Gab es in der Menschheitsgeschichte ein deflationäres Geldsystem?

Hallo liebe Community :wave:

Die Idee eines deflationären Geldsystems geht mit Bitcoin ja hand in Hand. Meine Frage ist, ob es schon mal ein solches System in der Menschheitsgeschichte gab, dass sich gut als Beispiel hernehmen lässt?

Vielen Dank für eure Hilfe :wave:

Nein, da es ja nur durch die Funktionsweise von Bitcoin ermöglicht wurde, dass tatsächlich Währung geschluckt wird durch verlorene Coins.

Also mit anderen Worten, während bisher immer die Ausgeber von Geld mehr Geld erschaffen haben aka. künstliche Arbeit erschufen, könnte man bei Bitcoin sagen durch die verlorenen Bitcoins gibt es geschenkte Arbeit für alle Halter der Währung.

Die andere Frage ist natürlich gab es kurzfristig deflationäre Währungen?
Bestimmt, dafür muss die Zentralbank nur Güter wie z.B. Gold gegen ihre eigene Währung eintauschen.

Ob ab da nie wieder weiter neue Währung ausgeschüttet wurde ist die andere Frage, welcher mMn. mit „Nein“ beantwortet werden kann.

Außerdem zu beachten ist, dass es noch inflationär ist.

Hi Bontii,

dass es aufgrund der Eigenschaften von Bitcoin genau so ein system noch nie gab, bzw geben konnte, dachte ich mir bereits. In meinem Fall geht es um eine Diskussion die ich gerade führe. Hier wird folgendes angebracht: “ Lustigerweise hat kein Land auf diesem Globus jemals diese geniale Idee umgesetzt ein deflationäres Geld einzuführen :clown_face::clown_face:

Darauf versuche ich eine passende Antwort zu finden :smile: deswegen meine Frage nach Beispielen für ein funktionierendes deflationäres System, oder auch andere stichhaltigen Antworten :grin::grin:

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Also dieser Podcast geht da tief in dieses Thema ein und was ein unkorrumpierbares vertrauensfreies System als Schwierigkeit hatte und in der zweiten Hälfte des Podcasts wie Bitcoin zu „soft war“ führt.

Es braucht genaueres Verständnis von der Funktionsweise Bitcoins, um zu verstehen, warum man sowas nicht einfach mal umsetzen kann, ohne kryptographisch erstmal Proof of Work zu erfinden:

Nö, allerdings glaube ich nicht, dass es daran liegt, dass es früher keinen Bitcoin gab.
Warum sollte eine Zentralbank nicht einfach eine Geldmengenreduktion durchführen können?

Da musste man erst auf Bitcoin warten?

Naja, jetzt hat sich zum Glück das Mindset der Welt so gewandelt,dass Alle ein defkationäres System mit Bitcoin wollen - weil das die Lösung für alle Probleme ist… Oder? :wink:

Weil man den Menschen einen Gegenwert für ihr Geld geben müsste, den man danach nicht mehr hat um das Geld zu verbrennen? :thinking:

Die Idee eines deflationären Geldes ist nicht neu. Das heißt „Schwundgeld“.

Oder auch:

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Verstehe ich nicht.
Also nach der Maxi-Ökonomie entsteht Inflation durch Geldmenge Ausweitung des Staates.
Also „drucken“ von Geldscheinen.
Wieso sollte der Staat nicht einfach die Scheinchen von den Steuereinnahmen verbrennen? Das Geld gehört zu diesem Zeitpunkt ja dem Staat. Da braucht es keinen Gegenwert.

Eigentlich macht das die Zentralbank, nicht der Staat.

Wenn es der Staat entscheiden würde wärs ja nich so wild.

Der Staat würde aber für mehr Stimmen eher ein BGE einführen, als die Scheine zu verbrennen.

Ich dachte das ist für Maxis das gleiche. :slightly_smiling_face:
Bisher habe ich aber immer noch keine plausible Begründung gehört, warum die Zentralbank zwar Geld herstellen, aber nicht vernichten kann.

Wieso will anscheinend niemand eine Deflation? Wieso geht Deflation angeblich nur mit Bitcoin?

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Du kannst ja deflationäre Zentralbank spielen und anfangen, indem du deine ganzen hart verdienten Euroscheine nimmst und damit ein Lagerfeuer anzündest.

Nein?

Warum geht das nur nicht?

Nach deiner eigenen Logik geht das ja nur wenn ich meine Bitcoin Keys verbrennen würde. Weil Fiat Deflation ja nicht möglich ist.

Wie will man denn etwas virtuelles verbrennen?

Also genau, wenn dus vergisst isses eben weg. Sonst wäre es ja gleichbleibend und nicht deflationär.

@Makowski hat da ja irgendwas dazu gepostet, dass es da zwei lokale Währungen gibt die das irgendwie probiert haben oder sowas? Hab das nur überflogen wie die das machen bzw. glaub auch nicht so ganz dran, dass es wahrlich deflationär war?

Reicht ja wenn die nur weniger Inflation bzw. gar keine haben als die normalen Währungen, damit der Wert steigt.

Oder, wenn der Staat einen Teil der Steuern einfach verbrennt, dann kommen wir zurück zu diesem Punkt:

Lassen wir das mal so stehen.

Ich denke das eine Deflation mit Fiat, wenn sie vom Staat gewollt wäre, auch durchgesetzt werden kann. Dazu braucht es keinen Bitcoin.

