Überlegungen zu "Luke Dashjr" bezüglich Hardfork/Spaltung der Bitcoin Chain

Hallo liebes Blocktrainer-Team,

das Thema um “Knots” wirft bei mir eine Frage zum Chainsplit bzw. Hardfork auf.

Wenn ich das richtig verstanden habe, kann jeder der den Quellcode von Bitcoin (als Programmierer quasi jeder) ändern kann auch einen Hardfork herbeiführen? (bei gravierenden “Konsens” Veränderungen)

Heißt für mich, falls ich das ganze richtig verstanden habe: Jeder Programmierer aber eben auch jeder Hacker könnte zu jeder Zeit einen Hardfork erwirken?

Oder gibt es hier Schutzmechanismen? (falls ja, welche?)

Wenn das nicht der Fall ist, würde das ja bedeuten, dass jeder der nur kreativ genug ist einen Hardfork und damit eine Abspaltung der Chain erzwingen kann? (Änderung so gravierend, dass eine Spaltung unausweichlich ist)

Bitte um Klärung ob dem so ist, bzw. was ich hier nicht verstanden/berücksichtigt habe…

Danke!

Ein Tipp: Luke Dashjr hat 2013 massgeblich dazu beigetragen, dass es nicht zu einer unbeabsichtigten Hard-Fork gekommen ist. Manche sagen: Er hat Bitcoin den Arsch gerettet. (Ich war damals leider noch nicht dabei…)

Auch wenn Luke eine umstrittene Person ist, sollte man sich ein bisschen mit seinen Leistungen auseinandersetzen.

Am 11. März 2013 kam es durch eine Inkompatibilität zwischen den Softwareversionen 0.7 und 0.8 zu einer Kettenspaltung (Hard Fork) in der Bitcoin-Blockchain. Während ein Teil der Miner auf Version 0.8 weitermachte, blieb ein anderer Teil auf 0.7, was zu zwei konkurrierenden Ketten führte. Luke bemerkte dies und spielte eine zentrale Rolle bei der Lösung dieser Krise. Er erkannte, dass das blosse Folgen der „längsten Kette“ zu einem riskanten Hard Fork geführt hätte, der zahlreiche Dienste und Händler gefährdet hätte. Stattdessen setzte er sich erfolgreich für eine Rückkehr zur 0.7-Kette ein. Dadurch konnte die Spaltung nach nur 24 Blöcken (ca. 6 Stunden) beendet werden.

Lukes Beitrag gilt als entscheidend für die Stabilität von Bitcoin in dieser frühen Phase.

Zu deiner Frage:

Ja, theoretisch kann jeder den Code ändern und damit eine eigene Chain starten. Doch wer macht mit?

Darum: Nein, praktisch kann niemand „mal eben“ Bitcoin forken oder spalten, auch Luke nicht. Dafür braucht es breite Unterstützung von Nodes, Minern und der Community.

Daher kann man sagen: Hardforks sind theoretisch jederzeit möglich, aber sie sind politisch, sozial und ökonomisch extrem schwer durchzusetzen.

Danke für die Info, es geht mir hier auch nicht um Luka als Person an sich, nur um das Verständnis.

Was aber ja theoretisch bedeutet, dass viele Hacker z.b. jeden Tag 1x oder gar 10x einen Hardfork (eine Abspaltung der Chain) erzwingen könnten und der Community / den Nutzern von Bitcoin das Leben schwer machen könnten, selbst wenn Sie keinen nutzen davon hätten.

Aber sie könnten Bitcoin evtl. so schlimmen Schaden zufügen, das niemand mehr Lust hätte sich mit den ständigen “Forks” auseinanderzusetzen…? (Theoretisch denkbar/möglich?)

Ja, jeder und jede kann täglich tausende Forks von Bitcoin machen. Spielt aber absolut keine Rolle: Niemand bemerkt es weil sich niemand dafür interessiert.

