Square will Mining revolutionieren und für Normalos zugänglich machen

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Der Zahlungsdienstleister Square will sich dem Bitcoin Mining annehmen und den Prozess einfacher und effizienter gestalten.

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Prinzipiell liest sich das alles sehr schön. Ein modularer Miner, den man einfach in die Steckdose steckt, und bei dem man hin und wieder einfach den Chip tauscht. Die Chips werden zwecks Diversifikation in unterschiedlichen Ländern produziert.

An sich ist es wirklich toll, was Leute wie Jack Dorsey für Bitcoin tun.

Aber die Idee hört sich aus meiner Sicht leider sehr unrealistisch an.

Es fängt bei den Chipherstellern an. Es gibt nur eine Hand voll Hersteller, die die benötigte Technologie beherrschen, um effiziente (!) Chips herzustellen.
Aber gut, es wäre super wenn sich hier was tun würde.

Nur was ist mit dem Stromverbrauch, der ja möglichst nachhaltig sein soll?
M. E. kann das ganz hervorragend dadurch passieren, das überflüssige/gestrandete Energie genutzt wird. Spitzen von Erneuerbaren, überschüssiges Gas etc. .

Wie soll jemand einfach ein Gerät in die Steckdose stecken, so dass sich das lohnt? Bei Energiepreisen von 10…30 ct/kWh. Das ist einfach Unsinn.

Interessanter wäre es ohne Steckdose. Ein modulares, also skalierbares Gerät für ein paar k€, das seine eigene Stromversorgung mitbringt, z.B. ein PV-Modul.
Vielleicht noch mit der Option einen Wasserkreislauf anschließen zu können, um die Abwärme nutzen zu können. Am besten sollte die Option einen Kompressor und Zwischkühlkreislauf enthalten, damit die Temperatur hoch genug ist. Am Ende hat man ein Heizelement, das man in übliche Warmwassersysteme einsetzen kann. So wie das elektrische Heizelement bei Wärmepumpen.

Das ginge in die gleiche Richtung wie die Mining Module für gewerbliche Kunden, die man an Ölbohrstandorten an das überflüssige Gas anschließen kann.

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Wer auf so eine Idee kommt, hatte noch nie einen Miner bei sich in der Wohnung stehen.

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Wie meinst du das?

Es wäre doch super, wenn ich mein Einfamilienhaus nicht mit einem elektrischen Heizstab, sondern mit ein paar ASCI Minern heize.
An dem Beispiel von Kananda sieht man einen Wirkungsgrad von 96%. Dann würde man mit dem Heizen des eigenen Hauses soger noch Geld verdienen.
Oder verstehe ich da was falsch?

Ja, das liest sich sehr schön, hat aber sehr wenig Bodenhaftung.

Hier mal eine Hand voll Fakten zu der Idee:

  • Ein S9-miner hat im günstigen Fall eine Leistungsaufnahme von ca 1400 Watt. (1400 x 24Std. x 30Tage = 1008 kw/h x Strompreis)
  • der Betrieb ist in D mit gekauftem Strom unrentabel weil der mining-Ertrag sehr deutlich unter den Stromkosten liegt.
  • ein mini-PV-Modul mit dem der Normalbürger Strom auf dem Balkon oder einem Flachdach produzieren kann leistet maximal 600 Watt/peak und mehrere solcher Balkonkraftwerke können/dürfen in der selben Installation wegen Brandgefahr/Überlastungsrisiko nicht betrieben werden.
  • die Ablufttemperatur eines miner liegt mindestens 20°C über der Zulufttemperatur
  • der miner lärmt permanent mit mindestens 55 Dezibel/a

Nun noch ein paar Gedanken zu aktuellen minern wie einem S19, diese Geräte sind viel leistungsfähiger und brauchen bei nahezu achtfacher hash-Leistung nur ca 3500 Watt. Leiser sind sie aber nicht sondern lauter und die Abwärmemenge ist auch größer. Deshalb riecht es wie früher in Wohnungen in denen ungereinigte Nachtspeicheröfen betrieben wurden.

Nun noch ein Gedanke zum Artikelende, die Frage nach mutmaßlich besseren Algorithmen erinnert mich an die Frage ob poroof of stake nicht der bessere Weg währe. Ich denke nein.

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So ein Ding ist so laut wie ein Staubsauger. Macht sich nicht so gut im Wohnzimmer. Das Problem ist auch nicht das Entstehen von Wärme, sondern diese nutzbar zu machen. Die Abwärme am Chip selbst ist enorm und muss abtransportiert werden. Das passiert in der Regel durch Luft oder Flüssigkeit. Bei Flüssigkeitskühlung (immersion) viel Spaß beim Wechsel des ASICS – so wie vorgesehen – oder überhaupt beim Reinigen des Teppichs, wenn etwas Öl daneben geht…

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Vorsichtig beim Argumentieren. Richtig ist, dass es in Deutschland im Einfamilienhaus schwere umsetzbar ist wegen der hohen Stromkosten. Das Argument Wohnzimmer macht aber keinen Sinn, da du ja auch deine Wärmepumpe, Brennwertherme oder Ölkessel nicht in dein Wohnzimmer stellst.

Faktisch ist es bei Mehrfamilienhäusern mit Stromüberproduktion und vor allem bei Fernwärmenetzen zumindest denkbar rentabel umsetzbar, wenn die Gerätekosten sinken und der Strombezug stimmt.

Ich weiß von Containern mit Servern in Schweden, die wassergekühlte Chips haben und zur Fernwärme genutzt werden. Es können Temperaturen von 70 Grad im Rücklauf erreicht werden bei 15K Spreizung. Entscheidend ist eine hohe Grundlast und der günstige Strom. Deutschland ist nicht das Zentrum der Welt.

Dennoch ist die Behauptung von Square „Bitcoin-Mining sollte so einfach sein wie das Anschließen eines beliebigen Geräts an eine Steckdose“ wohl eher als Werbung einzustufen. :grinning:

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