150 kWp Solar-Insel (Satteldach Ost-West + Freifläche) mit 112 kWh Speicher für saisonales Mining & KI

Hallo zusammen,

​ich plane aktuell ein gewerbliches Projekt auf meinem Hof in Sachsen im reinen Inselbetrieb. Das Ganze soll als saisonales Geschäft laufen: Volle Hütte tagsüber von März bis Oktober, wenn die Sonne brennt. Nachts und im Winter fährt die Anlage kontrolliert in den Tiefschlaf.

​Mein geplantes Setup:

​PV-Leistung: Insgesamt ca. 150 kWp (Mischung aus Ost-West-Satteldach und Freifläche).

​Speicher: 112 kWh Gewerbespeicher (zum Abpuffern am Tag und für den kontrollierten Shutdown am Abend).

​Verbraucher: Flexibler Mix aus ASIC-Minern und KI-Rechenleistung.

​Mich würde einfach mal interessieren, was die klugen Köpfe hier im Forum über dieses Konzept denken und ob jemand schon mal so ein ähnliches Projekt durchgezogen hat.

​Freue mich auf eure Meinungen!

​Viele Grüße,

Christian

Warum komplett Autark? Manchmal gibt es negative Strompreise zum Abgreifen.

Nutze die Wärme für Irgendwas

​Genau das waren eigentlich auch meine Grundgedanken! Mein ursprünglicher Plan war es, die Anlage auf mehrere fette Standbeine zu stellen: Dynamischer Stromtarif, Arbitragehandel, Netzdienlichkeit/Regelenergie, Direktvermarktung und das Ganze gekoppelt mit den Minern und der KI-Rechenleistung als flexible Lasten. Das wäre das absolute Nonplusultra an Wirtschaftlichkeit und Flexibilität gewesen.

​Das Problem ist nur: Mein Netzbetreiber spielt aktuell absolut nicht mit und kommt einfach nicht in die Gänge. Ich warte seit Ewigkeiten auf verlässliche Aussagen.

​Da ich aber nicht länger rumsitzen und Däumchen drehen will, starte ich jetzt erst mal als reine Inselanlage. Ich sammle meine Erfahrungen, lasse die Hardware laufen und wenn der Netzbetreiber irgendwann mal aus dem Quark kommt, kann ich das System immer noch ans Netz koppeln und die restlichen Standbeine freischalten.

​Zum Thema Abwärme: Es werden fest wassergekühlte Miner (Hydro-Setups) eingeplant. Die Abwärme speise ich direkt in meinen 4.000-Liter-Heizungspufferspeicher ein, um den Hof zu heizen. Wenn ich also schon als Insel starte, nutze ich die Energie wenigstens zu fast 100 % im eigenen Kreislauf.

​Was haltet ihr von dieser „Insel-First“-Strategie mit der Option auf spätere Netz-Kopplung?

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Sind natürlich große Investitionen.

Ob du damit einen einfachen Kauf von BTC out performen kannst?

Gerade jetzt gibt es die ja relativ billig.

Evtl. fällt der Preis noch mal kräftig.

Wenn das passiert würde ich lieber direkt BTC kaufen.

Was meinst du denn wie lange du brauchst bis du die Investition wieder drin hast?

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Sagen wir mal du investierst 100k für die Anlage oder du kaufst dir 2 Bitcoin davon. Wenn der im nächsten Bullenmarkt gehst bist du schon bei 200k. Auch das Argument das Bitcoin keinen Bullenmarkt mehr bekommt, zählt ja für beide Seiten. Außerdem wenn du nur viel Wärme benötigst weiß ich nicht ob Hackschnitzel oder so nicht ein günstigerer Energieträger ist. Echt schwierig.

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rein wirtschaftlich stellt sich die frage nicht, das ding wird sich geschätzt aus meiner erfahrung selbst in 40 jahren nicht rentieren…

ich hab ne PV anlage seit 20jahren am dach und das ding hat sich noch nicht selbst abbezahlt, obwohl ich das meiste selbst verbrauche und ich beim einspeisen auch noch was verdiene, gut vor 20 jahren waren die anschaffungskosten weit höher als die china-PV heutzutage, aber nunja man trägt dennoch das gesamtrisiko der anlage über diesen zeitraum, egal ob bauteilverschleiß beim wechselrichter bis hin zu höherer gewalt blitzeinschlag oder anderes

