Bitcoin City realistisch?

Hi,
die Tage hat Bukele wieder einige Bilder auf Twitter raus gehauen mit einem Model der Bitcoin City.

Obwohl ich immer noch extrem skeptisch bin frag ich mich was er damit bezwecken will.
Dass er vor hat ein komplett unrealistisches Projekt aufzuziehen kann ich mir nicht vorstellen.
Der Boi scheint mir zwar einer von der Sorte zu sein, die gern mal etwas dick auftragen.
Dennoch scheint er im Land halbwegs beliebt zu sein und zumindest was die Kriminalität an geht, hat er seit Amtsantritt einiges nach vorne gebracht.

Anhand der neuen Bilder ist mir das ein oder andere aufgefallen, was das Projekt vielleicht doch etwas realistischer(?) erscheinen lässt.

Hierzu empfehle ich euch vor allem diese Skizze zur Hand zu nehmen:

Man kann erkennen, dass vom Bitcoinlogo 3 Flüsse weg/hinfließen.
Ich hab mich mal auf den unteren Teil konzentriert. Anhand der Küstenlinie, wo der Fluss ins Meer fließt würde ich sagen, dass das diese Stelle sein sollte:
https://www.google.com/maps/@13.2099574,-87.9133671,3750a,35y,334.12h/data=!3m1!1e3

Beachtet, dass dieses Model wahrscheinlich am Schreibtisch entstanden ist, von Leuten die gar nicht aus der Gegend kommen (vielleicht nie vor Ort waren).
Die Landform ist deshalb eher grob. Das Model soll in Zukunft wohl Investoren zeigen, wie schön es von oben aussehen KÖNNTE.

Man sieht aber, dass einige markante Punkte der Landschaft womöglich im Model integriert sind.
Zum einen wär das der Fluss zumindest in grober Form. Zum anderen die Schnellstraße (CA-2E).
Sieht man genauer hin, findet man auch einen Strand in etwa dort, wo der Yachthafen (rechts unten) eingezeichnet ist.
Dreht man Googlemaps (am PC mit STRG + linke Maustaste), dass die Ausrichtung zu der Skizze passt wird es etwas klarer.

Wenn man sich dann ansieht, in was für Dimensionen hier gedacht wird, erahnt man vielleicht was das werden soll:

Man muss etwas Abstand von diesen fantastischen Modellen nehmen. Hier soll nicht mit aller Gewalt alles auf einmal zugepflastert werden und direkt eine „City“ entstehen. Viel mehr vermute ich, dass man durch Infrastrukturplanung innerhalb eines größer gedachten Konzepts eine recht dünn besiedelte Gegend nach vorne bringen will. Sollte sich das als Erfolg erweisen, könnte in 50 bis 100 Jahren tatsächlich sowas ähnliches wie in den Modellen daraus entstehen.
Die genannte Fläche sind nur wenige Quadratkilometer (was im Model das Stadtzentrum darstellt) mit genug Platz drum herum. Keinesfalls eine City, wie man sie direkt im Kopf hat, wenn man das Wort hört…

Für den Anfang denke ich aber eher, dass man die Strandnähe + Bitcoinlogo (Sigthseeing/Alleinstellungsmerkmal) + Vulkan (Energie) nutzen will um es für Tourismus und Industrie interessant zu machen. Dazu bedarf es dann eines kleinen (!) Flughafens und ggf. später eines kleinen Containerhafens.
Wenn man jetzt noch für den Anfang 2-3 größere Hotelketten dazu bringt hier Resorts zu bauen, dürfte das m.M. ein guter Impuls für weitere Wirtschaftszweige sein, um sich hier anzusiedeln (Supermärkte, Souvenierläden, Surfläden usw).
Damit könnte man erreichen, dass der Bodenwert steigt. Investoren aus dem Ausland finden Vorort sicher relativ günstige Grundstücke, die sie von den Einheimischen abkaufen können. Die wiederum profitieren davon und können sich durch entstehende Jobs und mit den Landverkäufen ein etwas besseres Leben in Neubausiedlungen leisten. Dadurch entsteht wiederum Nachfrage nach Baufirmen usw.
Zudem sind ja weitere Städte in Reichweite, die vom Handel profitieren könnten bzw. für Pionierarbeit in Reichweite sind (La Union etwa 15 km, San Antonio etwa 40 km). Ich schätze, dass diese Region für viele Jahre eher keine „City“ wird, sondern eine Region mit verschiedenen Industrien. Allerdings mit potential, dass es sich mal zu einer Stadt entwickelt, die dem Model recht ähnlich ist.
Verinnerlicht man das alles, scheinen die 500 Mio $ Entwicklungshilfe aus den Bitcoinbonds auch eher realistisch, wie ich finde.
Bleibt halt wirklich noch die Frage offen, ob soviel Geld eingesammelt werden kann. Zumindest ist dieses Konzept gar nicht so abhängig davon, das Geld auf einmal einzunehmen, da man Teile des Konzepts erstmal aussetzen könnte und sich auf die wichtigsten Dinge zu konzentrieren.
Man spekuliert vielleicht auch etwas mit dem Enthusiasmus der Bitcoiner. Ähnlich wie in Bitcoin Beach kommt vielleicht langfristig der ein oder andere in die Gegend und investiert einwenig, bzw beteiligt sich an Schulungs- & Ausbildungsprogrammen oder der gleichen. Ich denke da z.b. an kleine Softwarebetriebe, die sich dort ihre Programmierer selbst ausbilden und mit ihnen wachsen. Solche Geschichten.

Das sind natürlich alles Vermutungen.
Wie denkt ihr darüber?

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