Bitcoin in einer Welt OHNE STAATSFEINDE und OHNE BANKEN

Als ob er die Aufforderung gelesen hätte, veröffentlicht David Scheider heute auf BTC-ECHO einen Artikel zur Humanen Marktwirtschaft. Danke, @BTC-ECHO! Und Danke, David!

Die Humane Marktwirtschaft baut laut BTC-ECHO auf vier Säulen auf: 1. Bildung, 2. Ordnungsrahmen, 3. Wertelandschaft und 4. Humanismus und Menschenbild. Und weiter:
„Anders als im Ordoliberalismus steht die Humane Marktwirtschaft indessen auf einem klaren ethischen Grundgerüst. So wirtschaften Akteure nicht im wertfreien Raum, sondern orientieren sich an Idealen wie Humanität, Eigenverantwortung und Solidarität. Auch die Nachhaltigkeit des Wirtschaftens spielt in der Humanen Marktwirtschaft eine Schlüsselrolle. Anarcho-kapitalistische Vorstellungen, wie sie so mancher Bitcoiner vertritt, sind mit den Idealen der Humanen Marktwirtschaft also nicht deckungsgleich.“

Wie die Humane Marktwirtschaft und Bitcoin zusammenpassen

Damit ist genau die Denkrichtung gefunden, die ich gesucht habe. Vertreten wird sie u.a. von Maximilian Erlmeier, einem in der Brauwirtschaft tätigen Unternehmer. Das ist mir natürlich sehr sympathisch – wir lieben das Bier in Bayern. :beers:

Zum Weiterdenken für Interessenten: Humane Marktwirtschaft

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Natürlich. Bitcoin sorgt ja nur für mehr Freiheit, er erzwingt sonst nichts. Ich bin mir sicher, dass viele Leute in Demokratien leben wollen und das werden sie dann natürlich auch machen können. Bitcoin sorgt dafür, dass wir Macht über andere Menschen verlieren (erzwungene Herrschaft, worunter auch die aktuelle Demokratie fällt) und selbst mehr Wahlmöglichkeiten, also Macht über uns selbst zurückbekommen.
Ihr braucht keine Angst vor Freiheitlichen haben. Alles was wir wollen, ist euch in Ruhe machen lassen was ihr wünscht und selbst in Ruhe gelassen zu werden.

Es ist nur ein sehr gutes Werkzeug. Wie bei jedem Werkzeug kommt es darauf an, wie man es einsetzt.

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Danke für den Post und die spannende Frage. Ganz ähnliche Gedanken gehen mir auch seit ein paar Tagen durch den Kopf. Ich kann hier (noch) nicht so viel beitragen, weil ich zuerst einige angesprochene Begriffe für mich einordnen muss. Aber ich wollte mich explizit für den mutigen Post bedanken – ein Herz alleine hätte da nicht gereicht! :star_struck:

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Mir geht das zumindest teilweise so wie dem Threaderöffner. Die ideologische Überfrachtung des Bitcoin geht mir zunehmend gegen den Strich und stellt mir mitunter gar das gesamte Projekt infrage, da ich eben nicht hinter den hier teilweise geäußerten Zielvorstellungen stehe.

Es hat im Übrigen seine Gründe, warum „Der Bitcoin Standard“ im akademischen Umfeld so gut wie gar nicht rezipiert wurde, im Gegenteil zum Bitcoin als solchen. Manche der darin aufgestellten Thesen sind einfach nur haarsträubend und zeugen von der kompletten Ahnungslosigkeit des Verfassers im Bereich der Geschichtsforschung, des postmodernen Kunst- und Kulturbegriffs und einiger anderer Disziplinen in denen er auch eher polemisiert, statt argumentativ sauber konstruierte Thesen aufzustellen. Selbst seine Ausführungen zur Geschichte und Funktionsweise des Geldes sind nicht immer schlüssig und stellen zumindest innerhalb der Wissenschaft eine absolut randständige Position dar. Wenig überraschend gilt dasselbe für die „Österreichische Schule“.

