Bitcoin shorten

@Achse, open interest beschreibt die Summe aller offenen Positionen. Also:

Nun ist es aber so, dass die Anzahl der abgeschlossenen Verträge nicht zwangsläufig zunehmen muss.

Im Prinzip gibt es drei Möglichkeiten für die Anzahl.

Sie nimmt zu (1), bleibt gleich (2) oder nimmt ab (3).

Dabei ist entscheidend, ob Positionen bei der Transaktion geöffnet oder glattgestellt werden.

Daraus ergibt sich:
Öffnen + öffnen → open interest :arrow_upper_right:
Öffnen + glattstellen → open interest bleibt unverändert
Glattstellen + glattstellen → open interest :arrow_lower_right:

Wenn ich Dir einen neuen Kontrakt verkaufe, dann öffne ich eine Position und Du ebenfalls.

Wenn iDu Deinen nun bestehenden Kontrakt an @mowtan verkaufst (also Deine Position schließt), dann ändert sich nichts am open interest (denn die Position wird an @mowtan weitergegeben und er hat nun eine offene Position).

Aber @mowtan könnte seine Position letztlich auch an mich verkaufen, wodurch er seine Position schließt, aber auch ich meine Position glattstelle.

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Du hast recht damit, dass Shorter, die keine Longer finden, keine Futures-Verträge abschließen können, aber zum richtigen Preis geht das immer. Die Seite, die den Vertrag unbedingt will, muss beim Preis nachgeben, dann findet sich auf jeden Fall ein Arbitrageur als Kontrahent.

Es braucht beide Seiten, damit das open interest steigt, aber der Arbitrageur „treibt“ es nicht, weil er an einem fair bepreisten Vertrag null Interesse hat. Es treibt derjenige das open interest, der mehr als den fairen Preis dafür bezahlt, den Vertrag abschließen zu dürfen.

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Hedge-Fonds heissen nicht so, weil sie nur „hedgen“ (absichern) :wink:. Zu Futures habe ich heute auf YT viel wirres Zeug gehört - auf quasi allen Kanälen. Hier wird vernünftig über die Geschäftsart geschrieben. Vll kurz meine Meinung zum Themenkomplex. Futures sind unbedingte Termingeschäfte. Man kann sie also nicht „shorten“. Man kann eine Shortposition im Termingeschäft eingehen, was bedeutet, dass man einen sogenannten Basiswert (Bitcoin, DAX etc.) zu einem bestimmtem Preis und zu einem bestimmten Datum in der Zukunft verkauft. Hiefür ist, wie hier bereits festgestellt, ein entsprechender Käufer erforderlich. Bei einem Future handelt es sich um ein (z. Bsp. Durch eine Börse) standardisiertes Termingeschäft - das „OTC-Pendant“ wird als Forward bezeichnet. Der Terminpreis ist dabei zunächst der aktuelle Kassa-Preis des Basiswertes - allerdings zu- bzw. abzüglich der Kosten oder / und Erträge, welche sich aus der Haltung des Kassainstrumentes ergeben. Dies wäre der faire Wert des Terminkurses. In der Realität bildet sich dieser Terminkurs - wie nahezu (fast) jeder Preis - aus Angebot und Nachfrage. Dieser Marktkurs kann vom fairen Wert abweichen; was jedoch durch die sogenannte cash und carry arbitrage zügig wieder in das faire verhältnis gerückt werden sollte.
Ein (ganz simples) Beispiel: Ein Basiswert (stell dir vor, es wäre ein Bitcoin) kostet aktuell an der Börse 100 Euro. Der aktuelle Zinssatz für 9 Monate liegt bei 5 Prozent. Wenn A) den Basiswert an der Börse kauft, kann er die investierten 100 Euro nicht am Geldmarkt für 9 Monate anlegen. Diesen „Nachteil“ hätte der Käufer B) im Rahmen eines Termingeschäftes mit neunmonatiger Laufzeit nicht. Diese Kosten der Kassehaltung (9/12 von 5 Euro gleich 3,75 Euro) werden auf den Kassapreis von 100 Euro aufgeschlagen - wenn keine anderen Kosten oder auch Erträge idendifiziert werden, beläuft sich der faire Terminkurs auf 103,75 Euro. Wenn ceteris paribus der Terminkurs über 103,75 Euro notiert, verkauft ein c&c Arbitrageur den Basiswert auf Termin und kauft ihn in der Kasse. Ist der Terminpreis unter 103,75 Euro, wird der Arbitrageur den Basiswert auf Termin kaufen und in der Kasse (sofern er das kann und darf) verkaufen.
Prinzipiell sind damit unbedingte Termingeschäfte kein Teufelswerk; in der Praxis, zum Beispiel bei Indices als Basiswert, kann es durchaus einfacher sein, in „fast-market-phasen“ eher über den FUTURE (da standardisiert) zu handeln. Letztlich ist es jedoch - bis auf wenige, sehr spezielle Situationen - egal, ob ich in der Kasse oder auf Termin handele. Letztlich eine Frage der Marktliquidität - in funktionierenden, liquiden Märkten sollte die cash and carry arbitrage regelmäßig dafür sorgen, dass es keine längerandauernden oder größeren Verwerfungen zwischen Kassa- und fairem Terminpreis gibt. Das einfachere „shorten“ mit Hilfe des Terminmarktes muss hingenommen werden und sollte einem Asset eher helfen, marktliquider zu werden.

