Hallo zusammen
die jüngsten Vorfälle haben mich ehrlich gesagt verunsichert: manipulierte Ledger-Geräte mit Hardware-Implantaten, die über einen autorisierten Reseller verkauft wurden, dazu Dark Skippy als Beweis, dass bösartige Firmware einen Seed über die Signaturen selbst exfiltrieren kann. Mein bisheriges «eine Hardware-Wallet und gut»-Gefühl ist damit weg.
Mein Ziel: grössere Bestände langfristig kalt lagern. Die Wallet muss nicht ständig signieren – realistisch sind eine jährliche Test-Ausgabe und seltene, geplante Transaktionen. Dafür soll kein einzelner Hersteller, Händler oder Rechner allein zum Single Point of Failure werden.
Das Konzept von mir (inkl. Claudio a.k.a Fable 5) in Kurzform (3-von-5, P2WSH, BIP48 m/48’/0’/0’/2’):
- Schlüssel A: BitBox02, Seed selbst erwürfelt nach der offiziellen Diceware-Anleitung (23 Wörter + 24. Wort per Münzwurf aus den Geräte-Optionen)
- Schlüssel B und D: SeedSigner (Pi Zero v1.3 ohne Funk, selbst gebaut, Image GPG-verifiziert), Seeds per Würfel erzeugt, Gerät ist zustandslos – B wird nur zur Signatur geladen, D ist reine Stahl-Reserve
- Schlüssel C und E: offline erzeugt auf einem gebrauchten Fujitsu Futro S740 (Funk-Slot leer, nie am Netz, Debian + Sparrow + Coleman-Standalone, alles signaturgeprüft); C liegt als Software-Signer im Offline-Sparrow, E nur auf Stahl
- Koordinator: Sparrow watch-only am Online-Rechner; Signieren via USB (BitBox), QR (SeedSigner), USB-Stick/PSBT (Futro)
- Entropie ausschliesslich Casino-Würfel, dreifache Adressverifikation (BitBox-Display, SeedSigner, Futro) inkl. Change-Zweig, Testtransaktion mit allen drei Signaturen vor der ersten echten Einzahlung
- Backups: 5 Seeds einzeln auf Stahl an 5 Orten, Output-Descriptor-Kopie bei jedem Backup, Erbfall-Dokument
Die ausführliche Anleitung (13 Seiten, inkl. Verifikations-Befehlen und Checklisten) habe ich hier abgelegt:
Was ich von euch wissen möchte – bitte seid gnadenlos:
- Übersehe ich einen Angriffsvektor oder ein realistisches Verlustszenario?
- Zwei Seeds per Coleman auf demselben Futro zu erzeugen – vertretbar, oder sollten alle Nicht-BitBox-Seeds am zustandslosen SeedSigner entstehen?
- Ist 3/5 für reines HODLing sinnvoll oder wäre 2/3 der ehrlichere Sweet Spot (weniger Komplexität = weniger Fehlerquellen)?
- PSBT-Transfer per USB-Stick zum Futro: seht ihr das als relevantes Risiko gegenüber reinem QR-Airgap?
- Descriptor-Handling: Kopie bei jedem Stahlbackup – richtig abgewogen zwischen Wiederherstellbarkeit und Privacy?
Danke fürs Zerlegen!