Strategy Aktie als Privatperson? Erfahrungen

Bei der comdirect wurde auch noch nichts verbucht. Wegen der Osterfeiertage dann wohl erst am 7.4. Die traditionellen Banken arbeiten noch wie im 20. Jahrhundert.

Ich hab mich diesbezüglich mal etwas schlau gemacht. Es kann gut sein, dass wir hier einfach zwei unterschiedliche steuerliche Behandlungen sehen.

Bei Trade Republic wird die Ausschüttung offenbar als klassische Dividende gewertet – deshalb werden direkt die 15 % Quellensteuer einbehalten. Das ist der „Standardfall“ bei US-Werten.

Bei der ING scheint es dagegen so zu sein, dass die Zahlung (zumindest aktuell) nicht als Dividende, sondern eher als Return of Capital oder ähnliche Sonderform verbucht wird. In dem Fall fällt keine Quellensteuer an, weil es steuerlich eben keine klassische Dividende ist. Das würde auch erklären, warum bei dir überall 0,00 € bei anrechenbarer Quellensteuer steht.

Das heißt nicht automatisch, dass das „besser“ ist. Wenn es wirklich Return of Capital ist, wird stattdessen dein Einstandskurs reduziert und die Steuer fällt später beim Verkauf an. Die Steuer wird also eher verschoben als vermieden.

Die endgültige Wahrheit sieht man meistens erst in der Jahressteuerbescheinigung. Gerade bei solchen neuen Produkten kann es auch sein, dass Broker das anfangs unterschiedlich behandeln und später noch angleichen.

Ich würde das einfach mal bis zur nächsten Jahresabrechnung beobachten – dann wird es in der Regel eindeutig aufgeschlüsselt. Alternativ könnte man mal bei der ING und Trade Republic nachfragen, wie die das bewerten.

Ich bin aber keine Steuerberater, es sind nur Spekulationen. Vielleicht kann da noch wer von euch drüberschauen.

PS: Was für einen „Einstandskurs“ pro Aktie hast du denn aktuell bei deiner STRC Position @Alter_Knabe ? Und wo lag dieser im letzten Monat?

Nö, da ist (noch) nix. Lediglich der Schriftwechsel bzgl. der US-Steuerbefreiung („Formular W-8BEN“), den die ING vorgestern mit mir geführt hatte. Haste ja sicher auch bekommen.

So wird es sein!

Im ING Dokument steht unten: „Die Gesellschaft hat einen Return of Capital durchgeführt.“

Ich hab 86,80 EUR pro Aktie bezahlt.

Hab die erst seit dem 16.03. im Depot. Da ist der Fehler. Danke

Dann haben wir ja die Aufklärung :+1: – Dann wird es wohl so sein, dass sich im Laufe der nächsten Monate dein Einstandskurs pro Aktie Schritt für Schritt reduziert, während der Gesamtwert deiner Depotposition davon erstmal unberührt bleibt. Wenn du die Position später verkaufst, wird die Differenz zwischen dem dann niedrigeren Einstandskurs und dem Verkaufspreis als Gewinn gewertet und entsprechend besteuert.

Es bleibt spannend, ob comdirect nach Ostern die Steuern einbehält oder nicht. Wenn ja, strebe ich einen Depotwechsel von comdirect zu ING an.

ING scheint schneller und korrekter zu sein.

Warum? Eigentlich ist es doch besser, wenn die Quellsteuer sofort einbehalten wird, dann ist es imo „sauberer“ gerechnet.

Bei einer reinen RoC-Dividende (=Minderung der Anschaffungskosten) fällt nicht sofort Steuer an, auch keine Quellensteuer. Erst in ein paar Jahren wenn deine Anschaffungskosten auf 0 geht (Theoretisch in genau 100%/11,5%= 8,69 Jahren).

RoC-Dividende ist nicht steuerbar. Wenn Broker trotzdem Steuer einbehält, müsste man diese über irgendwelche Formulare (Steuererklärung?) zurückholen.

Strc ist ideal, wenn man vorhat, in 7-8 Jahren nicht mehr arbeiten zu wollen und nur noch passives, planbares, Einkommen zu haben. Die Steuerbelastung (D) wird aufgrund des Grundfreibetrags bzw. maximal in Höhe der Kapitalertragssteuer (25 % und evtl. KiSt+Soli) betragen. Viel weniger als durch harte Arbeit. Wer sich schlau anstellt, zahlt keine bis wenig Steuer.

Jemand, der nur 17800 € im Jahr an passives Einkommen hat, zahlt rund 1000 € an Einkommenssteuer (Stand 2026, alleinstehend) –> 16800€. 1400€/Monat um sein Leben zu bestreiten :)

Edit: habe meinen Satz zu Ende geschrieben.

Ist die Dividende von STRC denn wirklich eine Einlagenrückgewähr nach deutschen Steuerrecht? Ich habe keine STRC-Aktien und mich daher auch nicht genau in deren Struktur eingelesen, aber als nichtdeutsche Firma können sie meines Wissens doch, selbst wenn sie ein steuerliches Rücklagenkonto haben, nur eine in Deutschland steuerfreie Dividende bezahlen wenn sie einen entsprechend positiv beschiedenen Antrag auf gesonderte Feststellung der Einlagenrückgewähr gestellt haben.

