Deflationäre Währung als Rettung für den Planeten?

Hallo,

eine Frage treibt mich schon lange herum und das neue Video von Roman hat mich bewegt diesen Beitrag zu schreiben.

Ich verstehe, dass der Welt eine deflationäre Währung helfen kann und sehe die Vorteile! Aber was passiert mit der aktuellen Wirtschaft? Viele der aktuellen Arbeitsplätze wurden durch Schulden und Leistungen aus der Zukunft geschaffen. Künstliches Wirtschaftswachstum beherrscht unser Leben. Wenn nun plötzlich viele oder alle Menschen BTC nutzen würden, dann würde weniger konsumiert und mehr gespart werden. Das würde doch im Vergleich zu Heute zu hoher Arbeitslosigkeit führen. Die berühmte deflationäre Spirale. Wie kann BTC hier helfen eine Wirtschaftskrise zu verhindern?sind wir nicht schon zu tief in dem Zwang neues Wachstum zu erzeugen?

An dieser Stelle bleibe ich gedanklich stecken und hoffe jemand von euch kann mir den letzten Schups in den Kaninchenbau geben.

Ich danke euch vorab für die Zeit und Mühe

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Meiner Meinung nach garnicht. Der Schaden ist bereits angerichtet und eine massive bitcoin Adoption wird die längst überfällige Krise auslösen (wenn es nicht vorher etwas anderes auslöst).

Das wird dann erstmal richtig schlimm bevor es besser wird. Aber wenn wir im Tiefpunkt der Krise sind, wird es dank dem harten Geld (BTC) wieder aufwärts gehen und dieses mal mit sinnvollen Jobs und nicht so viel unnötiger Arbeit für unnötiges Zeug.

Das Wachstum wird dann sinnvoll sein und die Gesellschaft wird davon langfristig profitieren. Aber um da durch zu kommen sollte sich jeder auf seine Weise vorbereiten. Zb keine Schulden, keine großen Anschaffungen und in bitcoin sparen, jedenfalls mache ich das so.

Alles nur meine Vermutungen, da kann ich auch daneben liegen. Ich finde die Frage aber interessant und bin auch gespannt wie das andere sehen

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BTC wird eine Wirtschaftskrise nicht verhindern können. Das kann die Menschheit nur gemeinsam in dem sie eine Transformation schafft und diesen Wandel plant.

Arbeitslosigkeit ist per se nicht schlecht oder gut. Das ist ein „Problem“, dem wir uns auch in einer hochgradig automatisierten Welt stellen müssen.

Lieber Arbeitslose, deren Versorgung gewährleistet ist und die sich selbst verwirklichen, als unsinnihe Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.

Hier ist natürlich die Frage wer, wie die Versorgung gewährleistet und wer im Besitz der entsprechenden Produktions- und Vertriebsmittel ist.

Zurück zur Spirale.
Die Spirale ist endlich. Zunächst bricht jeglicher Luxuskonsum weg. Nur noch für die nötigsten Dinge wird Geld ausgegeben. Vermutlich würden wir uns dann einem Gleichgewicht nähern. Wir sind uns doch einig, dass sich niemand totsparen würde. Es gibt also nachwievor eine Nachfrage nach den elementaren und überlebenswichtig Dingen und somit keinen kompletten Stillstand. Und ja, diesen Übergang gilt es möglichst sanft zu vollziehen. Vielleicht ist dieser Vorgang auch mit einem riesigen Schuldenschnitt verbunden. Mal sehen welche Möglichkeiten es gibt mit Schulden und Leistungen aus der Zukunft umzugehen.

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Es wird anders konsumiert werden. Die Menschen werden gezwungen sein, ihre Konsumentscheidungen besser zu bedenken und nachhaltiger kaufen. Viele werden das als Einschränkung ihrer Lebensqualität wahrnehmen. Wenn der Anreiz zu Sparen dem Konsum entgegenwirkt, dann fühlt sich das Konsumieren teuer an. Daran werden wir uns gewöhnen müssen.

Es wird weiterhin einen gewissen Zwang zum Wachstum geben, dieser wird allerdings eher qualitativ als quantitativ sein. Das heißt aber nichts anderes, als dass Unternehmen dem Wettbewerb unterliegen. Wenn die Konsumenten nachhaltiger Konsumieren wollen, begünstigt das langlebige Produkte, die andere Ansprüche an den Herstellungsprozess haben. Der Konsum wird in Summe voraussichtlich ressourcenschonender werden, wenn auch nicht unbedingt pro Stück.

Ich halte es außerdem für möglich, dass die relative Ungleichheit weiter zunimmt, obwohl alle Niveaus sich absolut verbessern. Daraus folgt ein weiterer psychologischer Faktor: Selbst wenn unter dem Bitcoin Standard die Qualität der Güter allmählich zunimmt, werden sich viele Menschen wie bisher mit dem Wohlstand anderer vergleichen, aber nicht mit ihrer früheren Lebensqualität. Das Gefühl von relativer Ungerechtigkeit kann zu enormen sozialen Spannungen führen, da diese sehr leicht politisch zu instrumentalisieren sind.

Das ging jetzt etwas am Thema vorbei. Ich will damit sagen, dass die Veränderungen viele Bereiche umfassen werden, darunter die oben genannten drei: Konsum, Produktion, Soziales. Das Bruttosozialprodukt oder das Optimierungsziel Vollbeschäftigung isoliert zu betrachten, macht angesichts des kommenden Paradigmenwechsels meiner Meinung nach nicht so viel Sinn.

Welche Rolle Bitcoin in der kommenden Wirtschaftskrise spielt, kommt darauf an wie schnell die Fiat Wirtschaft zusammenbricht, und wie schnell die Adaption von Bitcoin voranschreitet. Für das Image von Bitcoin wäre ein schneller Crash der Wirtschaft wahrscheinlich günstiger, weil es dann schwerer wird, Bitcoin die Schuld für den Crash zu geben. Für eine weniger leidvolle Transformation wäre ein langsamer Niedergang des bestehenden Systems womöglich besser.

Bitcoin wird die Wirtschaftskrise nicht für alle verhindern können. Es ist die Krise eines zerbröselnden Systems. Dem steht eine exponentiell wachsende Bitcoin Adaption gegenüber wie ein sich beschleunigender Vorschlaghammer.

Die gute Nachricht ist, dass jeder einzelne die Wirtschaftskrise für sich persönlich durch den Wechsel zu Bitcoin mildern kann.

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Ihr verwechselt immer wieder das Zahlungssystem mit dem Wirtschaftssystem. Solange wir im Kapitalismus leben und einen freien Markt haben, bei welchem es darum geht, sämtliche Ressourcen möglichst schnell zu Geld zu machen, egal ob sinnvoll oder nicht, wird sich überhaupt nichts an den ganzen Verfehlungen moderner Gesellschaften ändern.

Ob ihr mit Bitcoin, goldgedeckter Währung oder persönlichen Notizen bezahlt, spielt für diese grundsätzliche Dynamik überhaupt keine Rolle.

So pauschal würde ich das nicht stehen lassen.
Man darf sich schon fragen, ob ein Geld, welches in seiner Kaufkraft zunimmt, nicht dafür sorgen könnte, dass Menschen Konsumentscheidungen in die Zukunft aufschieben und (nachhaltigere) Konsumgüter mit größerer Lebensdauer erwerben?

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