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Wann lernt ihr mal das der Kurs völlig egal ist, wenn man nicht verkaufen oder kaufen möchte.

Beim Kauf kann er garnicht niedrig genug sein, und wenn man nicht verkaufen möchte ist der aktuelle Kurs egal es sei denn man hat sich eine Kurshöhe vorgestellt bei der man verkaufen möchte aber das hat wohl keiner oder?

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Meine Kurshöhe sind Miete, Einkäufe und Aktivitäten, die ich von Sats bezahlen möchte. Ob ich das noch erleben werde? :slight_smile:

Dazu kann ich nur sagen es ist wesentlich leichter 100€ netto zu sparen wie 100€ netto mehr zu verdienen, also schau selber mal nach wo noch Einsparpotenzial ist, denn dann kommt der Wunschkurs nicht nur näher, er wird auch schneller zu erreichen sein.

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Um 100€ netto sparen zu können, muss man die 100€ netto vorher verdient haben, sonst hätte man sie ja nicht ausgeben können. :wink:

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Ich hatte heute Zeit, weiter über Futures nachzudenken. Dabei stellte ich hochgradige Unsicherheit fest, ob ich es wirklich richtig verstehe. Das ist der Stand meines Verständnisses (Gebühren habe ich außen vor gelassen):

Ist das soweit korrekt? Falls nicht, wie ist es richtig?

Ich hoffe Du bekommst eine Antwort, wenn ich das Diagramm sehe weiß ich schon warum ich einfach nur Bitcoin kaufe und dabei so zufrieden und Glücklich bin.

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Das ist eben nicht der Fall, durch überprüfen seiner Ausgaben kann man 100€ einsparen die man sonst erst hätte verdienen müssen um die Ausgabe zu tätigen.

Wenn ich also es vermeide den 10. Pullover oder paar Schuhe zu kaufen die 100€ gekostet hätten. Dann habe ich 100€ mehr von meinem Verdienst übrig ohne es verdienen zu müssen.

Ich habe gelernt wer sich über ==Alle== seine Ausgaben völlig im Klaren ist, ob diese wirklich nötig sind, der spart oft mehr wie er mit zwei Gehaltserhöhungen hereinbekommen würde.

daher meine Aussage.

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Sparen: „Geld nicht ausgeben, sondern [für einen bestimmten Zweck] zurücklegen, auf ein Konto einzahlen“.

Ist natürlich immer eine Definitionsfrage.

Ich meine - mit Deiner Definition habe ich letzten Monat 12 Mio Dollar gespart. Denn ich habe mich dazu entschieden keine Yacht zu kaufen, sondern lieber etwas sparsamer zu leben.

Trotzdem habe ich jetzt irgendwie genauso viel Geld wie vorher.

Lass Dir den Satz mal auf der Zunge zergehen. :wink:

Genau. Man kann nämlich nur bei den Ausgaben wirklich einsparen. Das hilft ganz unabhängig vom Gehalt. Verdienen muss man das Geld vorab trotzdem. :slight_smile:

Schöne Grafik :wink:
Hab ich anders verstanden.
Grunddaten: kein Hebel,
Call / Put: In beiden Fällen kommen Margingebühren dazu oder werden verdient.
Preis: Futuremärkte können vom Spotmarkt abweichen. Sollten wir aber außen vor lassen.
Dann steigen doch die Trader zu 100 Eur ein, nicht zu 95 eur ?! ( ich sehe hier nur die Fiatinvestition, nicht den künstl. Preis des erworbenen BTC )
Sinkt der Preis auf 95 eur verdient der Put 5 eur ( abzüglich/ zuzügl. Margin ).
Vorteil: Versteuerung Abgeltungssteuer

  • verliert der Call 5 eur ( abzüglich/ zuzügl. Margin ), Nachteil: begrenzte Verlustverrechnung.
    Oder ?
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Noch einmal kurz zu den Futures (Achtung - Put und Call sind bedingte Termingeschäfte - andere Baustelle): setzt bitte voraus, dass es völlig egal ist, ob in der Kasse oder im Future handel gehandelt wird. Man sichert sich als Verkäufer eines Futures nicht den Preis der Zukunft. Man verkauft jetzt und hier den Basiswert. Lediglich zwischen Abschluss des Geschäftes und der Lieferung liegt eine Zeitspanne. Der Abschlusskurs eines Kassageschäftes ist der gleiche, wie der des Termingeschäftes - lediglich eventuelle Kosten und Erträge der Kassehaltung beeinflussen den Terminkurs nach oben oder unten. Vielleicht ist das Beispiel der „Terminkuh“ besser.