miner sind nochmal ne andere investition… da gibts tolle rechner im internet die dir ausspucken können wann sich ein spezieller miner (z.b. antminer xy) der xyz hashrate hat, mit xyz anschaffungskosten und xzy € pro kwh (ja auch dein strom deiner PV hat nen preis, und zwar denjenigen den du beim einspeisen bekommst) der kann dir zumeist auch sagen welche krypto wann am effizientesten ist zu minen… kleiner spoiler: sehr viele miner haben eine negative effizienz, sprich wenn du den miner eingeschalten hast gibst du mehr € aus als du durchs crypto-minen herein bekommst^^ (also um es zu verdeutlichen: wenn du den strom verkaufst und mit dem geld cryptos kaufst hast du mehr davon als wenn du es selber schürfst)

du könntest natürlich auch das negative einkommen in ein positives einkommen drehen, falls du wie du angesprochen hast die abwärme wirklich nutzen kannst, was schwer wird, weil heizen und warmwasser braucht man vor allem in den herbst/wintermonaten wo das ding abgeschalten is, weil keine sonne… aber gerade in den sonnenlastigen zeiten brauchst du aber für deine miner eine effiziente kühlung, damit sie nicht beschädigt oder sich selbst notabschalten… was auch wieder strom vom dach braucht (der wie angesprochen nicht gratis ist) sollte eine luftumwälzung/luftaustausch nicht ausreichen wird sogar ne klimaanlage fällig, das eine is billiger als das andere, aber dennoch nicht gratis.

zudem interessiert sich ein miner nicht für bitcoin sondern für profit, kriegst du mit deinem setup am heutigen tag 100€ profit wenn du XTM schürfst aber nur 70€ wenn du BTC schürfst, dann wird kein miner BTC schürfen (wenn er rechnen kann) denn selbst wenn er nur BTC haben will wird er XTM schürfen, verkaufen und BTC kaufen.

ab einer gewissen mineranzahl macht dann auch eine überwachung und steuerung sinn, weil dir ohne der überwachung/alarmierung nicht auffallen wird dass von 10 minern gerade ein einziger gerade offline gegangen ist, dafür sind die hashrate fluktuationen über den tag zu hoch um das aus einem diagramm raussehen zu können. die stuerungs und regelungs soft- und hardware ist auch nicht gratis, software gibts vielleicht auch als opensource, aber hardware nicht…

summa summarum: die rechnung geht nicht auf, du wirst dein eigenes geld verbrennen ohne jemals den break/even point zu erreichen, damit zumindest deine investitionen wieder zurück sind…
dein vorhaben macht meines erachtens nur sinn wenn du anonyme BTC haben willst von denen niemand weiß dass du sie besitzt, weil du sie ja nie selbst gekauft hast… anonyme BTC können durchaus weit mehr wert sein (aber das hängt von der betreffenden personen ab, ich beispielsweise empfinde dies so, ich bin gerne bereit für anonyme BTC einen höheren preis zu bezahlen) als der offizielle BTC kurs. dann und nur dann würde sich meines erachtens dein vorhaben rentieren :slight_smile:

achja, und nochwas muss in deine rechnung mit rein:
poolgebühren… du wirst wohl nicht solominen, dass gerade du mit deiner minianlage einen block findest aber der rest der welt nicht, ist zwar nicht unmöglich, aber sehr unwahrscheinlich

je nachdem welchem pool du mit deinen minern dann beitrittst darfst du dann noch diese gebühren auch noch zahlen, zumeist 1-2,5% von deinen erschürften cryptos, und dann wird üblicherweise, je nach cryptowährung, auch noch ne transaktionsgebühr auf deine wallet fällig… achja der erfinder von so mancher minersoftware hat auch noch in seinem algorithmus eine entwicklergebühr mit einprogrammiert, der zumeist auch so 1% der erschürften cryptos an die wallet des softwareentwicklers sendet…

vielleicht gibts noch paar dinge nebenbei die ich noch vergessen hab zu erwähnen, aber ich denke das meiste ist gesagt.

naja mir fällt immer wieder was dazu ein :sweat_smile:
den strom deiner 150kWp anlage hast du vor einen speicher zu laden, und wenn der voll ist soll wohl die energie komplett mit asic minern und KI rechenleistung verbraten werden.

bei einer ost/west anlage hast du den vorteil dass du nicht so eine steile glockenkurve hast wie wenn du eine südgerichtete PVanlage hast, aber die glockenkurve ist dennoch da…

gehen wir mal vom idealfall aus, dass die 150kWp gleichmässig auf Ost/West verteilt ist, sprich je 75kWp auf jeder seite des daches, und sie schaffst es vom vormittag bis zum nachmittag an einem wolkenlosen tag konstant 100kWh zu bringen…

dann musst du eine geeignete infrastruktur schaffen damit deine meiner die 100kWh ziehen wollen, auch 100kWh ziehen können.
Eine ganz normale absicherung wie sie jeder bei sich zu hause kennt ist hierbei nicht möglich, du brauchst hier andere Stromkabeln, andere Leitungsschutzschalter (LS), andere Fehlerstromschutzschalter (FI) und dergleichen mehr.

