Kann Bitcoin mit einer Steuer zerstört werden?

Hallo zusammen,

ich hab mir mal Gedanken gemacht ob Bitcoin auch damit zerstört werden könnte, das man gezwungen wird seine Bitcoin zu verkaufen, und dadurch Bitcoin nur noch bei einigen einzelnen Personen wäre.

Also was wäre, wenn man eine Steuer erheben würde, für den Besitz von Bitcoin, die so hoch wären das man gezwungen ist, seine Bitcoin zu verkaufen, da man sonst seine Steuern nicht zahlen könnte? Sagen wir die Haltefrist fällt für Krypto weg, und es gibt eine Kryptosteuer von 80 % (alles Aluhut), und es wären hohe Strafen angesetzt, da würde doch keiner mehr Bitcoin kaufen und viele müssten Ihre Bitcoin verkaufen, um Ihre Steuer zu zahlen.

In der Theorie ja.

Eine Besteuerung geht aber nicht rückwirkend, soweit ich weiß.

Will sagen: Wenn so ein Gesetz käme, wäre es nur für BTC gültig, die Du danach kaufst.

Deshalb würde ich vermute, dass niemand seine „alten“ BTC verkaufen würde, bis der Preis nicht jenseits unserer Vorstellungskraft ist und der Ankauf von „neuen“ BTC würde rapide zurückgehen. Zumindest in dem Land…nicht weltweit.

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@exit1one
Ich habe eine Seite gefunden
Travala.com ist wie Booking.com und skyscanner
Wo du mit extrem viele crypto Währungen zahlen kannst so eine Steuer ist glaub ich immer möglich
Aber die ADAption ist schon am laufen
In paar Jahren musst du nicht suchen wo du zahlen kannst sondern in was du switchen musst vor der Zahlung :wink:

Bitcoin ist eine private Währung. Darf Bitcoin überhaupt besteuert werden?

Bitcoin ist ein Wirtschaftsgut, also JA.

Eine Währung ist ein gesetzliches Zahlungsmittel und muss deshalb definitionsgemäß von einem Staat ausgegeben werden.

Aber selbst wenn Bitcoin eine Währung wäre, könnte man sie besteuern. Nur halt anders. Wenn Du US-Dollar tradest, ist ja auch eine Steuer fällig. (Oder??)

Kurz: Nein

Lang: Eine Besteuerung des Bitcoin durch einzelne Nationen (abgesehen von vllt. China oder USA) ist gesamtwirtschaftlich nicht relevant. Selbst im schlimmsten Fall würde (nur) der Preis fallen. Dadurch geht Bitcoin nicht kaputt.

Ich kann doch nur etwas besteuern was mir gehört und was über mich läuft oder ?
Kann Deutschland Japan besteuern ?
Kann ich Blocktrainer besteuern ?
Wahrscheinlich nicht und deswegen ist die Besteuerung von Bitcoin schwieriger, weil die Währung keinen Halter hat und die Blockchain schlecht zu besteuern ist. Da aber die meisten über Fiat in Krypto gehen, würde es gehen. Ich fande das Urteil sehr interessant von soweit ich weiß ein Landgericht in Berlin die Bitcoin für ein Wirtschaftsgut gehalten haben und somit die Bitcoin Automaten aufgestellt werden durften. Bitcoin hat keinen zentralen Herausgeber und somit gehört es niemanden in Person.

  • Gehören die Waren im EDEKA dem Staat? Nein. Trotzdem gibt’s die Mehrwertsteuer.

  • Wenn jemand seinen Kindern ein Grundstück vererbt, gehört dem Staat das Grundstück? Nein. Trotzdem gibt’s die Erbschaftssteuer.

  • Wenn ich arbeiten gehe, gehöre ich oder mein Arbeitgeber dem Staat? Nein. Trotzdem gibt’s die Lohnsteuer.

  • Wenn jemand heute Gold für $1000 kauft und dieses Gold nächsten Monat für $1500 verkauft, gehört das Gold dem Staat? Nein. Trotzdem gibt’s die Einkommenssteuer auf ein privates Veräußerungsgeschäft.

Deine Aussage ist also offensichtlich nicht korrekt. :slightly_smiling_face:

(Wer jetzt von der Seite reingrätscht und meine Aussagen dazu nutzt, um wieder eine „Steuern sind Raub“-Diskussion zu starten, wird umgehend von mir verwarnt.
No hate. Ich sag’s ja nur.)

Zoll?

Nein, Du bist ja auch kein Staat.

Aber mit einer Einkommensteuer, der Lohnsteuer für die Mitarbeiter, der Gewerbesteuer usw. kann der Staat den Blocktrainer bei seinem Tun besteuern.

Äh, wahrscheinlich doch. :grin:

Der Halter/Besitzer/Erfinder ist doch völlig irrelevant.

Bei den meisten Steuern geht es um Deine Einnahmen oder um einen „Zugewinn“.

  • Du stellst etwas her und verkaufst es mit Gewinn? Steuer.
  • Du erbst? Steuer.
  • Du kaufst etwas zum Preis von x und verkaufst es zum Preis von x+y? Steuer.

Je höher Deine Einnahmen (oder besser: Dein Gewinn), desto höher die Steuer.

Ja…nicht ganz.

Was Du vermutlich meinst, ist das Urteil des Berliner Kammergerichts aus 2018. Dabei ging es um die Frage, ob man ohne Lizenz der BaFin mit Bitcoin handeln darf.

