Ich bin mir nicht sicher wie alt du bist, aber ich gehöre einer Altersklasse an, die noch ohne Internet und soziale Medien aufgewachsen ist.
Den „Vorläufer“ des sog. Beef Contents könnte man in den Sitcoms sehen die vermehrt aus den USA in den 90er hier über die Privatsender bekannt gemacht wurde. Selbe Prinzip eigentlich. Es geht nur darum andere abzuwerten, auf andere hinabzusehen usw. und den Zuschauern wird anerzogen, dass genau derjenige auch der Sympathieträger ist.
Also der der andere Menschen schlecht behandelt, der hat die Lacher (Lachkonserven) auf seiner Seite.
Das war damals aber noch „kontrolliert“ denn es lief ja „nur“ im Fernsehen für ein paar Stunden.
Heute gucken sich aber schon Kinder und Jugendliche Youtuber an die am Ende dasselbe Prinzip verfolgen. Also Menschenmobbing als Content. Und diese Youtuber haben teilweise Hunderttausende oder auch Millionen Abos. Also eine feste Zuschauerschaft.
Das ist noch gar nicht absehbar was das für gesellschaftliche Schäden haben wird. Aber heute schon wundert man sich über die Verrohung…ja, wo kommt das bloß alles her…
billiges Geld + billige Information = billige Aufmerksamkeit + billige Bedeutung + billige Kultur
Wenn Geld billig wird, werden oft auch Maßstäbe billig. Dann wird plötzlich sehr viel finanziert, getragen und hochgespült, was unter härteren Bedingungen nie so groß geworden wäre.
Wenn Information billig wird,
dann wird nicht automatisch Wahrheit mehr,
sondern erstmal einfach nur Menge mehr.
Mehr Reize. Mehr Meinung. Mehr Lärm. Mehr Oberfläche. Mehr Vergleich. Mehr künstliche Relevanz.
Früher war Information knapper, langsamer und begrenzter. Nicht automatisch besser, aber sie hatte mehr Reibung, mehr Filter und mehr natürliche Begrenzung. Heute kann praktisch jeder alles jederzeit senden, schneiden, zuspitzen, emotionalisieren und millionenfach verteilen. Wenn das dann noch auf ein System trifft, das Aufmerksamkeit, Klicks, Empörung, Abwertung, Identifikation und Reibung belohnt, dann kommt genau das dabei raus, was wir heute sehen.
Für mich ist das aber trotzdem nicht „die Wahrheit des Menschen“, sondern eher eine bestimmte Phase. Eine Phase, in der sehr viel künstlich aufgeblasen wurde.
Künstlich durch Liquidität. Künstlich durch Plattformlogik. Künstlich durch Reichweitenmechanik. Künstlich durch Dauerbeschallung.
Deshalb glaube ich auch nicht, dass das einfach für immer so linear weiterläuft. Denn vieles davon wirkt groß, ist aber in Wahrheit nur aufgebläht.
Menschen verwechseln oft gerade das, was in ihrer Lebenszeit normal war, mit etwas Grundsätzlichem. Aber aus größerer Perspektive ist das hier wahrscheinlich eher
eine ziemlich spezielle Zwischenphase der Menschheitsgeschichte.
Eine Phase, in der sehr viel billig, schnell, laut und aufgepumpt war. Das heißt nicht, dass sie folgenlos bleibt. Es heißt für mich aber schon, dass sie nicht automatisch der Endzustand ist.
„Wie schlimm ist das alles?“ ist für mich nicht wichtig, sondern eher woran richte ich mich aus, wenn um einen herum gerade sehr viel billig geworden ist? Billiges Geld. Billige Information. Billige Aufmerksamkeit. Billige Identität. Billige Meinung. Billige Reibung.
Ich kenne die Zukunft nicht, aber vielleicht wird genau deshalb das, was wieder tragfähig, stiller, echter und knapper ist, langfristig auch wieder attraktiver.
Das liegt nicht am Geld. Das ist im Menschen drin. Wie so vieles anderes auch.
Die Frage ist was man fördert. Es war und ist die freie Entscheidung dieser Privatsender derartige Sendungskonzepte ins Programm zu nehmen, so wie es die freie Entscheidung von Youtube ist, diese Art von Content zuzulassen.
Youtube könnte wie bei anderen Inhalten auch, auch sagen, dass das nicht den geltenden Richtlinien entspricht und schon gäbe es das nicht mehr.
Es ist also offenbar gewollt und alleine mit Geld lässt sich das nicht erklären. Man kann auch mit anderen Inhalten Geld verdienen und man könnte statt an Destruktivismus und Menschenverachtung auch an die Hilfsbereitschaft usw. des Menschen appellieren.
Ja, die Anlage ist im Menschen aber welches Verhalten skaliert, stabilisiert und belohnt wird, hängt sehr wohl am System.
Der Mensch bringt vieles in sich mit aber Systeme entscheiden, was davon verstärkt wird.
Neid, Geltung, Abwertung, Konkurrenz, Aufmerksamkeitssuche usw. liegt im Menschen. Das ist nichts Neues. Aber welche Seite davon wird durch ein System verstärkt, belohnt und skaliert?
Entscheidungen der Konzerne etc entstehen ja nicht im luftleeren Raum, sondern innerhalb eines Systems, das auf Wachstum, Aufmerksamkeit, Verweildauer und Monetarisierung optimiert ist.
Da sind wir wieder bei Strukturen, nicht nur bei individuellen moralischen Entscheidungen.
Ist doch einfach:
Bitcoin ist auf 21 Mio begrenzt.
Deswegen 21% p.a.
Da es immer 4 Jahreszyklen sind:
1,21 hoch 4 = eine Ver2,1fachung in 4 Jahren.
Logisch, oder?
Den Lambo sehe ich auch nicht mehr kommen - ich täusche mich aber gerne ^^ Trotzdem ist Bitcoin das einzige Asset (neben dem Eigenheim), welches ich halte und weiterhin aktiv kaufe. Nicht weil ich davon ausgehe, dass es die beste Performance haben wird. Sondern weil ich Bitcoin als globale Versicherung betrachte.
Ich nehme an, dass Du meinst, dass preistechnisch nichts passiert. Dass Japan nun Krypto und Bitcoin reguliert, der Iran die Straßenmaut in BTC kassiert und STRC Strategy so viel Geld bringt, dass sie wie irre Bitcoin kaufen können, verschlägt mir den Atem. Das ist „die Ruhe“ vor dem Sturm…
Ja — sich an ruhigere Frequenzen zu gewöhnen, würde ich als sehr gutes Zeichen einer inneren Verfasstheit betrachten. Die Vorstufe von (innerem) Frieden ist genau diese Gelassenheit, die du jetzt wahrnimmst.