Ich mache mir gerade Gedanken über die Langzeitspeicherung für Bitcoin, vielleicht hat sich damit ja schonmal jemand hier intensiver auseinandergesetzt.
Hintergrund ist, dass sich in der näheren Verwandtschaft Nachwuchs ankündigt. Meine Überlegung ist, hier zur Geburt eine Schenkung vorzunehmen, um durch Ausnutzung der Freibeträge eine spätere Erbschaftssteuer sparen zu können. Meine Freundin schenkt ganz traditionell Geld, das dann auf einem von den Eltern treuhänderisch verwalteten Konto für den Nachwuchs angelegt wird, idealerweise am Kapitalmarkt.
Ich würde meinen Teil natürlich direkt in Bitcoin beitragen.
Diese Bestände wären bis zum Erreichen der Volljährigkeit bzw für ca. 20 Jahre eingefroren und können dann verwendet werden. Bei einem normalen Finanzprodukt kein großes Problem, dafür gibt es diverse Möglichkeiten und rechtssichere Konstruktionen. Bei Bitcoin bin ich mir da nicht so ganz sicher. Für eine (Wallet)Technologie sind 20 Jahre doch ein ziemlich langer Zeitraum.
Ich könnte natürlich die Bestände einfach selbst verwalten und erst in 20 Jahren auszahlen/übertragen, das wäre aber rechtlich mindestens unsauber, weil die Eigentumsübertragung Voraussetzung einer Schenkung ist. Mit Bitcoin time lock habe ich mich noch nicht tiefer auseinander gesetzt und bin mir da auch nicht sicher, ob das wirklich eine gute Idee wäre. Einfach alles auf eine heute erhältliche HW Wallet packen und die wegschließen? Was, wenn diese Wallets durch zukünftige Entwicklungen unsicher werden und die Bestände auf neue Adressen transferiert werden müssen?
Inwiefern sich die Eltern da onboarden lassen, muss ich noch herausfinden und klar: das hätte seine Vorteile. Nur soll Bitcoin ja eine finanzielle Absicherung bieten, die zusätzlich zu und außerhalb von allem existiert, was das Elternhaus selbst leisten kann.
Ich denke zwar schon, dass man auch in 20 Jahren noch problemlos auf USB Geräte zugreifen können wird und es auch Lösungen für längst obsolete Wallet Software geben wird aber das wird vielleicht nicht trivial sein und naturgemäß Betrüger anziehen. Vielleicht bin ich dann selbst auch nicht mehr da, you never know. Früher wäre eine “Paper” Wallet das Mittel der Wahl gewesen, muss ja nicht Papier als solches sein, das scheint mittlerweile aber überholt zu sein.
Hat sich damit schonmal jemand von euch beschäftigt und wenn ja: mit welchen Ergebnissen?