Steuerliche Behandlung von gehebelten Krypto-Trades

Kryptowährungen sind ja bekanntlich nach einem Jahr steuerfrei veräußerbar. Nun ist meine Frage, wie es steuerlich ausschaut, wenn ich z.B. einen kleinen Teil meines Bitcoinbestandes verwende und mittels Margin einen 2x Hebel trade, wodurch ich Gewinne in Bitcoin realisiere. Da hierbei ja nicht die Währung gewechselt wurde, oder für Gewinn veräußert wurde, frage ich mich wie sich das auf die Haltefrist auswirkt… -Resettet es den Zeitraum nach dem Fifo-Prinzip für meine gesamte Bitcoinbestand? -Beginnt eine neue Frist für den Gewinn in Bitcoin?(Also den Anteil der neu dazu gekommen ist?)

Mein Verständnis wäre folgendes: Die Haltefrist beginnt sobald aus EUR/USD BTC erworben werden. Geschieht dies mit Margin hat dies allein den Effekt, dass es das Risiko/Rendite hebelt. Da kein Wechsel der Währung mit Gewinn stattfindet, hat das Hebeltrading keine detrimentalen Konsequenzen für die Fiforegel.

Bitte um Rückmeldung/Meinungen Vielen Dank:)

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Beim Hebeln hebelt man doch nicht die BTC sondern in z. B: USD und somit hat das nichts mehr mit der Haltefrist zu tun und wenn der „Trade“ geschlossen wird und du Gewinne hast, dann bekommst du die in BTC zurückgetauscht. Müsste demnach quasi doppelt versteuert werden. Bin da aber kein Fachmann…
Dies wäre nur meine Meinung dazu

p.s. und natürlich müssten auch erstmal Gewinne erzielt werden

Definitiv würde ich da einen Steuerberater empfehlen.
Schau mal ob Du mit getrennten Depots die Steuerlast reduzieren kannt.
Ein Depot für Steuerfrei und Haltezeit größer einem Jahr.
Ein Depot für’s Traden und eventueller Kapitalertragssteuer von 25%.
Ein Depot für …

Ich habe auch keine Ahnung, hier aber meine Gedanken dazu.

Ich würde wie du vermuten, dass das auf die Haltefrist der hinterlegten BTC keinen Einfluss hat, da du sie nicht veräußerst. Sie dürften auch nicht wie beim Staking unter die § 23 EStG Regelung bei Wirtschaftsgütern, aus denen Einkünfte erzielt werden, fallen. Haltefrist sollte also bei einem Jahr bleiben.

Wenn du gehebelt Derivate auf BTC handelst (z.B. Kraken Futures oder Perpetuals), dann zahlst du unabhängig von der Dauer 25% + Soli auf den Gewinn. Die Regelung, wieviel Verlust man dem Gewinn als Privatperson gegenrechnen darf, hat sich allerdings ab diesem Jahr geändert.

Wenn du aber gehebelt BTC handelst, sieht das denke ich anders aus. Was du als Collateral hinterlegst sollte egal sein. Im Hintergrund leihst du dir Fremdkapital, um damit BTC handeln zu können. Da du Hebeltrades sicher nicht lange hältst, würde ich eine Versteuerung wie bei BTC-Gewinnen unter der Jahresfrist annehmen.
Ob du den Gewinn als BTC oder USD ausgezahlt bekommst sollte egal sein.

Aber alles nur Gedanken und Vermutungen. Wäre super, wenn wir mal einen Steuerberater im Forum hätten. (der uns dann natürlich kostenlos berät :slight_smile:)

Rein praktisch von der Ausführung verkaufe ich ja BTC zum Schließen eines Trades. Wenn man da streng Fifo anwendet, würde das ja dazu führen, dass zuerst meine HODL-Position verkauft wird.

Da hast du auch wieder recht. Bei strenger FiFo Anwendung wäre das so.

Ich habe in der Hinsicht noch keine Erfahrung mit dem Finanzamt, Aber ich denke mir immer, wenn man die Trennung von unterschiedlichen Beständen nachvollziehbar erklären kann, sollte man hoffentlich damit durchkommen.

Wenn ich zum Beispiel gerade anfange, auf einer unabhängigen Wallet BTC zu hodln, dann möchte ich, dass die Frist für diesen Bestand langsam abläuft. Unabhängig davon, ob ich in einer „daily Wallet“ immer wieder mal kleine Beträge kaufe und verkaufe, wofür ich dann auch unabhängig Steuern zahle.

Diese ganzen Probleme hat man allerdings nicht, wenn man immer einen Hodl-Bestand aufrecht erhält, bei dem die Jahresfrist schon abgelaufen ist. Wenn dieser Bestand vom Betrag her die jährlichen Kleinbeträge in der „daily Wallet“ oder dem Trading Account abdeckt, braucht man auch bei strengstem FiFo gar nichts versteuern.

Zumindest Kraken bietet dir die Möglichkeit, deine gehebelte Position zu realisieren. Das heißt, deine mit margin gedeckte Schuld zu begleichen, um dann die BTC zu erhalten. Ich bin auch kein Steuerfachmann, aber nach meinem naiven Verständnis würdest du dabei keine Bitcoin verkaufen. Dafür benötigst du dann natürlich das Kapital in der entsprechenden Fiat Währung.

Falls du noch weitere BTC hast, wäre vielleicht ein BTC collateralized loan möglich, bei dem du dir zuerst Fiat auszahlen lässt, dann deine Schuld beim Broker begleichst, und die BTC abholst. Vielleicht kannst du so sowohl die Zinslast als auch die hinterlegte Sicherheit auf ein erträgliches Maß drücken und insgesamt mehr BTC verwirklichen.

Halt uns auf dem Laufenden.

Gruß,
Makowski