Hallo zusammen,
die aktuelle Debatte um die Bitcoin-Haltefrist hat mich in den letzten Tagen noch einmal deutlich daran erinnert, warum ich dieses Buch überhaupt geschrieben habe.
Denn im Kern geht es bei Bitcoin aus meiner Sicht nicht nur um Kurs, Rendite, Technik oder Steuerfragen. Es geht um etwas Grundsätzlicheres:
Wem gehört unsere Zeit?
Wem gehört unsere Arbeitsleistung?
Was bedeutet Eigentum, wenn es politisch immer wieder neu definiert werden kann?
Und warum fühlt sich Bitcoin für viele Menschen nicht einfach wie ein Investment an, sondern wie eine Rückkehr zu etwas, das in unserer Gesellschaft verloren gegangen ist?
Ich möchte euch deshalb mein Buchprojekt zur Diskussion stellen:
Bitcoin und die 10 Gebote
Der Titel ist bewusst gewählt. Mir geht es nicht darum, Bitcoin religiös aufzuladen. Im Gegenteil. Einer der zentralen Gedanken des Buches ist, dass Bitcoin gerade kein Glaubenssystem ist.
Bitcoin verlangt keinen Glauben.
Bitcoin verlangt Prüfung.
Keine Priester. Keine Zentralinstanz. Keine politische Zusage. Kein „Vertrau uns“. Sondern Regeln, Konsens, Proof of Work, eigene Nodes, eigene Schlüssel und die Möglichkeit, selbst zu verifizieren.
Der Ausgangspunkt des Buches war eine einfache Beobachtung aus meinem Umfeld: Manche Menschen nehmen Bitcoin fast religiös wahr. Nicht, weil Bitcoin eine Religion wäre, sondern weil Gespräche über Bitcoin sehr schnell über das rein Technische hinausgehen. Plötzlich geht es um Wahrheit, Eigentum, Verantwortung, Familie, Staat, Geld, Zeitpräferenz, Freiheit und die Frage, auf welchem Fundament eine freie Gesellschaft eigentlich stehen kann.
Genau dort setzt das Buch an.
Es verbindet Bitcoin mit der Österreichischen Schule, mit der Kritik am ungedeckten Geldsystem, mit Fragen von Eigentum und Verantwortung und schließlich mit alten Werteordnungen, insbesondere den Zehn Geboten. Nicht im Sinne eines Ersatzes von Religion. Sondern als Versuch zu zeigen, dass Bitcoin bestimmte Prinzipien technisch sichtbar macht, die frühere Kulturen moralisch formuliert haben:
Wahrheit statt Täuschung.
Eigentum statt Zugriff.
Begrenzung statt Willkür.
Verantwortung statt Delegation.
Prüfung statt blindem Vertrauen.
Gerade in einer Zeit, in der in Deutschland über die Abschaffung der Haltefrist diskutiert wird und in der die EU über Regulierung immer stärker in den Kryptomarkt eingreift, scheint mir diese Perspektive wichtiger zu werden. Denn die steuerliche Frage ist nur die Oberfläche. Darunter liegt die viel größere Frage: Wird Bitcoin als Ausdruck von Eigentum, Sparen und persönlicher Souveränität verstanden, oder nur als weiteres Objekt politischer Zugriffsmöglichkeiten?
Das Buch ist frei online lesbar:
Mich würde eure ehrliche Einschätzung interessieren, besonders zu diesen Fragen:
- Trägt der Gedanke, Bitcoin nicht nur als Geldtechnologie, sondern als Wertearchitektur zu betrachten?
- Geht der Vergleich mit alten ethischen Ordnungen zu weit, oder hilft er, Bitcoin tiefer zu verstehen?
- Ist die Abgrenzung klar genug, dass Bitcoin keine Religion ist, sondern ein Werkzeug der Verifikation?
- Welche Kapitel würdet ihr einem Bitcoin-Einsteiger empfehlen?
- Wo seht ihr Schwächen, fehlende Gegenpositionen oder Stellen, die schärfer formuliert werden müssten?
Ich freue mich ausdrücklich über Kritik. Gerade hier im Blocktrainer-Forum, weil viele Bitcoin nicht nur als Asset sehen, sondern als tiefgreifende Veränderung unseres Verständnisses von Geld, Eigentum und Verantwortung.
Viele Grüße
Robert