Bitpanda CEO Paul Klanschek: „Krypto ist transparenter als Bargeld“

Sie sind ein Fan von starken Regularien und strenger Aufsicht?
Ich würde es nicht so formulieren. Aber es ist die einzige Möglichkeit, langfristig nachhaltig zu bestehen. Wir arbeiten stark mit Banken und anderen regulierten Instituten zusammen, die dürften das nicht, würden wir diese Schritte nicht setzen.

Wie weit muss Regulierung in der Kryptoindustrie gehen?
Ich bin für smarte Regulierungen. Manche Regelungen in Österreich und anderswo schießen über das Ziel hinaus. Manchmal ist Aufklärung und Information der bessere Weg. Krypto ist noch nicht stark reguliert, aber das kommt immer mehr. Wenn man die ganze Innovation und Industrie tötet, hat man sich auch keine Freunde gemacht: Die Firmen gehen dann weg in Nachbarländer, den Kunden ist es egal, sie machen das weltweit. Und Österreich schaut durch die Finger.

Sie sind skeptisch, wenn Finanzminister Gernot Blümel unlängst wieder mehr Regulierung für Kryptowährungen forderte?
Krypto sollte nicht dazu sein, Finanzregeln auszuhebeln: Terrorismusbekämpfung, Steuerhinterziehung, Geldwäsche. De facto ist Krypto transparenter als Bargeld oder Geld am Bankkonto: Jeder kann die Transaktion nachvollziehen, mit ein bisschen Recherchearbeit weiß man sogar, wer das war. Das ist, als stünde es in der Zeitung. Smarte Regulierung kann ruhig härter sein. Die Umsetzung kann gut oder schlecht sein.

Sie gehen davon aus, dass der Markt deutlich zulegen wird?
Viele wetten darauf, dass die ganze Industrie weiterwächst – ich schätze, wir sind in zehn Jahren zehn oder hundertmal so groß wie jetzt.