine Welt zu erklären, die evtl. nur solche Tendenzen hat.

Klar lernen Kinder lieber die Werte, die sie aufgrund ihrer Freiheit in eigener Faszinationen erlernen.

Da ist das Gehirn sicher 10x effizienter, als wenn es abgelenkt wird von Gedanken wie „ist das sinnvoll was ich tue?“ „eigentlich würde ich lieber XY machen“. Als ein Beispiel für diesen Effekt.

Das Religiöse was jetzt durch das Zitat reinkommt ist, dass dieses Pinzip welches klar realitisch verhanden wird als religiöse Maxime gesetzt wird und dabei verkennt, dass es ein komplexes Zusammenspiel aus Zwang und Freiheit ist.

Das wird dann im letzten Satz genutzt, um einen Glaubenssatz zu installieren, welcher ein Ultimatum ist. Ja, Freiheit ist notwendig, aber wenn du so fundamental rangehst kannst du da alles einfügen.

Es klingt halt auch schön, wer ist schon gegen Freiheit?

Bitcoin ist das erste Geld, das diese Versuche von vornherein ausschließt. Und gerade deshalb funktioniert es. Es funktioniert, weil es frei ist.

Weiß nicht, Goldmünzen und die Verwässerung mit schlechten Metallen könnte auch mit Shitcoins vergleichen werden. Also das Gold ebenso wenig solche Versuche ausschließt wie Bitcoin.

Das es funktioniert weil es frei ist, klingt auch schon sehr nach einem Gebot der ÖS, aber was soll das eigentlich bedeuten? Funktioniert unfreies Geld nicht? Meinst du langfristig?

Jeder Versuch in der Geschichte, Geld zentral zu steuern, hat in derselben Erschöpfung geendet.

Da frage ich mich: Was bedeutet es für uns, wenn wir „zentral“ aus diesem Satz streichen?

Hat ein Geld mal nicht in Erschöpfung geender?

Je länger ich lese, desto mehr Frage ich mich, warum bei Familie „Haltung“ steht und nicht „Liebe“?

Friedrich August von Hayek, der sie zu einem Naturgesetz erweitert hat: Wer plant, ohne zu wissen, was er nicht wissen kann, zerstört, was er retten will.

Also das ist erstmal ganz sicher kein Naturgesetz, höchstens eine Heuristisk.

Hier sehe ich halt die vermischung von Glauben und perfekter Nachweisbarkeit und Transparenz sehr schwierig. Dieser Spruch würde ja im Umkehrschluss bedeuten, wer nicht plant, der rettet alles?

Das ist eine gefährliche Vermischung, da die Freiheit des Einen die Freiheit des Anderen einschränken kann und diese Vereinfachungen für einen möglichst realistischen Blick eher hinderlich sind, gerade wenn es als ultimative Wahrheit angepriesen wird.

Wahrheit als Anspruch an das eigene Reden statt strategische Kommunikation.

Solche Aspekte finde ich wieder sehr gut, als Anspruch kann das sehr gerne Vermittelt werden.

Dann muss eben auch der Anspruch sein die wahre Natur der Freiheit zu erkunden, da bin ich dabei!

Zugegeben habe ich jetzt meine Meinung zur Conlcusion gegeben und das Meiste überflogen, da ich anhand des Titels schon erkennen konnte, welcher Schritt der Reise wohl gemeint ist.

Aber wenn du mir jetzt sagst ich solle dringend etwas noch achtsamer lesen, kann ich das gern machen.

1 „Gefällt mir“

Wie viel davon ist KI generiert?

Gibts nicht KIs wo du die PDF scannen kannst?

Die bekanntesten PDF-KI-Checker

  • GPTZero: Ursprünglich für den Bildungsbereich entwickelt. In der kostenlosen Basisversion kannst du PDFs hochladen und bekommst neben der Prozentzahl auch eine satzgenaue Markierung, welche Abschnitte verdächtig sind.

  • Copyleaks: Sehr präzise bei längeren Dokumenten und geschäftlichen PDFs. Es verfügt über eine starke Textanalyse und zeigt detaillierte Prozentwerte für KI- und menschliche Anteile.

