Kritik an der zunehmend einseitigen ökonomischen Sichtweise (ÖS)

Sorry für die späte Antwort, glaube ich habe mich da ein wenig schlecht ausgedrückt. Ich glaube auch das hier viele ein bisschen aneinander vorbei reden.

Vielleicht mal um sicherzustellen das wir von dem gleichen reden:

Wenn wir von einem Bitcoin Standard reden, also Bitcoin als Währung, dann gehe zumindest ich immer von der Annahme aus dass wir da von einer Zukunft reden wo Bitcoin komplett kapitalisiert ist und die Volatilität extrem runter gekommen ist. Also das wäre dann eine stabile Währung die vielleicht noch irgendwo bei 0-2% pro Jahr deflationär ist.

Investments wären dann immer noch lohnender als einfach Bitcoin halten. Aber du musst dann halt nicht unbedingt investieren um dein erspartes zu schützen. Reden wir da etwa von dem selben oder siehst du das komplett anders?

Weiter, wenn wir davon reden das eine inflationäre Währung das ausgeben des Geldes anregt, bist du dann auch mit mir einig dass wir da vom investieren reden, also was die Leute mit dem Geld machen dass sie nicht direkt zum leben brauchen. Weil für die notwendigen Dinge wie Essen, Trinken, Wohnen, Kleider braucht es keine externe Motivation. Auch für Luxus, wie Auto, Handy, Laptop, Ferienreise etc haben die Menschen schon genug Bedürfnisse das zu kaufen und zu besitzen. Einverstanden, oder siehst du das komplett anders?

Es geht mir vor allem darum mal zu verstehen wo der Kern der Auseinandersetzung ist. Ich denke es geht lediglich ums Geld investieren das mit der Inflation angeregt werden soll, aber eventuell verstehe ich das falsch. Würde gerne deine Meinung dazu hören.

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Gute Stellen, die ich gefunden habe in diesem Artikel:

Um die Folgen solcher Schocks abzufedern, wird seit einigen Jahren das bedingungslose Grundeinkommen propagiert, als Mittel für Sicherheit und Teilhabe. Dies führt doch dazu, dass die Leute nicht mehr arbeiten?

Diese Effekte werden überschätzt. In Alaska wird jährlich pro Kopf ein Teil der Einnahmen aus dem Erdölfonds ausgeschüttet, was in die Richtung eines bedingungslosen Grundeinkommens geht, auch wenn es im Schnitt nur etwa 1600 Dollar pro Jahr sind. Die Menschen in Alaska arbeiten deswegen aber nicht weniger. Ein bedingungsloses Grundeinkommen erlaubt es den Leuten jedoch, nicht jede beliebige Stelle annehmen zu müssen, sondern sich bei der Arbeitssuche etwas Zeit zu nehmen.

Reagieren Leute generell weniger stark auf monetäre Anreize, als Ökonominnen und Ökonomen meinen?

Das ist so, sie wechseln wegen eines höheren Lohns nicht einfach die Stelle und verlassen wegen höherer Steuern nicht unbedingt ihren Wohnort. Ökonomen haben oft ein ziemlich enges Bild von Rationalität. Die Menschen berücksichtigen dagegen mehrere Dimensionen, wenn sie sich ein Bild vom guten Leben machen.

Natürlich. In DE wird Hartz4 mit „Bürgergeld“ neu gelabelt. Glaubt doch wohl niemand ernsthaft dran, dass ein lebensfähiges Grundeinkommen beschlossen wird.

Wie man Harz4, Sozialhilfe oder Bürgergeld auch nennen mag. In Deutschland kommt das Geld woher? Ach ja, das kann man nicht sagen weil es ja ein grosser Topf ist wo keiner genau weiss woher was und wie viel gekommen ist. Steuern sind nicht Zweckgebunden. Das ist ein Problem was es zu lösen gilt.

Wie in dem Zitat klar wurde, geht es nur darum das Sparn zu ergänzen und nicht unbedingt allen ein arbeitsfreies Leben zu ermöglichen.

Das versuche ich gegenüber Kritikern auch zu verdeutlichen, weil natürlich viele BGEs über ein Zuschuss, um sich länger Zeit bei der Arbeitssuche zu lassen weit hinausgehen.

Das Problem ist kein Problem und lässt sich damit auch nicht lösen.
Steuern dürfen in D gar nicht Zweckgebunden erhoben werden.

Warum? Hat doch bestimmt einen Grund warum das nicht erlaubt ist?

Genau das ist das Problem! Es werden Steuern erhoben und für etwas anderes verballert. Das ist Mist.

Aber wo fließt dann bitte eine Einkommenssteuer hin, oder eine Mehrwertsteuer?

Aber selbst bei einfachen Beispielen gibt’s Probleme.
Hundesteuer.
Für die Reinigung der Gehwege
Oder für kostenlose Kotbeutel und Mülleimer ?
Oder für einen Zuschuss bei der Anschaffung eines Blindenhundes?

Die Gesetzgebung lässt das offen und das Parlament bzw die Regierung bzw der Finanzminister entscheidet.

Zweckgebundene „Steuern“ gibt es ja auch, die heißen dann Abgaben oder Gebühren.

Ich glaube das schon. Es ist keine ob-Frage, sondern eine Wann-Frage. Und wenn mir jemand kommt, und meint, dass die Menschen dann gar nichts mehr machen und nur faul rumliegen, würde ich dafür gerne die empirischen Belege oder die sozialpsychologischen Evidenzen davon sehen.

Das ist doch zuerst einmal nicht unbedingt generell ein Problem. Aber schon klar, dass man mit den (Nicht-)Ausgaben unzufrieden sein kann!

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Sagt ja keiner. Kann man ja machen. Ist nur ne Umverteilung. Bezahlen tut das dann jeder von uns :slight_smile:

Zur Finanzierung gibts natürlich diverse Theorien. Arbeit dafür zu besteuern, finde ich jetzt nicht die beste. Eher Konsum und Finanztransaktionssteuern finde ich interessant. Ob du und ich davon viel bemerken würden, ist aber eher fraglich :wink:

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Bin ja der Meinung, dass der deutsche Staat gar kein Einnahmen; sondern ein Ausgabenproblem hat.

Mehr Geld bedeutet bei unserem Staatssystem also nicht zwangsläufig mehr Geld für sinnvolles, sondern eher mehr Geld zum rauswerfen. Under Staat ist nicht effizient.

Würde dem Staat gerne weniger in den Rachen werfen und eine Überprüfung der Ausgaben fordern: Wenn ich überlege; dass ich jeden Monat 550€ in die gesetzliche Rente, also in dieses Fass ohne Boden einzahlen MUSS und bei der Lohnsteuer fucking vierstellig bin, bekomm ich stets Puls. :smiley:

Finanztransaktionssteuern treffen aus meiner Sicht die falschen. Konsumsteuern gibt es doch; oder was meinst du genau?

Luxussteuer finde ich fast noch besser wie Konsumsteuer.
Man kann Brot konsumieren, aber das sollte nicht unbedingt besteuert werden.

Das war jetzt nur auf die Finanzierung des BGEs bezogen, dass man zB Hochfrequenzhandel besteuert und eher den Konsum als die Arbeit.

Klar. Muss dann halt aber auch flächendeckend passieren. Dafür wäre die EU mal gut :smiley: Mehrwertsteuer auf (basic) Lebensmittel ist so oder so absoluter Unsinn!

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