Bücherreihe von Argentarius (Vom Gelde, Valuta, Währungsnot)

Ich habe soeben das erste Buch „vom Gelde“ vom Schriftsteller und Bankier Argentarius gelesen und bin jetzt wohl noch einmal ein Stückchen tiefer in den Kaninchenbau gefallen. Ich wollte meine Erfahrung einmal kurz teilen und zugleich meine Empfehlung zum selber lesen/hören aussprechen.

Das Buch ist in 12 Briefen aufgeteilt, welches aus der Sicht von Argentarius an seinen Sohn gerichtet sind, mit dem Ziel ihm „etwas“ für die Zukunft mitzugeben.

Auf YouTube gibt es das Hörbuch „Vom Gelde“

Zum Hörbuch: FINPOD - Hörbuch Nr. 1: "Argentarius - Vom Gelde", Teil 1 von 12, gelesen von Jens Kregeloh - YouTube

Ich höre zwar auch sehr gern Hörbücher, fand es aber sehr angenehm, das Ganze in geschriebener Form zu lesen und würde dies auch empfehlen, wenn man sich evtl. nebenbei Notizen machen möchte oder dergleichen. Es ist auch eher leichte Kost und man verliert sich doch sehr schnell als Bitcoiner würde ich behaupten.

Buchlink zum Sammelband: Vom Gelde - Briefe eines Bankdirektors an seinen Sohn, dreiteiliger Sammelband: Vom Gelde, Valuta, Währungsnot - Argentarius - 9783929863031 - Schweitzer Online

Jetzt wo ich anfange Revue passieren zu lassen und über die Tragweite dieses alten Buches nachdenke, da wird mir auf der einen Seite mal wieder bewusst, wie unfassbar wichtig und wertvoll doch Bitcoin ist… Auf der anderen Seite kommt in mir aber auch eine Angst hoch, welche ich bislang noch immer ganz gut unterdrücken oder mir wegreden konnte. Nämlich die Angst vor der „Anweisung der Obrigkeit“.

Argentarius erzählte schon im ersten Brief davon, dass es nach seiner Auffassung für eine funktionierenden Welt unabdingbar sei, dass wenn die Welt auf einen Fiat Standard aufgebaut wird, dass jeder Mensch wissen müsse, was denn tatsächlich „Geld“ bedeutet. Wenn dies nicht so ist, dann sind solche Systeme schon im Vorhinein zum Scheitern verurteilt, da die bekannte Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird und die wahren Gewinner nur ein Bruchteil aller Bürger sein wird.

Mit Zitaten wie diesem hier begründet er seine damalige These.

Durch die Einführung von Geld richtet sich der Anspruch nicht mehr gegen den Einzelnen, z.B. den Käufer oder den Arbeitgeber, sondern gegen die Gesamtheit. Gegen den Markt.

Wenn ich diese 100-jährigen Weisheiten lese, welche vollends die Probleme der heutigen Zeit und der heutigen Systeme wiederspiegeln, dann frage ich mich immer mehr, wie es sein kann, wenn dieses Wissen doch schon seit so langer Zeit existiert, warum sich noch immer kaum Abnehmer finden lassen konnten… Dinge, die man eigentlich an jeder Schule lehren sollte, werden nicht gelehrt. Vielmehr werden diese Dinge totgeschwiegen mit z.B. solchen Sprichwörtern wie „Über Geld spricht man nicht“.

Hat der Netzwerkeffekt von Bitcoin in Verbindung mit der modernen Informationsübertragung des Internets die Chance, diese Mauern dieses Mal einzureißen? Eine Frage, die ich mir vermutlich in der kommenden Zeit immer häufiger stellen werde.

Zitat aus dem ersten Brief

Wir leben in einem Zeitalter des organisierten Diebstahls. Eines so raffinierten Diebstahls, dass der Geschädigte kaum merkt, wie er bestohlen wird und der Dieb seine Finger gar nicht zu beschmutzen braucht um fremdes Gut an sich zu bringen.

Ich möchte eigentlich gar niemanden beschuldigen oder mit dem Finger auf jemanden zeigen um die Schuld irgendwem zuzuweisen, aber dennoch stellt sich z.B. eine Frau Lagarde eiskalt hin und sagt in aller Öffentlichkeit, dass die Lösung unserer aller Probleme im Überkonsum liegen und Bitcoin wird auf der anderen Seite verteufelt und sollte am besten aus allen Ländern verbannt werden.

Die kommenden Jahre werden sicherlich noch einmal richtig spannend und nervenaufreibend werden. Aber das hodln soll unser aller Verdienst sein.