Ich will keinem nehmen, hier interessante Anregungen zu finden und sich mit der allgemeinen Denkrichtung zu identifizieren, ich persönlich tue das allerdings nicht.

Ich glaube auch generell nicht, dass man, um einer ideologischen oder politischen Sache willen, ein Finanzinstrument schaffen sollte, eine Kritik, die bereits dem Euro entgegengebracht wurde. Inwiefern der Bitcoin überhaupt eine Währung werden kann ist dabei noch offen und momentan ist er auch als Wertspeicher nicht für jeden überzeugend.
Andererseits bin ich nach wie vor fasziniert von der technischen Eleganz des Projekts und seiner Möglichkeiten, die wir vermutlich noch gar nicht überblicken. Ähnlich wie das Internet in den frühen 90ern steht hier eine Technologie vor der Verwirklichung, ohne selbst von ihren Schöpfern verstanden zu werden. Damals redete man von Kühlschränken, die selbst frische Milch bestellen und was weiss ich. Amazon oder Google wurden hingegen später belächelt.

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Kann ich teilen und ist genau mein Eindruck von den letzten Wochen hier im Blocktrainer-Kanal und auf youtube. Ich will einen freien Bitcoin und keinen, der sich fesseln lässt von einer bestimmten Geistesströmung. You know what I mean.

Alex Gladstein, CSO der Human Rights Foundation, von dem es auf youtube clips zur Ertüchtigung von Human Rights durch Bitcoin gibt, vor Kurzem in einem Interview mit btc21:

“Ich denke nicht, dass (Bitcoin) so sehr ein technologisches Phänomen, sondern vor allem ein soziales, gesellschaftliches, politisches und wirtschaftliches Phänomen ist. Die Trennung von Geld und Staat ist eine sehr radikale Idee. Sie ist meiner Meinung nach genauso radikal wie die Trennung von Staat und Tyrannei oder die Verbreitung von Information von einer Handvoll an viele, wie wir es bei Revolutionen wie der Druckerpresse und dem Radio, dem Fernsehen und schließlich dem Internet und Smartphones gesehen haben. Wir reden hier nicht über die Privatisierung von Unternehmen.“
Quelle: Interview mit Alex Gladstein

Ich bin beim Bitcoin gelandet, weil mir die Geldpolitik der EZB und anderer Zentral-/Banken zunehmend auf die Nerven geht. Aber um davon wegzukommen, ist es eben doch sehr interessant, das Bitcoin-Potential etwas weiter zu ergründen als in seiner reinen Wertspeicher- und Geldfunktion als Sekundärwährung. Bitcoin beflügelt ja, s.o., gesellschaftliche und damit gesellschaftspolitische Änderungen weltweit.

Bitcoin hat das Potential zum Game Changer, das ist wohl keine Frage. Die Frage aber ist, wie das neue Spiel aussehen wird.

Deshalb.

+++++++++ Der Bitcoin ist frei. +++++++++
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Cool, erinnert mich an diesen Thread, den ich zu dem Thema erstellt hatte:

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Um die Frage nach dem Demokratiebild, von dem ich ausgehe, zu beantworten.

Von dem, das ich aus unseren modernen liberalen Demokratien im Westen kenne, und das ich für sehr gut halte. Nämlich mit Rede- und Pressefreiheit, Gewaltenteilung des Staates und natürlich freien Wahlen.

Dass allgemeine Menschenrechte dem Gebilde zugrunde gelegt werden … selbstredend.
Daraus ergibt sich automatisch die Anforderung, Minderheiten zu schützen.

Die ideellen Errungenschaften unserer Vorgenerationen also.

Das Gesamtpaket zählt. Freie Wahlen alleine ist zu kurz gesprungen.

-_-_-_-_-_-_-_-_ Der Bitcoin ist frei. -_-_-_-_-_-_-_-_
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Da lese ich raus, dass die Personenwahl für dich zu einer Demokratie dazugehört.

Kannst du dir ein System ohne Personenwahl vorstellen, welches deiner Definition von Demokratie genügt?

Vorstellbar ist eine direkte digitalisierte Demokratie sicherlich in mittel- bis langfristiger Zukunft.