Gibt es denn einen solchen Bescheid über die gesonderte Feststellung der Einlagenrückgewähr für STRC? Wenn nein, dann wäre die Dividende meines Wissens zu versteuern ( §27 Abs. 8 s. 9:„Soweit für Leistungen nach Satz 1 oder Nennkapitalrückzahlungen eine Einlagenrückgewähr nicht gesondert festgestellt worden ist, gelten sie als Gewinnausschüttung, die beim Anteilseigner zu Einnahmen im Sinne des § 20 Absatz 1 Nummer 1 oder 9 des Einkommensteuergesetzes führen.“)

Ich würde mich schon sehr wundern wenn es einen solchen Feststellungsbescheid für STRC gibt. Insbesondere weil Saylor für die EU ja extra STRE hat. Bei STRE ist es daher meiner Meinung nach wahrscheinlicher, dass es einen entsprechenden Antrag von Strategy gibt oder geben wird.

Habe auch noch keine STRC Aktien. Erst beim nächsten ATH von Bitcoin, dann habe ich mehr davon.

Habe keine Erfahrung mit der Besteuerung ausländischer Aktien, hatte aber in der Vergangenheit einmal eine deutsche „RoC“-Dividende erhalten.

Korrigiert mich, wenn ich falsch liege: Die Steuerstundung bei der ING hat den Vorteil, dass die Ausschüttung offenbar als Return of Capital behandelt wird. Dadurch fällt zunächst keine Steuer an und der Einstandskurs wird einfach reduziert. Im Unterschied dazu wird bei Trade Republic die Zahlung als klassische Dividende gewertet, weshalb direkt die 15 % Quellensteuer abgezogen werden und du nur den Nettobetrag reinvestieren kannst. Bei RoC kannst du hingegen mit dem vollen Betrag weiterarbeiten, was langfristig durch den Zinseszinseffekt einen Vorteil bringen kann.

Unterm Strich finde ich es aber schon etwas merkwürdig, dass verschiedene Broker das unterschiedlich behandeln. Die spannende Frage ist ja, ob das so bleibt oder sich irgendwann angleicht. Gibt es da Erfahrungswerte? Gerade bei neuen Produkten könnte ich mir vorstellen, dass sich die steuerliche Einordnung mit der Zeit vereinheitlicht oder nachträglich korrigiert wird. Oder kann es tatsächlich dauerhaft zu unterschiedlichen Bewertungen je nach Broker kommen?

Meiner Meinung nach nur teilweise korrekt. Ja, es gibt einen Steuerstundungsvorteil, da die Steuer nicht automatisch sofort einbehalten wird. Aber nein, es reduziert sich dadurch nicht der Einstandskurs sofern es keine Einlagenrückgewähr nach deutschen Steuerrecht ist für die ein von Strategy erwirkter Bescheid über die gesonderte Feststellung der Einlagenrückgewähr nötig wäre.

Du musst dann die Dividende in der Steuererklärung angeben - je nach Zeitpunkt der Dividendenzahlung entsteht also ein Steuerstundungsvorteil von maximal knapp 2 Jahren (Dividende im Januar 2026 erhalten, Steuererklärung für 2026 spätestens Februar 2028).

Das gibt es tatsächlich öfter. Vor einigen Jahren habe ich das auch bzgl. der Dividenden von Ausländischen REITs mitbekommen, z.B. Realty Income. (ob das dort inzwischen einheitlicher gehandhabt wird, weiß ich nicht).

Danke für die Einschätzung. Dies würde bedeuten, dass man bei ING selber aktiv werden muss im Rahmen der Steuererklärung, während bei Trade Republic der Broker das für mich übernimmt, indem er die Steuer selbst sofort einbehält und abführt?

Meines Erachtens nach ja. Die Steuerpflicht verschwindet ja nicht nur weil der Broker sie nicht für einen Abführt. Ist bei ausländischen Brokern, die nicht automatisch abführen, ja genauso.

Meiner Meinung nach ist das Wort „Dividende“ streng genommen eine Ausschüttung des Betriebsergebnisses eines Unternehmens. Gewinne werden also ausgeschüttet und gelten steuerlich als Ertrag. Diese Ausschüttung erfolgt also nicht aus dem eingezahlten Kapital der Anleger.

Der RoC stellt eine Rückzahlung eines Teils des vom Anleger investierten Kapitals dar. Es handelt sich also nicht um eine Auszahlung des Betriebsergebnisses. Strategy sagt im Prinzip jeden Monat so: „Sorry, du hast zu viel eingezahlt, hier hast du deine 11,5 % von deinem eingesetzten Geld in STRC zurück. Weil dann stimmen unsere Abschreibungen wieder. Sorry nochmal.”

Ergo, die Rückzahlung unterliegt nicht der Steuerpflicht weil es “ja dein Geld” ist und nicht dein Anteil am Betriebsergebnis.

Quellensteuer, die trotzdem einbehalten wurde, wird meistens zeitverzögert erstattet oder angerechnet (Quelle: AI Grok).

ING macht das anscheinend richtig.

Ich habe Zeit mit dem STRC Kauf

Top! Danke dir für die Info!

ING erkennt das RoC von STRC an.

Dein Sparerpauschbetrag sollte noch unangetastet sein. Da sollte nichts abgezogen worden sein. Kannst du das bitte noch einmal überprüfen?

Ich hab ING mal eine Anfrage per Mail geschickt. Gebe Bescheid, wenn ich eine Antwort habe. Dann haben wir Klarheit.

Danke dir!

Ok dann müsste man hier nachträglich bei der Steuererklärung beim Finanzamt die RoC-Erklärung von STRC einreichen. Weil es sich hierbei nicht um einen Kapitalertrag handelt, muss das Finanzamt die Erklärung lesen und prüfen.

Das Finanzamt scheint noch im Fax-Zeitalter zu leben…