Allgemeine Info/Meinungen zum Thema Geld/Wertanlage

:information_source: Diese Kategorie ist für Themen, die nichts mit Bitcoin zu tun haben, also komplett „Off-Topic“ sind. Nutze ansonsten die Kategorie Diskussionen.

Ich habe von meinem Opa ein aktiv gemanagtes Depot bei der Commerzbank vererbt bekommen. Nun sehe ich mich in der Verantwortung mich mit dem Thema Wertanlage auseinanderzusetzen. Das Depot hat im Zeitraum von 2016 bis jetzt eine prozentuale Wertentwicklung von 41,65%. Ich weiß, dass dies ein Forum für Bitcoin/Kryptowährung ist und eigentlich nichts mit Aktien zu tun hat. Da ich mich jedoch breit über Anlageformen informieren möchte bzw. ein breites Meinungsspektrum abdecken möchte würde es mich sehr interessieren wie die prozentuale Wertentwicklung eingschätzt wird, wie allgemein die Anlageform beurteilt wird bzw. was andere Anlagemöglichkeiten wären und welche Vor- und Nachteile es hierbei gibt.

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Sehr gut!
Zunächst erstmal besteht kein dringender Handlungsbedarf, mach alles ganz in Ruhe, umfassend informieren ist supergut und fälle am Ende deine eigenen Entscheidungen, mit denen du dich selbst wohl fühlst.
Es gibt da draußen sehr sehr viele, die dir erzählen möchten, dass du lieber hier oder dort oder am besten in genau das bestimmte Produkt investieren sollst. Meistens oder fast immer war das im Nachhinein keine gute Idee.

Ganz allgemein:

  • die bisherige Struktur des Depots ist wahrscheinlich eher auf Sicherheit ausgelegt und die Rendite ist selbst dafür nicht besonders gut
  • wenn man selbst nicht zum aktiven Trader werden möchte, ist ein breit gestreutes Portfolio in passive Aktien-ETFs eine anerkannt gute Option. Recht neutrale und ordentlich recherchierte Infos dazu findest du auf dem YouTube Kanal „Finanzfluss“
  • später kann man sich dann gerne noch mit Anlageformen wie Edelmetallen, Bitcoin oder Immobilien beschäftigen

Aber nochmal und ganz wichtig. Mach alles ganz in Ruhe und triff keine überhasteten Entscheidungen.

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Beginnen sollte man mit der Erkenntnis, dass man mit einer nominalen Wertentwicklung von 41,65%, inbes. unter Berücksichtigung des Steuerabzugs im Falle des Verkaufs, die Kaufkraft seines vor 10 Jahren eingezahlten Kapitals nicht erhalten hat. Eine reale Wertsteigerung hat sowiso nicht stattgefunden. Das „aktive Depotmangement der Commerzbank“ war jedenfalls nicht mehr als ein Werbeversprechen. Insofern sollte man sich keine „Nominalwertillusion“ machen.

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Ist das inklusive oder exklusive Gebühren?

ich denke dass die Frage ist für sie irrelevant.
Fakt ist, dass für rund 10 Jahre Anlagezeit 41% dürftig ist (abhängig davon, wie angespart wurde).
Wichtig ist, dass sie sich jetzt die richtigen Gedanken macht um nicht gleich in die nächste Falle zu tappen.

Aktiv gemanagtes Depot bedeutet zu oft und im Zweifel Rein/Raus Gebühren erzeugen → Gewinn für den Manager, Anleger ? Sein Problem.

Wenn sie das so weiterlaufen lassen will, finde ich das schon relevant?! :man_shrugging:

Ich würde das Depot auflösen und in weltweite ETFs, BTC und Gold umschichten.

Aktiv gemanagete Depots braucht nur der Manager

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Jetzt auf einen Schlag alles umschichten halte ich für Riskant bzw. den falschen Zeitpunkt!

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richtig, war ja noch nicht fertig :rofl:

Aber Schnellschüsse sind ähnlich schädlich.
Auch steuerliche Aspekte sind zu berücksichtigen. Bei der Erbschaft gilt die Fußstapfentheorie, also Ertragsversteuerung bei Veräusserung - auch ist zu prüfen, ob ggf Altbestand dabei ist.

U.U genügt auch einfach Depot-/Verwalterwechsel

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Wie gesagt, kommt halt drauf an was Opa wollte. Vielen Menschen, gerade im Alter, ist maximale Sicherheit wichtiger als Performance. Volatilität gegen Null als Ziel.

