Bitcoin Transaktionen zurück verfolgen

Hallo,

folgende Frage zur Zückverfolgung von Bitcoin-Transaktionen. Natürlich ist die gesamte Bitcoin-Blockchain offen und jede einzelne Transaktion kann gesehen werden. In diesem Zusammenhang wird oft erwähnt, dass es theoretisch ganz einfach ist jede Transaktion zurück zu verfolgen. Bisher habe ich das nie in Frage gestellt. Allerdings ist mir neulich bei einer Unterhaltung etwas durch den Kopf gegangen, dass es eventuell nicht so einfach ist, da ja die Bitcoin nicht nummeriert sind.

Bsp.: Es soll ein Bitcoin von einer Adresse1 zurückverfolgt werden. Man kann rückverfolgen von welcher Adresse2 die Transaktion kam. Auf dieser Adresse2 liegen allerdings 10 Bitcoin und im Verlauf der Transaktionen sind mehrere Bitcoin von verschiedenen AdressenX eingegangen und wieder ausgegangen. Wie will also jemand, der den Bitcoin von Adresse1 rückverfolgen, von wann und von welcher AdresseX dieser BTC auf Adresse2 gekommen ist, bevor er zu Adresse1 transferiert wurde?

Außerhalb dieses Beispiels wird das Ganze ja noch schwieriger, da ja auch nur einzelne Satoshis verschickt werden können, bzw. der BTC aus Adresse1 sich auch aus mehreren kleinere Transaktionen auf Adresse 2 zusammengesetzt haben könnte.

Habe ich hier einen Denkfehler?

Sollte sich diese Frage eignen und es sich nicht nur um einen Denkfehler meinerseits handeln, kann sie auch gerne als Frage bei Frag den Trainer beantwortet werden. :upside_down_face:

Grundlegend ein guter Gedanke. Wäre da nicht UTXO.

Denn in wirklichkeit, gibt es gar keine Bitcoin :hugs:
Eigentlich gibt es nur unspent transaction outputs (UTXO). Also einen Wert, der NICHT ausgegeben wurde.
Angenommen, dir schickt jemand 1 BTC und dieser liegt auf deiner Wallet, dann ist das eigentlich ein UTXO.

Diesen kannst du jetzt jemandem schicken und genau daran kannst du auch genau zurückverfolgen, wo der BTC her gekommen ist.

Interessanter wird es aber, wenn du nicht den ganzen Wert weiter schickst.

Jetzt hast du ein UTXO von 1 BTC, möchtest aber jemandem nur 0,1 BTC schicken. Dann geht eine Transaktion raus und splittet deine UTXO. 0,1 gehen an die Adresse von der Person an die du schickst und 0,9 (minus Netzwerkgebühr) gehen als NEUE Transaktion zurück an deine Adresse.
Also quasi schickt deine Adresse sich selbst den Restbetrag an UTXO.

Und genau so, kannst du dich durch die gesamte Kette hangeln.
Hier Mal ein Beispiel aus dem Blockexplorer:

Quelle:
https://www.blockchain.com/btc/block/0000000000000000000f18f7242edccb36cc51319083fced0a315cee0bd27d92

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Ah, das wusste ich nicht. Ist das bei ETH die gleiche Funktionsweise?

Nein, ETH arbeitet mit Account basierten Transaktionen.
Da funktioniert das ganze anders.
In etwa so:
Du hast 5 ETH und schickst mir einen.
Das System reduziert deinen Bestand auf 4 ETH und erhöht meinen Bestand um 1 ETH.

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Es gibt mehrere Möglichkeiten eine Rückverfolgung zu erschweren.

  • Benutze keine Adresse zweimal, sprich wenn du Bitcoin empfängst gibt dem Sender immer eine neue Adresse sogar wenn es dieselbe Person ist
  • Mache soviele on-chain Transaktionen wie möglich. Je mehr Transaktionen es gibt und je mehr mögliche Pfade gibt es und je schwerer wird es eine Transaktion zurückverfolgen
  • Benutze eine Wallet welche die Zahlung und das Rückgeld in viele kleine UTXO aufteilt. Dies hat zur Folge, dass man nicht mehr wissen kann was die Zahlung war und was an dich zurück ging.
    Zum Beispiel du hast 1 Bitcoin und möchtest jemandem nur 0.2 Bitcoin senden.
    Deine Wallet kann 2x 0.1 Bitcoin an zwei unterschiedliche Adressen, welche beide dem Empfänger gehören, senden.
    Und das Rückgeld kann die Wallet mittels 8x 0.1 Bitcoin zurücksenden, natürlich an 8 verschiedene Adressen welche aber alle dir gehören.
    Handcash auf BSV hat zum Beispiel begonnen dies zu tun.
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