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Och, sei da mal nicht so bescheiden, @Doshun . Meine Reaktion auf Argentarius war so ziemlich die gleich wie bei dir - und ich nehme mir die Freiheit die Ursache für die existierende Situation klar zu benennen.

Mangelnde finanzielle Bildung führt dazu, dass weiterhin die Elite der Zentral- und Geschäftsbanker in Kooperation mit der Mehrheit der Politiker - immer schön bearbeitet von den passenden Lobbyisten - und etlichen willfähigen Volkswirtschaftlern die Bevölkerung weiterhin an der Nase durch den Ring führen kann.

Hinter meiner Auffassung sehe ich auch kein abgehobenes, esoterisches Verschwörungsgeschwurbel, sondern die Ursache sind klare finanzielle und machtpolitische Interessen. Und die sind auch in keiner Weise versteckt. Es ist einfach nur gegen den Mainstream solche Dinge klar und deutlich auszusprechen wie es Argentarius damals noch konnte. Nur um nicht „links“ oder zu „revolutionär“ zu klingen, setzen offensichtlich viele Menschen die innerliche Gedankenschere an und vertreten diese Auffassungen lieber nicht öffentlich. Ist halt nicht en vogue.

Zusätzlich bin ich immer noch erschrocken wenn ich hier im Forum lesen muss, wie deutsche, regulierte Finanzinstitute durch die vorliegende Gesetzeslage Konten sperren und mit den Kunden umgehen. Nämlich keinesfalls kooperativ und unterstützend, sondern ausschließlich restriktiv. Es wurde bereits die gesamte Bevölkerung unter Generalverdacht gestellt und wird entsprechend gegängelt. Wozu auch erst eine Kontensperrung nach Gerichtsbeschluss durchführen, wenn man doch gleich mit dem Hammer draufhauen kann? Der Betroffene kann schon sehen wie er an sein Geld kommt. Wie altertümlich und lästig ist da die Notwendigkeit Wohnungsdurchsuchungen erst nach Beschlusslage durchführen zu dürfen. Da geht doch noch was, oder?! [Ok, genug Zynismus für heute]

Ja, genau. Man kennt es: erst ignorieren, dann drüber lustig machen, dann bekämpfen. Genau in dieser Phase sehe ich „die Kryptowelt“ in diesem Moment. Mal sehen was noch so kommt um uns - natürlich nur im eigenen, besten Interesse - vom Bitcoin fernzuhalten.

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@ThePriWi, hierzu habe ich Fragen:

Ist das so? Kann ich bisher nicht feststellen, aber vielleicht habe ich das noch nicht so beobachtet. Jedenfalls würde eine solche Position keinen Sinn machen.

Der „gängelnde Staat“ wird von dir mit „der Demokratie“ gleichgesetzt? Habe ich dich da missverstanden? Oder gäbe es für dich auch die Möglichkeit einer (wesentlich) basisdemokratischeren, regionaleren Demokratie? Und wieso haben Bitcoiner kein Problem mit Banken und Börsen?

Das habe ich noch nicht so verfolgt, aber ich zitiere mich mal selbst:

Später vielleicht mal, bisher habe ich mich noch nicht mit den Themen österr. Schule und Libertäre Theorien auseinandergesetzt. Ich kämpfe noch eher mit den Grundlagen… :no_mouth:

Es wird doch eigentlich „not your keys, not your coins“ und „be your own bank“ vertreten. Das klingt schon ziemlich „bankfern“ in meinen Ohren.

@Doshun darf ich dir mal eine kurze offtopic Frage stellen^^

Was meinen die einundzwanzig Leute eigentlich mit Moskau Zeit?
Ich hör den Podcast seit fast einem Jahr und ich habs immernoch nicht geschnallt🙈

Anzahl Satoshis pro USD. :wink:

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Ja, genau… SATS per USD… je geringer die Zahl, desto weniger SATS bekommen wir für den USD.

Ich finde die Herkunft auch super witzig. Jack Dorsey hatte diese Bitcoin Uhr hinter sich in einem Stream stehen mit dem aktuellen SATS Kurs und da hat sich wohl irgendwer gewundert, warum er den die Moskau Zeit auf seiner Uhr abgebildet hat. Der Preis hatte nämlich zu diesem Zeitpunkt wohl in etwa die aktuelle Uhrzeit in Moskau abgebildet. :joy: Die 21-Jungs erhoffen sich nun natürlich, dass es immer mehr in Richtung 0 geht… Momentan sind wir eben wieder mehr in die Nachmittags Zeit abgerutscht @skyrmion hat das letztens hier auch einmal alles in depth erklärt.