  • Scribbr: Bietet einen sehr zuverlässigen KI-Detektor (wird in Tests oft als einer der genauesten bewertet), der speziell auf akademische Texte und PDFs ausgelegt ist.

  • Winston AI: Ein professionelles Tool mit einer sehr aufgeräumten Benutzeroberfläche, das PDFs sauber verarbeitet und übersichtliche Berichte generiert.

Ein wichtiger Realitätscheck vorab: Kein KI-Detektor der Welt liefert einen absolut sicheren Beweis. Sie arbeiten ausschließlich mit Wahrscheinlichkeiten.

Hallo Prinzderherzen, danke für die Kritik. Die meisten Rückmeldungen bleiben an der Oberfläche, deine nicht. Ich gehe auf die Stellen ein, wo ich hinterfrage, und auf die, wo du schlicht recht hast.

Menschen werden von Bitcoin gern in die Religion der ÖS gezogen. Ist genau so eine Religion wie Keynes.

Da ist was dran. Die Österreichische Schule baut ihre Aussagen nicht auf Daten auf, sondern leitet sie aus wenigen Grundannahmen ab. Deshalb kann keine Statistik sie widerlegen. Geht eine Vorhersage schief, war eben ein Sonderfaktor schuld. Wer so argumentiert, hat immer recht, und das ist kein Kompliment.

Nur hebe ich sie im Buch nicht hervor, weil ich sie für die Wahrheit halte. Ich hebe sie hervor, weil sie nicht vorkommt. In den Lehrplänen nicht, in den Talkshows nicht, in der Beratung der Regierungen erst recht nicht. Der Mainstream hat sich durchaus verändert, von Keynes über Friedman bis zur heutigen neukeynesianischen Synthese. Nur wird er nicht als Schule wahrgenommen, sondern als die Wirtschaftswissenschaft. Und was nicht als Schule gilt, muss sich auch nicht verteidigen.

wenn es eine große und eine kleine Religion gibt die sich widersprechen, wird die große Religion die kleine eine „Sekte" nennen

Genau. Und deshalb rede ich über die kleine. Nicht weil sie die Antwort hat, sondern weil eine Denkschule ohne Gegenspieler aufhört, sich zu prüfen. Mir geht es nicht darum, Mises gegen Keynes auszutauschen. Mir geht es darum, dass überhaupt jemand gegenhält. Wer nur eine Landkarte kennt, hält sie für die Landschaft.

„Vertrau uns, der Markt regelt alles und ohne Steuern geht es auch!"

So wird die ÖS oft vorgetragen, ich mache es nicht so. Ich fordere weder Steuerfreiheit noch die Abschaffung des Staates. Bitcoin ist bei mir ein Ausgang und kein Hebel.

Absolut, da eben schon demokratische Werte und Transparenz ins Protokoll eingearbeitet sind.

Bei der Transparenz würde ich ein anderes Wort nehmen. Transparent heißt, du darfst hineinschauen. Verifizierbar heißt, du kannst selbst nachrechnen und musst niemanden fragen. Das klingt nach Wortklauberei, ist aber der ganze Unterschied.

aber das muss dann auch mit der Transparenz einhergehen die Alternativen für Staat und Steuern genau auszulegen

Ich kann sagen, was heute nicht funktioniert. Ich kann nicht sagen, wie eine Gesellschaft von achtzig Millionen Menschen stattdessen zu ordnen wäre, und niemand kann das. Genau davor hat Hayek gewarnt, und er hat sich selbst nicht immer daran gehalten. Wer den Bauplan trotzdem zeichnet, macht dasselbe wie die Leute, die er kritisiert. Er entscheidet über Dinge, die er nicht wissen kann.

Ich weiß, dass diese Antwort unbefriedigend ist. Sie klingt auch bequem. Aber wenn ich die Steuerbarkeit kritisiere und auf der nächsten Seite selbst einen Bauplan liefere, habe ich mir schon widersprochen, bevor es losgeht.

Die ÖS funktioniert auch mit Gold und Bitcoin funktioniert in einem Fiatsystem ohne ÖS.