Und ja, aktiv gemanagt bedeutet hohe Gebühren und selten eine bessere Rendite als der Indexfonds. Aber die ist halt auch nicht immer gefordert…

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Es ist eigentlich unmöglich, hier ad hoc einen verantwortungsvollen Ratschlag geben zu können. Persönliche Anlage hängt von unzähligen persönlichen Faktoren ab, angefangen von der Vermögenshöhe, Alter, laufendem Einkommen, laufenden Ausgaben, Risikopräferenzen, familiäre Belange, Krankheit/Gesundheit, momentaner Stand des eigenen Finanzwissens bis hin zu der Frage, welche Bereitschaft und Zeit, Lust und Befähigung man hat, sich langfristig mit Finanzen oder Finanzwissen überhaupt zu beschäftigen.

An sich kann ich daher an dieser Stelle nur zur langsamen, stetigen Aneignung eigenen finanziellen (aber auch wirtschaftlichen und politischen) Wissens raten. Z. B. einige You-Tube-Kanäle, die da weiterhelfen, sind:

Hörst Lüning (viele Themen, meistens Wirtschaft, Finanzen, Politik)

Anixocapital (Schwerpunkt Edelmetalle, Rohstoffe, Minenaktien)

Blocktrainer (Schwerpunkt Bitcoin)

Mario Lochner (Schwerpunkt Aktien, ETFs)

Erichsen (Schwerpunkt Aktien)

Prof. Christian Rieck (Spieltheorie, häufig im Zusammenhang aktueller Wirtschaft, Politik)

HKCM (Schwerpunkt Chartanalyse. Wenn man sie denn haben will)

Auch wenn ich (eigentlich selbstverständlich) keinen dieser Kanäle ganz ohne Kritik, teilweise auch nur eingeschränkt empfehlen kann, sind sie auf jeden Fall alle interessant, horizonterweiternd sowie weiterführend und -bildend.

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Vielen dank für die ganzen Rückmeldungen und Informationen! Da ich persönlich noch sehr wenig Wissen bezüglich Anlagen habe fand ich es interessant zu hören wie die Wertentwicklung des Portfolios eingeschätzt wird und auch die Tipps zu Informationsplattformen sind sehr gut! Ich habe mich schon versucht etwas in das Thema aktiv gemanagte Depots einzulesen und komme im großen und Ganzen auf die Ansicht, dass sich das in den meisten Fällen nicht rentiert. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass die Wertentwicklung jetzt nicht für das aktive Management spricht würde ich diese gerne auflösen. Muss man hierbei etwas beachten? Oder bleibt es dann einfach erstmal bei den Aktien/Fonds zum Zeitpunkt der Aufkündigung des Managements und ich muss mir dann Gedanken machen, ob ich diese so behalten möchte oder in andere Aktien bzw. Anlageformen investieren möchte?

Richtig, aktive Fonds verschlingen Gebühren, die teilweise über 30-fach so hoch sind, wie die Gebühren von “passiven” ETFs, dabei gelingt es fast keinem aktivem Fond zuverlässig, den ETF VOR Kosten zu schlagen. Gerd Kommer ist hierzu eine gute Quelle bzw. seine Bücher.

Thema Steuern auf jeden Fall. Je nach Situation und Höhe der Anlagen könnte es schlauer sein, nicht alles auf einen Schlag zu verkaufen, normal sollte aber die Steuer von der Bank einbehalten werden, kannst also nicht viel falsch machen.

Genau so :index_pointing_up:würde ich es machen.

Da Bitcoin das bessere Gold in meinen Augen ist, würde ich jedoch Gold nur geringfügig kaufen. ETFs auf jeden Fall “passiv” und “All World” bzw. “MSCI World”. Ob du mit den Schwankungen von Bitcoin umgehen kannst weiß ich nicht, könnte aber das lohnenste Investment sein.

Andere Anlageklassen wie Anleihen oder Immobilien könnten im höheren Millionenbereich auch eine Rolle spielen. Aber da kann ich leider nicht mitreden :sweat_smile:

Was genau müsste Steuertechnisch berücksichtigt werden bzw. was sind da die Hürden oder mögliche Fallen?

in der Überschrift hast du Geld/Wertanlage geschrieben .
Ich würde zuerst beim Geld anfangen . Geld ist die Grundlage . Du solltest dich zuerst über die grundsätzlichen Eigenschaften von Geld informieren , Das klingt erst mal „blöd“ oder „trivial“ , Aber es sehr wichtig zu wissen und zu verstehen wie „unser“ Fiat-Geld funktioniert . Was ist Geld ? Welche Eigenschaften muss Geld haben? Welche „Funktionen“ hat Geld. Wie wird Geld erschaffen ? Wer kontrolliert das Geld ?.
Ich sage es schon mal vorab, Bitcoin ist ein anderes Geld als das „übliche“ Fiat-Geld .
Bitcoin ist ein Geld welches völlig ohne Banken und Staaten funktioniert .
Aber ganz wichtig : Nur Bitcoin ! . Keine andere Kryptowährung . Wirklich nur Bitcoin ! Alles andere (Krypto) ist „Fiat“ .