Was ist eigentlich mit Altcoins? Deflation auch nicht möglich? Natürlich nicht. Bitcoin only. :joy:

Ach Holger ich liebe ja deine Formulierungen mit Fragen, die du dir eigentlich selbst beantworten kannst :smiley:

Warum der Staat keine Deflation will, verstehe ich auch nicht … evtl. weil sie die über (noch) höhere Steuern durchsetzen müssten.

Bitcoin können verbrannt werden, wenn sie an OP_RETURN geschickt werden. Die können dann nicht mehr ausgegeben werden und sind damit für alle einsehbar weg.

Der Staat/die Zentralbank kann die Geldmenge natürlich auch reduzieren. Nur ist das eine sehr unpopuläre Maßnahme. Das bedeutet nämlich Investitionsrückgang, Konsumrückgang und Rückgang der Staatsausgaben, und damit den so gut wie sicheren Weg in eine Rezession. Die Vorteile einer solchen Maßnahme, nämlich nachhaltigeres Wirtschaften würden erst später sichtbar. Bis dahin hieße das auf allen Ebenen Sparen.

Da aber der Zeithorizont von Politikern in unserem System per Konstrukt sehr kurz ist, haben die Gewählten keinen Anreiz zu einer solchen Maßnahme.

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Danke für diese Antwort. Darauf wollte ich hinaus.

Und DAS ist mMn auch ein Problem mit dem sich Bitcoiner auseinandersetzen sollten.
Bitcoin zieht Leute mit der Gier der Menschen an, eben durch enorme Wertsteigerung.
Auf der anderen Seite seht eine Resession die für sehr viele Menschen ein Veringerung ihres Wohlstands bedeuten wird.

Böse ausgedrückt, eine extreme Form der Umverteilung. Dieses mal nicht von Unten nach Oben, sondern von Non-Bitcoin zu Bitcoin.

Ob am Ende alle Alle besser dastehen lasse ich mal offen.

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Aber an dieser potentiellen Rezession ist doch dann das jetzige, von hoher Zeitpräferenz und künstlichem Wachstum gerägte, System schuld und nicht Bitcoin. Bitcoin ist nur ein Katalysator der hier beschleunigen könnte.

Dass es früher oder später eine Rezession geben wird ist doch klar. Du kannst dir nicht unendlich viel Geld aus der Zukunft leihen ohne irgendwann mit entsprechenden Konsequenzen leben zu müssen.

Ich hoffe nur dass sich diese Konsequenzen langsam und kontrolliert zeigen und nicht auf einmal. Denn natürlich sprechen wir hier von tausenden Arbeitsplätzen und Existenzen die verloren gehen würden.

So funktioniert dieses System. Von Gier getriebene Kapitalisten verzocken sich und die Konsequenzen werden auf die Gesellschaft umverteilt. Siehe 2008.

Garantiert nicht, da müssen wir uns nichts vor machen.

Aber jeder hat die freie Wahl jederzeit an dieser „Umverteilung“ teilzunehmen.

Wenn ich 10 Jahre lang ignorant Bitcoin als Drogengeld und Klimakiller abstemple muss ich mich auch nicht wundern wenn ich am Ende mit wertlosen Euro alleine da stehe.

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Mir wurde Schwundgeld gerade als intrinsisch inflationär erklärt:

Wenn ein Paar Schuhe einen Wörgl kostet, bekomme ich nach einem Monat die Schuhe nicht mehr, wenn der Wörgl nur mehr 0,90 Wörgl wert ist.

Wenn ein Kilo Äpfel einen Wörgl kostet, bekomme ich nach einem Monat nur mehr 900 Gramm Äpfel.

Die Geldmenge sinkt zwar (Deflation), aber gleichzeitig kann ich nicht mehr davon kaufen, weil die Produktivität in der kurzen Zeit nicht ausreichend steigt. Klingt für mich plausibel. Was meint Ihr dazu?

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Ich würde es auch so sehen, dass die Auswirkungen von Schwundgeld die gleichen wie bei einer inflationären Währung sind.

Der Wikipedia-Artikel beschreibt die Ausgangslage, die zur Einführung des Schwundgeldes führte, ja auch schon so:

Als Folge der Weltwirtschaftskrise von 1929 war die Wirtschaftslage in der Region um Wörgl 1931 von einer Deflation geprägt.

Das deshalb eingeführte Schwundgeld war zwar an den Schilling gekoppelt, allerdings musst man zur Erhaltung der Gültigkeit des Schwundgeldes regelmäßig einen extra Betrag bezahlen:

Die Arbeitswertscheine waren umlaufgesichertes Freigeld, denn es war durch Hinterlegung von Bargeld der Gemeinde bei der Wörgler Raiffeisenkasse gedeckt und gleichwertig an den Schilling gekoppelt.

Gleichzeitig handelt es sich um Schwundgeld: Monatlich musste eine Marke zu einem Prozent des Nennwertes der Note gekauft und in ein dafür vorgesehenes Feld auf der Vorderseite des Geldscheins geklebt werden, um ihn gültig zu erhalten. Wie erhofft, zirkulierten die Scheine schnell, da mit ihnen Gemeindesteuern gezahlt werden konnte.

Es entspricht also eher einer inflationären Währung. Bei letzterer muss man keinen regelmäßigen Extrabetrag bezahlen, um den Wert zu erhalten, sondern das Geld verliert kontinuierlich an Wert. Kommt also auf das gleiche raus, nämlich eine höhere Zeitpräferenz.

Niemand möchte eine inflationäre Währung oder ein Schwundgeld lange behalten, sondern tendiert dazu es zügig auszugeben. Das war auch das Ziel bei der Einführung des Schwundgeldes.

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