Hier hast du schlicht recht. Bitcoin braucht Mises nicht. Es lief 2010 und läuft heute, ob die Theorie jemand kennt oder nicht. Was ich mache, ist eine Deutung, und Deutungen kann man austauschen. Den Code nicht. Wenn beim Lesen nicht klar ankommt, wo das eine aufhört und das andere anfängt, liegt das am Buch und nicht an dir. Ob mir das an anderer Stelle auch passiert, kann ich selbst schlecht beurteilen.

1 „Gefällt mir“

Der Witz ist doch eigentlich, dass Hayek irgendwie u.v.A. damit auch vor der ÖS gewarnt hat. :thinking:

Keinen Plan zu zeichnen ist doch auch ein Plan. Also der Plan keinen Plan zu machen… ist ein Plan.

Klar „Ich weiß das ich nichts weiß“ ist eine schöne Erkenntnis, aber die Wissenschaft versucht es trotzdem und das finde ich sehr gut so.

Das jetzt jemand hergeht und aus diesem mMn. tatsächlich gewonnenem Wissen nach genug Zeit eine Schlussfolgerung und Handlungsrichtung zu ziehen wäre die Verbesserung zu der Idee keinen Plan zu machen.

Hallo nochmal. :slightly_smiling_face: Wieder nur die Stellen, wo ich hake oder wo du recht hast.

Das Prinzip auf das du anspielist ist Fraktalität

Nah dran, trifft aber nicht ganz. Fraktal heißt, das Kleine sieht aus wie das Große. Bei mir sehen die vier Ketten sich nicht ähnlich, sie hängen nur alle daran, dass jeder Zustand aus dem vorherigen folgt. Das ist Rekursion. Verwandt, aber schwächer.

Hier ist der Fachbegriff „Antifragilität"

Antifragil heißt doch auch, dass etwas durch Erschütterung besser wird? Was ich beschreibe, ist etwas anderes: dass Ordnung ohne Anweisung entsteht. Näher wäre Hayeks spontane Ordnung.

Es wird versucht mit Extrembeispielen eine Welt zu erklären, die evtl. nur solche Tendenzen hat.

Hier hast du mich. Der Satz behauptet zu viel. Erziehung enthält Zwang, immer, und wer das bestreitet, hat keine Kinder. Was ich sagen wollte: Zwang überträgt Verhalten, aber keine Überzeugung. Das Kind räumt auf, solange jemand hinschaut. Was ohne Aufsicht übrig bleibt, hat nie jemand befohlen. Die Fassung ist schwächer als die im Buch, dafür kann man sie prüfen.

Goldmünzen und die Verwässerung mit schlechten Metallen könnte auch mit Shitcoins verglichen werden.

Berechtigt, nur die gestreckte Münze ging als echt durch, weil Prüfen teuer war und deshalb jemand anderes es machte. Also gab es Münzmeister, und irgendwann war der Münzmeister das Problem. Bei Bitcoin kostet Prüfen fast nichts und lässt sich nicht abgeben. Ein Shitcoin kann nie als Bitcoin durchgehen.

Funktioniert unfreies Geld nicht?

Doch. Es funktioniert für den, der es ausgibt, aber nicht für den, der es hält. Und das nur, solange eine Bindung besteht. Bis 1971 hing der Dollar am Gold, und in dieser Zeit war er unfrei und trotzdem brauchbar. Weg war nicht die Freiheit, weg war die Fessel. Es geht nicht darum, ob Geld frei ist, sondern ob jemand seine Menge ändern kann.

Was bedeutet es für uns, wenn wir „zentral" aus diesem Satz streichen?

Das hat mich am längsten beschäftigt. Nein, kein Geld ist bisher unbeschädigt geblieben, Gold auch nicht. Das Wort schiebt die Schuld auf die Instanz und verdeckt die Bedingung. Richtiger wäre: Jedes Geld, dessen Menge sich steuern ließ, wurde irgendwann gesteuert. Steuerbarkeit ist das Problem, Zentralität nur ihre häufigste Form.

warum bei Familie „Haltung" steht und nicht „Liebe"?

Weil Liebe das Motiv ist und Haltung das, was ankommt. Liebe kannst du nicht als Regel weitergeben, du zeigst sie, und beim Kind kommt Haltung an. Ob das eine saubere Trennung ist oder eine Ausrede, weiß ich noch nicht.

Also das ist erstmal ganz sicher kein Naturgesetz, höchstens eine Heuristisk.