Evtl. ist das aber noch nicht genug für PriWi, das kann ich nicht sagen.

Die Frage ist immer wie und ob ein

Das ist korrekt, genau diese Überlegungen muss man anstellen. Aber da würde ich doch ein bisschen top-down vorgehen. Oder vom Groben ins Feine, wie man so schön sagt.

Dabei sehe ich nicht, dass die Frage der Personenwahl nun kriegsentscheidend wäre bei den Überlegungen, den Bitcoin in eine demokratische Zukunftsgesellschaft einzubetten - und zwar ohne staatliches Geldmonopol. Sondern eher solche Fragen wie get rid of the banks.

Aber bitte erkläre doch, warum du die Personenwahl vordringlich entscheiden würdest. Würde mich interessieren.

=============== Bitcoin is free. ==============

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Das habe ich nicht gesagt. Mir geht es um was anderes.

Ich lese hier häufig „staatsfeindlich“, „verfassungsfeindlich“, „demokratiefeindlich“, aber nie eine klare Definition dessen was Demokratie für Euch bedeutet. Auf Rückfrage kommen dann so Merkmale wie z.B. „Minderheitenschutz“ und andere Eigenschaften, denen ich zum größten Teil auch zustimmen würde.

Ich habe bei den Kritikern der „Staatsfeinde“ hier im Forum aber noch nicht gelesen, wie ein demokratischer Staat organisiert sein soll. Mein Vorwurf ist, dass ihr der Frage nach dem eigentlichen Staatswesen ausweicht.

Deshalb habe ich eingangs nach Deiner Definition von Demokratie gefragt.

Man kann darüber nachdenken, aber wenn man nicht darüber nachdenkt, wie man dahin gelangen kann, dann bleibt man philosophisch. Der Bitcoin-libertäre Standpunkt ist da meiner Meinung nach ein anderer. Den verstehe oder interpretiere ich so, dass Bitcoin eine so starke Kraft ist, dass Gesellschaft und Politik in eine libertäre Richtung gezwungen werden. Auch wenn ich die libertären Ideen zu einem großen Teil auch moralisch unterstütze – für mich ist hier entscheidend, dass der Auslöser für einen gesellschaftlichen Wandel nicht die Ideologie selbst ist. Bei der Demokratie ist das anders. Eine deduktive Schlussfolgerung steht also einem normativen Anspruch gegenüber.

Sorry für diesen Exkurs. Ich will wirklich nicht deinen Thread kapern. Ich will nur begründen, warum die Demokraten in meinen Augen hier in der Bringschuld sind. Wenn es nämlich stimmt, dass Bitcoin die Gesellschaft von sich aus, evolutionär in Richtung einer libertären verändern wird, so treten demokratische Ansprüche als Hemmnis und Gegenposition auf. Das ist in meinen Augen begründungsbedürftig – auch moralisch.

Das ist der Grund warum ich in meinem ersten Post hier frage, was bewahrt werden soll, was weg kann, und wie eine Demokratie organisiert sein soll.

Was die Personenwahl angeht: Alle vier Jahre zwei Bits zu setzen hat für mich nicht viel mit Partizipation geschweige denn Gestaltung zu tun. Ich denke die Personenwahl ist eine Sackgasse.

Personenwahl anzusprechen war lediglich ein Versuch von mir, die Diskussion für die Frage der Ausgestaltung einer Demokratie zu öffnen. Nimmst du das als gegeben hin? Wie könnte eine demokratische Gesellschaft sich noch organisieren?

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Danke, Makowski, für deine Erklärung, wieso du nach der Personenwahl gefragt hattest. Ich bin etwas zwiegespalten, ob ich deinen Ball auffange, denn ich möchte vermeiden, dass dieses Hick-Hack zwischen Libertären und Demokraten auch hier wieder losgeht. Ich finde eigentlich auch, dass deine Aussagen bzw. Fragen in die anderen bereits laufenden Threads gehören, du deutest es ja selbst an.

Im hier vorliegenden Thread soll der gesetzte Rahmen ein demokratisches Staats-Modell sein (im Gegensatz zu z.B. Privatrechtsgesellschaften).

