Wie entsteht Steuerschuld beim Verkauf von Krypto?

Hallo zusammen,

nach dem durchlesen des Steuer-faq’s ist mir eine Frage offen geblieben.
Unter dem Unterpunkt: " Was ist denn ein „Gewinn“?" steht ein Beispiel in dem es durch den mehrmaligen An- und Verkauf von Kryptos zu einer Steuerschuld kommt, da mehr Steuern auf den vorherig realisierten Gewinn zu zahlen anstehen als man Geld zahlen kann.

Allerdings kann man ja Gewinne mit Verluste zusammenrechnen, nicht? Im selben Steuer Faq steht unter dem Unterpunkt: " Und was ist mit Verlusten? ", dass man im Falle des Falls das man Verlust machen sollte mit einem Trade, diesen mit den Gewinnen aus anderen Trades zusammenrechnen kann. Jetzt stellt sich mir die Frage: Wie kann man dann überhaupt in eine Steuerschuld kommen? Ich mein, nach dem Prinzip könnte man ja aus dem genannten Beispiel aus dem Steuer Faq wo es zu Steuerschuld kommt, einfach den Verlust am Ende mit den Gewinnen verrechnen, wodurch der zu versteuernde Gewinn sinkt und man ja theoretisch nicht zu einer Steuerschuld kommt, nicht?

Die Antwort, die Du vermutlich suchst, ist folgende:

Verluste aus Termingeschäften dürfen seit 1. Januar 2021 nur noch bis zu einer Höhe von 20.000 Euro mit Gewinnen aus Termingeschäften sowie mit Einkünften aus Stillhaltergeschäften verrechnet werden.“

Heißt Du kannst eben nicht beliebig Verluste verrechnen und so trotz absoluten Verlustes eine Steuerschuld haben.

Heißt im Umkehrschluss: Solange mein Verlust nicht höher als 20.000€ kommt, kommt es nicht zu einer Steuerschuld? Bzw. bis zu 20.000€ Verlust kann ich mit meinen Gewinnen miteinander verrechnen? Und wenn ich alle Trades in der Steuererklärung angeb, wird das dann automatisch vom Finanzamt berücksichtigt, oder muss ich da was machen?

Dafür müsstest Du Deine Frage konkretisieren bzw. die Ausgangssituation.

Im SteuerFAQ wird sich an der Stelle auf Termingeschäfte bezogen auf die ich mich auch beziehe. Ich spreche nicht vom häufigen An- und Verkauf von ‚normalen‘ Aktien oder dem regulären Kauf und Verkauf von Kryptowährungen.

ok dann Konkret: Angenommen ich habe mehrere Kryptos auf unterschiedlichen Wallets gekauft. Hin und wieder verkauf ich auch welche woraus ein realisierter Verlust oder auch realisierter Gewinn entsteht. Jedes mal wenn ein Gewinn rauskommt, müsste ich darauf ja meine Einkommenssteuer draufzahlen.

Wenn jetzt aber auch mal ein realisierter Verlust aus dem Trade rauskommt, kann ich diesen dann mit meinem Gewinn verrechnen sodass ich am Ende weniger Steuern zahlen muss bzw. nicht in eine Steuerschuld gerate? Und wenn ja, was wäre das Limit?

Ich rede hier nicht von Termingeschäften wie Derivate, Futures oder sonstigem sondern von reinen Krypto An- und Verkäufen an Börsen und Platformen wie okx oder Uniswap.

Gibt keines. Du kannst alle Gewinne und Verluste aus Deinem Handel verrechnen. Wichtig ist, dass Du Kryptogewinne nur mit Gewinnen aus anderen privaten Spekulationsgeschäften im Sinne des § 23 EStG verrechnen kannst. Heißt aber auch Du kannst beispielsweise auch Gewinne aus Goldgeschäften verrechnen.

Außerdem wichtig, Du kannst nur Verluste gegenrechnen, die Du innerhalb der Spekulationsfrist realisierst!!

1 „Gefällt mir“

Ok, das heißt: Solange alles innerhalb der Spekulationsfrist realisiert wird, es einfache an und Verkäufe sind, was somit unter private Spekulationsgeschäfte fällt, kann ich all meine Gewinne mit all meinen Verlusten ± Rechnen und die Summe daraus, ist das, was mit der Einkommenssteuer am Ende versteuert wird, richtig? Dh. dann wiederum auch, solange es im Bereich der privaten Spekulationsgeschäfte bleibt, kann es kaum zu Steuerschulden kommen?

Damit würde ja aber das 1 Beispiel das ich anspreche in meiner eigtl Frage aus dem SteuerFaq keinen Sinn machen oder? Schließlich könnte man ja, da es sich dort auch nur um reinen an und verkauf handelt, den Verlust am Ende mit den mehreren Gewinnen ± rechnen und erhält eine -Summe → nichts wäre am Ende abzugeben, schließlich bleibt ja auch kein Gewinn übrig?

Nein. Du kannst maximal 20k verlust gegenrechnen.
Pass auf, realistisches Beispiel:
du zahlst im Januar 10k ein zum traden.
Bei dir läufts gut, im Mai bist du bei 100k. Dann kickt aber die Gier und du tradest weiter.
im Dezember hast du fast alles verloren, hast noch 5k auf deinem Tradingaccount und hakst das Thema für dich ab.
Jetzt hast du allerdings mindestens 90k Gewinn zwischendurch gehabt, davon kannst du jetzt 20k Verluste abziehen. Am Ende bleiben 70k über, die du zwar nicht mehr hast, aber worauf du Steuern zahlen musst. Und zwar nicht einfach 25% Kapitalertragsseteuer sondern deinen persönlichen Steuersatz. Und nicht nur das, diese 70k Buchgewinn, die du ja gar nicht mehr hast, werden auf dein reguläres einkommen gerechnet, sodass du auf dein Gesamteinkommen (Gehalt + Trading Buchgewinn) dann steuern zahlst. Da du damit dann den Spitzensteuersatz zahlst, stehst du nochmal deutlich schlechter da, weil dein reguläres Einkommen jetzt auch höher versteuert werden muss.

1 „Gefällt mir“

Ok gut das macht Sinn. Weißt wer unter wo diese Regelung mit den 20.000€ Verlust geregelt sind? Also im Gesetz? Danke soweit an alle Antworten

Siehe oben. Das gilt nur für Termingeschäfte.

@ender meint mit Trading allerdings lediglich den regulären An- und Verkauf von Kryptowährungen.

Verluste dürfen nur bis zur Höhe des Gewinns, den der Steuerpflichtige im gleichen Kalenderjahr aus privaten Veräußerungsgeschäften erzielt hat, ausgeglichen werden; sie dürfen nicht nach § 10d abgezogen werden.“

Eine Grenze gibt es dafür nicht. Du kannst aber nur maximal Deine gesamten Verluste gegenrechnen. Logisch.

Achso, und Du kannst Verluste auch in vorherige oder folgende Steuerjahre übertragen, um die Steuerlast zu mindern​​. Auch gut zu wissen. :slight_smile:

Wie genau kann ich Verluste aus vorherigen Steuerjahren übertragen? Kann ich diese Trades einfach in die Steuererklärung 2024 mit aufnehmen und mitberechnen oder wie?

Und wenn man Termingeschäfte mit Kryptos tätigt, dann trifft ja die 20.000€ Verlustgrenze auf, kann man dann wiederum diese Krypto Termingeschäfte dann wiederum mit zB. Kapitelerträgen wie aus Aktiengewinnen verrechnet?

Bisschen Eigenleistung. :wink:

Das bekommst Du flott gegoogled. :slight_smile: