Inflation während der Corona-Krise

Ökonomen sind sich uneins darüber, wie sich die Corona-Krise auf die Inflation auswirken wird.

Grundsätzlich muss man beim Thema Inflation verstehen, dass sich diese nicht an assets (Aktien, Immobilien, Gold) etc. bemisst, sondern an Alltagsgütern. Die Entwicklung der Aktienkurse der letzten 10 Jahre lässt sich fast vollständig durch die Herausgabe von Fiat-Geld erklären. In meinen Augen gibt es seit min. 2008 eine Asset-Bubble.

In dem Augenblick, in denen Assets ihren Gegenwert in USD verlieren, können Unternehmen und Arbeitgeber ihren Verpflichtungen nicht mehr nachgehen und würden Pleite gehen. Dadurch würden Menschen arbeitslos werden. Wenn dies im geringen Maße passiert, ist das bereinigend für die Wirtschaft. Im großen Rahmen entstehen dadurch Wirtschaftsdepressionen. Dadurch haben große Unternehmen die Regierungen bei den Eiern und diese ist zu dieser Geldpolitik quasi gezwungen.

Umgekehrt kann man behaupten, dass der USD im Gegenwert zu Assets an Wert „gewinnt“, also deflationär wird. Alle wollen auf einmal Cash. Gleichzeitig drücken aktuell historisch geringe Öl-Kosten auf die Kosten bei der Erstellung von Gütern. Dies macht diese günstiger, was wieder (scheinbar) deflationär wirkt.
Kurzfristig kommt es also zu einer (paradoxen) Deflation, weil alle Cash wollen, Assets verkaufen und die Produktion günstig ist.

Langfristig werden diese Gelder aber ihren Weg in die Wirtschaft finden. Oder tun sie das? Seit etwa 30 Jahren verlässt dieses Geld nicht mehr die oberen 10% (Tricke-Down-Theorie), was auch der Grund ist, warum die Inflation von den meisten Menschen nicht gemerkt wird. Die Alltagswaren werden für sie ja nicht teurer. Gleichzeitig scheint sich eine Parallel-Ökonomie entwickelt zu haben, in denen die Vermögenden auf Kosten der Gesellschaft immer mehr Vermögen anhäufen - selbst in der Krise werden ihre Cash-Bestände ja wachsen. Von diesem Geld werden aber keine Alltagsgüter gekauft, sondern Assets, die für die oberen 10% interessant sind: Aktien, Immobilien, Commodities, Bitcoin (?). Das Problem ist, dass dies nur so lange funktioniert, wie die oberen 10% USD vertrauen. Sollte die Investoren auf einmal wie verrückt versuchen ihre USD loszuwerden (gegen andere Assets) kollabiert das gesamte System.

Ich vermute daher, dass die Inflation längerfristig die Assetpreise wieder zu neuen Höhen treibt. Die Party geht weiter. Der Otto-Normal-Verbraucher wird davon nichts mitbekommen. Wir merken dies nur daran, dass man durch ehrliche Arbeit nicht mehr reich wird.
Und vielleicht kollabiert irgendwann dieses System.

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In dem Zusammenhang sehenswertes Interview.

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