Stimmt, das war Rhetorik. Hayek sagt etwas über die Grenzen dessen, was ein Planer wissen kann, mehr nicht. Dass daraus kein Umkehrschluss folgt, ist logisch klar. Aber du hast recht, die Formulierung lädt dazu ein, und dann ist die Formulierung das Problem.

Vielen lieben Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast.

2 „Gefällt mir“

Hallo Johannes, faire Frage, direkte Antwort.

Ich habe KI als Werkzeug benutzt. Für Recherche, zum Gegenlesen, zum Kürzen. Die Gedanken, die Auswahl und die Sätze in ihrer endgültigen Form kommen von mir. Das Buch ist aus acht Jahren Diskussion in einer Gruppe entstanden, die ich 2018 gegründet habe, nicht aus einem Prompt.

Ich habe dreimal angefangen. Die ersten beiden Versuche waren technisch und mechanisch, korrekt und trotzdem schwer lesbar. Ich bin weder Autor noch Journalist, also habe ich mich coachen lassen. Tonalität, Satzbau, Stilistik. Genau das, was man normalerweise ein Lektorat machen lässt. Am Ende waren es rund zwei Monate, fünf bis sechs Tage die Woche, täglich zwölf bis vierzehn Stunden.

Wenn das eine Schwäche ist, muss ich damit leben. Allerdings wird sich diese Schwäche vermutlich bald jeder Programmierer ankreiden lassen müssen, jeder Anwalt, jede Steuerkanzlei, jeder, dessen Arbeit KI gerade übernimmt oder optimiert. ;-)

Es sind meine Gedanken, mehr steckt nicht dahinter. Auf der Suche, was eine Gemeinschaft trägt.

2 „Gefällt mir“

Danke für die Ehrlichkeit. Falls solch ein Satz von dir geschrieben wurde:

liegt es einfach daran dass dein Schreibstil mich sehr an das Generische der KI erinnert.

Ich glaube nicht dass Bücher in Zukunft KI generiert werden. Wenn ich heute in die Buchhandlung gehe, schlafe ich bei der Hälfte der Bücher fast ein beim lesen, so generisch kommt es mir vor. Der Stil des Autors ist einzigartig - auch wenn er nicht perfekt schreiben kann.

Das muss aber mit den dahinterliegenden Gedanken überhaupt nichts zu tun haben - darf ich fragen, um was für eine Art Gruppe es sich handelt?

1 „Gefällt mir“

Hallo lieber Johannes,

tatsächlich ist das mein Schreibstil, der von dir zitierte Satz aus meiner Antwort. „Auf der Suche, was eine Gemeinschaft trägt“. Ich denke das sollte in unser aller Interesse sein, in diesen Zeiten. Solange Meinungsfreiheit und Demokratie noch etwas bedeuten.

In einer Demokratie mit Meinungsfreiheit sollte jeder das Recht haben, zu sagen was er denkt. Man darf Fehler machen, man darf anderer Meinung sein. Das beanspruche ich auch für mich. Niemand muss meine Gedanken teilen. Es sind meine Beobachtungen, mehr nicht. Ich versuche versöhnlich etwas zum Diskurs beizutragen. Aber der Diskurs muss respektvoll und angemessen bleiben.

Weißt Du, der Impuls für dieses Buch entstand aus einem gemeinsamen Abend mit Freunden. Wir saßen, haben uns toll unterhalten, getrunken, gelacht in einem persönlichen, geschützten Raum. Wir hatten alle möglichen Themen. Von Musik über lustige Anekdoten, bis ein Freund nach zwei, drei Stunden das Thema Bitcoin erwähnte. Dann verwies er auf mich, weil er wusste, ich versuche hier seit Jahren zu lernen. Und dann geschah etwas sehr Unangenehmes. Eine anwesende Person stellte sich direkt vor mich und erwiderte mir in einem derart aggressiven und lauten Ton „Ich bin links/grün radikal, ich kann nicht mit dir über Bitcoin sprechen!“. Mehr kam nicht. Ehrlich, das war so derart respektlos, inhaltslos, menschenverachtend und schmerzhaft. Eigentlich hatte ich noch nichts gesagt, nur man sollte sich damit beschäftigen. Aber Cancel Culture funktioniert wohl so. Ich war erschüttert, ging nach Hause und am nächsten Tag habe ich begonnen, aus dieser Erfahrung und dem Bedürfnis zu beschreiben, was eine Gemeinschaft trägt.

