"Bitcoin behauptet, ein Problem zu lösen, das es gar nicht gibt."

Der Satz ist diesem Interview mit einigen guten Punkten zu entnehmen und mich würde Eure Meinung dazu interessieren:

Hm, man kann nichts dazu sagen, weil keiner weiß, welches Problem Bitcoin seiner Meinung nach lösen soll, das es nicht gibt.
Erst wenn er dies genauer spezifiziert, kann man darauf eingehen.

Und auch die zweite Aussage ergibt wenig Sinn.

Wenn ich die Idee cool finde, dass es dezentral ist, warum nutzen dann alle den gleichen Zugang über Coinbase und verwahren es auf die gleiche Weise?

Er unterstellt damit, dass alle (!) ihre Bitcoins bei Coinbase lagern… keine Ahnung, wen er damit meint.
Wer so wenig Ahnung vom Space hat, kann doch keine ernstzunehmende Meinung äußern.

[EDIT]
Der Typ dreht ja richtig auf…

Bitcoin ist eines der zentralsten Dinge, die es gibt. Es ist ein Ökosystem von zentralistischen Anbietern.

und:

Was wirklich dezentral gebaut ist, ist die Fiat-Menge (staatliches Geld).

Kannste dir nicht ausdenken…
:joy:

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naja, ist lese es v.a. auch als Plädoyer, seine BItcoins (cryptos) nicht wo rumliegen zu lassen.

Und Fiat ist schon „wide-spread“, in dem Sinn auch „dezentral“. der Wert halt weniger …

und die „zu kleine Aktienquote“ lese ich als → umdenken & investieren - in Dinge hinter denen man stehen kann, an die man glaubt.

Also ich denk, ich find den Großteil des Interviews deshalb gut, weil ich es mir etwas „übersetzt“ habe.

Nur weil etwas weit verbreitet ist, ist es lange nicht dezentral.
Facebook ist auch sehr weit verbreitet, wird von vielen genutzt - ist allerdings alles andere als dezentral

Vielleicht bezieht er sich auf die coinbase Transaktion in den Blöcken, welche, wenn ich das richtig verstanden habe, den blockreward ausgibt für einen gültigen gefunden block?
Dafür müsste er allerdings schon etwas in die Materie eingetaucht sein

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Bin ich voll bei dir!

Aber worauf beruhen seine Aussagen, dass „alle“ ihre Bitcoins auf Coinbase liegen haben?
Das zeigt ja schon, dass er nichtmal weiß, dass es mit Binance eine Börse mit viel größerem Volumen gibt. Dann gibt es natürlich noch dutzende weiterer Börsen.

Oder ist dieser Dude so ein Spezialist, dass er alle Bitcoin-Adressen einer Institution zuordnen kann?
Ich habs mal für ich ausgerechnet:
Es gibt laut bitinfocharts derzeit ca. 19,5 Millionen BTC-Adressen mit Balances >0,01BTC. Und die gehören alle zu Coinbase? Wow! Harter Tobak…

Wie kommt man auf solche Unwahrheiten?

Fiat ist nicht dezentral, weil die Geldmenge verteilt ist, sondern zentral, weil die Macht auf nur wenige Entitäten verteilt ist. Big difference :wink:

Könnte sein, aber die Block-Subsidy kommt ja nicht von „Coinbase“
steht doch auch in den Blockexplorern: COINBASE (Newly Generated Coins)

Aber auch dann würde sich seine Aussage ja nur auf die angeblich noch nicht gefundenen BTCs beziehen. Was ja auch völliger Nonsense ist^^

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Och, die hier immer wieder geäußerte Ansicht, die ich so nicht teile, dass jede Geschäftsbank Geld aus dem Nichts schaffen kann, würde ja für eine starke Dezentralisierung sprechen. Weltweit gibt es irgendwas um die 20-30.000 Banken, was zwar um den Faktor Zehn unter der Zahl der Bitcoin Miner liegt (jedenfalls bezogen auf ~2019), dafür aber über 180 coins verteilt ist.

Zum Eingangszitat kann ich ohne jeglichen Kontext leider nichts sagen, sorry.

@TynHau dir ist aber schon klar, dass Geschäftsbanken den Zentralbanken unterstellt sind und nach deren Regeln spielen müssen?
Wenn die Zentralbanken einen Leitzins vorgeben (und das tun nur sie) dann ist es für die Geschäftsbanken mehr oder weniger lukrativ neue Kredite zu bewilligen und somit neues Geld zu schaffen.