Eine handelsübliche SchuKo Steckdose wie du sie in deinem haushalt kennst, wo du waschmaschine, backofen oder haarföhn ansteckst, is auf max. 3,68kW ausgelegt, für dauerbelastungen von mehreren stunden (wie z.b. ein elektroauto laden) muss so eine schuko steckdose auf 2,3kW begrenzt werden (deine miner verursachen ne dauerlast)… gleiches deine Kabeln in der Wand von der Dose bis zum Sicherungskasten: 1,5-2,5 quadratmillimeter querschnitt… LS und FI eben auch genau darauf ausgelegt.

Do it yourself wird hier nur ziemlich schwer möglich sein, weil diese dinge die du für so eine blesatung brauchst in einem normalen baumarkt nicht mehr erwebbar sind, du brauchst hier einen fachhandel, der üblicherweise nicht an privatpersonen sondern nur an elektrikerfirmen verkauft.

alles was du machen lässt und nicht selber machen kannst (auch die zuvor angesprochene kühlungs- steuerungs- und regelungstechnik) treibt dein investment in ungeahnte höhen, und dein break/even point verschiebt sich noch etliche jahre weiter in die zukunft… der sich auch im laufe der zeit immer wieder in die zukunft schieben wird, weil der betrieb der anlage kosten verschlingt, du kannst nicht davon ausgehen dass alle komponenten jahrzehntelang funktionieren und du nichts ersetzen musst egal ob aus altersschwäche, aus geplanter obsoleszenz oder wegen höherer gewalt.

zudem musst du deine miner immer am notwendigen softwarestand halten, von BTC gibts sehr wenige und selten updates die du auf jedem deiner miner mitgehen musst, weil deine miner sonst ins nirvana minen… was die arbeit nur seltener aber nicht weniger aufwändig macht. als profitminer der die effizienteste cryptos schürft hast du natürlich weit öfter diese aufgabe vor dir, die du selber machen kannst oder in auftrag geben musst… auch diese kosten müssen einkalkuliert werden

​Hi lazyguy,

​danke für das ehrliche Feedback! Du hast absolut recht, 150 kWp wären als DIY-Projekt ein technisches und finanzielles Monster geworden.

​ Was hältst du von folgendem Setup:

​Anlage: Nur noch ca. 20 kWp (Ost/West) im Garten als reine Insel.

​Speicher: Ein 15 kWh Akku, um den Mittagsüberschuss zu puffern und die Laufzeit bis in die Nacht zu verlängern.

​Hardware: Nur noch ein einzelner Antminer S23 Hydro (5,5 kW).

Ich möchte den S23 Hydro direkt in meine Hausheizung mit ein binden, um die Abwärme für Warmwasser/Heizung zu nutzen.

​Schaut das für dich nach einem solideren Plan aus?

​Viele Grüße!

mach dir ne aufstellung was dich das ganze kosten wird.
ich hab keine ahnung was du alles selber machen kannst, und was nicht… welche komponenten du kaufen wirst, alles aus china, alles noname, oder doch irgendwo auch mal ne marke?
auch der miner mit 5,5kW kann an keine handelsübliche steckdose angesteckt werden, braucht der statt wechselstrom, drehstrom? dann brauchst auch nen wechselrichter bei deiner PV der drehstrom ausgeben kann und für inselbetrieb geeignet ist.
der miner kostet nach ner googlesuche 10.331€ PVanlage, material, speicher, usw. oben drauf… sonnenstunden pro jahr in sachsen bei 1500-1800h von 8760h pro jahr, dann nochmal 2h pro nacht von deinem akku obendrauf. achtung das sind nur sonnenstunden, nimm vielleicht nur 1/2 oder 2/3tel davon an dass dein miner laufen wird… weil wenn z,b, die sonne von 05-08 oder 19-21 uhr scheint hilft dir das nix, weil deine PV vielleicht deinen speicher laden kann, aber noch keine 5,5kW erzeugen kann wenn die sonnenstrahlen mit einem so flachen winkel auf deine platten treffen…

