Defi Lending / Borrowing

Servus zusammen,

ich habe folgende Fragen an Euch:
Wenn ich es richtig verstanden habe, verleihe ich bei Defi Anwendung „Lending / Borrowing“ einen Anteil meiner Crypto Währung und bekomme darauf Zinsen. Als Beispiel eine Person will sich 10.000 Euro leihen, es gibt 10 Crypto-Eigner, die jeweils 1000 Euro in Cryptos verleihen.
Was ist wenn die Ausleihende das Geld nicht zurück zahlt? Verlieren dann alle 10 Ihre 1000 Euro? Welche Schutzmaßnahmen gibt es dagegen?

Außerdem wird mit oft mit hoher Rendite geworben. Wie kommt diese Rendite zu Stande? Es leiht sich doch niemand Geld für 10-20% Zinsen aus?
Wie funktioniert das genau?

Vielen Dank und viele Grüße
BubbaHoTep

Damit die Crypto leihen können müssen sie eine andere Crypto als Sicherstellung hinterlegen. Es ist also nicht wie bei einem Kredit sondern eher ne Pfandleihe. Sollten sie nicht zurückzahlen können wird ihre Sicherstellung liquidiert und um den Betrag Crypto in der Ausgangswährung zurückgekauft und euch wieder zurückgezahlt.

Cryptos mit hohen Zinsen werden meist für Yield Farming benutzt, da sind ihnen die Zinsen egal.

Hi Nittels,

danke für deine antwort.
Hat das einen steuerlichen Vorteil oder warum sollte man das machen?
warum sollte ich mir eine andere cryptowährung leihen, wenn den finanziellen wert schon in einem andere crypto projekt habe?

wenn ich jetzt 500 euro in Verge habe, die als sicherheit hinterlege und mir ethereum ausleihe, der wert von ethereum steigt, der von verge sinkt, dann kommt das konzept doch auch schon in ein ungleichgewicht?

viele Grüße
BubbaHoTep

Wie bereits geschrieben, der hohe Zins bei manchen Cryptos ergibt sich eher aus Yield Farming als aus der Notwendigkeit die geliehenen Cryptos wirklich zu verwenden. Auf manchen Plattformen bekommst du zum „Dank“ dass du sie benutzt Plattform Native Tocken geschenkt (sozusagen Bonuspunkte wieder in Form von Tokens). Yield Farmer machen dann eine Kette draus, also sie hinterlegen Token X auf Plattform A um mit den geliehenen Token Y auf Plattform B wiederum Token Z zu leihen usw… Ihr „Gewinn“ ergibt sich aus der Summe der „Danke“ Tokens div. Plattformen der dann höher ausfallen sollte als die Zinsen die sie bezahlen. Bis halt die Blase platzt. Lies dich etwas in Yield Farming ein, dann weißt du was ich meine. Für Token die für Yield Farming nicht brauchbar sind (meist Stable Coins) bekommt man eh nur den normalen Zinssatz von 0,1-6%.

Ein Beispiel in dem Borrowing Sinn machen könnte:

Sagen wir ich habe 10 ETH und denke, dass ETH in nächster Zeit einen Wertanstieg erlebt. Dennoch möchte ich meine ETH in FIAT eintauschen, weil ich kurzfristig Liquidität (FIAT Geld) benötige.
Ich leihe mir daher also auf compound oder instadapp einen schwankungsarmen Stable Coin z.B DAI, den ich zu FIAT umwandeln kann. Im Gegenzug hierzu muss ich zwar meine ETH als Collateral locken, kann sie aber zu einem späteren Zeitpunkt wieder für die selbe Anzahl der geliehenen DAI + dem bis dato angefallenen Zins zurückholen…
Nehmen wir an ich zahle nach einem Monat die geliehenen Stable Coins und einen Zins von 1% zurück, der Wert von ETH hätte sich in dieser Zeit allerdings um 30% gesteigert. Wie eben in den letzetn Tagen passiert.
In diesem Falle, hätte ich somit die Wertsteigerung von ETH beinahe gänzlich mitgenommen. Meine persönliche Wertsteigerung wäre somit bei 30% - 1% gelegen.

Ich möchte allerdings nochmals stark betonen, dass gerade in sehr volatilen Kryptomärkten ein hohes Risiko besteht liquidiert zu werden. DeFi kann also ein praktisches Tool sein, sollte aber mit bedacht eingesetzt werden. Zudem sollte man sich wie auch eben überall sonst im Leben den Risiken bewusst sein.

Ich glaube der Usecase ist nebst Yieldfarming eher Hedging…

  1. man leiht sich nen Coin von dem man glaubt dass er ins Bodenlose fällt
  2. verkauft ihn sofort
  3. wartet
  4. wenn er dann wirklich gefallen ist kauft man die geliehene Menge für weniger Geld zurück
  5. neutralisiert seinen Borrow und holt sich den Colateral zurück
  6. freut sich über den Gewinn

Nittles, auch ein schöner Use Case. Im Endeffekt ein ähnliches Szenario. Der Wert des Collaterals liegt in beiden Fällen im Idealfall am Ende der Abwicklung stark über dem der geliehenen Währung.

Hat es i.welche steuerliche Auswirkungen, wenn ich bspw. über Aave ETH einlege um 50% als USDC zu bekommen…Diese USDC Coin wieder in ETH umwandele, weil ich glaube das es steigt.

Ist es erlaubt in Deutschland so was zu nutzen wegen BaFin etc bzw wie sieht es mit dem Steuern aus? Wenn ich die ETH einlege als colleterall (ist die haltefrist zu Ende?)