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Ja, leider ist das wohl die Situation in allen Regierungen der Welt, lediglich mehr oder weniger erfolgreich kaschiert.

Ich denke mal, die meisten Politiker sind noch nicht einmal aus Boshaftigkeit gegen den Bitcoin. Es ist ihnen schlicht egal. Sie haben zum Thema keine eigene Expertise und laufen dann ihrer Fraktion oder einem starken Interessenverband bzw. -vertreter nach. Volkswirtschaftliche Zusammenhänge sind ja tatsächlich äußerst komplex, da braucht man dann schon Denkhilfen von außerhalb. :wink:

Ich finde übrigens, dass man auch die Zeitdauer der Abgeordnetentätigkeit auf maximal ein oder zwei Legislaturperioden begrenzen sollte - analog zu vielen „Präsidentschaftsregelungen“ in der Welt. Hilfreich wäre auch bei Funktionsträgern (Kanzler/Kanzlerin, Bürgermeistern u.Ä.) eine Zeitbegrenzung in der Amtsausübung. Minister, Kanzler, Staatssekretäre müssen regelmäßig durchgetauscht werden, am besten azyklisch. Zum Beispiel: Kanzler alle 4 Jahre, Minister und Staatssekretäre alle 6 Jahre aber zeitversetzt zueinander.

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… Ich glaube, du verwechselst da etwas… Diese ‚Hardcore-Bitcoiner‘ die du meinst, sind nur dem Namen nach Bitcoiner und hängen an unserem Fiatsystem-sei es aus Unwissenheit wegen Naivität oder aus Unwissenheit wegen Faulheit. Denn obwohl das wissen über das Finanzwesen schon lange vorhanden war, (siehe Argentarius) wurde es in der neueren Zeit eher versteckt gehalten und nicht als Allgemeinbildung gelehrt sondern eben nur an bestimmte privilegierte weitergegeben. Das hat sich seit dem Internet komplett geändert. Und seit dem Zusammenbruch des Systems 2008 interessieren sich die Menschen auch vermehrt dafür. Wer heutzutage Informationen sucht, über was auch immer, der kann sie auch finden. Daher kann man auch zu der Erkenntnis kommen, was Bitcoin wirklich für uns Menschen, für unsere Zivilisation bewirken kann.
Natürlich wird das nur dann funktionieren, wenn sich eine kritische Masse um Bitcoin bildet, es muss mindestens parallelgesellschaften geben, die unabhängig vom Fiat leben. Nur dann wird satoshis Vision Wirklichkeit. Das die ganze Welt irgendwann zum Bitcoin Standart wechselt, ist unrealistische Utopie. Es wird immer Länder /Staaten geben, die dagegen vorgehen werden oder es zumindest versuchen. Auch ein Marktmechanismus zu deren Ungunsten wird sie nicht aufhalten. Deshalb ist es ja so wichtig, daß wir alle an einem Strang ziehen, die einen fester, die anderen eben nicht so stark… Doch die Veränderungen können wir nur selbst bewirken. Das kann kein Bitcoin für uns tun. Erst im Denken, dann im Herzen, danach in der Tat im Handeln. Solange wir uns selbst nicht Verändern, kann das kein Bitcoin der Welt es schaffen. Wahre Macht entsteht nur aus einer inneren Überzeugung. Und das sind die wahren hardcore Bitcoiner.
Mfg. otto
P. S. Habe den Argentarius von Gelde noch nicht gelesen, doch ihr habt mich neugierig gemacht darauf.

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Ja, mach´ das, die Lektüre ist extrem empfehlenswert und auch recht günstig zu bekommen.
VG,
Frank

Ich kann keinen Unterschied sehen, entweder sind sie ‚richtige‘ Bitcoiner oder eben nur so lala, was dann eher Fiat in die Hände spielt.
Mit Politik und den Begriffen derselben kenn ich mich nicht aus und weiß nur, daß ich ein Menschenrecht-Anarchist bin.
Gruss… otto

P. S Bin grad im Zug aufm weg zum blocktrainer - Event.
Bin neugierig auf die ganzen Leute und auf den Reisebericht aus ElSalvator durch erste Hand… :grin:

Ja , danke für den Tipp.
Gute Bücher, die ich dann auch wirklich lese, sind rar bei mir… Doch das ist definitiv eins… Hab mal schon ins Hörbuch reingespitzt :grin:
Schönes Wochenende
otto