Bei den Büchern bin ich ganz bei dir. Die Hälfte liest sich austauschbar, und das lag schon vor der KI nicht an fehlender Technik, sondern an fehlender Handschrift. Ob mir die eigene gelungen ist, kann ich nicht beurteilen, das entscheidet der Leser und nicht der Autor.

Zur Gruppe, gern. Wir nennen sie unter uns die Bitcoin-Bande. Eine WhatsApp-Runde aus Familie, Freunden, Bekannten und Geschäftspartnern. Wir sind gerade mal 50 Leute. Kein Kanal, keine Reichweite, keine Follower. Nur Menschen, die sich kennen und einander dieses Thema zumuten. Über die Jahre ging es dort längst nicht mehr nur um den Kurs, sondern um Geld, Eigentum, Verantwortung, Familie, Zeit. Das Buch ist im Grunde das, was von acht Jahren solcher Gespräche übrig geblieben ist.

Einen schönen Sonntag
Robert

2 „Gefällt mir“

gleiches passiert auch von der anderen Seite, blau/braun, Ergebnis ist eine gespaltene Gesellschaft, was bis in die Familien reicht.
Mit dabei ist eine gehörige Portion Heuchelei und Doppelmoral. Anwürfe ohne jegliche Erklärung, Begründung. Man steht da und weiß zunächst nicht, was ist da gerade passiert.

2 „Gefällt mir“

Und von solchen Leuten wie Klingbeil erwartet man in Bezug auf die Abschaffung der Haltefrist genau was? Richtig: gar nix!
Deswegen kommen mir die Petitionsbemühungen zwar niedlich vor, aber ziemlich hart an der (SPD-)Realität vorbei.

Hallo matos8036,

danke, das ist ein guter Einwand, und beim ersten Punkt bin ich sofort bei dir.

dass Hayek irgendwie u.v.A. damit auch vor der ÖS gewarnt hat

Ja, und das finde ich das eigentlich Spannende. So wie ich Hayek lese, waren er und Mises sich in der Methode nicht ganz einig. Und wenn das stimmt, dann lässt sich sein Wissensargument schwer auf zentrale Planung begrenzen. Es wird immer dann unbequem, wenn aus abstrakter Theorie konkrete Aussagen über komplexe gesellschaftliche Abläufe werden, egal von welcher Seite. Vielleicht liest du das anders, dann würde mich interessieren wie.

Was mich dabei wirklich umtreibt: Wo verläuft die Grenze? Ab wann kippt eine Theorie von „hilfreiche Landkarte" zu „ich weiß schon, wie es ausgehen muss"? Ich habe darauf keine Antwort. Das gilt für jede Denkschule, die eigene eingeschlossen. Prüfbar bleiben ist mir wichtiger als recht behalten.

Keinen Plan zu zeichnen ist doch auch ein Plan.

Formal stimmt das. Der Gedanke, den ich bei Hayek mitnehme, ist trotzdem nicht „kein Plan", sondern eine Frage nach der Ebene. Jeder Mensch plant, jedes Unternehmen plant. Die Frage ist eher, wer plant was, auf welcher Ebene und mit welchem Wissen.

Ein Rechtsstaat legt fest, wie Eigentum erworben wird und wie Verträge gelten, ohne vorher zu bestimmen, was am Ende dabei herauskommt. Aber wo hört der Rahmen auf und wo beginnt die Steuerung? Ein Erbrecht ist noch Rahmen. Eine Erbschaftssteuer, die gezielt umverteilt, ist schon näher an der Steuerung. Und die Linie dürfte jeder woanders ziehen. Genau darüber lohnt sich das Nachdenken.

aber die Wissenschaft versucht es trotzdem und das finde ich sehr gut so

Ich auch. Was mir dabei durch den Kopf geht: Der Unterschied zwischen einem Forscher und einem zentralen Planer liegt vielleicht weniger im Wissen als in den Folgen eines Irrtums. Die falsche These wird verworfen. Die falsche Steuerung trifft Menschen, die nicht gefragt wurden, und lässt sich schwerer zurücknehmen. Ob das der entscheidende Unterschied ist oder nur einer von mehreren, weiß ich nicht. Freiwilligkeit, Reichweite und Umkehrbarkeit gehören sicher dazu.

