AI eine Bedrohung für Bitcoin?

War ja relativ viel in der Presse. Claude Mythos hat angeblich eine 27 Jahre alte Schwachstellen in FreeBSD gefunden, auch in zahlreichen anderen Applikationen.
Zusätzlich schreibt die KI für die gefundenen Schwachstellen auch immer bessere Exploits. Klar ist die Angriffsfläche des Bitcoin-Codes relativ klein, aber dennoch sehe ich hier im Vergleich zu Quantencomputern eine viel grössere Bedrohung. Was denkt ihr ?

Erläutere doch mal die Bedrohung, die du siehst.

Welche Exploits sind Dir bekannt?

Ok scheint so, dass das eher in meiner Technik bubble ein Thema ist.
AI ist in der Lage Software auf Schwachstellen zu untersuchen. Mythos wurde zurück gehalten, weil in so gut wie jeder Software kritische Sicherheitslücken gefunden wurden

Selbst in VI hat AI einen Fehler zur Remote code execution gefunden, welcher beim öffnen einer Datei ausgenutzt werden kann.

Sobald solche Modelle der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, wird der BTC Code auf Schwachstellen untersucht und falls welche gefunden werden entsprechend angegriffen. Da Schwachstellen in Systemen gefunden wurden, welche uralt und als sicher gelten, kann ich mir gut vorstellen, dass der BTC Code sowie Hardware wallets etc ebenfalls ausnutzbare sicherheitslücken enthalten.

Aber krypthographische Dinge wie ECDSA und SHA256 haben wenig mit Implementierungsfehler zu tun, sondern basieren auf Mathematik.

Findest Du jetzt bspw. eine Schwachstelle in einer Node-Implementierung - also sagen wir beim RaspiBlitz - dann ändert sich für das Netzwerk letztlich nichts.

Zudem kannst Du solche Tools natürlich auch pro-aktiv nutzen, bevor irgendwelche BIPs überhaupt veröffentlicht werden. Und selbst dann müsste ja zunächst ein Konsens/Mehrheit gefunden werden.

Für Software von Hardware-Wallet-Anbietern mag das eher Risiken bürgen, aber für den Bitcoin-Code sehe ich einfach keine Gefahr durch Dein gezeichnetes Szenario.

Es ist für mich recht schwer einzuschätzen was daran jetzt echt und was Hype ist. Weil das ist nicht das erste mal das die so ein Theater machen damit das ihre Modelle zu gefährlich seien für die Welt und natürlich sollen nur sie die nötige Kompetenz und den moralischen Highground haben um die Menschen davor zu beschützen. Weshalb die Politik jetzt schnell schnell die Konkurrenz verbieten soll, vor allem von China.

Die haben sich in letzter Zeit auch immer lauter darüber beschwert das die Chinesen mittels Destillation die Daten aus deren Models klauen die sie vorher allen Leuten geklaut haben und die Modelle dann open source allen verschenken. Das geht natürlich gar nicht.

Und jetzt machen sie das nur für Firmen zugänglich und nicht mehr der breiten Masse, so das die Wahrscheinlichkeit das die Chinesen das wieder klonen können kleiner wird.

Ich bin skeptisch

Nicht nur natürlich steckt da auch Program Code dahinter. Aber das wird natürlich nicht die Schwachstelle sein. Bitcoin core hat ja zehntausende Code Zeilen, es gab auch schon mal einen inflation bug welcher durch einen Buffer overflow ausgelöst wurde etc.

Klar kann das etwas Hype sein, aber davon mal abgesehen wurden ja tatsächlich Lücken von dem Model entdeckt.
Sowas kann man sich ja nicht einfach ausdenken, dass ist verifizierbar. Für mich ist die Gefahr also wesentlich realer als z.B. kurzfristig durch Quanten Computer. Wird halt wenig diskutiert, weil wahrscheinlich die meisten immer noch denken, dass es sich bei AI nur um irgendwelche chat bots handelt.

Sind noch ein paar hinzu gekommen :grinning_face: selbst der ich lese keine News Blocktrainer berichtet mittlerweile…

Das schlimmste was passieren könnte wäre dass z.b. Bitcoin Core die Konsensregeln nicht umsetzt, aber man würde das dann ja sehen weil die Blockchain transparent ist.

z.B. ein Inflationsbug. Den gabs ja schonmal, wurde nicht genutzt, wurde gefixt. Wäre der benutzt worden, dann wären nach dem fix alle Blöcke ab dem nutzen des Inflationsbugs ungültig geworden. grosses Chaos, aber machbar.

Bei Quantencomputern hingegen ist die Gefahr grösser, weil die ja den Konsensregeln garnicht widersprechen würden, sondern absolut konform mit denen sind.

Wenn alle Teilnehmer des Netzwerks betroffen sind, kann man auch einen Roleback der Blockchain machen. Ich denke da hat die Mehrheit der ehrlichen Teilnehmer nichts dagegen.