die BTC die der miner pro tag erwirtschaften kann rechnest auf h zurück, ziehst poolgebühr und softwaregebühr ab und multiplizierst mit den sonnenstunden + akkustunden

den gewinn den dein miner schürft, musst buch führen, dein land sachsen möchte nämlich steuern haben. zum zeitpunkt des zuflusses musst wissen was die BTC gerade in € wert sind und davon kriegt das land sachsen eben einkommenssteuer von dir, sprich dein grenzsteuersatz wird da drauf fällig, wie hoch der ist weißt auch nur du, du kannst dann zwar noch etwaige anschaffungs- und stromkosten geltend machen und gegenrechnen, wie das bei ner eigentromproduktion is, musst dich beim finanzamt schlau machen…

und dann wirst du vielleicht wissen wieviel dich dein heizungspufferspeicher pro jahr kostet… der miner ist 1/4tel pro jahr aktiv, sprich du kannst dir vielleicht 1/4tel der kosten deines heizungspufferspeichers ersparen wenn du das irgendwie koppeln kannst dass dein miner immer kaltes wasser zum kühlen kriegt und das heiße immer deinem speicher zugeführt wird aber wie gesagt wirst immer sommer vermutlich nicht viel heizen, und im winter wo du heizt läuft aber dein miner nicht, weil keine sonne scheint… ich würde falls ich das irgendwie angeschlossen bekäme nur mit nem 1/50tel einsparung rechnen wenn überhaupt…
dein heizungspufferspeicher is bei 5kW heizleistung vermutlich in kürze auf max. temp, grade im sommer wo du 10 volllastsonnenstunden am tag hast, musst auch drauf achten dass da nix mehr reingeht wenn du max. erreicht hast, und die abwärme der restlichen 8sonnenstunden, oder wieviel auch immer, verpuffen dann eben ungenutzt, oder vielleicht kannst nen swimmingpool damit heizen damits nicht ganz unnütz verpufft?

wenn du alles, wirklich alles DIY machst und bis auf den miner alles no-name aus china holst, dann kann das projekt sich irgendwann mal amortisieren, ich würde da auf 10-20 jahre tippen komplett nur nach dem bauch geschätzt natürlich, wenn man das projekt in die tat umsetzen will dann führt kein weg dran vorbei das man das eben fein säuberlich wie oben beschrieben durchrechnen muss, und dann drauf hoffen dass du in den 10-20 jahren oder wieviel auch immer bei der rechnung raus kommt, keine wartungs oer reperaturkosten haben wirst, oder bei ner no-name china ware hilft vielleicht auch beten statt nur hoffen :upside_down_face:
hab da keine erfahrung damit, wie gut oder schlecht die china platten, wechselrichter und komponenten sind bzw. wie lange die so im schnitt durchhalten

Vielen Dank für die Infos und eure Einwände!

​Da ich das gesamte Projekt finanzieren müsste, brauche ich eine absolut sichere Einnahmequelle. Nach euren Rückmeldungen und meinen eigenen Nachrechnungen ist mir das Thema Krypto-Mining als Hauptgeschäft einfach viel zu risikobehaftet.

​Ich muss das Projekt jetzt vom Kopf auf die Füße stellen. Primär brauche ich eine Anlage, die eine sichere Einnahmequelle bietet und ihre monatliche Kreditrate von Anfang an selbst trägt.

​Wie würdet ihr die Sache unter diesen Voraussetzungen angehen?

​Einspeisung: Soll ich auf eine normale Direkteinspeisung mit Vergütung setzen, um sichere Einnahmen über das Netz zu haben, oder macht eine Nulleinspeisung mehr Sinn?

​Speicher: Mit oder ohne Speicher bauen, wenn Wirtschaftlichkeit und schneller ROI an oberster Stelle stehen?

​Größe der Anlage: Mein privater Verbrauch liegt bei ca. 4.000 kWh im Jahr. Wie groß würdet ihr die PV-Anlage dimensionieren (z. B. mit 20–30 kWp komplett vollmachen oder noch mehr, um über die Einspeisung die Rate zu drücken)?

​Das Krypto-Experiment: Den Miner würde ich nur noch als optionales Hobby betrachten. Die Idee wäre, einen gebrauchten S19 für ca. 500 € zu kaufen und ihn rein als „Überschuss-Vernichter“ im Sommer zu testen, wenn die Anlage ohnehin zu viel produziert.

​Wie plant man eine Anlage in dieser Größenordnung heute so, dass sich die Finanzierung durch den Eigenverbrauch und die Einspeisung von alleine trägt?

​Ich freue mich auf eure Vorschläge und Erfahrungen!