Das Gericht sagt JA, denn nach Ansicht des Gerichts sind Bitcoin kein Finanzinstrument, keine Rechnungseinheit, kein Geld und auch keine Währung und demzufolge fällt Bitcoin nicht in die Zuständigkeit der BaFin.

Seit Anfang des Jahres wurde jedoch ganz klar festgelegt: Kryptogeschäfte gibt’s (ab sofort) nur mit Lizenz der BaFin. Ob da noch etwas nachkommt, weiß ich nicht, aber so ist zumindest aktuell die Gesetzeslage.

Für die Besteuerung selber hat das aber sowieso keine Auswirkungen, denn selbst wenn das Urteil noch in höheren Instanzen bestätigt wird und sich herausstellt, dass die BaFin nicht zuständig ist, wäre Bitcoin ein Wirtschaftgut und dessen Handel kann man (also der Staat) besteuern.

§23 EStG - Private Veräußerungsgeschäfte

Private Veräußerungsgeschäfte sind
1. … (Anm.: Betrifft Grundstücke usw.)
2. Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. […]
Bei Anschaffung und Veräußerung mehrerer gleichartiger Fremdwährungsbeträge ist zu unterstellen, dass die zuerst angeschafften Beträge zuerst veräußert wurden.

Quelle: https://www.buzer.de/23_EStG.htm

Gold hat in seinem Ursprung auch keinen „zentralen Herausgeber“, denn es liegt irgendwo in der Erde, in Höhlen, in einem Flussbett oder was weiß ich.

Aber jemand holt es raus, bringt es in Umlauf, man handelt damit, man nutzt es für die Produktion von anderen Waren (Elektronik, Schmuck,…) usw. usw. usw. ==> Besteuerung

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Danke GermanCryptoGuy für deine ausführliche Antwort. Sehe das auch so das für die Besteuerung es dem Staat nicht gehören muss. So viel ich weiß gab es auch Zeiten mit Zwangssteuer auf Immobilien, die man zu der Zeit mit Hyperinflation zu einem Spot gekauft hat und musste dann für einen realen Preis dafür Steuern zahlen.

Sind nicht alle Steuern „Zwangssteuern“? :grin:

Aber Steuern bei Hyperinflation? Bringt das etwas? Das Geld ist zu dem Zeitpunkt doch eh nichts wert.

Ich weiß wohl, dass einige Staaten (Griechenland? Italien?) wegen der Euro-Krise neue Steuerformen eingeführt, alte Steuerformen wieder hervorgehoben und Steuern allgemein angehoben haben. Steuern auf Immobilien beispielsweise, also vergleichbar mit der Grundsteuer bei uns.

Aber ob das der richtige Weg ist? Jemandem, der sowieso schon fast nichts mehr hat, noch mehr wegzunehmen?

Besonders „reichen“ Bürgern (> 100.000€ auf dem Bankkonto?) wurde damals sogar ein gewisser Prozentsatz direkt vom Konto abgebucht.

Das ist natürlich ein Unding, denn sowas ist eine Bankrotterklärung der Staates. Nicht nur finanziell gesehen, sondern mehr re­gu­la­to­risch. („Ich komme mit dem Geld nicht aus, also nehme ich mir jetzt noch mehr, als ich sowieso schon von Dir nehme.“)

An sich ist ja die Hyperinflation selbst schon eine Steuer bzw. Zwangsenteignung. Eigentlich könnten wir die Steuern ja sofort streichen, der Staat kann sowieso unbegrenzt Geld erschaffen. :man_shrugging:t4:

Ich meinte eigentlich eher das hier. https://de.wikipedia.org/wiki/Zwangshypothek

„Zur Finanzierung des Staatswesens im Zuge der Währungsreform 1948 wurden für alle Maßnahmen, die auf einen Ausgleich der durch den Zweiten Weltkrieg und seine wirtschaftlichen Folgen einschließlich der Währungsnachteile abzielten, ab Juni 1952 mit dem Lastenausgleichsgesetz alle im Privatvermögen befindlichen Immobilien im Geltungsbereich mit einer Zwangshypothek zu Gunsten der Bundesrepublik Deutschland belastet, welche in den folgenden 30 Jahren durch die Grundstückseigentümer abbezahlt werden musste.“

Das war ja im Prinzip auch eine Steuer auf Dinge die nicht dem Staat gehörten.

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Jaaa…okayyy…aber „1923“…„1948“…„Finanzierung des Staatswesens im Zuge der Währungsreform 1948“…

Man kann ja über das aktuelle System sagen was man will, aber so eine Abgabe basiert schon auf einer sehr besonderen Situation.

Ich hoffe und gehe auch mal davon aus, dass uns dies erspart bleiben wird.

Denn es würde bedeuten, wir hätten Krieg (gehabt) oder der Euro wäre komplett den Bach runtergegangen! In dem Moment hätte ich wohl ganz andere Sorgen als eine Zwangshypothek.

Was habt ihr immer mit dem „gehören“? Dem Staat muss doch etwas nicht gehören, damit man darauf Steuern zahlen muss. Wie kommt ihr nur darauf?
(Siehe oben mein Gold-Beispiel.)

Spontan würde mir nur die Grundsteuer einfallen, bei der diese Eigentums-Voraussetzung vorhanden wäre, denn „mein“ Grundstück gehört dem Staat und ich zahle so eine Art Pacht in Form einer Grundsteuer.

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