Also , wie „funktioniert“ unser aktuelles Fiat-Geld ? welche Vorteile und welche Probleme hat das Fiat Geld ? Warum gibt es Bitcoin ? Warum wurde Bitcoin eigentlich erfunden ? Welche Probleme kann Bitcoin lösen und was sind die „Nachteile“ von Bitcoin ?
Ich fasse zusammen: vor der Geldanlage kommt das Geld . „Fiat-Geld“ hat „systembedingte“ Nachteile und Probleme. Bitcoin ist ein unabhängiges und eigenständiges Geld . Nur Bitcoin . NICHT „Kypto“.

Anlageberater und Bankberater kosten Geld. Banken und Versicherungen beraten immer in ihrem eigenem Interesse . Die Finanzwelt befindet sich seit dem Start von Bitcoin im Jahr 2009 , im Wandel .
Es gibt sogar schon eine Bank die Bitcoin Beratung anbietet .

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Hab mein Portfolio (aktuell 45 Positionen) mal diesbezüglich durchgesehen und ein Beispiel-ETF für Jedermann rausgesucht.

Hier ein teils “aktiv” gemanagtes ETF Portfolio (Multi-Asset) wo die Kosten mit 0,41 % p.a. noch akzeptabel sind (alle Details dazu auf der verlinkten Seite justetf, welche ich übrigens sehr empfehlen kann)

Dieser investiert breit gestreut in verschiedene Aktien-, Renten- und Rohstoff-ETF’s (auch Gold). Also von Allem etwas dabei!

Er wird in Euro gehandelt und hat somit kein Währungsrisiko und ist nicht ,wie z.B. der MSCI World Index, zu USA lastig (was mir persönlich gut gefällt)

Vielleicht ein Nachteil: Er schüttet Dividende aus. Diese müsste also selbst reinvestiert werden.

Bitcoin,als reines Risikobeimischungsinvestment, kann man über den Broker als ETP dazukaufen!

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Also…
die Performance ist echt besch…eiden für Aktien Etf usw.
Falls da aber überwiegend „Geld“ als Fonds oder Etfs oder whatever gespart ist weil Opa im Alter keine Volatilität/Risiko mehr wollte ist die Performance normal.

Wenn es um richtig viel Geld geht (Größenordnung Eigenheim und nicht Kleinwagen) → Leute fragen die Ahnung haben UND Dich selber schlau machen . Z.B. Steuerberater für Deine steuerliche Situation in genau diesem Spezialfall.

Ob Du nur das Management kündigen kannst und das Depot ansonsten so lassen kannst sagt Dir Deine Bank und nicht wir. Wahrscheinlich kannst Du einfach das Depotmodell wechseln. Wenn nicht…
man kann übrigens auch Depotübertragungen zu anderen Banken mit evtl. niedrigeren Gebühren machen.
Aber nur mit den Assets die die neue Bank auch im Angebot hat.

Ich befürchte mal es liegen da diverse Fonds im Depot an denen vor allem Deine Bank und die Fondsmanager verdienen und nicht Du oder früher Dein Opa.
Schau mal welche Kosten nicht nur das Depotmanagement sich genehmigt sondern auch die einzelnen Papiere darin.
Du solltest Dir also genau überlegen ob es Sinn macht die vorhandenen Papiere dauerhaft zu halten oder das Geld anders anzulegen.
Dein Fall ist ein Spezialfall. Erbe, Steuerrecht usw. kommen zu Fragen wie was will ich überhaupt mit dem Vermögen. Z.B. Langfristanlage, Eigenheim kaufen, zur Ruhe setzen und nur noch Reisen, Zwischenparken und erst später weiter nachdenken, usw.
Relativ allgemeine Fragen im Forum werden nicht unbedingt zum besten Ergebnis führen und Deine genaue Lage incl. Depot/Kontostand hier zu teilen wäre auch nicht besonders clever.

Und zuletzt noch ein kleiner Hinweis - das ist ein Bitcoin Forum hier und die Denkweise ist teilweise etwas anders als bei Leuten die sich allgemein mit Kapitalanlagen befassen…