Ich würde wirklich gerne über BTC-gestützte demokratische Utopien nachdenken, ohne dass das Ganze in einen Glaubenskrieg zwischen zwei Richtungen ausartet.

Wie in einem brainstorming. Die konstruktiven Ideen sammeln, ohne sie durch Kritik gleich wieder niederzumachen oder ihre Unmöglichkeit zu postulieren.

Obwohl ich nicht für andere sprechen kann („ihr“), so kann ich ziemlich lapidar antworten, dass ich mit unserem Staatswesen im Großen und Ganzen ja zufrieden bin. Ich sähe per se keine dringende Notwendigkeit, daran was zu ändern. Bestimmt kann man verbessern, auch in Richtung bürgernäherer Demokratie, aber mein persönliches Unbehagen stammt ja nicht vom Staatswesen, sondern der Geldpolitik / dem Finanzwesen und den seit vielen Jahren regierenden Parteien. Die Differenzierung zwischen Staat und Regierung kommt mir in einigen Diskussionen hier zu kurz. Das habe ich in den anderen Threads schon öfters gesagt.

Stimmt. Nur ist es sinnvoll, bei der Reihenfolge zu bleiben: erst das Ziel definieren, dann den Weg dorthin. Um es anschaulich zu machen: du musst wissen, ob du nach Hamburg oder Stuttgart willst, sonst weißt du nicht, welche Autobahn du nehmen sollst. Und Punkt 1 ist noch lange nicht erledigt …

Wenn dem so wäre, könnte man sich ja alle Diskussionen sparen. Dann wäre die Entwicklung gesetzt. Das kann ich nicht glauben, denn die Menschen sind es und ihr Wille und die daraus folgenden Aktionen, die den Weltlauf verändern, und nicht ihre Produkte per se.

Auch gefällt mir gar nicht die Vorstellung, dass der Bitcoin mich in eine Richtung zwingen soll, und dann auch noch in eine, die mir nicht zusagt. Das würde ihn mir sehr unsympathisch machen, denn genau seine freien und demokratischen Grundzüge finde ich sehr attraktiv.

Das ist zwar schön formuliert, ich stimme aber nicht zu. Denn m.E. geht es sehr wohl um Ideologien als Auslöser auf jeder Seite, da es sich um gedankliche Konzepte handelt und nicht Naturgesetze. Der Punkt ist für mich sowieso irrelevant, da mein Gedankenansatz an einer anderen Stelle beginnt = die Veränderungsleistung woanders ansetzt, nämlich get rid of the banks - und zwar bei gesetztem Staats- und Demokratierahmen, s.o.

(Und es wäre schön, wenn über diesen Punkt jetzt kein Ping-Pong entsteht. Du hast gesagt, was du glaubst, ich habe gesagt, was ich glaube. Mehr Aufwand, um den anderen vom Gegenteil zu überzeugen, ist nicht nötig.)

Aber diese Aufgabe nehme ich nicht an, schon gar nicht stellvertretend für alle Demokraten. Und sowieso nicht, weil es ja paradox ist, dass Demokraten begründen sollen, auch noch moralisch, wieso sie den Libertären im Weg stehen. Sei nicht bös, aber da muss ich wirklich lachen. Morgenkaffee in der Hand und kräftig lachen. Good joke.

Und nur zum Schluss:

Das ist auch wahrlich nicht die einzige Möglichkeit, sich in politisches Geschehen einzubringen, dieses Missverständnis (oder bewusst falsches Narrativ) ist ja das Traurige. Wer wirklich politisch interessiert ist und sich aktiv beteiligen will, kann in der Kommunalpolitik anfangen und sich in seinem direkten Lebensraum engagieren und dort gestalten. Oder weitreichender - er engagiert sich in einem parteipolitischen oder auch nicht-parteipolitischen Verein, wird unbezahlter oder bezahlter Lobbyist, gründet eine eigene Partei. Ist doch der Wahnsinn, was du bei uns alles machen kannst … Aber für die meisten Menschen ist es eben bequemer, nur alle vier Jahre zwei Bits zu setzen, sich aber zu beklagen, dass sie nur alle vier Jahre zwei Bits setzen.

