ich habe ein paar Sats auf meiner ColdCard liegen, die über 1 Jahr alt sind. Ich mache mir ein wenig Sorgen um den Mittelherkunftsnachweis.
Ich habe sie aus verschiedensten Quellen, aber immer Boersen / Onlinekaufdienste und nie Screenshots gemacht.
Ich würde gerne nun - aus verschiedenen Gründen - diesen Prozess des Nachweis angehen.
Also die Idee ist: Ich sende sie von meiner Coldcard zu einer Börse - habe an Bison gedacht - warte auf die Aufforderung zur Mittelherkunft, kämpfe mich da durch mit dem Support. Und wenn das einmal erledigt ist, dann steht einem Verkauf jederzeit und Auszahlung auf mein Girokonto nichts mehr im Wege in Zukunft.
Ist die Annahme so richtig?
Auf welcher Börse würdet ihr am ehesten die Sats liegen lassen? Hinter Bison steht ja die Boerse Stuttgart GmbH, aber mich stört ein wenig, dass sie kein Phishing Resistant 2FA anbieten. Welcher Boerse würdet ihr am ehesten eure Sats für eine dauerhafte Verwahrung anvertrauen?
Ich finde den Plan eigentlich ganz gut. Bison finde ich persönlich auch gut, andere werden andere Börsen besser finden. Wenn es um große Beträge geht vielleicht nicht alles zeitgleich auf die Börse und dort lassen?
Wenn der Nachweis dann erbracht wurde, kannst du einen Teil ja auch wieder an eine HW-Wallet schicken, die Adresse sollte Bison ja dann bekannt sein und keine neuen Prüfungen verursachen oder?
Ich denke es geht um etwas größere Beträge, falls nicht, muss evtl nicht mal ein Nachweis erbracht werden, oder ist das inzwischen so häufig der Fall?
Allgemein die dringende Empfehlung auch an alle Mitleser:
Falls noch nicht geschehen, so schnell wie möglich alle PDFs zu Bitcoinkäufen sichern (Kontoauszüge von Überweisungen zu Brokern, PDFs über Käufe, Screenshots über Kontostände, (Steuer-) Berichte von Börsen usw.)
Ich bin da etwas paranoid aber speichere wirklich regelmäßig, was geht, um für den Fall der Fälle alles nötige zu haben, auch wenn es den Broker dann ggf. nicht mehr gibt.
Ich bin wirklich mal gespannt wie die selbst gemachten Bildschirmabzüge bei einer Prüfung beurteilt werden, kann doch fast Jeder Anfänger einen jpg oder pdf Ausdruck so manipulieren das nur mit sehr großem Aufwand eine Pixelmanipulation nachweisbar wird. Ich jedenfalls bin froh das ich auch noch die Kaufnachweise und alle meine Coinbewegungen auf einer online Börse nachweisen kann so habe ich noch einen weiteren Quellennachweis zu meinen Käufen zusammen mit den Kontoauszügen. Wer immer ehrlich mit versteuertem Geld gehandelt hat der brauch da wohl nichts befürchten, wer nie einen Mixer oder andere dubiose Tauschmedien benutzt hat ist immer auf der sicheren Seite
Wie hast du deine Nachweise dann, wenn nicht als PDF? Nach der Logik wäre alles manipulierbar und anzweifelbar, sogar Papier-Kaufnachweise.
Das ist ein Argument.
Aber wenn man evtl. in den nächsten Jahren verkaufen muss oder möchte, ist es vielleicht besser, die Sache mit den Nachweisen jetzt zu klären. In der Zukunft gibt es vielleicht noch strengere Regeln und es wird ggf. noch schwerer an alte Unterlagen zu kommen.
1% finde ich übertrieben, wenn 20% meiner Sats für ein paar Monate auf einer Börse eingefroren sind, könnte ich damit leben. Kommt eben drauf an wieviel Bitcoin man hat, und wieviel das von dem Vermögen ausmacht.
Warum sich jetzt mit einem Anbieter herumärgern wenn erst in ein paar Jahren verkauft werden soll. Du weißt nicht ob es diesen Anbieter bis dahin überhaupt noch gibt. Du kannst auch nicht wissen ob er dann nicht trotzdem wieder einen Nachweis verlangt.
Ja wenn man eine Immobilie kaufen möchte sollte man mindestens 6 Monate vorher verkaufen.
Weil man sich einfach nicht sicher sein kann wie schnell man an sein benötigtes FIAT kommt.
Natürlich habe ich PDF Dateien aber auch Emailnachweise mit dem Verkaufsbeleg von der Börse an dem der verkauf getätigt wurde. Gleichzeitig habe ich noch die Möglichkeit einen rechtsverbindlichen Nachweis bei der Börse über meinen Verkauf ein zu sehen. Das ist auch mit ein Grund warum ich den größten Teil meiner Kaufgeschäfte über Bitcoin.de abgewickelt habe. Hier sind zwar die Gebühren nicht die günstigsten aber dafür hat man einen Steuer und rechtskonformen Nachweis über alle seine Aktivitäten und das seit über 10 Jahren. Das gibt mir mehr Sicherheit als ein Screenshot der ohne Bezug zur Quelle Existiert.
