halt ihn nicht für dümmer als er war.
Du hast offensichtlich den Satz nicht bis zum Ende gelesen. Es war eine rein politische Aussage.
Richtige Lesart ist, dass die Rente als solches sicher ist - unabhängig von der Ausgestaltung. Selbst bei Rentenhöhe 0,00 könnte sie mit irgendwas verknüpft sein, wie zb. Steuervorteile, meinetwegen auch freier Busfahrt ![]()
Gut, aber dann müsste man ihm arglistige Täuschung bzw. rhetorische Manipulation unterstellen. Und das möchte sicherlich keiner.
nein. warum?
Wann war das?
Oktober 97, also vor knapp 30 Jahren, ganz andere Voraussetzungen als heute.
Da waren zwischenzeitlich eine ganze Reihe von Rentenreformen (Reförmchen) dazwischen
Du hast es ja selber geschrieben, über Höhe und Auskömmlichkeit wurde sich damals schon ausgeschwiegen.
Warum macht man das, wenn man sich seiner Sache so sicher ist? Vielleicht war man sich seiner Sache ja doch nicht so sicher, wollte aber keine schlafenden Hunde wecken? Oder wie Thomas de Maizière mal sagte: Wir wollen die Bevölkerung nicht verunsichern.
da musst die damals handelnden fragen.
Ich erinnere mich, die Frage der Tragfähigkeit stellte sich schon damals (siehe auch von mir genanntes Jahr 1978).
Die nachfolgenden Reformen machten es nicht besser, ausser dass die Rentner jeweils erneut beschissen wurden. Diese Folgereformen können aber Blüm nicht angelastet werden.
Blüms Aussage ist in der Kategorie zu sehen, wie in der Finanzkrise, dass die Sparguthaben sicher sind.
Das sind alles Fragen, die keine Einzelperson regeln kann, da sind starke Gruppen und Parteien mit ihren Interessen im Spiel. Siehe auch die Rentendiskussion der letzten Monate
Kann mir vorstellen, dass Blüm deswegen das Gesicht der Kampagne war, weil er auch sonst innerhalb und außerhalb der CDU als sehr sozial galt. Ich glaube, er gehörte sogar dem linken Flügel an. Er fungierte dann als „Tranquilizer der Massen“.
Nichtsdestotrotz musste den Politikern vom Fach bereits längst klar gewesen sein, selbst 1978, dass das Rentenkonstrukt, von Bismarck im 19. Jahrhundert angestoßen, auf lange Sicht so nicht mehr funktionieren kann. Die Geburtenrate war damals schon im Sinkflug begriffen. Stichwort Pillenknick und sinkende Fertilitätsrate.
klar doch.
aber was machst, wenn am Tischtuch an jedem Zipfel eine starke Gruppe zieht, jeder beteiligte nur an seiner Klientel interessiert?
Den im endeffekt betroffenen Rentner (fast alle am hinteren Ende) interessiert dabei keinen, ist ja in weiter Ferne und in Frankreich sind wir auch nicht.
Arbeitgeberseite will wenig zahlen,
Arbeitnehmer will will wenig zahlen, aber mehr bekommen,
Gewerkschaft will, dass Arbeitgeber mehr zahlen, der Arbeitnehmer weniger zahlen muss, aber mehr bekommt,
SPD sieht zwar alles, ist aber von der Gewerkschaft gefangen,
FDP sieht hauptsächlich den Arbeitgeber,
Union ist etwas gespalten,
Sozialverbände wollen mehr von allem,
…
…
..
Blüm war Gewerkschafter und CDU-Mitglied, vermutlich CDA, also Arbeitnehmerflügel
Vielleicht sollte man den Fokus man weg von den Gewerkschaften, Arbeitgebern und Arbeitnehmern lenken und stattdessen das „Spotlight“ mal auf den deutschen Staat richten? Jahr für Jahr werden immer mehr Steuern eingenommen - und verpulvert.
Das Tischtuch mit 4 Ecken aus AG, AN, Gewerkschaften und Politik hat definitiv Schlagseite aus der Politik-Ecke.
Der deutsche Staat nimmt jährlich nahezu eine Billion Euro (ca. 948 Milliarden Euro für 2024) durch Steuern von Bürgern und Unternehmen ein, die er dann über verschiedene Kanäle verteilt, wovon allein für Sozialleistungen wie Bürgergeld in 2024 fast 47 Milliarden Euro verwendet wurden, wobei der Staat insgesamt rund 1,3 Billionen Euro für soziale Zwecke aufwendet, ein Drittel davon direkt aus dem Staatshaushalt stammt.
zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Staat der Rentenversicherung ca. 930 Mrd€ schuldet, eine Summe, die viele Probleme lösen wurde.
Nebenbei schuldet der Staat Milliarden der Gesetzlichen Krankenversicherung, genau genommen, den da versicherten. Viele Probleme der Kassen wären gelöst, wenn er angemessene Beiträge z.B. für neudeutsch Grundsicherungsempfänger und Empfänger von Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz leisten würde .
Viele Probleme beider Sozialversicherungssysteme wären gelöst, wenn der Staat die diesen Trägern zugewiesenen Gesamtgesellschaftlichen Aufgaben erstatten würde.
Viele Probleme wären gelöst, wenn der Staat da überall die Finger rauslassen würde und Selbstverwaltung ernst nehmen würde.
