Bitcoin als Weltwährung

Annahme:
Bitcoin ist Weltwährung
Frage 1: reiche verdienen immer mehr als arme Menschen. Was passiert wenn 99,9% aller Bitcoin bei den reichen sind?
Frage 2: wie funktionieren Kredite und Zinsen wenn die Geldmenge begrenzt ist?

  1. Wer sind denn „die Reichen“? Im Vergleich zu großen Teilen der Welt sind wir hier in Deutschland wohl fast alle reich… Und auch „die Reichen“ wollen essen, konsumieren, Urlaub machen und geben so einen Teil ihrer 99,9% wieder an die nicht so reichen Leute aus… Mal davon abgesehen, wie sie die 99,9% überhaupt bekommen sollen

  2. Kredite werden entsprechend hohe Zinsen haben und nur gegeben werden, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Rückzahlung entsprechend hoch ist.

Bitcoin wird ersteinmal nicht viel am Kapitalismus selber ändern. Das Prinzip von Nachfrage und Angebot wird weiter beibehalten. Aber im Gegensatz zu heute wird es schweerer (nicht unmöglich) für Reiche ihr Reichtum zu behalten wenn sie Fehlentscheidungen treffen. Heutzutage können Reiche durch Kredite einfach so weitermachen wie sie es gewohnt sind. Zusätzlich werden sie großflächig durch die Politik subventioniert. Durch den Staat könnten Reiche unter Bitcoin zwar immernoch viel Gelder/Werte erhalten, aber der Staat muss sich dann immer für seine Ausgaben rechtfertigen und kann nicht einfach Schulden aufnemen und das Geld unsichtbar durch Inflation wieder eintreiben. Und Auch Reiche können in Bitcoin nicht ewig Kredite erhalten um so ihr Reichtum abzusichern. Auch die Absicherung erfolgt heutzutage durch Inflation: Wenn du mehr Geld druckst, dann steigen die Sachpreise. Aber gerade Reiche sind nicht reich weil sie viel Geld halten (Auch wenn das anders suggeriert wird in den Medienberichten) sondern weil sie Anteile an Firmen/Immobilien oder Rohstoffen haben. Diese Anteile werden eben nur mit dem Marktwert virtuell in Geld umgerechnet um zu zeigen wie reich diese Menschen/Firmen/Entitäten sind. In Bitcoin: Wenn sie diese Werte nicht effizient einsetzen, dann werden sie diese Werte über kurz oder lang wieder verlieren an Leute, die effizienter sind. Heutzutage partizipieren sie einfach an der großen Umverteilung von unten nach oben durch Fiat und der Geldmengenausweitung.

  1. Heutzutage werden Kredite aus dem Nichts erstellt. Im Gegensatz zur Volksmeinung (weil es so im Goldstandart war) braucht eine Bank nicht die Einlagen von Kunden die Weiterverliehen werden (genauso würde es in einem Bitcoinstandart werden).

Heute hat eine Bank keinerlei Risiko einen Kredit auszugeben. Das Geld wird in die Bücher geschrieben und liegt als Buchgeld irgendwo in der Bank rum. Entweder es kommt vom Kunden wieder zurück und bringt sogar durch Zinsen mehr ein als die Bank vorher hatte (damit finanziert die Bank das Personal und Server und so weiter) oder die Bank kann die Sachwerte (die Sicherheit) des Kunden Einbehalten. Aus Sicht der Bank ist das 0 Risiko und immer ein Gewinngeschäft. Wer verliert? Der gemeine Kunde, also alle anderen im Mittel.

Unter Bitcoin würde das Geld nicht auf Schulden aufbauen sondern auf Guthaben. Banken müssten wieder darauf setzen dass Kunden Ihr Geld zur Bank bringen um es dort abzusichern. Im Gegensatz dafür muss man entweder die Sicherungskosten der Bank bezahlen oder der Bank erlauben das Geld zu Investieren, sprich zu verleihen. Banken können eben nur Geld verleihen, das sie auch haben, kein Satoshi mehr. Das bedeutet es zu verleihen bring wieder ein Risiko dass die Bank das Geld nicht mehr wiederbekommt. Der Kreditnemer muss also die Kredite trotsdem Absichern aber die Bank hat immernoch das Risiko dass die Sicherung Wertlos war (relativ zur einbehaltenen Kreditgeldmenge des Kunden). Und um darüberhinaus noch gewinne zu machen werden Kredite/Schulden wieder deutlich teurer.

Meiner Meinung nach ist das ein deutlich gerechteres System als wenn das Geld aus dem Nichts bei bedarf geschaffen wird weil es im Heutigen System einfach zu viele Anreize gibt, sich bis über beide Ohren zu verschulden. Durch die dadurch auftretende Inflation zahlen alle Anderen für den eigenen Konsum oder schlimmer noch für Investitionen die dich noch reicher machen. → 1)

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Nachtrag:
Auf lange sicht wird dadurch die Gesellschaft deutlich sozialer und entspannter. Momentan wird einem unsichtbar das Geld durch Inflation immer weggenommen. Das bedeutet alle werfen ihr Geld auf irgendwas oder Verkonsumieren es bevor es ihnen weggenommen wird.

Unter bitcoin kann man wirklich wieder sparen und längerfristig planen was man mit seinem eigenem Reichtum anfangen kann und will. Damit kann sich jeder wieder eine Sicherheit aufbauen die durch unser heutiges Geldsystem genommen wird.

Oder anders gesagt: die Zeitpräferenz von den Menschen ändert sich, weg von hier und Jetzt leben egal was morgen kommt hin zu zukunftsorientiertem Denken. Das bedeutet natürlich nicht, dass Menschen nicht auch in Bitcoin leben wollen und mal ins Kino gehen wollen usw. Die deflationäre Spirale, die alle ökonomen so anprangern wird nie bis 0 gehen sondern nur das an Wirtschaft vernichten, was durch Inflation künstlich aufgebläht wurde und somit Ökonomisch sowiso nicht effizient ist.

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