(Kein persönlicher Affront, Makowski, ich weiß ja nicht, ob du nicht doch ein etwas aktiverer Staatsbürger bist.)

Guten Start in die Woche jedenfalls!

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Ich bitte darum! Ich habe bisher noch nichts utopisches gelesen. Du sagst ja selbst:

Ich war mal in einer Partei. Das Problem was ich damit habe ist, dass das Parteisystem Menschen begünstigt, die nach Macht streben. In Konsequenz finden sich an der Spitze nicht die kompetentesten sondern diejenigen, die ihr Machtbedürfnis am geschicktesten zur Geltung bringen. Zu diesem Geschick gehört auch die Täuschung, denn sie wird nicht Sanktioniert. Politiker tragen nicht gerade viel Verantwortung für ihr Handeln.

Ich denke nicht, dass das mit kleinen Korrekturen getan ist, da ja im Großen und Ganzen alles in Ordnung sei. Bin sehr gespannt auf Eure Lösungungsvorschläge und Utopien.

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Roman hatte gestern auch einen Tweet geliked, wo es um ein Video ging, indem ein Anwohner der Flutkatastrophe seinen Dank für alle HelferInnen aussprach. Die Person, die das Video teilte betitelte es allerdings mit „Hört es euch an und sagt noch mal „ohne Staat würde [beliebiges geschwurbel einfügen]“…“. Ein bisschen übertrieben wie ich finde. Schade, dass dir so etwas gefällt @Blocktrainer, zumal das nur EINE Person ist, die ihre Situation schildert und den Eindruck erwecken lässt, als würde der Staat mit Feuerwehr o.ä. gar nichts tun. Ganz von den unterirdischen Kommentaren abgesehen, die unter dem Tweet stehen. #antistaathaltung

Quelle: https://twitter.com/murphy2510/status/1416788503933902852

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Da stimme ich zu, die Meta der momentanen Politik ist:
Je manipulativer man die Menschen überzeugen kann, desto mehr Stimmen bekommt man.
Spitzenpolitik ist ein Sport der Manipulation, der beste Manipulator kommt an.

Dennoch muss man sehr vorsichtig sein, alle staatlichen Organe abzuschaffen oder ähnliches wie es dann wieder manche in den Kommentaren bei dem geteilten Tweet z.B. fordern.

Hab in den alten Threads die Idee von Teamsystemen, die für einzelne Themenbereiche zuständig sind ja schon geschildert. Wenn man nicht nach „mögen“ für alle Bereiche stimmt, sondern nach Fachkompetenz bei jedem Bereich bei dem man genug Ahnung hat sich eine Stimme zuzutrauen, könnten auch Politiker sich etablieren, bei denen es nicht ums Reden sondern um die Pläne geht.

Hier ein Beispiel was u.A. in den Kommentaren des Tweets verbreitet wird:
[Der Klimaschwindel (2007) RTL EXTRA SPEZIAL : RTL : Free Download, Borrow, and Streaming : Internet Archive]

Ich sehe das zB so. Mehr Freiheit → jeder bekommt mehr Möglichkeiten selbst zu entscheiden was er will.

Sagt dir nicht zu, dass du selbst mehr Freiheit bekommst? Das wäre mMn absurd, denn du kannst sie dann wieder gegen Kontrolle eintauschen. Oder sagt dir nicht zu, dass andere Menschen Freiheiten bekommen?

Ist es etwa nicht so? Frage dich mal warum Libertäre in Demokratien nicht leben können wie sie es sich wünschen aber Demokraten in einer Welt nach Vorstellung von Libertären sehr wohl leben können wie sie wollen und diverse andere ebenso.

Ich glaube du hast noch immer nicht verstanden, dass Freiheit etwas optionales ist, man kann sie abgeben, wenn man lieber Demokratie oder andere Herrschaftsformen wünscht zB. Warum will man aber die Freiheit anderer einschränken?
Demokraten halten sich für den weißen Ritter, sind es aber nicht.

