BitBox02 enttäuschend und überzeugt mich nicht

Hardware-Wallets kann man gerne kritisch sehen. Aus meiner langjährigen Erfahrung (auch mit DIY-Lösungen) möchte ich aber folgendes zu Bedenken geben:

  • Eine selbstgebaute Cold Storage-Lösung setzt viel Wissen beim Einrichten voraus. Es reicht nicht, die Wallet verschlüsselt zu speichern, auch das Key-Handling im Betrieb muss sicher offline erfolgen.
  • Eine solche Lösung setzt viel Disziplin bei der Nutzung voraus. Der Laptop darf nie ans Netz gehen, Transaktionen müssen via „airgap“ (z.B. QR-Codes vom Offline zum Online-Gerät übermittelt werden)
  • Ein einzelner Anwenderfehler kann die Sicherheit des System für immer komprimitieren.
  • Eine eigene Lösung muss zwecks Vererbung 100% aktuell dokumentiert sein, sonst sind deine Bitcoin im Falle deines Ablebens (oder Invalidität) für immer verloren.

Eine ähnliche Sicherheit wie eine HWW bietet eine Cold Storage-Lösung, welche anhand des Glacier Protocols aufgesetzt wird:

Aufwand: zwei bauchgleiche Laptops, mehrere USB-Sticks, viele Stunden Arbeit. Technische Expertise vorausgesetzt.

Klar kann man das schlanker umsetzen. Damit hast du aber eine deutlich unsicherere Lösung. Wenn das für dich passt, ist das wunderbar. Ich würde das aber niemals pauschal empfehlen.

Wer Bitcoin mit einem Euro-Wert im fünf- oder mehrstelligen Bereich hält (oder das als klares Ziel hat), für die dürfte eine Einmalausgabe von etwas über 100 EUR kein Problem darstellen. Wenn du deine aufgewendete Zeit auch einkalkulierst (sofern das kein lehrreiches Hobbyprojekt ist), wird sich eine DIY-Lösung kaum je rechnen.

Klar, ich bin als BitBox’ler voreingenommen, daher meine Kommentare gerne kritisch hinterfragen. Aber ich würde argumentieren, dass ich genau bei BitBox arbeite, weil ich HWW eine tolle Sache finde (und nicht umgekehrt).

Und nicht falsch verstehen: zum Verständnis, wie solche Lösungen funktionieren, ist DIY super, und kann technisch Interessierten Spass machen.

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