Coldcard Wallet Sicherheitslücke

Danke für die Erläuterungen.
Die Coins habe ich natürlich bereits verschoben.

Außerdem will ich bereits seit einigen Monaten eine neue Wallet mit selbst gewürfeltem Seed erstellen, hatte es bislang allerdings nicht eilig. Ich wollte insbesondere auch verhindern, dass ich beim Würfeln Fehler mache und mich deswegen erst ausführlich informieren. Und ich dachte, die sichere Seedgenerierung ist der Hauptgrund für den Kauf einer Hardwarewallet und wollte dies nicht durch schlechtes Würfeln ad absurdum führen. So kann man sich täuschen.

Ey, schön und gut. Ich denke bei 98% aller Katastrophen, die je eingetreten sind, gab es Menschen, die davor gewarnt hatten. Stell dir vor, morgen werden die Private Keys von Quantencomputern gegengerechnet und es ging alles viel schneller, als wir alle dachten, haben auch da schon Jahre zuvor Leute vor gewarnt.

Und genau so warnen Leute vor Dingen, die nie eintreten…

Ich finde es krass, was passiert ist. Ich habe Mitleid mit jedem einzelnen, dessen Coins geklaut wurden. JEDE/R mit einem Hardware-Wallet hat sich das Ding geholt, damit man genau nicht dem Hot-Wallet Risiko ausgesetzt ist. Man bezahlt extra Geld, um sich zu schützen. Nun war das wohl doch nicht genug, mit einem Hack, den man im Grundsatz nicht für möglich gehalten hat vor 4 Tagen. Denn „mehr Möglichkeiten als Atome im sichtbaren Universum“, „wer seine Security ernst nimmt der kauft XYZ“, „nur Coldstorage ist sicher“, etc.

Jeder, der hier kein Mitleid hat und findet, da wären die User einfach selber schuld, ist in meinen Augen kompletter Abschaum (ka ob du das gemacht hast, habe den Thread nicht verfolgt, meine einfach generell). Man kann doch nicht von den Leuten erwarten, dass sie alle IT Knowhow haben und ihre 0.2 Bitcoin mit Multisig und allem möglichen absichern müssen, damit bloss nichts passiert. Am Ende verliert man dann irgendwie den Teil, der für die Wiederherstellung notwendig wäre und dann stehen auch wieder überall Leute, die davor gewarnt haben, toll.

Wenn sowas hier unsere Zukunft ist, dann wirds schwer mit self custody und so weiter. Dann kaufen die Leute nur noch ETFs und solchen Scheissdreck, der in einer Notfallsituation dann plötzlich einfach wem anderem gehört. Genau davon wollte man mit Bitcoin weg und mich regt es richtig auf, wie grade auf Reddit mehr und mehr Leute den ETF für eine super Idee zur Bitcoin-Verwahrung halten.

Ich wünschte mir ein Standardverfahren, wo sich mehrere Hersteller zusammentun und ein Multisig-Konzept entwerfen, das sie und andere inkludiert. Oder was auch immer sonst für eine Lösung.

Das allerschlimmste am aktuellen Desaster ist, dass kein FW Update das Problem lösen kann, für alle bereits existierenden und beladenen Seeds. Diese Coins werden noch Jahre später abgegriffen werden und vermutlich sind viele Leute aktuell in den Ferien oder schauen da vielleicht alle 2 Jahre rein. Nix ich nutz die Coldcard und dann kommt direkt ein Update-Prompt, selbst mit neuerer Firmware ist man am Arsch, wenn man die Coins nicht moved.

Nun, was denken die Leute denn, wie Blackrock die Bitcoin verwahrt?

Ist es dann eine Wette darauf, dass deren Cold Wallets NICHT komprimiert sein können - oder eher darauf, dass Blackrock so finanzkräftig ist, evtl. abhanden gekommene Bitcoin aus Imagegründen aus Kulanz zu ersetzen?

Anders als du anscheinend glaubst. Die BTC von IBIT liegen bei Coinbase, und Coinbase hat einen langen track record sicherer Verwahrung und genug veröffentlichtes Material über ihre Schlüsselzeremonien, dass du dir zumindest einen allgemeinen Eindruck davon verschaffen kannst, dass der Vergleich mit Hardwarewallets, den du hier anstrebst, lahmt.

Sollen wohl besser sein als die Entropie aus der Dose,

Gibt es abgesehen vom Aufwand einen Grund, nicht seine eigenen Seed zu würfeln? Kann man da wirklich viel falsch machen?? Weil die richtigen Würfel zu kaufen und zu würfeln ist ja nicht schwer? Weil es dürfte schon ungemein beruhigen, sich nicht auf irgendwelche Zufallsgeneratoren verlassen zu müssen, egal welche HWW.