Oder erkläre du mir den Effekt, dass eine Entität (FED) nur bekanntgeben muss, dass sie den Leitzins erhöht und schwupps viele Märkte weltweit darauf reagieren.

Wenn eine Geschäftsbank hingegen einen Kredit vergibt, dann juckt das weltweit erstmal keinen.

Die FED und Co. bestimmen den Kurs…!

Der Punkt ist, dass Geschäftsbanken natürlich kein Geld aus dem Nichts schaffen, das ist eine Legende. Die (aus 12 Regionalbanken und Institutionen bestehende) „Fed“ bestimmt auch nicht alleine den Kurs, es sei denn mit „und Co“ ist die Gesamtheit der wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Akteure bestimmt, die der Fed letztlich Rahmen und Inhalt ihres Handelns vorgeben.

Es ist super schwer aus dem Fiat-Mindset zu kommen. Das sehe ich schon bei (jungen) Freunden von mir.

Und viele wollen gar nicht zu viel Verantwortung für sich selbst tragen (wurde ihnen über Jahre aberzogen). Bitcoin ist so gut, weil es einem die Wahl lässt. (Genauso wie eine starke Privatsphäre nicht bedeutet, dass man anonym ist, sondern selbst bestimmt, welche Informationen man preisgibt.)

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Hast du dazu Quellen? Ich bin der starken Auffassung dass Banken nur ein Bruchteil des Kreditgelds als Eigenkapital vorhalten müssen. Irgendwo habe ich auch ein TV Interview mit Ulrike Herrmann gesehen wo sie das beiläufig auch sagt, finde ich nur grad nicht mehr auf YT. Gegenteile Fakten würden mich sehr stark interessieren. Wikipedia oder so?

EDIT: bundesbank.de schreibt
Wie entsteht Geld? – Teil II: Buchgeld | Deutsche Bundesbank

Die Bank gewährt Herrn Müller einen Kredit. Den Kreditbetrag schreibt sie auf seinem Konto gut. Sein Guthaben nimmt zu. Die Bank hat neues Buchgeld geschaffen. Zuvor eingeworbene Spareinlagen benötigte sie hierfür nicht.

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Das ist eine etwas verkürzende Sicht, weil damit ausgeblendet wird, dass dem „geschaffenen Geld“ zwingend ein Vermögenswert gegenüber stehen muss. Das ergibt sich normativ aus §§ 266 ff. iVm §§ 340 ff. HGB, die Bank ist dazu verpflichtet eine Bilanz aufzustellen, bei der Aktiva und Passiva ausgeglichen sind.
Das in Form eines Kredits ausgegebene Geld muss nicht in Form von Eigenkapital vorhanden sein, das ist natürlich wahr, hier sind eine Vielzahl anderer Passivposten denkbar. Letztlich sind es aber wechselseitige Verschuldungen, die Bilanz muss ausgeglichen sein:

Nur die Zentralbank kann durch Kredite, die sie ihrerseits gewährt, bzw durch Zinsforderung an die Kreditinstitute, Geld neu in dieses System einbringen.
Ist jetzt grob vereinfacht aber warum man nicht nur auf die Aktiva schauen kann, dürfte klar sein und sollte nicht unerwähnt bleiben.

P.S.: Sorry für’s OT

P.P.S.: Eigentlich ist es gar kein OT, wie mir gerade klar wird :wink:

Bitcoin löst nämlich das gleiche Problem, wie oben dargestellt, nur auf andere und möglicherweise überlegene Art.
Den Banken ist ja die Pflicht einer ausgeglichenen Bilanz auferlegt, damit es nicht zu einer unkontrollierbaren Ausweitung der Geldmenge kommt. Das ist ja der Reglungszweck. Nur ist eine Regel, die nicht eingehalten wird natürlich wenig geeignet, diesem Zweck auch zu dienen. Das heißt, die Bilanz wird von unabhängigen Bilanzprüfern begutachet und abgesegnet. Am Ende der regulatorischen Kette steht natürlich mit der BaFin die Bankenufsicht und die jeweiligen Zentralbanken selbst. Dass diese Kontrolle trotzdem versagen kann, ist zwischenzeitlich und gerade aktuell, zur Genüge deutlich geworden.
Bei Bitcoin muss ich in der Tat keiner Institution vertrauen und das sehr wohl vorhandene Problem wird wesentlich besser gelöst als im legacy System. Das also zur Erwiderung der Kernthese des Eröffnungsposts.