Eine Person erwartet zum Beispiel steigende Preise für Rinder und möchte diese Erwartungen für eine Spekulation nutzten. Er geht zum Bauern und erfragt den Preis für eine Kuh. Der Bauer nennt 100 Euro als Preis. Unser „Spekulant“ erwartet in 12 Monaten einen deutlich höheren Preis und möchte kaufen. Er gibt dem Bauer 100 Euro und dieser ihm einen Strick, an dem eine ausgewachsene Kuh hängt (Kassageschäft). Ups!!! Nein, nein - ich würde die :cow2: gerne erst genau in einem Jahr abholen, meint unser „Spekulant“. Der Bauer kratzt sich am Kopf und meint, dann kann er die 100 Euro ja nicht gleich bei seiner Bank zu 5 Prozent anlegen, was bei einem Kassageschäft gehen würde; ausserdem frisst die Kuh sein Futter, er muss dennStall heizen und belüften, der Tierarzt muss ab und an nach ihr schauen und so weiter und so fort. Alles in allem kostet ihn das 20 Euro in 12 Monaten. Der Spekulant siehts das ein und ist fast bereit, die 120 Euro als - jetzt - Terminpreis zu akzeptieren (20 Euro als Aufschlag für die Kosten der Kassehaltung). Da fällt ihm ein, dass die :cow2: ja auch Milch gibt (mag agrartechnisch nicht korrekt sein - akzeptieren wir es für das Beispiel ;-)). Der Bauer meint mürrisch, ja das stimmt - man kann mit 10 Euro Ertrag in 12 Monaten bei so einer :cow2: aus der Milchproduktion rechnen. Das wären die Erträge der Kassehaltung. Der Terminpreis wird also 110 Euro betragen (Kassapreis 100 plus 20 Kosten der Kassehaltung minus 10 Erträge der Kassehaltung). In einem Jahr wird die Lieferung der :cow2: vereinbart. Der Bauer hat seine :cow2: verkauft und kann ökonomisch vernünftig kalkulieren und seinen Betrieb fortführen … der Spekulant sieht in 12 Monaten, ob sein Plan aufgegangen ist. Ersetze „Spekulant“ mit fleischverarbeitenden Unternehmer, der für die zukunft sauber und sicher kalkulieren will, und du hast ein feines, realwirtschaftlich bedingtes Geschäft OHNE DIE WETTE (das nervt am meisten, dass viele Termingeschäfte als „Wetten“ sehen). Zugegeben ein wenig konstruiert, aber vielleicht für das grundlegende Verständnis (?).

Apropos: Marginzahlungen sind keine Gebühren oder Ähnliches … sie stellen Sicherheitsleistungen dar (Initial Margin) bzw. den täglichen Gewinn- und Verlustausgleich (Variation Margin), was auch der (Kredit-) Sicherheit für die dienlich ist - separates Thema;-).

Letztlich stellen UNBEDINGTE Termingeschäfte mit Einzelinstrumenten als Basiswert nur bedingt eine sinnvolle Alternative dar. Nimm einen Coin mit 100 Euro Kassepreis. Du willst ihn kaufen, bist aber pleite. Die Bank deines Vertrauens würde dir jedoch einen Kredit für 12 Monate geben - zu dem für ALLE geltenden Satz von 5 Prozent sowohl für Einlagen als auch Kredite (dies ist hier die größte „Vereinfachung“). Du willigst ein und kaufst. Nach 12 Monaten zahlst du der Bank 105 Euro zurück; die Coins besitzt du aus dem Kassaerwerb. Du könntest alternativ auch ein unbedingtes Termingeschäft über 12 Monate (Kauf) abschließen und würdest als Terminpreis 105 Euro (Kassapreis 100 plus 5 Prozent Zins als Kosten der Kassehaltung) zahlen. Alles in allem genau das selbe.

@Achse: Deine Grafik impliziert, dass Traders sowohl Kasse als auch Termin gleichzeitig entgegengesetzt handeln - das macht im Normalfall keinen wirtschaftlichen Sinn; ausser, sie versuchen cash und carry Arbitrage abzufassen. Bei fairem Terminpreis wäre das „Resourcenverschwendung“. Wie als ob du in einem Geschäft ein produkt für 10 Euro kaufst und das vor dem Geschäft wieder für 10 Euro verkaufst.

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