Es gibt auch sehr viele verschiedene Demokratie-Modelle und man wird mMn in Zukunft viel einfacher in ein anderes Modell wechseln und auch diesbezüglich mehr Experimente beobachten können. Man erkennt dann, was besser funktioniert und im Wettbewerb müssen die anderen dann nachziehen, sonst hauen ihnen die Menschen ab.

Am Ende wird einem trotzdem von anderen ein Herrscher bzw eine Bande von Herrschern aufgezwungen.

Ja weil sie nicht bekommen was sie wollen. Man überlege 100 Leute gehen in den Supermarkt und es wird demokratisch entschieden was jeder kaufen muss, anstatt dass jeder kauft was er will und es auch bekommt. Ist das fair? Warum gibt es das so nicht?

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folgende Gedanken richten sich an den Dialog von @ThePriWi und @Makowski.
Wenn ich dich richtig verstanden haben @Makowski siehst du die Demokraten in der Bringschuld da die Richtung in der BTC sich entwickelt, eine libertärere ist, als wir sie heute haben. habe ich das richtig zusammengefasst?
Ich muss zuvor erwähnen, dass sich mehr Fragen als Antworten in meinem Kopf befinden.
Ich stimme @ThePriWi in seinem „Staatsverständnis“ zu. Also wesentliche Prinzipien in unserer Demokratie sind Gewaltenteilung, freie Wahlen, Minderheitenschutz und natürlich die Anerkennung der Menschenrechte wie unter anderem Gleichstellung vor dem Gesetz.
Läuft es im wesentlichen Frage auf das hinaus, was passieren würde wenn BTC das Fiatsystem in unserer Gesellschaft ersetzen würde? Ich mute mir nicht zu die Frage zu beantworten.

Wobei ich jedoch nicht direkt zustimmen würde ist, dass BTC per se eine libertäre Richtung vorgibt.
Das Konzept der humanen Marktwirtschaft referiert ja die soziale Marktwirtschaft. Die soziale Marktwirthscfat halte ich zum Beispiel für eines der ausgewogensten Errungenschaften in unserer Geschichte, weil ich bis jetzt keine Theorie kennengerlent habe, die es so gut vermag Gerechtigkeit und Freiheit zu verbinden.
Mein jetziger Standpunkt ist sowieso eher ein bisschen nüchterner. Ich finde die technischen Aspekte und die Einfachheit ziemlich überwältigend. Ich schicke beispielsweise Bekannten in Argentinien easy Krypto. Das ist halt schon eine enorme alltägliche günstigere Erleichterung.
Für das Beispiel Argentinien oder auch Libanon (wenn ich an Ammous denke), stell ich halt fest, dass sich viele Kryptoenthusiasten da finde, wo staatliche Interventionen versagt haben.

die letzten fünf Zeilen waren eher eigene Gedankengänge, kann nicht einordnen ob sie für die Diskussion fruchtbar sind.

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Ja, unter der Annahme es wäre genau so, dass Bitcoin unsere Gesellschaft zu einer libertären hin entwickelt.
Einschränkungen sind meiner Meinung nach begründungsbedürftige Eingriffe. Unbegründete Eingriffe sind was?

Es ist ja auch nichts neues, dass Demokratie ein Eingriff in die persönliche Freiheit ist. Es wird auch seit Jahrhunderten versucht, das philosophisch und moralisch zu begründen.

Neu ist, dass wir mit Bitcoin eine bisher noch nicht dagewesene Gegenströmung haben. Die bisherigen Begründungen für Demokratie lauten in etwa so, dass alles im Chaos versinke, wenn wir uns nicht eine Hierarchie auferlegen. Bitcoin beweist für mich, dass das nicht stimmt. Der Mainstream widerspricht und kontert, dass das Chaos eben gerade im ungezügelten Stromverbrauch bestehe und ruft nach Regulierung – natürlich zum Wohle aller.

Was folgt aus der Unregulierbarkeit von Bitcoin? Was heißt das für eine Demokratie? Muss sie sich wandeln? Wenn ja wie?

Im Grunde sind wir alle frei, bis der Markt kommt und uns alles abkauft.
Die Demokratie sollte ein Gegengewicht zum Ausgleich davon sein.