Ich finde Screenshots zusätzlich zu den Kaufbelegen schon sinnvoll. Kilometerlange Auszüge und hunderte Kaufnachweise sind irgendwann mal schwer nachzuvollziehen, auf dem Screenshot siehst du sofort den Bestand auf der Börse.
Aber was genau ist denn jetzt Steuerkonform?
Meiner Erfahrung nach akzeptiert das Finanzamt durchaus auch Screenshots in manchen Fällen.
Wie du bereits geschrieben hast… ob es jetzt ein Dokument, ein Bild oder ein PDF ist, theoretisch ist alles manipulierbar.
Auch die von dir erhaltenen Email Anhänge und Kaufnachweise sind ja am Ende nur manipulierbare PDFs. Oder in welchem Format schickst du den Nachweis an das Amt?
Die Idee ist, hört sich gut an. Wenn ich es richtig verstanden habe, wird ein Mittelherkunftsnachweis ab > 10.000€ erwartet, auch aufsummiert. Ich habe mal verschiedene Börsen angeschrieben, welche Dokumente als Nachweis akzeptiert werden. Die Antwort war immer sehr allgemein gehalten: „Es kommt auf den Einzelfall an“
Interessant wäre auch, wie weit die Historie der Transaktionen offen gelegt werden soll oder reicht nur die Verifizierung der Adresse von der Coldwallet von der die Sats gesendet wurden.
Ich habe vor 3 Jahren alles was ich seit langem habe, an Bison gesendet und nach 6 Monaten wieder zurück auf meine Coldwallet. Wenn ich dann irgendwann verkaufen will, dann kann ich auf den Zwischenschritt mit Bison verweisen. Damit kann ich die Haltezeit (wegen Spekulationsfrist) nachweisen, aber das reicht nicht für einen Herkunftsnachweis. Eine eindeutige Regelung wäre da echt hilfreich. Aber wenn die nicht kommt bzw. es hier zu teuer wird hilft nur Koffer packen
das verstehe ich auch nicht. Warum kommt niemand auf die Idee dies für seine Kunden einfach zu machen und bietet einen völlig transparenten Prozess und Service an. Es kann ja wohl nichtmal in der EU verboten sein etwas für seine Kunden-freundlich und transparent anzubieten
Was ich hier so lese… Kaufbelege, Screenshots aus Börsen, Transaktionsbelege, Bestandsdokumentationen…
Das alles ist im Zweifelsfall eben kein Mittelherkunftsnachweis. Darunter versteht man eher den Nachweis der Quelle des Geldes. Also Gehaltsnachweis, Schenkungsnachweis, Erbschafsnachweis, Verkaufsnachweis aus anderen Kapitalanlagen. Die anderen Sachen mögen unterstützend erforderlich sein. Aber bei einem klassischen Mittelherkunftnachweis wird eben gefragt woher das Geld stammt.
Viele Portale haben in den Hilfeseiten auch entsprechende Erklärungen, welche Dokumente im Fall der Fälle eingereicht werden müssen. Kann aber auch fallweise entschieden werden.
Es wäre doch möglich, BTC auf einer Börse außerhalb der EU zu veräußern. Der Mittelherkunftsnachweis müsste nur bei der Bank geführt werden. Dann würde das ganze Hin und Her mit einer EU Börse entfallen, oder?
was ich damit meine ist das man wenn man bei Bitcoin.de seine Käufe und Verkäufe tätigt, nicht nur Emails erhält mit dem Klarnahmen des neunen Besitzers der Coins und dessen Bankkonto man hat auch auf den Servern von Bitcoin.de innerhalb seines eigenen Kontos alle Coin und Fiat Bewegungen protokolliert mit Datum von welchem Konto auf welches Konnte mit Namen usw. das sind alle erforderlichen Daten die für eine Steuererklärung nötig sind und dienen gleichzeitig mir als Nachweis woher ich die FIAT Einzahlung auf meinem Konto her habe also auch hier kann man leicht dem Geldwäsche Gesetz etwas entgegensetzen. Ich bin sehr zufrieden mit dieser Art der transparenten Abwicklung weil ich eben kein Verfechter des Standpunktes bin das man Anonym seinen Besitz verwalten sollte. Das birgt eben die vom Fragesteller in Zukunft anstehenden Probleme der man bei völliger Transparenz entgegenwirken kann.
das wäre ja schön, wenn es so einfach wäre. Dann müsste ich ja einfach über Gehaltsnachweise und/oder Aktienverkäufe nachweisen, dass ich soviel Geld zum Zeitpunkt des Kaufs hatte.
Da es eh immer “nur” damals 3-5000€ Käufe waren, sollten ja Gehaltsnachweise reichen. Auch wenn die Sats heute deutlich teurer sind, richtig?
Aber diese unterschiedliche Handhabe und die Unsicherheit ist doch mal wieder jämmerlich…fast schon Schikane der EU