Bitcoin ist Zeit (der Gigi)

Hallo, ich arbeite mich gerade auf der Blocktrainer-Homepage durch den Text: „Bitcoin ist Zeit“ durch, wo es heißt: „Das Geniale an Bitcoins schwierigkeitsabhängigem Proof-of-Work ist, dass es seine eigene Realität schafft, zusammen mit seinem eigenen Raum und seiner eigenen Zeit.“

Da es ja in den Proof of Stake Blockchains auch Blockzeiten etc. gibt wollte ich nun mal fragen, wo hierbei die Unterschiede liegen und ob (was ich glaube) Bitcoin hier sich im positiven Sinne unterschiedet.

Viele Grüße

Robert

Wie du selbst ja bereits schon bemerkt hast, würde das Konstrukt „Blockchain“ ohne Blöcke ja überhaupt nicht existieren können.

Wie groß die Blöcke sind und wielange die Blockzeit ist, bestimmt auch maßgeblich die Datengröße der gesamten Kette.

Wenn wir z.B. Bitcoins mit Cardanos Blockzeit vergleichen, die glaube ich bei um die 20 Sekunden liegt, sofern ich mich richtig erinnere und wenn wir mal den Fakt aussen vor lassen, dass bei Cardano die Chain in Shards im Netzwerk aufgeteilt ist, dann wäre Cardanos Blockchain mittlerweile bereits um einiges größer als die von Bitcoin was natürlich durch Inflationsbug o.ä. in der Zukunft von Entitäten ausgenutzt werden könnte, weil niemand mehr eine Node laufen lassen könnte, weil zu groß.

Nun muss man aber natürlich sagen, dass dafür Sharding existiert und ich war von Sharding Tech auch wirklich anfangs sehr fasziniert und angetan aber macht es das Netzwerk in meinen Augen nur unnötig kompliziert. Und je komplizierter etwas ist, desto mehr Fehler können sich einschleichen und desto schwieriger ist es echte Dezentralität zu schaffen auf lange Sicht oder überhaupt… da sollte man sich Fragen, ob unter so einem System die Blockchain Technologie wirklich sinnvoll ist.

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Ok, danke schonmal für die Antwort, allerdings frage ich nochmal anders: Warum könnte der Titel nicht „Blockchains sind Zeit“ heißen, was unterscheidet Bitcoin hier wesentlich von anderen Chains?

Bei Proof of Stake fließt keine Arbeit in die Blockchain. Das bedeutet das sie von (den Reichsten) beliebig manipuliert werden kann.

Dies hat zu Folge, das man diese Blockchains nicht als Beweis der Unumkehrbarkeit nutzen kann.
(siehe das Beispiel mit dem Foto von der aktuellen Zeitung)

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Durch Proof of Work schaffst du eine Zeitmessung die von einer externen Referenz unabhängig ist.

Man könnte analog auch sagen, dass ein Kondensator oder Quarz in einem Schwingkreis innerhalb seines Netzwerks eine Zeiteinheit definiert.

In beiden Systemen entsteht ein Takt durch das hinzuführen von Energie.

Das heißt, du brauchst keine externe Uhr, um einen Takt zu erzeugen. Jetzt gibt es folgende Einschränkung bei Bitcoin: Je mehr Energie verbraucht wird, desto kürzer wird der Takt. Da wir aber eine Referenz in der physischen Welt haben wollen, soll sich der Takt ungefähr an der angestrebten Blockzeit von 10 Minuten orientieren. Das macht den Takt für uns leichter handhabbar. Der Takt selbst entsteht aber durch die Mechanismen im Netzwerk und nicht durch eine externe Uhr aus der physischen Welt.

Diese Mechanismus funktioniert bei Proof of Stake nicht. Es kann zwar ein Konsens über Zeit hergestellt werden, der beruht aber immer darauf, dass auch ein Konsens über die externe Referenz a priori existiert. Z.B. bei Cardano ist es essentiell, dass die Uhren der Nodes nur sehr gering voneinander abweichen.

Wie gesagt, bei Bitcoin ist die externe Referenz nur aus praktischen Gründen notwendig, sozusagen als variabler Faktor der Zeiteinheit. Die Anforderungen an die aus der physischen Welt referenzierten Zeitstempel sind nicht sehr streng – das leuchtet auch ein, weil es bei einer Blockzeit von 10 Minuten kaum eine Rolle spielt ob der Zeitstempel im Block Header um eine Minute abweicht.

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Wow, klasse erklärt, bin immer wieder beeindruckt über das Know-How hier, danke Jungs!

@Makowski

Mit dem Mechanismus ist die Difficulty alle 2016 Blöcke gemeint, richtig?

Ja, genau. Alle 2016 wird die Difficulty angepasst, damit die Blockzeit etwa 10 Minuten beträgt.

P.S.:
Der Takterzeugende Mechanismus ist das Mining selbst – ein Zufallsprozess, bei dem durchschnittlich alle n Minuten ein Block entsteht. Der Faktor, der n an 10 Minuten angleicht, ist das difficulty adjustment.