Das Auswürfeln würde mir auch Spaß machen. :smiley:
Aber das Hämmern von 24 neuen U-Scheiben nicht. :grimacing:

Ich hab mir das ausgerechnet, siehe mein Beitrag im anderen Thread: Ist es nicht besser seine Wörter Seed zu würfeln? - #43 von mowtan

Oh Mann du sprichst mir aus der Seele. :joy:

Wird hier aneinander vorbeigeredet oder kann ich dem Gedankengang nicht folgen?

Beispielhaft Multsig 2/3. Dann hat man 3 leere Wallets mit 3 Keys. Wenn jemand die 3 Keys wie bei Coldcard nun findet, ist es egal dass diese gefunden wurden, weil die Person nicht wissen kann dass diese Keys zusammen ein Multsig erzeugen. Und der entscheidende Unterschied zur Passphrase ist bei Multsig, dass im Hintergrund eben keine neuen 12-24 Wörter erzeugt werden die vielleicht gefunden werden können um die Multisig-Wallet zu leeren.

Ja kann sein. :sweat_smile:

Klar ist Multisig idR sicherer, wenn ein Schlüssel bekannt wird, kann man damit noch nicht viel anfangen.

Bei dem Coldcard-Dilema hier könnten sogar alle 3 von 3 gefunden werden. Das würde dem Angreifer nichts bringen, weil der Angreifer nicht wissen kann, dass genau diese Kombination ein Multisig-Wallet erzeugt.

Doch der Angreifer kann sehen ob einer der Keys :key: bereits in der Vergangenheit alleine genutzt worden ist.

Wenn die 3 Wallets von dem Multisig immer leer waren (keine Coins, keine Transaktionen), dann erkennt man doch nicht, dass diese 3 Wallets für ein Multisig-Wallet genutzt werden.

Und selbst wenn eine dieser 3 Wallets für die Haltung für Coins und Transaktionen dient, erkennt man ja weiterhin nicht, dass damit auch ein Multisig-Wallet genutzt wird.

Oder bin ich diesbezüglich falsch informiert?

Das hört sich für mich an als wäre der Software Audit Prozess bei dem Unternehmen mangelhaft. Wie kann an einer so essenziellen Stelle, die über die Sicherheit entscheidend, ein „Fehler“ übersehen werden? Und man könnte auch fragen was überhaupt ein pseudo Software Zufallsgenerator im finalen Code zu suchen hat. Es muss Mechanismen geben die den finalen Release Code auf diverse Dinge automatischt überprüft. Wenn solche Dinge einfach nur davon abhängen ob der jeweilige Entwickler das vergisst oder nicht, dann sind solche Vorfälle nicht nur möglich sondern nur eine Frage der Zeit.

Kritische technische Systeme müssen immer so designt werden das menschliches Versagen abgefangen werden kann. Bei einem Flugzeug ist es auch nicht so, dass wenn der Pilot vergisst ein wichtigen Knopf zu drücken dass das Flugzeug dann bei der Landung explodiert. Das System führt entweder automatische Aktionen aus oder Minimum gibt es einen deutlichen Alarm der den Piloten informiert. Das ist einfach die Grundphilosophie die man bei solchen Systemen möglichst perfektionieren muss.

Eben, meine Rede. Deshalb halte ich auch die Theorie vom „Inside“ Job Exit Scam immer noch für recht wahrscheinlich. Und wie ich vorher schon schrieb, wie kommt man überhaupt auf diese Idee mit KI gezielt nach einer Schwachstelle in einer Hardwarewallet zu suchen? Da muss man doch irgendwie schon einen Anfangsverdacht haben, dass sich so etwas lohnen könnte. Sehr scary alles.

Ich glaub nicht an einen Inside Job. Alleine schon weil der Angreifer alles auf wenige Adressen zieht.

Wenn das jemand schlaues mit viel zeit gewesen wäre, dann hätte der die UTXOs jeweils auf eine einzelne adresse verschoben. Dann sehen die genau so aus wie die von den nutzern die ihre coins in sicherheit bringen. So wie er es macht sieht jeder sofort welche coins gestohlen sind.

(Beitrag vom Verfasser gelöscht)

Ich kann nur noch Mal aufzeigen, dass hier gerade ein paar Würfel Maximallisten :grinning_face_with_smiling_eyes: den cold card Bug als Gelegenheit nutzen, mal Gehört für ihre Überzeugung zu bekommen. Das ist ja an sich okay, finde es nur sehr schlecht, wie hier normale Nutzer verunsichert werden.

Zur Klarstellung was passiert ist: die Programmierer von cold card haben eine Bibliothek getauscht, weg von der trezor open source Bibliothek, die von vielen Hardware Wallets ohne Probleme genutzt wird. Die neue, nicht open source, Bibliothek hat mit dem alten restlichen Code nicht funktioniert, weil eine Variable doppelt belegt war. Coinkite konnte so den Programmcode nicht kompilieren, also nicht auf die Cold Card bringen. Dann haben sie einfach den gesamten Codeabschnitt, der die Zufallszahl aus dem Zufallsgenerator abholt deaktiviert - plötzlich war kein Problem mit doppelter Variable mehr da - und sie haben wohl, ohne zu verstehen was sie taten einfach diese Variante als Firmware Update freigegeben. Sie waren weder open source, noch hatten sie ein Bug Bounty Programm noch hatten sie dritte reviewer und dazu wurden andere Programmierer ständig abfällig behandelt. Also hat es niemand bemerkt, bzw. Vlt auch einfach nicht ernst genommen.

