Bitcoin und die Deflation

Roman geht in seinen Videos immer wieder darauf ein, dass die Deflation irgendwann ein Zeitpunkt erreicht, bei dem es nicht mehr weiter runter geht. Gerne würde ich mal diesen Punkt in Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit aufgreifen. Ich bin absoluter BTC-Befürworter und möchte mich einfach für das Verständnis öffnen.
Wieso soll die Welt eine bessere sein, wenn wir weniger Arbeitsplätze haben und wie werden die anderen Leute bezahlt?
Weshalb soll es weniger Grosskonzerne geben und wieso wieder mehr regionales Vorgehen? Dass die Käufer auf Qualität setzen, das leuchtet mir ein, aber ein Grosskonzern, kann doch die Strategie ändern und hochwertigere Güter herstellen.
Würde mich über eure Inputs freuen.

Das wird voraussichtlich mehr eine Phase sein und danach geht es bergauf. Es ist ein Wandel. Die Menschen erkennen dann was ihnen in einer Welt mit hartem Geld wichtiger ist und diese Nachfrage wird im Laufe der Zeit gedeckt, was Arbeitsplätze schafft.
Man muss bedenken, dass durch Automatisierung und machine learning sowieso sehr viele Arbeitsplätze wegfallen werden und das kein exklusives Problem ist, das nur mit Deflation kommt.
Der wichtigste Aspekt ist mMn, dass die Wirtschaft ohne die finanzpolitischen Interventionen viel effizienter funktioniert, was in exponentiellen Maße zu Fortschritt führt. Das ist schwer vorzustellen, da es so abstrakt und unbekannt ist.
Natürlich fällt dann auch die Enteignung durch Inflation weg, was für den Sparer wunderbare Effekte hat. Es hat auch weitere signifikante Effekte auf die anderen Märkte. ZB ist zu erwarten, dass Aktien und vor allem Immobilien wieder deutlich niedriger bewertet werden, was enorm wichtig für die Mittel- und Unterschicht ist.
Ein Leben mit hartem Geld gestaltet sich auch ganz anders als mit weichem Geld. Kredite und Schulden treten in den Hintergrund, die Menschen versklaven sich selbst nicht mehr so sehr und werden sparsamer, weil es notwendig ist. Wenn man sparsamer wird, verzichtet man auf die unnötigsten Dinge zuerst und damit fallen wohl Überkonsum und „Zeug“, welches man oftmals spontan kauft und nicht wirklich braucht, größtenteils weg.

Arbeitsplätze an sich sind nichts Gutes. Krieg schafft zB Arbeitsplätze, aber vor allem zerstört er. Wenn man Löcher gräbt und zuschüttet, ist das nicht hilfreich für eine Gesellschaft, auch wenn das aktuell die verbreitete Ansicht zu sein scheint.

Großkonzerne haben durch Lobbyarbeit gute Kontakte zu Politikern und nutzen dies aus, um die Vorteile der Gelddruckerpresse zu genießen. Durch Bitcoin fällt dieser Vorteil weg.
Desweiteren führt die effizientere Wirtschaft zu mehr Innovation, was die Wahrscheinlichkeit für disruptive neue Konkurrenz erhöht, die Großkonzerne in bestimmten Feldern ablöst.

Zu Deflation und was das bedeutet, gibt es ein fantastisches Buch, das demnächst auf deutsch erscheint. https://aprycot.media/shop/der-preis-der-zukunft/
Auf Englisch ist es schon länger verfügbar

Wenn man erstmal einen Eindruck gewinnen will, kann ich die Podcasts mit dem Autor Jeff Booth sehr empfehlen, die sind wirklich großartig. Er war bei unzähligen Bitcoin-Podcasts zu Gast.

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Vielen Dank für die sehr gute Ausführung, werde mir das Buch gönnen und mich schlau machen.

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Habe noch einen riesigen Aspekt vergessen:
Wenn der Wert des Geldes steigt, denken Menschen voraussichtlich viel langfristiger, was zu besseren Entscheidungen in allen Bereichen führt. Das ist das Lieblingsthema von Saifedean Ammous. Von ihm erscheint Ende des Jahres auch ein ganzes Buch dazu - The Fiat Standard The Fiat Standard | Dr. Saifedean Ammous

In einer idealen Welt: Arbeit zielt darauf ab, weniger arbeiten zu müssen. Menschliche Arbeit ist ihrem Wesen nach innovativ. Wir erfinden Werkzeuge und Maschinen, die uns die Arbeit erleichtern.

In unserer wahnsinnigen Zeit ist das manchmal schwer zu erkennen, aber in der Menschheitsgeschichte ist dieses Streben der rote Faden der uns an den Punkt gebracht hat, an dem wir heute stehen.

Wie @Denni schon sagt, Arbeit wird wieder zielgerichteter werden. Innovation wird belohnt, weil sie sich schneller durchsetzt. Ineffiziente Arbeit wird stärker durch den Markt sanktioniert. Es wird keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen mehr geben, weil sie nicht bezahlbar sind. Vollbeschäftigung zum Erhalt des sozialen Friedens wird nicht mehr funktionieren. Und es wird gut sein.

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