Diese Pauschalisierung von wegen alle werden freier ist komplett sinnlos, denn wenn die Einen mehr Freiheit bekommen, haben die Anderen weniger. Da Freiheit bedeutet nicht durch Geldnot im Leben komplett eingeschränkt zu sein, würde Umverteilung mehr Freiheit schaffen.
Bitcoin = Geld = Zeit = Freiheit

Nur damit dies nicht zu übermächtig wird, gibt es den Staat der eigentlich unkorrumpiert ein Gleichgewicht halten sollte. Dieser Aufgabe kommt der Staat jedoch wie die Jahrhunderte zuvor nicht nach.

Also ist es offensichtlich, dass wir einen neuen digitalisierten Staat brauchen. Der Übergang wird interessant und ich denke es fängt in Afrika an.

Weil Demokratie der Hebel ist, um vom Bottom am Top was zu verändern.
Es sollte nicht der Hebel sein, um jedem am Bottom im Handwerk rumzupfuschen.
Daher bin ich auch kritisch gegenüber Kommunal- und Lokalpolitik eingestellt.

Also man könnte ja präzise anfangen zu beschreiben, welche Teile der Kommunalpolitik offensichtlich vom Markt besser geregelt werden können und dort anfangen.

Wenn ich an den Minderheitenschutz denke, finde ich bei der Rechnung:
Person*Freiheit einen größeren Wert bei Demokratie, da in mehr persönliche Freiheiten von Einzelpersonen eingegriffen wird, wenn diese nicht geschützt werden.

Da sag ich immer gern:
Sonst regelt die der Markt weg.

?
Wer zwingt dich alles zu verkaufen und wenn du es machst warum sind dann andere schuld? Das Individuum entscheidet selbst, nicht andere. Folglich ist das Individuum freier.

Was? Absoluter nonsens… Genau, denn wir wissen, dass es einen festen Rahmen an Freiheit gibt, den wir verteilen können. Wenn ein Mensch aus dem Gefängnis kommt, wird automatisch ein anderer eingesperrt. Merkste selbst oder?

Jemanden zwingen etwas abzugeben und Freiheit ist ein Widerspruch.

Weil das System fundamental flawed ist. Die Anreize wurden entsprechend gesetzt, dass es zum Scheitern führt.

Nein ist es nicht. Demokratie ist der Hebel, um Minderheiten zu unterdrücken und die Pläne der Mehrheit allen aufzuzwingen.

Alle, aber warum sollte man das machen? Denkst du hier lesen Politiker mit, die darauf hören? „Öffentlicher Diskurs“ ist mindestens hier im Forum absoluter Unfug.

Wie denn? Welches Unternehmen zwingt dir etwas auf und wenn das passieren sollte, ist es ein Vertragsverstoß und somit Schadensersatzpflichtig.

Der Markt regelt etwas komplett weg, wenn es keinerlei Nachfrage gibt. Wenn es keinerlei Nachfrage gibt, will es niemand. Wenn es niemand will, warum sollten ein paar Bürokraten es allen aufzwingen? Es ist komplett absurd.

Man kann es folgendermaßen zusammenfassen: Wer gegen mehr Freiheiten für andere ist, sodass diese selbstständig mehr entscheiden können, ist autoritär und für die Unterdrückung von Menschen, wahrscheinlich um selbst zu profitieren.
Wer gegen mehr Freiheiten für sich selbst ist, kann diese freiwillig wieder abgeben und er verliert absolut gar nichts. Es gibt auch einen Markt für Bevormundung und der wird wahrscheinlich mindestens anfangs florieren. Niemand will euch abhalten, euch selbst zu versklaven.
Man kann auch mit Bitcoin in einer Gesellschaft wie der jetzigen leben, nur eben anderen nicht oder schlechter aufzwingen, dies auch zu tun.

Bei dir weiß ich ja, dass du anderen Zwang antun willst, das hast hier im Forum schon zugegeben, daher ist deine Motivation recht klar und andere vorgeschobene Gründe auch wohl nicht wirklich relevant.

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