Ökologischer Fussabdruck digitaler Produkte

Hallo,

ich habe gerade eine interessante Doku über das Streaming bei Arte angesehen Frankenstream - Kultur und Pop | ARTE .

Hierbei fand ich sehr interessant, dass der ökologische Fussabdruck von etablierten und allgegenwärtigen Techniken (wie z.B. Streaming, Handys,…) als notwendiges Übel dargestellt werden. Der Energieverbrauch fürs Streaming wird mit dem von Ländern verglichen.
Der Konsument wird hier ‚nur‘ zum überdenken einer Konsum-Reduzierung angeregt.

Wird eine Diskussion bezüglich des Fussabdruckes einer neuen Technik gestartet (egal ob Windkraft, Bitcoin,…) werden diese Techniken aufgrund Ihrer ‚Nachteile‘ (z.B. Landschaftsschutz, Energieverbrauch,…) von den Kritikern zerrissen.

Was meint ihr?

Gruß
Tobias

Der Vergleich mit dem Energieverbrauch von Ländern ist doch falsch, da kann man den Energieverbrauch der Technologie doch garnicht einordnen, bzw. bekommt ein falsches Bild.

Sinnvoll wäre der Vergleich des Verbrauchs der unterschiedlichen Technologien zueinander.
Dann kann jeder für sich bewerten: Ja ist gerechtfertigt für die Nutzung der Technologie oder nicht.

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Das denke ich auch.

Jede Technologie braucht Energie. Natürlich kann man zB: sagen dass Bitcoin soviel Strom verbracuht wie Schweden oder die Niderlande. Anderswo wurde gesagt dass Bitcoin für 10% der Weltweiten CO2 Emmissionen verantwortlich ist. Da diese Verlgieche immer eine Gleichstellung sein sollten kann man im Umkehrschluss auch sagen, dass Schweden oder die Niederlande jeweils für 10% der Weltweiten CO2 Emmissionen verantwortlich sind.

Oder ein anderes Beispiel: Die Fläche des Frankfurter Flughafen wird in der eigenen beliebten Dokusendung im HR immer in Fussballfelder angegeben. Aber wer sich 20 km² nicht vorstellen kann, der kann sich auch 3200 Fussballfelder nicht vorstellen (ja eine Unterstellung :slight_smile: ). Mann sollte also Vergleiche finden, die in der Gleichen Größenordnung sind (Was ja mit dem Ländervergleich zu Bitcoin schonmal gegeben ist) aber dann auch eben die Sinnhaftigkeit der Vergleiche in Frage stellen.

Vergleiche werden ja meist aus stilistischen Mitteln angewendet um einen Fakt oder eine Meinung zu verdeutlichen und zwischen anderen Informationen einordnen zu können. Was lernen wir also aus den Vergleichen? Im Fall der Fussballfelder: der Frankfurter Flughafen ist ziemlich groß. Wie groß genau? Naja wer kann sich schon 3000 Fussballfelder vorstellen? Die Vorstellung hört also meist bei sehr groß auf. Sinvoller wäre es, einen Stadt oder einen Stadtteil zu finden, den man sich vorstellen kann, zB. Berlin-Marzahn. Aber Leute aus Hamburg oder Wien könnten danmit vielleicht auch wenig anfangen. Also könnte man auf diesen Vergleich eigentlich verzichten und allgemein sagen es sind halt 20 km². Auf der Unterhaltungsseite kann der Vergleich aber wieder sinvoll sein, Fussballfelder, Fussball joa ich bin dabei…

Wie sinvoll ist es den Bitcoin Stromverbrauch mit dem Stromverbrauch von Ländern zu vergleichen? Die Kernaussage ist eigentlich nur: Bitcoin verbraucht ziemlich viel Strom. Für die Authoren gegen Bitcoin reicht das auch schon und aus deren Sicht ist der Vergleich gut gewählt. EIn anderer Vergleich wäre es, den Stromverbrauch mit dem weltweitem Bankenwesen zu vergleichen. Da ist Bitcoin nur ein Fünftel so energiehungrig und schon sieht Bitcoin wieder besser aus. Im ersten Fall vergleicht man eine Weltweit verbreitetes Geldsystem mit einem Staat der Privathäuser, Firmen, Staatsgebäude usw. mit Strom versorgt. Eventuell sind dort auch Bitcoinminer, deren Stromverbrauch sowohl in der Bitcoinstatistik als auch in der Staatsstatistik auftauchen. Der Vergleich klingt bei dieser Aufschlüsselung schon wieder nicht unbedingt logisch. Und auf der anderen Seite ein Weltweites Geldsystem mit allen anderen Weltweiten Geldsystemen. Aber auch der Vergleich mit den Bankhäusern ist von Kritikern wieder angreifbar. Bankhäuser beinhalten zB. nicht nur das Geldsystem sondern auch das Versicherungssystem…

Der Beste Weg ist immer alles kritisch zu hinterfragen, vorallem auch versuchen die Gegenseiten zu verstehen. Nur wenn man dann deren Argumente verstanden hat kann man entscheiden ob die Argumente valide sind oder *****. Also auch meine Gegenseitenanalyse muss nicht vollständig sein weil auch ich Argumente übersehen haben könnte.

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