aus diesem Wissen nach genug Zeit eine Schlussfolgerung und Handlungsrichtung zu ziehen

Da bin ich ganz bei dir. Zwischen „ich weiß nichts" und „hier ist der fertige Bauplan" liegt der ganze interessante Raum. Die Frage, die ich mir dabei stelle, ist, wie man handelt, ohne die eigene Unsicherheit zu vergessen. Und wer das am ehrlichsten hinbekommt, der Markt, die Wissenschaft, oder erst beide im Widerstreit. Da habe ich wirklich keine fertige Antwort, nur den Verdacht, dass die Reibung selbst schon ein Teil davon ist.

Einen schönen Sonntag :slightly_smiling_face:

1 „Gefällt mir“

Hallo hossanna,

den Frust verstehe ich, und ich glaube, er sitzt bei sehr vielen Menschen im Land genau so tief. Der Artikel trifft einen wunden Punkt, da widerspreche ich dir nicht.

Nur bei der Schlussfolgerung trennen sich unsere Wege. Wer von Klingbeil nichts erwartet und deshalb selbst nichts tut, hat ihm recht gegeben, bevor er überhaupt gehandelt hat. Genau darauf baut diese Sorte Politik. Sie braucht keine Zustimmung, sie braucht nur Menschen, die resignieren.

Bitcoin ist so gebaut, dass ich auf niemanden warten muss. Ich brauche keine Erlaubnis, um zu sparen, und keine Zustimmung, um mein Eigentum zu halten. Das ist kein Investment, das ist Widerstand, der ohne Erlaubnis auskommt. Eine Petition kann abgelehnt werden. Was auf meinem eigenen Node läuft, kann mir niemand verbieten.

Wer sich der Ausbreitung falscher Ideen nicht entgegenstellt, arbeitet an der eigenen Niederlage mit. Nichtstun ist keine neutrale Position. Wer sich ganz zurückzieht, überlässt das Feld denen, die es ohnehin schon haben.

Einen schönen Sonntag :slightly_smiling_face: :hand_with_fingers_splayed:

1 „Gefällt mir“

Absolut, da es so viele Faktoren gibt, die auf gesellschaftliche Abläufe Einfluss nehmen und mit dem Butterfly Effekt mit der Zeit möglicherweise viel mehr Einfluss haben als zuerst angenommen ist es schwer konkrete Aussagen zu treffen.

Allerdings denke ich auch, dass hier zwischen der Planung zwischenmenschlichen Handelns und physikalischen Begebenheiten die dieses Handeln eingrenzen unterschieden werden muss.

Wenn zwischenmenschliches Handeln geplant werden soll, trifft diese Komplexität voll zu, allerdings bei physikalischen Rahmenbedingungen nicht. Da ist nur die Unsicherheit der Theorie entscheidend.

Also nehmen wir z.B. Stalin/Mao, deren Problem war im ersten Schritt Wissenschaft aus Bequemlichtkeit zu „verbieten“ (Nicht bewusst, aber der Typ der ihnen alles gesagt hat was die Führer hören wollten hat widersprechende Wissenschaftler mundtot gemacht: Tofim Lyssenko)

Hier war also gar nicht so sehr das Problem, dass diese zwischenmenschliches Handeln selbst planen wollten, sondern die Physik bzw. biologischen Gesetze in dem Fall geleugnet haben.

Was ich im Moment problematisch sehe sind z.B. „Geisteswissenschaften“, die in Wahrheit ja keine Wissenschaften sondern Statistik über Meinungen ohne viel Aussagekraft sind.

Wahrscheinlich müssten Unsicherheiten besser ermittelt und angegeben werden.

Denn dann würde schnell klar, ob bei physikalischen Theorien oder geisteswissenschaftlichen Thesen mehr Unsicherheit zu erwarten ist.

Anhand dieses Wertes könnte eine Planbarkeit u. A. auch abgeschätzt werden.

1 „Gefällt mir“