Alle sitzen im selben Boot und bevor es komplett unter geht, wird das Loch halt gefixt.

+1

Ähnlich wie bei dem Internet. Ein Unternehmen kann Konkurrent eines anderen Unternehmens sein. Beide haben aber ein gemeinsames Interesse daran, dass HTTPS grundsätzlich funktioniert. Wenn eine Schwachstelle wirklich das gesamte Netzwerk bedroht, ist der Konkurrent plötzlich nicht mehr das wichtigste Problem. Das gemeinsame Überleben des Systems wird wichtiger.

Bei einer schweren Bankenkrise kann eine Bank auch nicht einfach sagen „Die andere Bank geht unter, das ist gut für mich.“ Wenn eine große Bank kollabiert, kann daraus eine Kettenreaktion entstehen. Im normalen Zustand konkurrieren diese Institutionen miteinander, aber in einer systemischen Krise verändert sich die Situation. Da gilt dann: Wenn das gesamte System zusammenbricht, gewinnt niemand.

Solange alles funktioniert, konkurrieren Menschen. Wenn die gemeinsame Grundlage bedroht ist, beginnen sie zusammenzuarbeiten.

Wenn Bitcoin künftig stärker mit flexibler Energieerzeugung, Stromnetzen und KI-Rechenzentren verbunden wird, könnte Bitcoin Mining eine Art wirtschaftlicher Abnehmer für überschüssige oder zeitlich schwankende Energie werden. Dadurch kann Energie, die sonst wirtschaftlich kaum nutzbar wäre, einen Abnehmer finden. Wenn Bitcoin in einem solchen Maßstab Teil dieser Infrastruktur wird, betrifft ein Ausfall nicht mehr nur den Bitcoin-Preis. Es könnte plötzlich auch die Wirtschaftlichkeit bestimmter Energieprojekte, Mining-Infrastrukturen und Lastmanagementsysteme betreffen. Je stärker Bitcoin in andere Systeme integriert wird, desto weniger lässt sich ein Bitcoin-Problem auf „die Bitcoin-Investoren“ reduzieren. Infrastruktur erzeugt Abhängigkeiten.

Das Internet ist dafür das perfekte Beispiel. Wenn morgen ein großer Teil des Internets ausfällt, betrifft das nicht nur Menschen, die „Internet-Aktien“ besitzen. Es betrifft Krankenhäuser, Banken, Logistik, Unternehmen, Behörden und Privatpersonen.

Es gibt Börsen, Verwahrer, Zahlungsdienstleister, Banken, ETFs, Mining-Unternehmen, Hardware-Wallets, Rechenzentren und immer mehr Unternehmen, die Bitcoin in irgendeiner Form in ihre Geschäftsprozesse integrieren. Ein System, das groß genug ist, wird zwangsläufig Probleme haben. Es gibt keine Software, keine Bank, kein Stromnetz und keine globale Infrastruktur ohne Fehler. Die entscheidende Frage ist vielmehr: Wie reagiert das System, wenn ein Problem tatsächlich auftritt?

Wenn beispielsweise eine Schwachstelle im Bitcoin-Code gefunden würde, bedeutet das nicht automatisch das Bitcoin gescheitert ist. Es kann genauso bedeuten: Okay, da ist ein Problem. Jetzt müssen wir es beheben.

Je mehr Menschen und Unternehmen inzwischen von Bitcoin abhängig sind, desto größer wird auch der gemeinsame Anreiz, genau das zu tun.

Heute kann jemand sagen: Mir ist Bitcoin egal, ich besitze keine.
Aber wenn Bitcoin irgendwann Bestandteil von Zahlungsverkehr, Verwahrung, Unternehmensfinanzierung, Energieinfrastruktur oder anderen wirtschaftlichen Prozessen geworden ist, kann ein technisches Problem plötzlich auch Menschen betreffen, die selbst überhaupt keinen Bitcoin besitzen.

Ich sage damit ausdrücklich nicht, dass es so kommen muss. Vielleicht bleibt Bitcoin immer hauptsächlich ein monetäres Netzwerk und wird nie in dem Ausmaß mit anderen Infrastrukturen verbunden.

Aber die Entwicklung der letzten Jahre zeigt eindeutig, dass rund um Bitcoin immer mehr Infrastruktur aufgebaut wurde und Infrastruktur erzeugt Abhängigkeiten. Das ist für mich keine Schwäche von Bitcoin, sondern eine ganz normale Eigenschaft jedes Systems, das größer und wichtiger wird.

Eine Einigung über den Rollback ist garnicht nötig. Der Rollback ergibt sich automatisch daraus dass alle blöcke seit dem bugfix ungültig sind. Es reicht wenn 51% der hashpower das so sieht. Ist ein softfork der die regeln verschärft und ein schkupfloch schliesst.

Der Rollback bei ETH damals war anders, weil es dort keinen bug gab. Es gab lediglich dumme investoren in ein dummes projekt die dann alles verloren haben. Das ist dann ein echter proof of vitalik hardfork.