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Wenn die Bank Verbindlichkeiten ggü. der Zentralbank hat (sprich Schulden) dann darf sie neue Kredite in dieser Höhe ausgeben!

Eine Bank hat immer genügend eigene Verbindlichkeiten (SCHULDEN!!), um diese an Kunden in Form von Krediten (also Schuldverschreibungen auf der Aktiva-Seite) weiterzugeben. Durch diese Schuldverschreibungen hat die Bank dann wiederum neue Gläubiger und kann, wenn das Passiva-Aktiva sich wieder fast ausgleicht, bei der Zentralbank einen neuen Kredit (Passiva) beantragen.

Das ist ein endloses Spiel und schaukelt sich dank Zinseszins immer weiter auf.

Deiner Argumentation nach ist dieser Graph hier vollständig mit irgendwelchen Dingen gedeckt:

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Genau mit der Begründung kaufen Zentralbanken auch ohne Bedenken die Staatsanleihen der Länder. Weil es gibt ja immer den Vermögenswert der Anleihe :rofl:

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Okay ich sehe schon, wir kommen da nicht zueinander.

Nur so:
"… Prinzipien der Dezentralität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dezentralität ist ein wesentliches Prinzip Komplexer Adaptiver Systeme. Hierbei ist die Kontrolle über alle Bestandteile des Systems verteilt, beispielsweise Zellen im Organismus, Rechner im Internet und Individuen in Organisationen."

Das ist eine etwas merkwürdige Antwort.
Was ist denn nun? Ist es eine Legende, dass die Geschäftsbanken Geld „drucken“ können oder nicht?
Bei diesem Thema kann es ja keine unterschiedlichen Meinung geben, wie es abläuft, sondern nur Fakten.
Entweder wir liegen falsch (wo?) oder es ist keine Legende.

Ich habe nur dein verlinkten Bild mit meinem Wissensstand wiedergegeben.
Kredite an Kunden, werden mit Schulden bei der Zentralbank ausgeglichen (Reihenfolge ist an dieser Stelle ja egal)

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Gegenfrage, warum kann sich eine notleidende Bank nicht einfach selbst einen Kredit geben?
Das meine ich nicht als Witz.

Daran hätte die Bank doch gar kein Interesse, warum soll sie sich selbst auf Erfüllung verklagen wollen, da sie sich den Kredit ja selbst gewähren und das Gut selbst erschaffen kann. Da könnte sie doch einfach auf ein Klagerecht vertraglich verzichten.

Da ich ein Staatsexamen habe, weiß ich schon, was in unserem Rechtssystem so geht. Das ist aber deutlich weniger interessant, als die Frage nach dem warum.

Das würde ich auch nicht in Abrede stellen, es geht vielmehr um die unrichtige Behauptung, dass hier Geld aus dem Nichts erschaffen werden kann, dass diesem Buchgeld also keine Werte entsprechen. Warum das nicht richtig sein kann, sollte sich jedem erschliessen.

Da ein Staatsexamen fachunspezifisch ist und nur den Urheber der Prüfung beschreibt, weiß ich nicht, inwieweit dies ein Argument sein soll.

Das ist schon eine merkwürdige Art zu argumentieren.
Wenn du in dem folgenden Text Fehler findest, benenne sie und beschreibe bitte, was stattdessen passiert.

  • Kunde geht zur Bank und beantragt Kredit
  • Geschäftsbank bewilligt Kredit (je nach Verhältnis Aktive und Passiva wurde jetzt schon neues Buchgeld geschaffen)
  • Geschäftsbank darf während des Betriebes bis zu einem gewissen Prozentsatz (der mir nicht bekannt ist) ein unausgeglichenes Verhältnis zwischen Aktiva und Passiva haben
  • bei zu wenig Passiva kann die Geschäftsbank nun anderweitig Kredite (Verbindlichkeiten) aufnehmen, um das Verhältnis wieder auszugleichen
  • die Geschäftsbank kann auch im Vorhinein für eine Höhere Passiva sorgen, da es ihr bis zu einem gewissen Prozentsatz erlaubt ist, mehr Verbindlichkeiten als auf der Aktivaseite zu haben (hier schafft tatsächlich erst Kreditgebende Institution das neue Buchgeld)
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