Es spielt nur eine Rolle wenn eine signifikante Anzahl der User sich dafür interessiert. Dann entstehen zwei Lager, hässliche Diskussionen, Spaltung der Community und Schlussendlich der Chainsplit welche die zwei Lager teilt.

Beide Lager sind danach schwächer als sie es noch zusammen waren.

Divide and Conquer.

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Jeder Node Betreiber und Mimer entscheidet selber welche Software eingesetzt wird. Da gibt es nicht viel zu hacken. Ein Problem wäre es, wenn breit eingesetzte Software wie Core und zunehmend auch Knots schadhaft wäre und es nicht bemerkt wird.

Eine wirkliche Hardfork entsteht, wenn sich wesentliche Teile der Community technisch aber eben auch philosophisch entzweien. Siehe z.B. frühere Forks.

Eine erfolgreiche Fork steht und fällt mit der Community. Darum sind Bitcoin SV und Bitcoin Cash etc. Geschichte. Luke sagts selber:

Damit eine Hard Fork Relevanz hat, muss es einen attraktiven Mehrwert gegenüber dem originalen Bitcoin haben. Andernfalls versinkt der Fork in der Bedeutungslosigkeit.

Bloß etwas zu ändern, um das Netzwerk zu spalten, wird nicht reichen. Die Meisten werden dann einfach beim Original bleiben. Gleichzeitig wird der Fork so klein sein dass er nicht ausreichend geschützt ist, z.B. vor 51% Attacken. Selbst Coins wie BSV und XMR sind nicht groß genug, um sich davor zu schützen. BSV sah sich gezwungen mittels komplizierten Software-Mechanismen dagegen zu schützen und XMR wurde erst vor kurzem angegriffen.

Gute Gründe, einen attraktiven Fork zu erstellen, wären z.B. das Zeitstempel-Problem zu lösen oder Bitcoin resistent vor Quantencomputer zu machen. Wenn dafür Hard Forks nötig werden, werden diese wohl von vielen oder gar allen Netzwerkteilnehmern angenommen werden.

Allerdings sind mir bei dem aktuellen Thema auch zwei Fragen aufgekommen, die hier vielleicht sogar besser hinpassen:

Mir geht’s auch weniger um die Beispiele die ihr oben alle so nennt, das kenn und weiß ich selbst bereits fast alles, mir geht es eher um die theoretische Möglichkeit ob eben jeder zu jeder Zeit einen Fork erzwingen kann und uns damit ständig neue “shitcoins” ins Wallet gelegt werden würden? (da wir ja jedes mal die abgepaltene Version zusätzlich ins Wallet bekommen)

Heißt also für mich, wenn ich das richtig verstanden habe:

Jemand macht einen Fork (um die Community zu ärgern / um Bitcoin zu schaden), aber keiner interessiert sich dafür / keiner geht diesen Weg, so ist es irrelevant? Es könnten also jeden Tag hunderte Forks implementiert werden, solange nicht genug diesen Weg mitgehen, werden wir es nicht einmal bemerken? :thinking:

Wo soll die Bedeutung sein, etwas zu erzeugen von dem niemand Notiz nimmt?

Du bekommst von dem Quatsch ja garnichts mit, und installierst Dir die entsprechende Wallet daher erst garnicht.

Genau. In China fällt ein Sack Reis um…

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Perfekt!

Danke für die Aufklärung!

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Zwingen kann dich niemand. Eine Hard Fork ist ein ganz neues Netzwerk, mit eigenen Regeln. Du musst dich aktiv dazu entscheiden, den neuen Fork zu verwenden. Und wer tut das schon, wenn es keinen Anreiz dafür gibt? Das Netzwerk zu spalten ist für die Nutzer kein Anreiz. Weil eine Spaltung auch Wertverlust bedeuten würde. Mit Nutzer sind auch Miner gemeint.

Aber ja, theoretisch ist eine Hard Fork zu erzeugen kein großer Aufwand und mindestens jeder Programmierer wird das hinbekommen.

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