Damit möchte ich sagen: es gab in diesem Fall keine Unzulänglichkeit in der Entropie des Zufallsgenerators. Daher ist die Ableitung, man müsse jetzt würfeln weil man der Entropie nicht vertrauen kann aus meiner Sicht völlig falsch aufgehangen. Das macht mich stutzig und lässt mich an dem Verständnis dieser Forenteilnehmer zweifeln. Sollen sie gerne würfeln, das ist völlig legitim und kann ja auch gefeiert werden, dass es bei dem cold card Bug geholfen hat. Aber das war aus meiner Sicht bloßer Zufall, quasi Korrelation und keine Kausalität, bei dem Ablauf wie der Fehler zustande kam. Wenn im Code der Zufall nicht genutzt wird, kann er noch so gut gemacht oder selbst verstanden sein. Das war einfach nicht der Angriffsvektor und wird hier bewusst oder unbewusst vermischt. Und was mir dabei nicht schmeckt: es ist doch die gleiche Argumentation, wie sie Cold Card für ihr Airgaped Philosophie genutzt hat. Immer schön die Cold Card an die eine Batterie anschließen, bloß nicht an eine Powerbank oder Netzstecker und dann hast du durch viel Komplexität ganz viel Sicherheit.

Fakt ist: die Hardware wallets haben als Kernfunktion die Bereitstellung von Entropie durch mehrerer Quellen. Das ist, gerade wenn viele solche Entropie Quellen genutzt werden (wie zB Bitbox) extrem sicher. Bitbox hat dazu super Artikel, einfach Mal lesen. Ein verunsichern der Nutzer, ohne zu zeigen wieso die Entropie aus dem Zufallsgenerator unzureichend sein sollte ist ein Bärendienst an die Selbstverwahrer, die alles richtig gemacht haben. Mit so pauschalen Aussagen, ich hätte keine Ahnung klingt das genau wie BTCSession, ColdCard influenzer und coinkite selber. Euer Bauchgefühl und Gruppenbestärkung reicht mir nicht. Ich hätte gerne von euch Mal ein Aussage drauf, was wäre, wenn der gewürfelte Seed die gleiche Variable bekommen hätte, die im abgeschalten Code wäre. Dann wäre diese Entropie auch nie im Seed angekommen. Versteht ihr diesen Umstand? Ich verstehe andererseits nicht, warum ihr die Entropie selber macht, dann aber eine Hardware Wallet nutz um einen seed daraus zu erstellen und zwischen eure Entropie und dem seed ein nicht vertrauenswürdigen Prozess stellt - wieso könnt ihr den Ergebnis trauen?

Alles in allem sehe ich keine klare Linie von diesen Leuten, es wird viel vermischt und daher bleibe ich dabei das Entropie Bereitstellung überhaupt nicht das Problem war und ist. Hier in der Diskussion wird daher unnötig verunsichert und abgelenkt was eigentlich das Problem war. Da mir Aufklärung wichtig ist, da nur so selbstständig und mündig Entscheidungen getroffen werden können, achtet drauf ob Leute mit komplexen Lösungen kommen, die gar nicht euer Problem adressieren. Das hat im Endeffekt auch coinkite zur Spitze getrieben. Die Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied. Die vom Zufallsgenerator bereitgestellte Entropie ist nicht der Schwachpunkt gewesen. Eine wichtige Passage im Code der Firmware zu deaktivieren, das war das schwächste Glied. Alle reviewer zu beleidigen und andere open source Projekte lächerlich zu machen (seed signer) sind Warnsignale. Wenn man glaubt, das Problem mit mehr würfeln zu lösen, hat man das Problem nicht verstanden. Die Cold Card war ein Nischenprodukt mit super wenig Entwicklern und hat einen auf Komplexität und Paranoia gemacht, andere Produkte seien alle schlecht. Das lenkt ab vom wesentlichen Kern. Lasst euch nicht ablenken.

Dieses Desaster bestätigt für mich vor allem: In Zukunft wird die Mehrrheit der Bitcoinhalter kein eigenes Wallet führen. Und zwar nicht, weil sie technisch unfähig sind oder vom Staat zur sehr dabei gegängelt werden, sondern weil es für die meisten abschreckend ist, einem Anbieter sein BTC Vermögen zu vertrauen. Dann lieber bei Börsen liegen lassen, die evtl. sogar Einlagenschutz bei BTC anbieten.