Arbeitsbedingungen und Umweltbewusstsein

Hallo Leute!
Ich habe zwei Fragen, bei denen ihr mir vielleicht helfen könntet.

  1. Könnte unter einem harten Geld nicht an Arbeitsbedingungen gespart werden? (China kann jetzt ja auch effizienter produzieren als wir)
  2. was wären Anreize für Unternehmen sich umweltbewusst (z. B. CO₂ Ausgleich) zu verhalten?
    Ich freue mich über Unterstützung :slight_smile:

Kannst Du das, der Frage zugrunde liegende, Argument etwas ausführen?

Wodurch soll hartes Geld zu einer Einsparung Arbeitsplätzen führen? Durch welchen Anreiz, welchen Mechanismus?

Anreize entstehen zum Beispiel durch die Nachfrage nach CO₂-neutralen Gütern und Dienstleistungen. Ggfs. durch eine Bepreisung von THGs, wobei das - wenn nicht die ganze Welt an einem Strang zieht - für Abwanderungen von Produktionen führen könnte.

Für mich liegt der Schlüssel zur Nachhaltigkeit, den Bitcoin formen kann, in der Reduktion des Konsums allgemein.

Der Anreiz, sich viele überflüssige Dinge zu kaufen, weil die Inflation sonst die erarbeiteten Werte vernichtet, sinkt.

Der Anreiz, bewusst zu konsumieren wächst, weil Erspartes eine erhöhte Kaufkraft in der Zukunft haben wird.

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Ergänzend ergibt sich aus Bitcoin ein Anreiz erneuerbare Energien an Orten zu erschließen, an denen Energie einfach „anfällt“. Beispiel: Wasserfall im Nirgendwo.

Normalerweise gebe es kein Interesse dort Infrastruktur zu schaffen. Bitcoin ist es allerdings egal, von wo aus Hashrate zur Verfügung gestellt wird. Da Bitcoin nach den günstigsten Stromquellen sucht, ist es alles andere als unwahrscheinlich, dass es solche Kraftwerke geben wird (die diese Nachfrage befriedigen werden).

Gleichzeitig ermöglichen die Kraftwerke später eine potentielle Besiedlung des Gebietes, da die Stromversorgung bereits gewährleistet ist.

Hierzu noch einschränkend: Die Kaufkraft erhöht sich (unter einem Bitcoinstandard) nur noch entsprechend des Wirtschaftswachstum. Bitcoin stellt allerdings (fast) sicher, dass nicht auf Pump konsumiert wird, da die wenigsten ihre Bitcoin verleihen werden, um jemandem den Konsum zu finanzieren. Vielmehr wird Gespartes vermutlich für Investitionen genutzt werden, die potentiell einen Mehrwert schaffen.

Ich stimme Dir aber voll zu, dass während der ganzen Adaptionsphase die Kaufkraft stark steigt und innerhalb dieser Phase der Anreiz extrem hoch ist auf Konsum zu verzichten. Wobei man eben auch sagen muss, dass nicht jeder Konsum schlecht ist.

Aktuell kann man auch davon ausgehen, dass manch ein rationaler Akteure darauf verzichtet einen Solarpark zu installieren, weil er höhere Renditechancen in Bitcoin sieht. @Makowski hatte das mal sehr treffend auf den Punkt gebracht. Aktuell steht eigentlich alles in Konkurrenz zu Bitcoin und muss sich daran messen lassen. Insofern gibt es auch Phänomene, dass (potentiell „gute“, für die Gesellschaft wichtige) Investitionen in die Zukunft verschoben werden, da Bitcoin aktuell die besseren Renditechancen bietet. (Wie siehst Du das, @Makowski?)

Das ist für mich der größte Punkt.
Heute kauft man sich einfach eine neue Waschmaschine, wenn die alte nicht mehr läuft.
Die Kosten einer Reparatur sind zu hoch. Bekomme ich für 300€ eine neue Maschine, werde ich nicht für 200€ reparieren.

Mit einem deflationären Geld ist das anders. Da repariere ich lieber für 200€ und spare die 100€, weil sie im Wert steigen.

Die Menschen werden von ganz allein aufhören, den ganzen Chinamist zu kaufen.

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Das ist im Grunde genommen das Argument der konservativen Ökonomen, nämlich dass Deflation die Investitionen und damit das Wachstum abwürgt.

