Das ist eine Behauptung aus deinem theoretischen Klassenmodell, die keineswegs selbstverständlich ist. Oder wer hat deiner Meinung nach „wirklich Macht“? Parlamente, Gerichte, Regierungen, die Exekutive, Unternehmen, Medien, andere Staaten?
Auch historisch trägt die These nicht sauber. Im antiken Athen war Demokratie nicht das Herrschaftsprojekt einer Elite, die „sich selbst absichert“, sondern das Ergebnis von langwierigen Konflikten und Reformprozessen, bei denen politische Beteiligung schrittweise auch auf ärmere Bürger ausgeweitet wurde. Das passt schlecht zu der Vorstellung, dass „die Mächtigen“ grundsätzlich verhindern würden, dass Macht geteilt wird.
Moderne Staaten sind sich der Spannungen zwischen formaler und realer Machtverteilung durchaus bewusst, genau deshalb gibt es auch institutionelle Experimente wie geloste Bürgerräte oder deliberative Beteiligungsformate. Solche Ansätze müsste man halt weiter ausbauen.
Das ist ja einfach ein Argument gegen jede Reform oder Revolution. Wie bringt uns das weiter?
Irgendwie kann da sicher ein Weg existieren, es könnte eher sein das in jedem Fall die Elite übergangen werden muss unter großem Aufwand, um eine Demokratie zu etablieren und das bedeutet die Machtstrukturen werden „umgeworfen“.
In jedem Fall wo etwas neues gutes entstehen soll, muss auch altes umgeworfen werden.
Daher finde ich es kein valides Argument zu sagen eine Herrschaftsform ist langfristig nicht stabil, wenn diese eine bestimmte Wirtschaftsform in irgend einer Art und Weise beinhaltet.
Man muss auf jeden Fall probieren das auf parlamentarischen Weg zu ändern, rein um der „Demokratie“ die Maske zu entfernen. Und falls das doch funktioniert, wäre um so besser, glaube ich halt einfach nicht. Weshalb man sich auch anderweitig organisieren muss, weil das ultimative Druckmittel haben die Arbeiter immer in dem sie einfach die Arbeit niederlegen
Wenn die Reformer recht haben → Reformation funktioniert
Wenn die Revolutionäre Recht haben → Reformation funktioniert nicht und legitimiert dadurch die Revolution.
Ich wüsste aber nicht warum eine Partei die an die Macht kommt und auch den Willen dazu hat nicht auch starke Änderungen in jede Richtung pushen könnte.
Das einzige was die Partei stoppen könnte, wäre wenn sie vorher verboten wird, und dann wäre der Reformistische Ansatz gescheitert und würde die Revolution legitimieren (zumindest aus der Perspektive des Lager’s dessen Partei verboten wurde)