Das halte ich durchaus für möglich, wenn auch nur vorübergehend. Der Prozess hängt vom Bitcoin Preis (bzw. der Marktkapitalisierung) ab. Derzeit ist Bitcoin natürlich zu klein. Am anderen Extrem steht die Hyperbitcoinisierung. Die angesprochene Dynamik der Investitionszurückhaltung und Flucht in Bitcoin beschleunigt natürlich die Hyperbitcoinisierung, die dann schließlich Erholung bringt.

Ich denke deshalb, dass ein Zeitraum, in dem Bitcoin global und signifikant für Investitionszurückhaltung sorgt, sehr kurz wäre. In einem solchen Szenario, also dem Zerfall sämtlicher Währungen würde man den Kollaps auch kaum Bitcoin anlasten.

Im Übrigen ist das Halten von Assets zum Werterhalt und nicht mit Investitions- und Renditeabsicht auch jetzt schon allgegenwertig.

Das ist es eben - so sehe ich das auch.

Deshalb bin ich allerdings auch mit solche Formulierungen vorsichtig, wie von @GBC gerade:

Bitcoin ist eben nicht deflationär, sondern erstmal nur limitiert.

Es wird natürlich in der Adaption deflationär erlebt, da es einen Kaufkraftzuwachs erfährt. Das liegt aber an der steigenden Nachfrage am Asset selbst und nicht an einer Reduktion der BTC.

Langfristig stellt sich eine Deflation nur ein, wenn Menschen den Zugang zu ihren Coins verlieren. Und eine Preisdeflation erleben wir nur, wenn das Angebot an Waren und Dienstleistungen steigt.

Damit wieder zurück zu @Makowski.

Ich rechne tatsächlich damit, dass es einen kurzen „Investitionsaufschub“ geben wird. Ich gehe allerdings (so wie Du glaube ich auch?) von einer Adaption a la gradually, then suddenly aus. Insofern denke ich auch, dass der Zeitraum überschaubar sein wird.

Mit steigender Adaption und steigendem Bitcoin-Preis und sinkender Renditechance, werden, aus meiner Sicht, Menschen zunehmend ihren Vermögenszuwachs für Investitionen nutzen. Wobei sich das natürlich auch an der Preisentwicklung von Waren und Dienstleistungen orientieren wird. Und damit an der Produktivität aller anderen Menschen.

Am Ende steht dann jedenfalls, wie Du auch sagst:

Hier muss ich ‚nur‘ das Wachstum des Marktes schlagen.

Wenn Waren und Dienstleistungen unverändert blieben, dann könnte ich mich nicht auf dem Wertzuwachs meines Vermögens ausruhen. Insofern gebe es einen Anreiz zu investieren.

Je stärker die Gesamtwirtschaft wächst, desto eher fühlen sich Menschen in ihrer Strategie zu sparen bestätigt. Aber Sparen geht dann mit dem Risiko eines Verlustes der Kaufkraft einher, sofern es einen Rückgang der Wirtschaftsleistung gibt.

Eine sehr vermögender Mensch schafft dann aus meiner Sicht mit Investitionen auf eine schöne Art für viele Wohlstand.

Einmal egoistisch motiviert. Durch Einnahmen, die er generiert und zusätzlich durch sein Vermögen, dass an Kaufkraft gewinnt, weil er zum Wachstum von Waren und Dienstleistungen beiträgt. Gleichzeitig belohnt er damit auch alle Sparer:innen und ermöglicht ihnen es leichter Investitionen zu tätigen.

Ich könnte mir auch eine positive Investionsspirale vorstellen. Alles wird immer günstiger, Unternehmungen könnten damit ein Stück weit weniger risikobehaftet sein, entsprechend gebe es vielleicht mehr, die den Schritt wagen und weiter dafür sorgen, dass alles weiter günstiger wird.

Auf einem endlichen Planeten mit Menschen mit einer endlichen Zeit pro Tag wird sich da sicher eine Sättigung einstellen, aber ich könnte mir eine richtige Blütephase als Teil/am Ende der Erholung vorstellen.

Konsens.

Und ich denke es eben auch ein gutes Recht. Das schöne ist, dass Bitcoin endlich dieser zukunftssichere Wertspeicher. Eine Art Versicherung für die Zukunft. Für schlechte Zeiten. Und daraus ergibt sich auch eine Menge Wert. In einer wachsenden Wirtschaft werden natürlich Sparer:innen ziemlich belohnt. Aber dadurch, dass die Welt nicht naturgegeben wächst, sondern die Menschen Arbeit verrichten müssen, vertraue ich darauf, dass sich ein gesundes dynamisches Gleichgewicht einstellen wird.

Zum Wert des Sparens zum Abschluss noch ein Artikel für interessierte, den ich mal ganz spannend fand.

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